nein ich mache keine Wahlkampf

Was mich dennoch nicht davon abhält davon zu künden was mich an diesen oder jenen Bewegungen explizit stört. Über was sollte ich auch sonst reden? Etwa über meine politischen Vorlieben und warum der werte Leser diesen folgen sollte? Ich denke das muß jeder mit sich selbst ausmachen — warum ich beispielsweise bei den Grünen zu finden bin und nicht mehr wie früher bei den Genossen, kann man anhand meiner Artikel teils hier oder auch auf F!XMBR nachlesen. D.h. man wird es kaum en detail lesen können, aber mein Habitus wird daraus ersichtlich– wie ich zu meinen Mitmenschen, zur Freiheit stehe etc. pp. Das sagt mehr aus als Wähle xyz!

Was nun genau stört mich also? Nun Union, FDP kann ich getrost außen vor lassen — diese entsprechen nicht meiner Vorstellung von Miteinander, Freiheit in aller Konsequenz. Die SPD füllte diese Vorstellung einmal aus oder ich glaubte zumindest daran und es brauchte keineswegs erst einen Schröder und dessen Agenda, um mir diese Illusion zu rauben.

Blieben für mich persönlich Grüne und Linke über. Ich mache keinen Hehl daraus — auch dies kann man explizit auf F!XMBR nachlesen, daß die Grünen recht ambivalent auf mich wirken. Aha, die Mär von der Basis möchte er uns nun auftischen. Und ja dem ist so, die Basis und diverse andere inmitten der dortigen Hierarchie stehen noch für jene Ziele die ich im Leben erstrebenswert halte — das ich kein Freund von Künast oder gar Fischer bin … schwamm drüber. Schwerer wog schon der Support Schröders seitens der Grünen: Krieg und die Agenda. Man kann dies allenfalls noch rechtfertigen mit einer Art verpatzten Feuertaufe, die SPD hatte beispielsweise die ihre beim Advent des ersten Weltkriegs, lernte daraus jedoch nichts.

Egal ich gebe den Leuten noch eine Chance, dort ist meiner Meinung nach noch mehr Potential zu finden als nur die Mär einer gefesselten Basis oder den linken Flügeln a la SPD. Mit den Linken liebäugelte ich ebenso, vom Inhalt her durchaus kompatibel — aber nach näherem hinschauen entpuppte sich vieles nur als dogmatisches Dampfgeplaudere: dagegen, weg damit, wir machen es besser. Nur wie sie es besser machen, diese Antwort blieben die Linken bis heute schuldig. Klar die Ziele, die sind in Ordnung. Aber der Weg dorthin ist nicht über Nacht beschreitbar, wie also schaut dieser aus, wie die kurzfristigen Ziele auf dem Weg zu fundamentalen Zäsuren in einem auf Wirtschaft geprägten System? Mit dieser Art von Realpolitik möchten sich die Linken nicht beschäftigen und wenn sie es dennoch tun, dann schauen wir rot-rote Katastrophen wie in Berlin. Und sekundär betrachtet stehe ich auch nicht wirklich auf Personenkult, zudem mich jener mal zum Eintritt bei den Genossen bewegte und schwer seitens seiner Politik vor Ort enttäuschte.

Das war es eigentlich schon, allenfalls müßte ich noch der Vollständigkeit halber die Piraten erwähnen. Viel gibt es dazu jedoch nicht zu sagen. Kein ganzheitliches Programm bzw. pragmatisches Kalkül in puncto Netz das ist mir als Mensch zu wenig. Spreche ich von Freiheit so beginnt diese im Leben, ist diese dort umgesetzt sind auch diverse Medien wie das Netz davon betroffen, spreche ich von Gerechtigkeit, Bürgerrechten folgt daraus auch stante pede das Miteinander und postwendend Soziales jedweder Couleur. Ich kaufe dort die Katze im Sack und wie mir einige Leute dort glaubhaft vermittelten erwachten sie erst als sie ihre Spielwiese — das Netz — bedroht sahen, denn ansonsten verharren einige lieber stoisch vor ihrem vertrauten Display. Nun, tut mir leid liebe Nerds aber dies nennt man gemeinhin ein Armutszeugnis. Kurzum, ein ganzheitliches Programm hätte euch nicht nur entzweit sondern ein parteiliches Babylon geschaffen.

