Movable Type wird Opensource

Wohl unter dem Druck des WordPress Erfolgs sah man sich genötigt diesen Weg zu beschreiten, vielleicht auch um zukünftige Entwicklungen flinker voranzutreiben. Egal, jedenfalls ist es eine schöne Sache, das die Blogsoftware, die so eng mit der Entwicklung von Blogs an sich verknüpft ist, nun in freie Gefilde aufbricht. Konkurrenz tut immer Not, auch im Opensource-Ländle :)

golem

15 Antworten zu “Movable Type wird Opensource”

  1. Chris sagt:

    Oha, das ja mal ne Neuigkeit…

  2. derhans sagt:

    Wenn meine Blogsoftware erst fertig ist (nicht der Krüppel den ich jetzt benutze), könne die eh alle einpacken ;D
    Aber im ernst, ich finde den Schritt hin zu Open Source gut und richtig. Wird Movable Type guttun, und WordPress & Co. auch.

  3. Yehuda sagt:

    ist es eine schöne Sache […] nun in freie Gefilde aufbricht.

    Ob es der Qualität gut tut, wird man sehen. Ich kenne viel zu viel gehypte OS, die absoluter Schrott ist. Man sieht oft an OS-Projekte, dass eine — hinsichtlich programmiertechnischer Fähigkeiten — nicht homogene Entwicklergemeinde ihre Finger im Spiel hat.
    Das heisst nicht im Umkehrschluss, dass proprietäre Software immer aus einem Guss ist.
    Man sollte viel eher über die Qualität, Mehrwert und Benutzerfreundlichkeit einer Software reden, statt über OS vs. CS. Aus Sicht der Anwender, wäre es allemal sinnvoller.

  4. Oliver sagt:

    >Aus Sicht der Anwender, wäre es allemal sinnvoller.

    Der Anwender kann dann gerne bei closed-source verbleiben, wenn er nicht versteht das er bei Opensource *nie* nur einen Anwender darstellt. Opensource basiert auf Mitarbeit, das kapieren auch vielleicht in ein paar Jahren mal die Ubuntus, die Konsumentenhaltung ist da absolut fehl am Platz.
    Zwar kann man Opensource zu genüge kritisieren, aber immerhin kann man es — bei closed-source reiht man sich in die lange Reihe von gläubigen Konsumenten ein … ähnlich so mancher Glaubensgemeinschaft.

  5. Yehuda sagt:

    Oliver, die meisten Menschen wollen ein Stück Software lediglich zu einem bestimmten Zweck nutzen, z.B. um Tabellen, oder mittels CMS eine Webseite zu erstellen. Und hierzu nutzen sie die Software, die sich — aus ihrer Sicht — am besten für ihren Zweck eignet.
    Vom «Glaubenskrieg» OS vs. CS wollen die meisten Anwender nichts wissen, wozu auch?

    Zwar kann man Opensource zu genüge kritisieren, aber immerhin kann man es — bei closed-source reiht man sich in die lange Reihe von gläubigen Konsumenten ein

    Man kann alles kritisieren, ob OS oder CS. Was mich stört, ist, dass KAUM über Qualität, Benutzerfreundlichkeit, etc. debattiert wird, denn darauf kommt es schliesslich beim Einsatz einer bestimmten Software an.
    Der Anwender und seine Wünsche/Bedürfnisse und nicht die Glaubensfrage sollten im Mittelpunkt stehen, meine ich…
    Du sprichst von «gläubigen Konsumenten»…Ich lieber vom mündigen Anwender, obwohl mir klar ist, dass aufgrund mangelnder Einblicke, Mündigkeit ein Wunschtraum ist. Doch kann man es von den meisten Anwendern kaum verlangen, dass sie sich — um eine billige Tabelle zu erstellen — mit der IT-Branche eingehend beschäftigen sollen.
    Da sitzen Eingeweihte vielleicht auf einem zu hohen Roß?

