No One Lives Forever

NOLF LogoWährend ich gerade diese Zeilen tippe, läuft im Hintergrund der vielleicht beste Soundtrack eines PC-Spiels ever. Es ist der Soundtrack zu No One Lives Forever von Rich Ragsdale. Feiner Sound der Sixties — Fun, Entspannung pur. Vor mittlerweile schon 6 Jahren entwickelte Monolith wohl einen der besten Ego-Shooter aller Zeiten — No One Lives Forever. Zumindest war es das charmanteste Spiel, war der Hauptdarsteller doch eine Hauptdarstellerin — Cate Archer — und mit Ihrem Hüftschwung wurde sogar James Bond in die Schranken verwiesen. 😉

Nolf Cate

Die Akte, der Werdegang von Cate Archer liest sich der einer normalen Kriminellen. Im Pflegeheim aufgewachsen, auf der Straße gelandet — sie wurde eine Diebin, eine sehr gute ihres Fachs. Bis sie eines Tages versuchte, die Geldbörse von Bruno Lawrie zu stehlen. Bruno ist Agent der Geheimdienst-Organisation UNITY und nahm Cate fortan unter seine Fittiche. Cate Arche wurde so die erste Frau von UNITY — und das in den Sixties. Sie hat es nicht leicht, hat aber den unbändigen Ehrgeiz, es zu schaffen.

NOLF beginnt mit der Storyline, dass es innerhalb von UNITY einen Verräter gibt, der nach und nach dafür sorgt, dass alle Undercover-Agenten getötet werden — so mussen die konservativen Herren auf Cate Archer zurückgreifen, oh Gott, eine Frau. Der erste Einsatz wird dann auch gleich zum Desaster — die Person, die Cate schützen soll, wird erschossen. Im folgenden stellt sich heraus, dass die Verbrecherorganisation H.A.R.M. für die Anschläge verantwortlich ist. H.A.R.M. fordert von der britischen Regierung nicht mehr als 50 Millionen Pfund — in den Sixties war das nicht wenig Geld — Australien und einen weltweiten Feiertag an dem H.A.R.M. geehrt wird — das hätte ich alles auch gerne. 😀

NOLF ist kein typischer, stupider Ego-Shooter, das Spiel verlangt viel mehr — Intelligenz vom Spieler. Wenn überhaupt, sind die Gegner oft so zu eliminieren, dass keine Kamera oder ein Kollege dies mitbekommt. Wie auch bei Splinter Cell, steht das schleichen, das vorsichtige Agieren im Vordergrund. Helfen tun dabei unserer Agentin viele verrückte Gadgets, die zuweilen wirklich an James Bond erinnern — ein wenig realitätsfern aber ein Heidenspaß. :)

NOLF Cate & Bruno

Jede Mission beginnt mit dem Missionbriefing, es folgt eine Übung im Taktik-Raum, damit Cate die neuen Gadgets und Waffen kennenlernt, und dann kann es auch schon losgehen. Das Spiel ist hervorragend konzipiert und gezeichnet — selbst die Gegner sind dem Spieler sympathisch und haben einen eigenen, manchmal sehr lustigen Charakter. Aber nicht nur in den Charateren der Protagonisten haben die Entwickler ihre gesamte Phantasie spielen lassen, jede Mission hat ihren eigenen Charme, manchmal ihren eigenen Running Gag. Seien es die Macho-Sprüche aus der Kryptologie-Abteilung oder auch die schwierigsten Parts im Spiel, die Missionen, wo man nicht entdeckt werden darf, dementsprechend kein einziger Schuß fallend darf. Marokko und Ost-Berlin mit der Stasi gehören ebenso zu den Einsatzorten Cates wie ein versunkenes Schiff, der Weltraum und vieles mehr — ganz grandios.

Die Grafik war für damalige Verhältnisse überragend — das Spiel kam mit 2 CD’s daher, was größtenteils an den genial gezeichneten Leveln und der Charaktere lag. Die Gegner wie auch Cate können laufen, kriechen, schleichen — oftmals rollen die Gegner sich auch aus der Schußbahn um dann selbst unsere Agentin aufs Korn zu nehmen. Die Videoeinspielungen sind ebenso fein gezeichnet — als wenn man einen Film anschauen würde.

Den Sound erwähnte ich anfangs. Er ist einfach grandios und lässt das Gefühl der Sixties so richtig gemütlich rüberkommen — sei es nun im Club in Hamburg oder auch auf der Soundtrack-CD, die bei der Game of the Year-Edition dabei war, die hier bei mir im Schrank steht im Laufwerk liegt. Jeder stärkere Gegner hat seine eigene Stimme, wurde individuell synchronisiert, Gegner können und müssen teilweise durch Türen / um die Ecke belauscht werden — sehr fein das alles.