Ich denke die Linken reifen noch heran, die Grünen ebenso — so mancher Baum verliert welke Blätter und ergrünt dennoch wieder, bei der SPD ist Hopfen und Malz verloren — über 100 Jahre Identitätskrise und die Piraten, die kann ich im Moment einfach noch nicht ernst nehmen. Das Argument der Monothematik bei letzteren mag zwar begrenzt gültig sein, aber findet der Mensch in aller Konsequenz dort seinen Platz? Als User im Netz?

Man sieht Wahlkampf ist ein Armutszeugnis für die Parteien, erst recht für den Bürger der auf diesem sein Wahlverhalten aufbaut. Um oben gesagte zu verstehen, muß man sich fortwährend damit beschäftigen — nicht unbedingt mit Politik per se, aber dem Leben in seinem gesamten Spektrum, auch u.U. mit Dingen die einen selbst nicht tangieren aber in Folge des Miteinanders von allgemeinem Interesse sind. Politische Grundlagen, ein historisches Verständnis, dazu ein Schuß aktuelles Geschehen … viel Arbeit, aber ich denke das sind wir uns selbst, unseren Mitmenschen und der Freiheit schuldig.

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23 Antworten zu “nein ich mache keine Wahlkampf”

  1. Foxxi sagt:

    So ähnlich sehe ich das auch, mit dem kleinen Unterschied, dass ich doch die Piraten wählen werde, weil der Zeitpunkt richtig ist.

    Wenn nicht alle Stricke reißen werden wir demnächst von schwarz-gelb regiert, der Drops ist m.M.n. gelutscht, aber das wie und die Randerscheinungen sind noch zu definieren.

    Insofern ist die Monothematik der Piraten momentan kein Problem, aber deren einziges Sujet, das Netz, ist sehr wichtig. Ich glaube das Internet ist das Vehikel zur Weiterentwicklung der Demokratie und bedarf deshalb mehr Aufmerksamkeit. Und diese Aufmerksamkeit können (auch wieder nur im Moment) nur die Piraten erwecken.

  2. Oliver sagt:

    >Ich glaube das Internet ist das Vehikel zur Weiterentwicklung der Demokratie

    Wenn jedoch die Basis verloren geht, nützt auch ein scheinbar demokratisiertes Medium nichts. Bleiben wir zudem besser bei einem freiheitlichen Medium, sowie einer freiheitlichen Gesellschaft. Freiheit ist mehr als Demokratie.

  3. Anonymous sagt:

    Ja.. ich bin auch am überlegen die Grünen zuwählen aber die Zustimmung zu Kreigseinsatz, Eintritt beim Artzt, Hartz4, Umweltministerium (kostet nur sinnlos Geld), der Verrat am eigenen Personal der Partei (Abgeordnete nach einer Legeslaturperiode zu tauschen) und sogar das Dosenpfand von der Pfeife Tritin fällt mir wirklich schwer. Dann wäre da noch die dumme Roth, die Künast die das Internet ausdruckt und der Özdemir der garantiert korrupt ist.

    Bei den Linken stimme ich dir zu, nur das ich glaube das Herr Lafontain sehr genau weiss das ein MWST finanziertes Sozialsystem die Leute nicht akzeptieren. Eine Krankenkasse in die Alle einzahlen verkauft sich auch nicht gut. Bürokratieabau ebenfalls.

    Bleiben noch die Piraten, die beste Wahl denke ich, da diese Minderheitenpartei eh nicht über die 5 Prozent kommt und somit genug Zeit hat sich mal ein vernünftiges Wahlprogramm einfallen zu lassen, mit konkreten Zeilen.

    Schade, ein Horst Schlämmer hätten alle verdient.

  4. Morla sagt:

    Einverstanden! Aber, gerade weil wir CDU/CSU und FDP verhindern müssen, müssen wir DIE LINKE und meinetwegen auch die Grünen stark machen.

    Es ist nicht «nur» ein Schuss aktuelles Geschehen was zu berücksichtigen ist. Das, was in den vergangenen 20 Jahren hier in dieser Republik zu Schanden gemacht wurde von gewissenlosen Menschen, die durch Parteilisten in Regierungsverantwortung gekommen sind, dürfen wir nicht länger hinnehmen.

    Heute müssen die Weichen für eine «Noch-Zukunft» gestellt werden, die Zeit drängt. Bei den Grünen habe ich allerdings leider das dumpfe Gefühl, dass sie um wieder mitregieren zu können, auch «schwarze Kröten» schlucken würden. Und wie dies beim ersten Mal, beim Schlucken der roten Kröten ausgegangen ist, daran knabbern wir heute noch.

