Nachgeben oder nachlegen?

Ich bin seit 16 Jahren aus der Kirche ausgetreten und trinke keinen Alkohol. Wie es Malte, geschätzter Autor vom Spreeblick Verlag, damit hält, weiß ich nicht. Nachvollziehen kann ich aber die Frage in seinem neuesten Artikel, die heißt Nachgeben oder nachlegen? Er beklagt sich darüber, dass irgendwer ihn und andere anpöbeln würde und fragt, ob man den Schreihälsen das Feld überlassen sollte.

Ich habe in den letzten Tagen viel nachgedacht. Ich habe mich gefragt — und auch viele Gespräche geführt — ob das Wort Blutblogger nicht einfach zu harte Kritik war. War die Kritik auf das Wort berechtigt, oder sollte man es unter getroffene Hunde bellen abhaken? Abschließend habe ich mir dazu noch keine Meinung gebildet. Sollte sich irgendjemand beleidigt gefühlt haben, und nicht in der Sache kritisiert — sorry. Jedoch kann ich schon mal — vorab — sozusagen, ein paar Reaktionen zusammenfassen.

Pisser … Pseudopolitdeppen … Kleine Kläffer … Vollpfosten … Würstchen … uswusf.

Da fragt man sich natürlich, wo ist der Aufschrei bei diesen Begrifflichkeiten geblieben? War keiner da? Ups…

Das macht alles irgendwie meinen Tag. Das Wort Blutblogger, welches durchaus Kritik an der Sache beinhaltet, ist ja so evil, andere Begrifflichkeiten werden dann hämisch kommentiert und forciert — der Mob losgeschickt, Schnüffelschweine sind bei der Arbeit. Glaubwürdigkeit sieht anders aus — aber das hatten wir ja schon. Blutblogger? Q.e.d. — oder vielleicht doch nicht? Ich weiß es nicht — was ich weiß: F!XMBR macht keine Werbung für Yahoo, steigt nicht mit denen ins Bett, die andere Blogger, Freiheitskämpfer ins Gefängnis, in den Tod schicken. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich Shi Tao oder auch Wang Xiaoning Blutblogger oder auch Arschloch nennen dürfte — wenn sie dafür ihre Freiheit wiederbekommen würden. Und genau das ist der Unterschied.

Eine Antwort zu “Nachgeben oder nachlegen?”

  1. Oliver sagt:

    Warum nur werden immer Rauschmittel als Basis der Kommunikation vorausgesetzt? Ich würde privat mit derlei Leuten nicht einmal in Kontakt kommen, da ich gemäß meiner berauschten Zeitgenossen keinen Spaß empfinden kann … weil dem Alkohol fröhnte ich noch nie und somit würde sich auch für mich die Kommunikation auf dieser Ebene nie stellen.

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