Moderner Ablasshandel

area_51_620
Foto: F!XMBR

Gehen wir für einen Moment einmal davon aus, dass die Forderungen der Befürworter und der Gegner eines Leistungsschutzrechtes gleichberechtigt nebeneinander stehen und die jeweiligen Argumente gleichgewichtig sind.

Das heißt, die Kritik an Google ist in allen Punkten zu teilen: Google verdient mit der Arbeit der Verlage massiv Geld, Google schadet somit dem Journalismus und der Gesellschaft, Google nutzt seine monopolistische Stellung aus, Google verletzt täglich das Urheberrecht, Google ist entgegen dem eigenen Leitsatz, don’t be evil, auf die dunkle Seite der Macht gewechselt.

Gehen wir nun davon aus, das Leistungsschutzrecht wird wie geplant vom Bundestag verabschiedet, der Bundesrat winkt es durch und Bundespräsident Joachim Gauck unterschreibt das Gesetz. Google zahlt zukünftig für Google News und die Snippets in den Suchergebnissen — ohne Gegenwehr oder Folgen für die Medien, wie sie in Belgien zu beobachten waren.

Die Verlage und Verleger sind zufriedengestellt, die Politik freut sich über die Kooperationsbereitschaft Googles und auf einmal haben sich alle Akteure wieder lieb, selbst die Rechtsunsicherheit tritt nicht ein, wie befürchtet, Internetaktivisten sind sprachlos.

Was gestern also noch der Demokratie geschadet hat, den Untergang des Journalismus bedeutete, ist heute zur Zufriedenheit aller Akteure gelöst worden — weil schlicht und ergreifend Geld den Besitzer wechselt. Wie anders, als modernen Ablasshandel soll man dies bezeichnen?

, , , , , ,

2 Antworten zu “Moderner Ablasshandel”

  1. allo sagt:

    Mal eine kleine nicht besonders konstruktive Anmerkung: Du darfst dir gern mal ein neues Symbolbild goennen 😉

  2. […] seit googles kampagne ein regelrechter grabenkrieg. netzpolitik #1, netzpolitik #2, fefes blog, fixmbr, nico […]

RSS-Feed abonnieren