  6. Yehuda sagt:

    Da wäre noch etwas:

    Opensource basiert auf Mitarbeit,

    Theoretisch ja, in der Praxis sieht es so aus, dass von 100 Projektmitgliedern, gerade mal 4–5 aktiv daran arbeiten. Als Dankeschön haben sie 95–96 besserwisserische Häuptlinge und Diskutanden am Hals, die sie eher von der Arbeit abhalten…;-)

  7. Oliver sagt:

    >Da sitzen Eingeweihte vielleicht auf einem zu hohen Roß?

    Sicher, aber bei closed-source müßte man zuerst Roß und Reiter benennen, damit aus dem Glaubenskrieg ein Schlagabtausch der Fakten wird. Da kann ich zwar einerseits sagen, bei Opensource gibts eine Menge Egomanen, nur bleibt mir bei closed-source ob der Nature der Sache einfach nur nahezu Glauben über.

    >Theoretisch ja, in der Praxis sieht es so aus,

    Praktisch auch, was das Dilemma eben ist das du beschreibst. Die Schraube beginnt bei der Konsumentenhaltung und resultiert letztendlich in geringer Mitarbeit. Das alles kulminiert auch in dero oft zitierten «Arroganz» einiger Opensource … denn man kann nicht alles machen. Aber diese Forderungen finden wenigstens noch überhaupt Anklang bei Opensource, bei closed-source verhallen sie meist, trotz zahlender Kundschaft.

    >die sie eher von der Arbeit abhalten

    Das ist eine Fehleinschätzung, einige Projekte haben halt nichts, weil die initialen Developer sich abweisend gegenüber Hilfe erweisen. Andere haben weniger, bieten jedoch in der Essenz ein deutliches Plus an Qualität. Last not least hilft man Opensource mittels gesundem Evangelismus, Hilfen, fundierter Kritik, Bugreports, coding oder simpel gar mit Spenden. Eine Ausrede gibts da eigentlich nie und letztendlich hat es wie sooft der profane Anwender in der Hand, nur fordern aber — und das ist die Realität — resultiert auch oft in einer ablehnenden Haltung der Developer.

    Und die Konsumhaltung ist heute überall zu beobachten, für lau nutzen ist usus — man respektiert überhaupt nicht — und jegliche Mithilfe in der Regel versagen, aber gleichsam Forderungen stellen: mehr eyecandy, mehr usability etc. Das Problem ist recht schnell und simpel ausgemacht, habs in den letzten 10–12 Jahren nicht anders gesehen und ich war an vielen Opensource Projekten aktiv beteiligt. Beteiligungstendenz ist fallend, steigend ist allenfalls in einigen Bereich die Nutzung — aber das ist eben nicht alles.

  8. Yehuda sagt:

    Das ist eine Fehleinschätzung, einige Projekte haben halt nichts, weil die initialen Developer sich abweisend gegenüber Hilfe erweisen.

    Von «abweisend» würde ich nicht sprechen; manche sind lediglich skeptisch — weil sie über die Jahre gut gemeinte Hilfe, die keine war, selbst erleben durften -, die anderen sind derart selbstherrlich und von sich überzeugt, dass sie meinen, die ultimative Weisheit gepachtet zu haben. Was selbstverständlich Schwachsinn ist, damit kommt man nicht weiter.

    Ansonsten muss ich Dir in allen Punkten beipflichten…

  9. Oliver sagt:

    >Von ?abweisend? würde ich nicht sprechen; manche sind lediglich skeptisch

    Ich sage gar Egomanen, weil sie Kompetenz anderer Developer nicht anerkennen — oft genug gesehen. Artet dann in Flamewars aus, auch und gerade bei sehr bekannten Projekten. Forks resultieren sehr oft daraus — auch eine kritikfähige «Krankheit» von Opensource.

  10. Yehuda sagt:

    Ich sage gar Egomanen, weil sie Kompetenz anderer Developer nicht anerkennen […] auch eine kritikfähige ?Krankheit? von Opensource.

