Münchener Anwalt mahnt mein-parteibuch.de ab

Der Abmahnwahnsinn geht in die nächste Runde.

Mein Parteibuch zensiert

So prankt im Moment ein Kasten über den von mir bereits angesprochenen Artikel rund um die Ereignisse der IG Foren (ehemals forenabmahnungen.de) und einem hier nicht namentlich genannten Anwalt, welcher sich in der Abmahnpraxis sehr gut auskennt. Was ist passiert? Marcel schreibt:

Der unzufriedene Forennutzer möchte anscheinend nicht, dass seine Abmahnung hier anonym veröffentlicht wird. Deshalb hat er mir eine Abmahnung zukommen lassen, mit dem Verlangen der Entfernung der pdf-Datei mit der Abmahnung. Zur Begründung zieht er dabei den Beschluss Az.: 2 U 69/01 vom 17.04.2002 des OLG Rostock heran. Auch wenn ich meine, dass eine Analogie zu der Entscheidung sehr weit hergeholt ist, habe ich die pdf-Datei mit der Abmahnung entfernt.

Kann das noch alles wahr sein? In was für einem Land leben wir, wenn ein Anwalt einfach nur die Juristenkeule schwingen muss, und schon kann er die Berichterstattung — wie es ihm gefällt — zensieren — denn: Welcher Privatmann kann es sich schon erlauben, seine Existenz aufs Spiel zu setzen — Recht haben und Recht bekomen… Wie kann man solche Menschen stoppen? Ich kann gar nicht soviel fressen.… Aber gut, wahrscheinlich werden sich auch diesmal personas non grata finden, die dieses Verhalten rechtfertigen und schützen.

Mir kommt da gerade ein Zitat von Korrupt in den Sinn… 😉

6 Antworten zu “Münchener Anwalt mahnt mein-parteibuch.de ab”

  1. Oli sagt:

    Es sind nicht die Menschen, das ist unserer Justizsystem, das gar nicht neu geschaffen wurde, sondern Gesetze aus vielen vielen Jahrzehnten vor der Bundesrepublik enthält. Dem vorgesetzt wurde nur eine demokratische Verfassung, diverse Verfeinerungen etc. und letztendlich wird von Fall zu Fall entschieden. Im Namen des Volkes etc. Nun wir lachen immer, wenn wir gar seltsame Gesetze aus den Staaten sehen, aber ehrlich ein Blick auf unsere sollte man auch mal werfen, gar wunderliche Dinge offenbahren sich da einem 😉
    Wie dem auch sei, mal abgesehen von dem Fall hier, dem armen Kerl kann ich nur Glück wünschen, ich glaube mehr wurde noch keiner abgemahnt.

  2. EuRo sagt:

    Das Dilemma unserer Gesellschaft offenbart sich einem in den einschlägigen Foren (heise.de — telepolis; DER Trollspielplatz). Solange es Menschen gibt, gibt es Blockwartmentalität und solche, die das auszunutzen verstehen. Und es wird sich immer ein genügend großer Mob finden, der das auch noch unterstützt. So werden tausendjährige Reiche gebaut. Von den Römern bis zu den Amis und vorher und danach auch. Der Anfang sieht immer so aus. «Teile und herrsche!» Kein Grund zu resignieren, trotzdem sollte man sich darüber im Klaren sein: Gewinnwn wird man auch nicht. Vielleicht wird es auf Dauer sogar weh tun (Folterdebatte + Antiterrormaßnahmen).

  3. Oli sagt:

    Frei von Spekulationen nähern wir uns wieder dem 3. Reich, nur dass es nicht eine Machtperson geben wird,

    Völlig falsch interpretiert, wir haben uns nie von diesem entfernt, da Nazigrößen auch nach dem Krieg verantwortungsvolle Positionen übernahmen (hier z.B. Bundeskanzler, drüber im Osten Aufbau der Volksarmee) und so der Staat immer schon rechtslastig blieb.
    Die viel gescholtenen 68er, die gar mehr erreichten als so manch einer glaubt, kämpften u.a. dagegen an. Schlüsselbegriffe wären auch APO etc.
    Btw. auch im dritten Reich waren es mehrere mächtige Personen die «miteinander» herrschten, anders ginge es gar nicht. Den Alleinherrscher, a la Absolutismus, gab es nie und wird es nie geben. Man braucht immer mächtige Gefolgsleute die einen stützen, die Eckpfeiler der Macht bilden, diesen muß man Gefälligkeiten erbringen — insofern, the same procedure as every century.

  4. EuRo sagt:

    Was den völlig überbewerteten (vor allem von sich selbst) Münchner angeht, kennt jemand die Seite: ha te te pe Doppelpunkt Slash Slash we we we Punkt gegenjustizunrecht Punkt vau u?
    Das war jetzt kein Link, oder?

  5. Jens sagt:

    Kann mir mal jemand erklären, warum der Name des bekannten, aber nicht genannten Münchner Anwaltes nicht ausgesprochen bzw. ausgeschrieben wird?
    Ich empfinde das als albern, aber vielleicht hat es ja einen Grund, denn in den vom diesem namentlich nicht genannten, aber bekannten Münchner Anwalt steht doch auch der Name sowie einige weitere Angaben.

  6. Chris sagt:

    Nimm es so hin, oder lasse es. Es schon seinen Grund, dass ich hier kein RL-Daten veröffentliche.

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