    Ob SPD oder CDU, in Verbindung mit einer der beiden werden die Grünen wieder kompromissbereit sein — und fast alle Ziele der grünen Basis opfern.

    Deshalb: Machen wir DIE LINKE stark. So stark, dass sie sich in Ruhe für uns und mit uns entwickeln kann.

  5. Oliver sagt:

    >Bei den Grünen habe ich allerdings leider das dumpfe Gefühl, dass sie um wieder mitregieren zu können, auch “schwarze Kröten” schlucken würden

    *hüstel* die Linke möchte ja ebenfalls lieber Bündnisse mit den Genossen. Ich sehe in der SPD heutzutage weder das kleinere Übel, sondern exakt Unions-Habitus. Und nun?

    >Es ist nicht “nur” ein Schuss aktuelles Geschehen was zu berücksichtigen ist.

    Ich zitiere mich mal selbst:

    Um oben gesagte zu verstehen, muß man sich fortwährend damit beschäftigen – nicht unbedingt mit Politik per se, aber dem Leben in seinem gesamten Spektrum, auch u.U. mit Dingen die einen selbst nicht tangieren aber in Folge des Miteinanders von allgemeinem Interesse sind. Politische Grundlagen, ein historisches Verständnis, dazu ein Schuß aktuelles Geschehen.

    Ich denke daran ist nichts mißverständlich und mehr Tiefe vorausgesetzt als beim Gros der Wählenden und Parteisoldaten in der Regel vorhanden ist.

  6. Fabian sagt:

    Guten Tag allerseits,

    ich für meinen Teil habe nicht die leiseste Ahnung wen ich in einigen Wochen wählen soll. Das liegt wohl zum einen daran, dass so gut wie kein Wahlkampf stattfindet. Zum anderen aber auch daran, dass einfach alternativen zu CDU/CSU und SPD fehlen. Die Rechten verbieten sich von selbst genauso wie die Linken. Ich fände es schon recht paradox die ideologischen Nachfolger derer als mitregierende Partei zu wählen, die vor Jahren bereits in einem anderen Land versagt haben. Die Piraten? Denen traue ich noch nicht zu ernsthaft an der politischen Gestaltung mitzuwirken, insofern bin ich ganz olivers Meinung. Was also tun?

    Vielen Dank und noch ein schönes Wochenende

  7. actionpapst sagt:

    Trotz der Tatsache, dass ich Piratenpartei-Tshirt-tragend durch die Stadt renne, finde ich viele deiner Gedanken bei mir wieder. Was ich an den Piraten jedoch interessant finde, ist die Aussage, es gehe um «Bürgerrechte im digitalen Zeitalter». Diese wird von kaum einer Partei wahrgenommen, Künstler sind im Netz Raubkopierern hilflos ausgeliefert, die wenigen CD-Verkäufe bringen in der Regel nur den Labels Geld ein. Nun sind wir ja nicht alle Indie-Künstler, aber betreffen tut uns dieser Aspekt dennoch.

    Wie dem auch sei, ich schwanke noch zwischen Grünen und Piraten, weil ich nicht weiß, ob mir Naturschutz nicht letztendlich um Längen wichtiger ist, als Musiker und Internet. Wie du schon geschrieben hast, ist das «Offline-Leben» einfach wichtiger als das virtuelle — Die Frage ist nur, ob die Grenze nicht immer mehr verschwimmt…

    Sollte jemand hier ansprechende Tipps bereithaben, die mich in meiner Wahl-Entscheidung beeinflussen könnten, bitte per Mail oder über meinem Blog melden…

  8. Moritz sagt:

    Das kann ich fast vollkommen unterschreiben, meine Wahl wird aber trotzdem anders ausfallen. Dass die CDU und die FDP für mich nicht wählbar sind, ist mir schon lange klar. Auch die SPD ist zur Zeit nicht gerade das, was ich eine Soziale Partei nennen würde. Bleiben also Grüne, Linke und Piraten.

    Die Piraten werde ich nicht wählen. Wie du schon sagst, wählt man dort nämlich die Katze im Sack, und wer weiß… vielleicht geht die Partei in einigen Jahren einen Kurs, der mir vollkommen zuwider ist — wieso also jetzt wählen, weil mir das bisherige Programm gefällt? Das Programm ist ein Anfang, aber solange ich nicht weiß, was sonst noch so los ist, werde ich die Partei nicht wählen.

