Netbooks

Vor einer Weile schloß auch ich zu den glücklichen Besitzern eines Netbooks auf, ein Asus Eee 900A wurde es. Das Preis/Leistungsverhältnis bei genau diesem Typ ist hervorragend, Verarbeitung etc. imho zwischen ausreichend und hochwertig angesiedelt. Warum aber nun ein Netbook? Nun es ist tatsächlich portabel und besitzt mit knapp 4-5h eine einfach nur als grandios zu bezeichnende Akku-Laufzeit. Für Vorträge ideal, an den Beamer angeklemmt fertig, daneben taugt es jedoch auch für die üblichen anfallenden Arbeiten. Und ehrlich, klar die Tastatur ist naturbedingt kleiner, aber das war selbst für meine überdurchschnittlich großen Pranken nur eine Phase der Gewöhnung. Verglichen zu dem Laptop daheim natürlich winzig, aber praktikabel auch für das ernsthafte Arbeiten — so muß man einigen Nörglern wohl eher eine grobmotorische Herangehensweise bescheinigen 😉

I know Windows-Usern ist das natürlich alles zu winzig, da braucht es CPU-Boliden, viel Speicher, große Platten, fette Displays und mit dem Advent des Bonbon-farbenen XP und seinen Fensterrahmen für Kurzsichtige nahm die Gigantomanie auch ihren Lauf. Aber da existieren auf der anderen Seite auch jene freien Systeme, die wie geschaffen sind für derlei Ultramobile — sicher, Windows ist möglich, aber das Feld überlassen wir doch dann lieber jenen mit den 17«Displays und ihren ~1.5h Laufzeit beim Mobilgerät der Wahl. Und wie andere Beispiele zeigen, liege ich mit dieser Einschätzung gar nicht so falsch: Jürgen und sein Familienzuwachs, sowie Stimme von IT-Guerilla — man kann diese Leute als durchaus zufrieden bezeichnen.

Was kann man nun damit anstellen? Ein anständiges System vorausgesetzt, ist im Prinzip beinahe alles möglich. D.h. man kann Filme schauen, mit OpenOffice große Texte bearbeiten (40S.+), Browsen, diverse Dinge annähernd zeitgleich tun, kleinere Dinge kompilieren, mit LaTeX arbeiten, Fernsehen (Zattoo oder passender USB-Stick), Musik hören etc. pp. — meist nur setzt die eigene Fantasie Grenzen. Mit 8.9″ oder gar 10″ besitzt man mehr als ausreichend Arbeitsfläche1, jedenfalls für das Gros der Dinge die man unterwegs zu erledigen gedenkt, aber auch mit ein wenig Einschränkung sind ausladendere Arbeiten durchaus möglich. Die verbaute Atom-CPU ist natürlich keine Spiele-CPU, d.h. Windows draufpacken und irgendein Spiel zocken ist nicht drin, wohl aber sind ältere Vertreter im gewissen Rahmen durchaus möglich und in freien Gefilden trifft man durchaus auf eine Majorität lauffähiger Vertreter für die verspielte Natur.

Was bleibt? Nun ich empfehle Hardcore-Windows-Usern kein Netbook, diese Leute versuchen Unzulänglichkeiten des Systems in der Regel nur mit einem Plus an Hardware zu kompensieren — Gigantomanie — und da ist man bei diesen Ultramobilen wirklich fehl am Platz. Und ja, knapp 280€ kostete dieses Gerät, für einen Hunderter mehr gibt es wiederum mehr, für noch einen Fünfziger mehr einen kleinen Dualcore usw. Beschreitet man diesen Weg findet man sich in angesprochenen Windows-Gefilden wieder, in der Hardware das Mittel der Wahl zur Kompensierung diverser Microsoftscher Fehlungen darstellt. Man zieht irgendwo eine Grenze, setzt das Limit fest und formuliert die Ansprüche … bingo 😉

Natürlich sehen dies die diversen Firmen anders: Gucci-Look, Luxus-Austattung etc. sollen den Gelegenheitsuser, der eigentlich gar nichts mit einem Mobilgerät per se anzufangen weiß, locken und zum Kauf eines Lifestyle-Accessoire anregen. Legitim, will man doch Geld verdienen — dumm natürlich das mit 500€+ Regionen beschritten werden, in welchem das zuvor noch von mir gelobte unschlagbare Preis/Leistungsverhältnis völlig ad absurdum geführt wird. Der Erfolg setzte mitunter ob der Nerds ein, die auch mit derlei Geräten etwas anzufangen wissen — die Plazierung im Lifestyle-Segment für den gemeinen Windows-User greift nicht wirklich und treibt mitunter derlei Blüten.