    Es fehlt halt ein gewisses Ausmaß an (Selbst)Disziplin und an der Fähigkeit oder Lust sich einzuordnen, für Teamwork unabkömmliche Eigenschaften. In dieser Hinsicht müßten eigentlich Hersteller proprietärer Software Vorteile haben, da sich dort Mitarbeiter einem vom Unternehmen ausgegebenen Ziel («Erstelle Software A mit folgenden Eigenschaften:») zwangsläufig verpflichtet fühlen müssen. Und zwar dauerhaft, sie werden schliesslich dafür bezahlt.
    Aber selbst dort gibt es so etwas wie Befindlichkeiten, Kompetenzgerangel, etc., die oftmals ein Projekt scheitern lassen oder in seiner Qualität erheblich beeinträchtigen. Developer sind auch nur Menschen…

  11. Yehuda sagt:

    Ich sage gar Egomanen, weil sie Kompetenz anderer Developer nicht anerkennen […] auch eine kritikfähige ?Krankheit? von Opensource.

    Es fehlt halt ein gewisses Ausmaß an (Selbst)Disziplin und an der Fähigkeit oder Lust sich einzuordnen, für Teamwork unabkömmliche Eigenschaften. In dieser Hinsicht müßten eigentlich Hersteller proprietärer Software Vorteile haben, da sich dort Mitarbeiter einem vom Unternehmen ausgegebenen Ziel («Erstelle Software A mit folgenden Eigenschaften:») zwangsläufig verpflichtet fühlen müssen. Und zwar dauerhaft, sie werden schliesslich dafür bezahlt.
    Aber selbst dort gibt es so etwas wie Befindlichkeiten, Kompetenzgerangel, etc., die oftmals ein Projekt scheitern lassen oder in seiner Qualität erheblich beeinträchtigen. Developer sind auch nur Menschen…

  12. Oliver sagt:

    Ich würde beispielsweise auch den Teufel tun als mir den Mund verbieten zu lassen bzw. everybodies darling bei einem Projekt zu mimen. Dennoch gibt es da draußen genügend Projekte, die über den infantilen Status nicht heraus kommen, was sich nicht *unbedingt* im endgültigen Produkt niederschlagen muß, aber es kann durchaus sein wie bei Gnome, Mplayer — um nur ein paar prominente Vertreter zu nennen. Oder auch neuerdings Firefox, die da meinen das Beste für den User zu machen, ergo braucht man nicht unbedingt auf Kritik zu hören.

    >Und zwar dauerhaft, sie werden schliesslich dafür bezahlt.

    Das wirst du eher bei Opensource finden, man fühlt sich verpflichtet, weil man einander vertraut. Bei closed-source ist es eher anders herum, da kenne ich auch einige, je größer der Konzern desto kleiner die Identifizierung mit dem Produkt. Hier aber wären wir fast schon bei der Marxschen Argumentation angelangt 😉

    Sprich bei closed-source wirkt dieses «verpflichtet fühlen müssen» erst dann, wenn man unmittelbar Einschnitte am eigenen Leib zu spüren bekommt. Aus dem Grund klappts auch nicht so recht bei Opensource, Verantwortung übernehmen, einfach nur weil man an dem Projekt mitarbeitet, mag da kaum einer heutzutage.

  13. Yehuda sagt:

    Oder auch neuerdings Firefox, die da meinen das Beste für den User zu machen, ergo braucht man nicht unbedingt auf Kritik zu hören.

    Das ist das, was ich meine: Man hört nicht die Meinung des Anwenders, sondern man glaubt zu wissen was er will. Erfahrung ist in dieser Hinsicht nicht immer förderlich, sie verleitet dazu, aus derselbigen gewonnenen Erkenntnissen mit einer tatsächlichen IST-Situation zu verwechseln. Das ist das, was ich unter Realitätsverlust mancher Developer verstehe…;-)
    Ist man ganz ehrlich, ertappt man sich allerdings selbst so manches Mal dabei, den vorgenannten Fehler zu begehen.

  14. […] gibt. WordPress tanzt zur Zeit nah am Abgrund, ein Absturz ist nicht wirklich unwahrscheinlich. Movable Type goes Opensource und wird so zur ernsthaften Konkurenz, von Serendipity hört man auch nur Gutes, genügend […]

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