    Zwischen Grünen und Linken habe ich sehr, sehr lange geschwankt. Die ersten können durchaus noch wachsen und bräuchten oft mehr Rückgrat, die zweiten haben schöne Vorstellungen von der Welt, sind aber nicht in der Lage, diese umzusetzen. Trotzdem werde ich sie wählen, weil ich finde, dass es sehr wichtig ist, dass die Linkspartei mehr Einfluß in der Politik gewinnt. Nur, wenn Die Linken genug Stimmen bekommen, kann man die großen Parteien zwingen, über linke und soziale Themen zu verhandeln. Denn wie Gregor Gysi (oder war es Lafontaine?!) schon richtig gesagt hat: wer Die Linke wählt, zwingt andere Parteien zum denken und handeln, weil sie die Stimmen zurück haben wollen.

  9. Anonymous sagt:

    @Anonymous: Nicht, dass ich B90/Die Grünen auf Deibel-komm-raus verteidigen wollte (ich will sie ja nichtmal wählen), an vielen Stellen gehe ich auch mit deiner Meinung konform, aber zwei Sachen tät ich gern korrigieren:

    Die Rotation der Abgeordneten (am Anfang sogar nach der halben Wahlperiode!) war explizit dazu gedacht, Seilschaften «altehrwürdiger» Abgeordneter zu verhindern und hat nullkommanix mit Verrat am eigenen Personal der Partei zu tun. Ob man das sinnvoll findet, sei dahingestellt, der dahinterstehenden Intention stimme ich aber zu.
    Das von dir Herrn Trittin zugeschriebene Dosenpfand stammt als gesetzliche Festlegung bei Unterschreitung einer bestimmten Mehrwegquote von Dr. Klaus Töpfer. Der Herr Trittin hat diese Festlegung nur durchgesetzt, als diese Quote unterschritten wurde. Klar, dass da sein Name hängenbleibt, aber ich bitte, nicht Ursache und Wirkung zu verwechseln.

  10. phoibos sagt:

    moin,

    haben die piraten eigentlich schon mal gesagt, wie sie sich parlamentarische arbeit vorstellen? wie stimmt ein pirat ab, wenn es um weitere mittel für den kriegseinsatz in afghanistan geht? um steuererhöhungen? halten sie sich überall raus, sofern es nicht bürgerrechtliche freiheiten geht? oder stimmen die nach münzwurf ab?

    wer heute piraten wählt, hat morgen eine katze im sack gekauft. die partei stellt sich mir völlig unberechenbar dar.

    ciao
    phoibos

  11. Patti sagt:

    @Morla:
    Lafontaine hat sinngemäß mehrmals auf die Frage nach Koalitonen gesagt «wir koalieren mit keiner Partei, weil die alle für eine falsche Politik stehen».
    mir ist nicht ganz klar, wie ich mit einer Stimme für die Linke Schwarz-Gelb verhindern kann.
    Bestenfalls fördert man mit einer Stimme für die Linke dann eine weitere Runde GroKo, schlimmstensfalls wirkt die Stimme eher unterstützend für Schwarz-Gelb, da eine Stimme für die Linke eine Stimme weniger für eine andere Koalition ist.

    Es ist vollkommen ok, wenn du inhaltlich mit den Linken übereinstimmst. Nur das genannte Argument kann ich nicht ganz nachvollziehen

  12. Grainger sagt:

    Ich schwanke immer noch zwischen den Grünen, der Linkspartei und den Piraten.

    Könnte ich sicher sein, dass die Grünen im Falle einer Koalitionsbeteiligung diesesmal lieber die Koalitionsfrage stellen würden als Ungeheuerlichkeiten wie der Agenda 2010 oder der Beteiligung an Kriegseinsätzen zuzustimmen, dann hätten sie meine Stimme ganz sicher.

    Dazu finden sich aber keinerlei Aussagen der Grünen, selbst dass die damaligen Entscheidungen wohl Fehlentscheidungen waren wird bestenfalls ganz verhalten mal erwähnt.

    Um es klar zu sagen: ich habe so gut wie keine Hoffnung, dass die Grünen sich heute anders entscheiden würden.

    Bei der Linkspartei sehe ich es fast ähnlich, allerdings wollen die (zumidnest nach derzeitigen Aussagen) ja auch gar keine Koalitionsbeteiligung. Mit einer Stimme für die Linkspartei könnte ich also bestenfalls eine Opposition stärken bzw. (falls deren Wahlergebnis gut genug ausfällt) den größeren Parteien klarmachen, dass soziale Themen wieder Stimmen bringen. Vor der Existenz der Grünen war Umweltschutz und –politik für die großen Parteien doch auch kein Thema.

