Neues vom Theo und dem DFB

PlattJeder blamiert sich so gut, wie er kann. Nein, dieser Satz passt nicht mehr auf den DFB und seine Kampagne gegen den Journalisten Jens Weinreich, denn für Jens Weinreich geht es um die (berufliche) Existenz. Nicht mehr und nicht weniger. Weitere Zeitungen haben das Thema nun im Angebot. Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über die Vorfälle in Frankfurt, über die Diffamierungen gegen Jens Weinreich: DFB-Chef Theo Zwanziger trägt eine bizarre juristische Fehde gegen den Journalisten Jens Weinreich aus. […] Zwei Prozesse hat der DFB-Chef schon verloren, doch er gibt nicht auf. Die CHIP hat das Thema auch aufgegriffen: Blogs sind böse, anonym und, naja, nervig. Scheint man zumindest beim DFB zu glauben. «Wenn sie die Kommunikationsherrschaft nicht haben, sind sie immer Verlierer», hat Theo Zwanziger letzthin gesagt. Kommunikationsherrschaft gibt es halt nicht in dieser Ansammlung von Röhren, die das Internet ausmachen, möchte man ihm zutwittern.

Der Europäische Journalistenverband (EFJ) als Teil des Weltverbandes International Federation of Journalists (IFJ) hat sich ebenso zu Wort gemeldet: The European Federation of Journalists (EFJ) has accused the German Football Federation of launching an unfair campaign of distortion and lies against a journalist who has criticised its President, Theo Zwanziger, one of the country’s leading sports officials. Nach unzähligen Blogeinträgen und Presseberichten äußern sich dann auch endlich DJV und VDS. In einem Appell an DFB wird darauf gedrängt, die Schärfe aus den Auseinandersetzungen zu nehmen. Die ZEIT macht aus dem Thema eine Glosse: Der Jens hat das ganze Gezanke in seinem Blog dokumentiert, viele andere Blogger haben den Streit auch gebloggt. Und nun berichten auch Zeitungen darüber. Dem Theo wird das nicht gefallen. Die Berliner Zeitung schreibt: Der DFB kämpft mit zweifelhaften Methoden gegen einen Journalisten der Berliner Zeitung (Jens Weinreich schreibt unter anderem für die Berliner Zeitung).

Das Springer’sche Hetzblatt WELT zeigt so etwas wie Kritik: Als einen «unglaublichen Demagogen» will sich Theo Zwanziger nicht bezeichnen lassen. Der DFB-Präsident ist gekränkt und wehrt sich gegen die Aussage des Journalisten Jens Weinreich. Der Schuss könnte aber zu einem Eigentor werden, denn der öffentliche Streit ziehte seine Kreise. Last but not Least, die Stuttgarter Zeitung: Dass die Mail auch an führende Sportpolitiker und Funktionäre ging, mit dem Hinweis, man dürfe den Inhalt «natürlich argumentativ auch» verwerten, verleiht dem Vorgang zusätzliche Brisanz. Es ist ein geradezu dreister Versuch, wieder die von Zwanziger so oft erwähnte «Kommunikationsherrschaft» zu erlangen. Es ist ein Schreiben aus der DFB-Welt, offensichtlich einem Paralleluniversum außerhalb des Rechtsraums. Jens Weinreich hat den Vorgang einschließlich aller Schriftsätze auf seiner Homepage (www.jensweinreich.de) dokumentiert […] Der renommierte freie Journalist ist einer der schärfsten Kritiker der Funktionärskaste und hat sich damit im deutschen Sport viele Feinde gemacht. Er solle mundtot gemacht werden, hätten ihm mehrere Funktionäre hinter vorgehaltener Hand mitgeteilt, so sagt Jens Weinreich. Der Wächterpreisträger prüft seinerseits, juristische Schritte gegen die Mitteilung einzuleiten. (via Jens Weinreich)

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Ich bin immer noch der Meinung, dass Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Harald Stenger1 nicht länger für eine Organisation wie den DFB arbeiten sollten. Der DFB ist Vorbild für unsere gesamte Jugend. Die drei Herren sollten eher heute als morgen zurücktreten. Wie will man bei diesen Machenschaften noch den Fairplay-Gedanken transportieren oder gar glaubwürdig vertreten? Machen Sie den Weg frei, meine Herren. Für einen Neuanfang mit ehrenwerten Sportsmännern. Sie haben diesen Ball weit am Tor vorbei geschossen. That’s it.

Foto: Björn unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

  1. Hatte ich im letzten Artikel leider vergessen. []

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