Nein, Sakrileg ist keine Dokumentation

Warum ich das schreibe? Nun, unsere abhängigen Medien haben ein neues Hobby: Dan Brown-Bashing. Nachdem sich der Plagiats-Vorwurf vor Gericht in Wohlgefallen aufgelöst hat, machen sich die Medien nun daran, dem Leser zu erklären: Hier irrt Dan Brown. Aktuell zu lesen bei SPON und bei FOCUS. Der erste, der das verstanden hat, war der Richter im Plagiats-Prozess, Peter Smith. Der schuf den so genannten Smithy-Code, und versteckte ihn in der Urteilsbegründung. Mittlerweile ist der Code geknackt (via IT&W), zeigt aber eines ganz deutlich: Das Buch soll, will einfach unterhalten, nicht mehr und nicht weniger. Es ist keine Dokumentation und auch kein Plagiat. Wenn schon Dan Brown-Bashing, dann fangt doch mit einer Rezension von Meteor an, oder auch den nachgeschobenen GralsGeldbringer Diabolus.

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3 Antworten zu “Nein, Sakrileg ist keine Dokumentation”

  1. Oli sagt:

    Brown-Bashing? Ich finde ihn mieser als King, dieser hatte wenigstens noch ein paar «Glückstreffer»(Shining, Salems Lot usw.). Doku, mich jucken ehrlich gesagt SPON und FOCUS wenig, auch wenn das Ziel das gleiche ist.
    Brown hat in seinen Romanen überhaupt nicht recherchiert, Humbug hoch drei aufgehangen an ein paar wirklich sehr sehr groben historischen Anhaltspunkten. Jetzt sind wir natürlich sofort bei der S/W Sicht angelangt, es ist keine Doku. Aber auch einem Umberto Eco ist der Gaul nicht in der Name der Rose durchgegangen — trotz der phantasievollen Story :)

    Ach ja an die King Fans, H.P. Lovecraft, Edgar Allan Poe, Clive Barker, Douglas Preston, Lincoln Child etc. das waren bzw. sind Leute die guten und niveaulvollen Horror verfassen :)

    Bücher sollen unterhalten. Punkt! Das ist im Horror-Genre recht einfach zu unterscheiden, da der Punkt Phantasie dort Voraussetzung ist. Sobald man aber reale Gefilde betritt und die Handlung dort auch primär stattfindet — erwartet man wenigstens von dem realen Part im Umfeld ein wenig Stimmigkeit.
    Nehmen wir einen profanen Western, der Held verschießt mit seinem Colt 30 Kugeln, obwohl das überhaupt nicht möglich ist — dem aufmerksamen Leser fällt dies auf und es stört seine Unterhaltung. Gemeinhin nennt man das auch Niveau oder der Autor hat schlicht seine Hausaufgaben nicht gemacht.

    Btw. das Gezeter des Vatikans verstehe ich z.B. überhaupt nicht — leistet Brown doch auch nur dem allgemeinen, von mangelnden Geschichtskenntnissen geleitetem, bla bla Vorschub.
    Recht kann ihm die «Kontroverse» auf jeden Fall sein, setzt sich doch damit sein Hype fort und die Herde wird in die Kinos rennen. Ach ja erwähnte ich schon das ich Tom Hanks grottig finde? Nein? 😀 Nun seine beste Rolle war Big und danach hätte er aufhören sollen …

  2. Grainger sagt:

    Das letzte Mal, das die katholische Kirche ihren Schäfchen com Kinobesuch abgeraten hat war (soweit ich mich erinnere) bei «Life of Brian».

    Schon damals hat die Kirche damit eher das Gegenteil erreicht und ungewollt sogar noch Werbung für den Film gemacht, und obwohl «Life of Brian» diese unfreiwillige Werbung im Gegensatz zu «Sakrileg» ja durchaus verdient hat, kann man daraus natürlich auch schließen das die katholische Kirche (mal wieder) aus ihren Fehlern nichts gelernt hat.

    Ich muss aber zugeben, Dan Browns Roman mich nicht die Bohne interessiert hat, mein Bedarf an Verschwörungstheorien bzw. Unterhaltungsliteratur wurde schon vor etlichen Jahren mit

    ? der Illuminatus-Trilogie von Robert Shea & Robert Wilson sowie
    ? Rudi Ruckers diversen Romanen (deren Titel mir jetzt einfach nicht einfallen will)

    um einiges besser befriedigt.

    Zu Stephen Kings Werken kann ich nur sagen das ich nach etlichen Versuchen nur ein einziges bis zum bitteren Ende gelesen habe (Es), ich fand sie insgesamt eher langweilig und die Erzähltechnik ist nur ermüdend:

    ? es tauchen im Laufe der Handlung mehr Personen auf als im Telefonbuch einer deutschen Kleinstadt stehen, die meisten haben wenig bis gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun, trotzdem werden sie episch breit und mit schrecklich vielen Details vorgestellt.

    ? Rückblenden !
    King liebt Rückblenden über alles, verwendet sie bis zum Erbrechen und ich meine mich zu erinnern, das ich zumindest in einem seiner Werke sogar eine Rückblende innerhalb einer Rückblende gelesen habe.

    ? und nachdem ich mich durch die 600 Seiten (geschätzt) von «Es» gekämpft hatte musste ich feststellen, dass das Ende auf lächerlichen 30 Seiten abgehandelt wird und alle offenen Fragen auch offen bleiben:
    Wieso war der Clown eine Riesenspinne?
    Und warum konnte man die nur mit Silber töten?
    Was es vielleicht ein Werclown bzw. eine Werspinne?

    Ich war jedenfalls danach dermaßen bedient das ich nie wieder einen King-Roman angerührt habe und auch nicht mehr anrühren werde.

    Nichts gegen Fantasy– oder Horrorgeschichten, aber wenigstens innerhalb ihres eigenen Kontextes sollten die Geschichten doch einen Sinn ergeben, sich irgendwas zusammen zu fabulieren ist schließlich nicht das was ich unter der Kunst eines Geschichtenerzählers verstehe.

  3. Steffi sagt:

    Der Meinung zu Stephen King kann ich nur zustimmen. Im zarten Alter von 14/15 Jahren haben ich viel King gelesen, aber aus heutiger Sicht finde ich King einfach nur laaangweilig. Okay, Shining ist ein gutes Buch, welches ausnahmsweise nicht mit den typischen kingschen zweidimensonalen Charakteren aufwartet. Mit aktueller Horrorliteratur kenne ich mich so gut wie gar nicht aus. Clive Barkers ‘Hellbound Heart’ ist ja auch schon etwas älter. Ansonsten sind die Bücher von Lincoln Preston und Douglas Child sehr gut.
    Wer noch etwas über Horrorliteratur und Horrorfilme erfahren will, dem kann ich Kings Buch ‘Dance Macabre’ empfehlen. Hier plaudert der Autor aus dem Nähkästchen (seltsamerweise keineswegs zähflüssig geschrieben). Das einzige Manko, das Buch ist auf dem Stand von 1980.

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