    Die Piraten zu wählen wäre für mich eindeutig eine Protestwahl und nur die letzte Alternative zur Stimmenthaltung (die gar nichts bringt) oder dazu, einen ungültigen Wahlzettel abzugeben (was genau so wenig bringt wie eine Stimmenthaltung).

  13. Oliver sagt:

    @Grainger: tja generell findet keine Vergangenheitsbewältigung statt, denn die entsprechenden Gesichter sind ja noch in Amt und Würden. Aber allgemein steht man dagegen, vereinzelt macht man auch Dampf.

    >Bei der Linkspartei sehe ich es fast ähnlich, allerdings wollen die (zumidnest nach derzeitigen Aussagen) ja auch gar keine Koalitionsbeteiligung.

    Das ist wieder so eine Aussage, denn auf Länderebene hat man keine Probleme mit der SPD beispielsweise zu paktieren. Insofern ist dann der Schritt ein kleiner und imho beinahe unwesentlicher.

  14. Yuggoth sagt:

    ich werde meine stimme ungültig machen, vllt schreibe ich dort «23 — evil system» drauf, so wie der typ, der hier in hannover lauter wahlplakate besprayt hat (ich wars nicht, aber er ist mir sympathisch).

    nein, im ernst, ich werde mich in zukunft an die FAU / IAA halten und dem entsprechend meine stimme ungültig machen. nicht die parteien machen fehlerhafte programme, parteien an sich sind fehlerhafte programme. dies sage ich als demokrat, auch wenn das viele vllt nicht nachvollziehen können.

  15. superguppi sagt:

    «Wir sind eine Partei der Besserverdienenden»

    Interview mit Ralf Fücks.

    Uschi Eid: »Da wir früher für den Afghanistan-Einsatz waren, können wir jetzt nicht dagegen sein«

    Joseph Fischer ist Transatlantiker und Mitglied der Bilderberg-Konferenzen.

    Es gibt sicher weitere Gründe, die Grünen nicht zu wählen.

  16. Oliver sagt:

    Besitzt du auch eine gewachsene Meinung oder bietest du nur Überschriften eines nicht verstandenen Artikels feil, die du zudem mit Verschwörungstheorien a la fefe versetzt. Das Thema hier ist nicht wähle grün. Ich weiß daß dies für einige eine Kür darstellt, also zwei Sätze alleine im Zusammenhang zu verarbeiten, aber versucht es doch einmal.

    Wer darüber hinaus echtes Material gegen die Grünen benötigt sollte mal diesen Blog durchstöbern. Inzwischen sollte doch klar sein, daß wir hier auf F!XMBR mehr voraussetzen als die Lektüre fefes und oberflächliche Propaganda einiger «nerds», die erst just die Politik entdeckten ob einiger Attacken auf deren digitalen Lebensraum. Das bitte ich zu bedenken, alles andere stiehlt unsere Zeit und ist eine Beleidigung unseres Intellekts.

  17. Grainger sagt:

    @Oliver

    Das ist wieder so eine Aussage, denn auf Länderebene hat man keine Probleme mit der SPD beispielsweise zu paktieren. Insofern ist dann der Schritt ein kleiner und imho beinahe unwesentlicher.

    Das ist mir schon klar. Und vorausgesetzt, die Linkspartei würde bei der Wahl so gut abschneiden, das eine der anderen Parteien sie unbedingt als Koalitionspartner bräuchte/wollte, würden sie bei entsprechend großzügigen Angeboten sicherlich sofort umfallen.

    Das Gleiche glaube ich aber auch von den Grünen, die ja ohnehin schon so gut wie jedes ihrer ehemaligen Prinzipien geopfert haben.

    Ich glaube, das ist es auch, was ich ihnen am wenigsten verzeihe: entweder hat man Prinzipien, dann hält man sich auch daran, selbst wenn es (zumindest temporär) zum eigenen Nachteil ist (im Extremfall muss eine Partei dann eben auch die Koalitionsfrage stellen). Oder man hat eben keine, dann sollte man aber auch nicht so scheinheilig sein und so tun als ob.

    Ich selbst habe nur einige wenige Prinzipien, die stehen aber nicht bei jeder günstig erscheinenden Gelegenheit zur Disposition.

  18. Phil sagt:

    dann schauen wir rot-rote Katastrophen wie in Berlin

    Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass die CDU Berlin heruntergewirtschaftet hatte und SPD und Linke dieses jetzt ausbaden dürfen.