NOLF Ost-Berlin

Noch heute ist NOLF eines meiner Lieblingsspiele, welches ich in aller Regelmäßigkeit in mein Laufwerk packe. Es hat seinen ganz speziellen Charme, macht unheimlich viel Spaß, die Grafik gefällt mri auch heute noch sehr gut, die Sound lässt den Zuhörer mitswingen und auch der Schwierigkeitsgrad lässt auch keine Langweile aufkommen, insbesondere, wenn es darauf ankommt, nicht entdeckt zu werden — ganz großes Kino. NOLF brachte es (leider nur) auf 2 Fortsetzungen — No One Lives Forever 2 — welches grafisch nochmal einen auf den ersten Teil draufsetzte , mir aber manchmal ein wenig langatmig daherkam und so meiner Meinung nach nicht an den ersten Teil heranragte, sowie ein völlig überflüssiges unsägliches Sequel zum zweiten Teil — Contract J.A.C.K. — über das wir, obwohl es in meinem Regal steht, den Mantel des Schweigens legen.

Der erste wie auch der zweite Teil sind ab und zu nochmal auf den Grabbeltischen zu finden — wer da für ganz weniges Geld zuschlägt, kann nichts verkehrt machen. Wer regelmässig PC-Zeitschriften liest, wie die Gamestar, der sollte mal seine CD’s durchstöbern, kann sogar sein, dass er zumindest den zweiten Teil im Regal stehen hat — der war mit Sicherheit auf einer Heft-CD schonmal drauf.

NOLF ist und war eines der grandiosesten Spiele — wer die Chance hat, sollte es sich besorgen, bei eBay z. B. werden die Spiele praktisch verschenkt — und wer das Spiel schon hat, sollte es mal wieder ins Laufwerk legen. Granz große klasse. :)

NOLF

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7 Antworten zu “No One Lives Forever”

  1. gnokii sagt:

    irgendwie hab ich das Gefühl, ihr seid derzeit oft am zocken.

  2. Chris sagt:

    Knapp 2 Stunden an dem Artikel geschrieben, Screenshots gemacht, bei YouTube nach den Videos gesucht, und dann so ein dämlicher Kommentar.

    Ich mach das demnächst wie andere, einen Link setzen, einen Satz dazu — fertig… 😉

    Aber um auf den ersten Comment hier zurückzukommen:

    Nein, ich zocke zur Zeit nicht nur, weil dafür auch keine Zeit ist, RL und das Blog werden normal «gepflegt». Ich schreibe ich, weil dieses «ihr» auch mal wieder «naja» ist — nur als Tipp: Oli und ich sind zwei verschiedene Personen. :)

  3. Grainger sagt:

    Ich zocke seit gestern S.T.A.L.K.E.R. 😀

    Gefällt mir bis jetzt gut, die Atmosphäre ist so düster wie im Buch Ein Picknick am Wegesrand und dem davon inspirierten russischen Film Stalker (den ich natürlich auf DVD habe ;)).

    Natürlich hat das Spiel mit seinen beiden Vorlagen bis auf die Grundideen nur noch wenig gemeinsam (und der Untertitel Shadow of Chernobyl ist wohl eher eine Idee der Marketingabteilung, Buch und Film sind lange vor dem Reaktorunglück entstanden).

    Bis jetzt macht es aber Spaß.

    Und ich komme eigentlich auch kaum noch zum zocken, vermutlich werde ich Wochen brauchen um S.T.A.L.K.E.R. durchzuspielen, aber ich finde es entspannend ab und zu abends noch ein bis zwei Stündchen damit zu verbringen.

  4. phoibos sagt:

    ich mag nolf auch sehr gerne. vor allem der kampf gegen diese walküre… :) sehr humorig alles und viel cooler als james. für nolf 2 konnte ich mich nie begeistern, die demo nervte schon, insbesondere dieser guide-bot-vogel-gedöns. sowas mag ich nun gar nich, hab damals bei descent äh 3? erstmal versucht, das ding abzuschießen…

    ciao
    phoibos

  5. David sagt:

    Geniales Spiel, eines der wenigen mit dem ganz bestimmten Charme. Eine schöne Sache hier noch einmal in Erinnerungen schwelgen zu können.

    Grüße
    David

  6. Der Linzer sagt:

    Shoot ‘Em Up…

    Gerade im Kino «Shoot ‘Em Up» angesehen und restlos begeistert. So viel sinnfreie ununterbrochene Action gab es auf der großen Leinwand schon lange nicht mehr zu sehen. Dabei sind viele dieser Szenen gar nicht neu. Man wird an die Filme «Face/Off…

  7. Lars sagt:

    Ach ja wie gern denke ich an die gemeinsame Zeit mit Cate Archer zurück. Das ist nun fast 10 Jahre her. Aber es ist ein wirklich gradioses Spiel mit intelligentem Witz und einer wahnsinnig passenden Sixties-Atmosphäre — viel besser als NOLF2. Ich glaube, der Witz des Spiels macht die heute angestaubte Grafik tatsächlich wett. Gerade fast 10 Jahre NACH Nolf kann man sagen: Solch einen stimmig-amüsanten Shooter hat es nicht mehr gegeben…

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