nix los im Netz

Liegt es an mir, oder werden momentan wirklich die meisten Blogs (meiner eingeschlossen) immer uninteressanter? Vor einigen Monaten waren die Blogs noch eine Methode, in Kontakt zu bleiben, wenn auch die Entfernungen zwischen den Beteiligten sich vergrößert hatten; man schrieb und erhielt Kommentare, man kommentierte und blieb im Dialog.

Localwürstchens Tagebuch

Da füg ich mal außer einem ACK nichts hinzu, außer eines: ich lese Localwürstchens Tagebuch gerne =)

7 Antworten zu “nix los im Netz”

  1. phoibos sagt:

    Moin,

    also meiner bescheidenen Meinung nach irrt Localwürstchen nicht. Ich empfinde Blogs erheblich anonymer und vor allem vergänglicher als die Foren der guten alten Zeit… Selbst dem Chatten widme ich einen höheren Platz als dem — mich betreffend — Passivbloggen. Wobei der Hauptgrund bereits genannt ist: Passivität. Wenn ich chatte, bringe ich mich ein, zwangsläufig. Ob ich hier nun kommmentiere oder nicht, ist bis vielleicht auf eine verschwindend geringe Anzahl an Lesern, die mich von hier oder dort kennen, absolut irrelevant. Häufig genug gebe ich nicht einmal Substantielles von mir, wovon Olli oder Chris effektiv profitieren würden. Mir ist dabei nur wichtig, dass die beiden durch den einen oder anderen von mir hier im Blog verlorenen Kommentar ein positives Feedback erhalten. Und ein Lebenszeichen, man kennt sich ja schon einige Jahre…
    Aber sind Blogs überhaut ein probates Mittel, um miteinander in Kontakt zu bleiben? Ich denke nicht. Blogs sind irgendwie unpersönlicher.

    Ciao
    Phoibos

  2. Oliver sagt:

    Das mit der Unpersönlichkeit ist schon ein Knackpunkt, da wurde und wird immer viel hineininterpretiert in puncto sozialem Netz, ohne das ganze wirklich von der menschlichen Seite her mal wirklich zu hinterfragen.

  3. tante sagt:

    Ich habe das Gefühl, dass viele Blogs noch nicht aus dem Winterschlaf, in den sie mit Beginn der Weihnachtsfeiertage eingetreten sind, herausgekommen sind.

    Sicherlich ist es einfacher, was zu tun, wenn alle anderen auch was tun — die Kooperation und die Interaktion bringt mehr Ideen raus — aber weil das eigene Blog eben «nur ein Hobby» ist, warten viele halt ab, ist ja auch nicht schlimm, sorgt nur für Stille.

    Ich sehe Blogs auch nicht so sehr als «Menschen Kennenlern Dinge» sondern eher als «Ideen kennenlern Dinge». Ich hasse youtube videos postende Blogs oder reine Linkdumps, ich will Meinungen und Ideen und Diskussionen, aber oft sind mir die Personen dahinter eigentlich erstmal egal. Sicherlich findet man manchmal Leute, mit denen man oft übereinstimmt und mit denen man sich dann auf die eine oder andere Art anfreundet, aber das ist eher die Ausnahme.

    Vielleicht fehlen den meisten Blogs gerade die Säue zum durch Dorf treiben 😉

    Aber wahrscheinlich isses eher der langsam absterbende Hype: Viele Leute sind jetzt auch «dabei», dann wird viel Schmuh gepostet und dann schreibt man sich wieder mehr auf die Facebook «Pinwand» oder wasauchimmer man heute so tut. Vielleicht auch gut so.

  4. Oliver sagt:

    >Vielleicht fehlen den meisten Blogs gerade die Säue zum durch Dorf treiben

    Das finde ich auf Dauer eher ermüdend, ich verbringe ehrlich gesagt auch einen Teil meiner Zeit lieber im IRC. Ideen, Menschen kommt dort alles irgendwie zusammen und jede Menge Spaß, wenn die Zeit langt. Ich bin mit Mailboxen groß geworden und der menschliche Faktor war zu jenen Zeiten in den 80ern irgendwie größer oder überhaupt ansatzweise zu spüren. Na ja your mileage may vary, aber das heute im Netz hier ist auf Dauer wirklich ermüdend, ich vermisse die Perlen — die Säue können mir auf Dauer gestohlen bleiben …

  5. tante sagt:

    Im IRC bin ich auch unterwegs, aber eigentlich nur in technischen Channels (als OpenSource Mensch kann man da ja Support geben oder manchmal auch bekommen ;))

    So generell finde ich den IRC auch nicht sooo viel menschlicher. Klar kommt schneller ne Reaktion und ein paar witze werden hin und her geworfen, aber die meisten sind ja nun auch nicht aktiv im IRC, sondern nur so nebenbei. Während man was «richtiges» tut.

  6. localwurst sagt:

    Ich denke, ich hätte den Beitrag nicht so völlig übermüdet schreiben sollen — offenbar wurde er ein wenig mißverständlich 😉 Ich sehe den Blog auch nicht unbedingt als das Stay-In-Contact-Mittel; aber es war doch immer wieder nett zu lesen, daß dieser Kumpel übermorgen in den lang ersehnten Urlaub fährt, wohingegen jener Kumpel sich einen Nebenjob ergattern konnte und nun auf sein Motorrad spart…

    Die eigentliche Kontaktaufnahme strebe ich auch eher über IRC oder ICQ an, aber mal ganz davon ab, daß die meisten garnicht wissen was IRC ist — da kommt auch nicht mehr viel rüber. Außer *ou*ube-Links, da könnte ich jedesmal was in den Monitor hauen…

    Was mich zu dem Schluß bringt: das alles ist zu anonym, wie man es auch nimmt. Und Kontakte ohne sich in die Augen schauen oder sich live anschreien, wenn’s denn sein muß scheitern zwangsläufig — früher oder später.

    Ehe ich Dir Dein hübsches Blog nun völlig zuspamme und zu pathetisch werde verkrieche ich mich im Serverraum und denke da mal in Ruhe drüber nach.

    Vielen Dank auch für die Blumen 😉 –

    die localwurst

  7. Oliver sagt:

    Ja was ich damit sagen wollte mit diesem früher Vs heute, die Gemeinschaften waren kleiner und somit auch ein wenig mehr zusammengeschmidet. Mitunter lernte ich leute kennen, die ich heute nach vielen Jahren noch kenne, auch außerhalb des Netzes (oder der Mailbox). In derlei Channels bewege ich mich heute auch, technischer Natur zwar, aber kleine Gemeinschaften und dort lernt man sich mit der Zeit auch persönlich kennen auf Messen, User Groups etc., das alles spiegelt sich dann natürlich auch im Netz wieder. Es hängt da wohl ein wenig vom Kontext ab. Aber insgesamt sehe ich halt beim Netz schon ein gewaltiges Abdriften in eine 100-prozentige Anonymität, die noch nicht einmal dem Schutz per se gereicht, sondern mehr von Gleichgültigkeit herrührt.

RSS-Feed abonnieren