Ich habe meinem ultramobilen Gerät noch 2GB Speicher gegönnt, werden einem ja mittlerweile selbst für Schleppies gerade zu hinterher geschmissen, um die SSD ein wenig zu entlasten bzw. ein paar Dinge in den Speicher auszulagern. Last not least, wer den Fehler machte Windows damit zu erwerben ist nicht gänzlich verloren — außer die zuviel gezahlten Euros: es existiert Rettung 😀

Have phun :-)

  1. wer schon einmal ernsthaft an einem Studenten-Mac arbeitete weiß was ich meine []

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6 Antworten zu “Netbooks”

  1. caschy sagt:

    Mhhhh, hatte n 701 mit Ubuntu und jetzt den 1000H mit XP. Beides toll 😉

  2. Oliver sagt:

    Meine Windows-Freundschaft legte ich spätestens nach fünf Jahren moderativer Aktivität auf EFB.nu gänzlich ab. Von daher sei mir meine Abneigung verziehen, ich erlernte zwar früh mit der NT-Reihe den administrativen Umgang und konnte auch schon die ersten Windows-Inkarnationen erblicken und auch prof. nutzen — aber man lernt hinzu und entwickelt sich weiter 😉

    Es gibt auch Leute die nutzen MacOS auf einem Netbook– möglich ist irgendwie immer alles.

  3. Florian sagt:

    Das eigentlich Interessante an Netbooks (insbesondere mit Windows für den Durchschnittsnutzer) wäre doch, dass sich damit der Desktop-Rechner für Internet und Office-Anwendungen ersetzen ließe, und damit sowohl Energie– als auch Platzeinsparungen für den Nutzer bei geringen Anschaffungskosten erreicht werden könnten. Bis der Nutzer dann mal Zeit mit Spielen verschwenden will…

    Ich persönlich habe meinen Desktop-Rechner schon vor 2 Jahren rausgeworfen und mit einem Subnotebook ersetzt: Alle Vorteile der Netbooks bei besserer Rechenpower (die ich z.B. für RAW-Bildentwicklung tatsächlich brauche): geringerer Energieverbrauch (und ~6h Mobilität), geringerer Platzverbrauch und geringerer Geräuschbelastung als ein Desktop-Computer — wer auf die Rechenpower verzichten kann (und sich auch dessen bewusst ist, da ist vielleicht der Haken an der Idee) sollte da mit einem Netbook den Desktop-Computer eigentlich kostengünstig ablösen können.

  4. Oliver sagt:

    >dass sich damit der Desktop-Rechner für Internet und Office-Anwendungen ersetzen ließe, und damit sowohl Energie– als auch Platzeinsparungen für den Nutzer bei geringen Anschaffungskosten erreicht werden könnten.

    Über den Ansatzpunkt wollte ich eigentlich gesondert berichten, wenn ich ein System mit Atom plus ITX-Board aufbau. Und ja das ganze eröffnet gar noch mehr Möglichkeiten, z.B. können mit Desktop-Varianten auch Menschen am Netz und Computer partizipieren denen z.B. ein 400€ Rechner plus Monitor bisher noch die Börse entzweiriß. Exemplarisch betrachtet sehe ich da weitaus mehr Möglichkeiten als das allgemein anvisierte Lifestyle-Produkt.

    >wer auf die Rechenpower verzichten kann

    Ich kann selten darauf verzichten, bin mir aber auch bewußt das ich dafür keine 4–5 Rechner benötige, sondern nur einen und der Rest kann für die üblichen Dinge äußerst sparsam, leise und die Börse schonend zu Werke gehen.

  5. Kleinsteee Klapprechner…

    Diese neuen Kleinst-Klapprecher haben schon etwas verführerrisches.
    Portabel in Größe bzw. ihrer Winzigkeit.
    Portabel im Gewicht, zwischen drei und einem Kilogramm Laptoplast besteht ein Unterschied. Portabel in der Akkulaufzeit, vier Stunden betör…

  6. […] is the New Laptop As stupid as it sounds, I had fallen in love with this silly little netbook. Netbooks allerorten, selbst diehard Nerds erkennen dies mehr und […]

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