  19. Oliver sagt:

    Nun das läßt sich wohl am simpelsten mit dem Begriff Realpolitik umschreiben. Und dieser Umstand suchte die Grünen damals a la Nemesis heim. Die Koalition per se vermeiden zu wollen ist imho ein genereller polit. Verzicht, in der Realität unmöglich. Der Kompromiss ist ebenso eine Notwendigkeit, nur bis wohin geht man, ab welchem Punkt verliert man alles und wiviel Nein kann sich ein Juniorpartner leisten ohne in Gefahr zu laufen einer polit. Ächtung zu erliegen? Gilt man erst einmal als ni ht regierungsfähig ist man auch in der Opposition auf verlorenem Posten. Das dient keinesfalls der Relativierung, aber dies sind Fragen die sich unweigerlich stellen.

  20. Oliver sagt:

    @Phil: und glaubst allen Ernstes noch die SPD hätte es anders getan? Das läßt mich schmunzeln gerade in Anbetracht vieler Beispiele. Die Linke hingegen trug dort diverse Entscheidungen mit, die kaum etwas mit dem desolaten Zustand Berlins zu tun haben. Und immerhin gehen xie Linken mit beinharter Dogmatik hausieren.

  21. […] der Piraten zwar durchaus lobenswert, andererseits kann ich aber auch gut die Stimmen von Kritikern verstehen, die der Partei ein einseitiges Programm vorwerfen, das nicht über den Tellerrand des […]

  22. nethippi sagt:

    Koalitionen in den Ländern haben einen großen Unterschied zu den Koalitionen im Bund.
    DIE LINKE möchte im Bund mit der SPD keine Koalition, genausowenig wie die SPD mit den LINKEN. Im Bund geht es zum einen um Afghanistan und zum anderen um den Lissabon-Vertrag. Es ist nicht so, dass DIE LINKE gegen Europa wäre, aber einiges an diesem Vertrag kann DIE LINKE nicht mit tragen. Z.B. wird in diesem Vertrag eindeutig die Aufrüstung der Mitgliedsstaaten verlangt, aber auch das Wirtschaftssystem der einzelnen Staaten soll festgeschrieben werden.

    In den Ländern spielen diese Dinge keine Rolle, weshalb einer Koalition nichts im Wege steht. Ich werde DIE LINKE wählen, weil ich für Frieden und soziale Gerechtigkeit bin. Man sieht an den Wahlplakaten, wie sehr einzelne, vor allem soziale Themen von den anderen Parteien übernommen werden, vor allem von der SPD. Deshalb muss DIE LINKE stärker werden, damit die stärker werdende Gruppe von sozial benachteiligten Menschen, auch stärker vertreten wird.

    Einige Themen der Piratenpartei stehen übrigens schon lange auf der Agenda der LINKEN.

  23. Oliver sagt:

    >Koalitionen in den Ländern haben einen großen Unterschied zu den Koalitionen im Bund.

    Exakt, man schaut im Bund die dogmatisch verbrämte Politelite, ohne Ausnahme. Teils schaut man in den Ländern, wohlgemerkt wir reden nicht von der Kommunalebene, pragmatische Bündnisse welche wiederum ureigene Ziele ad absurdum führen.

    Übrigens ist es interessant anzusehen, wie man die jeweilige Landespolitik herunterredet, im Falle einiger Siege jedoch direkt auf die Bundesebene schließt — siehe z.B. auch Lafontaine. Verliert man, gilt dieses vice versa selbstredend nicht mehr.

    >In den Ländern spielen diese Dinge keine Rolle, weshalb einer Koalition nichts im Wege steht.

    Nein natürlich nicht, insbesondere wenn man auch die Funktion des Bundesrats nicht kennt etc. Im Bund geht es auch u.a. um diese absurde Agenda für die Linken, die Linken propagieren auch nebenher soziales Gewissen etc. in aller Konsequenz. Kurzum wer die Bündnisse auf Länderebene nicht im Auge behält, hat a) von Politik nicht verstanden und wird b) innerhalb kürzester Zeit wieder vom politischen Erdboden verschwinden. Mein Eindruck von vielen Linken ist: da auf Länderebene genießt zwar die Realpolitik Priorität, dicht gefolgt aber von den eigens propagierten Werten einer Partei — sollte im Bund nicht anders sein.

    Die SPD in die Ecke der CDU zu rücken, a la Lafontaine und diverser anderer, und zugleich Bündnisse — egal wo — mit diesen einzugehen, widerspricht jeglichem Anspruch auf Rückgrat.

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