Mit Verlaub, ich bin so frei

Zitat: Wilhelm Busch


Eine Antwort zu “Mit Verlaub, ich bin so frei”

  1. Grainger sagt:

    Zu Offenbarungseid statt Befreiungsschlag:

    Das Netto-Privatvermögen von Maria-Elisabeth und Georg F. W. Schaeffler wurde im Laufe der letzten 2 Jahre von verschiedenen Quellen auf einen Wert irgendwo zwischen 4,85 Miiliarden €uro und 8,70 Milliarden US$ geschätzt.

    Bevor überhaupt irgendwelche staatliche Hilfen auch nur in Erwägung gezogen wird, sollten Frau Schaeffler und ihr Sohn doch erst mal mit ihrem eigenen Vermögen einspringen.

    4 bis 5 Milliarden Euro Zuschuss aus der Privatschatulle der Familie Schaeffler würden der Unternehmensgruppe sicherlich gut tun und auch die Kreditwürdigkeit massiv steigern. Und wenn die Familie Schaeffler hinterher in einer Sozialwohnung wohnen müsste, dann ist mir das ehrlich gesagt vollkommen egal (aber ein paar Milliönchen werden selbst im schlimmsten Fall sicherlich immer noch übrig bleiben).

    Wenn das getan ist und die Firmengruppe immer noch keine Gewinne erwirtschaften kann (denn solange auch nur ein Euro Gewinn an die Eigentümer, Gesellschafter, Aktionäre oder wenn auch immer ausgeschüttet wird, stellt jede staatliche Förderung nur eine Subventionierung dieser Gewinne dar), erst dann kann man über staatliche Hilfen nachdenken.

    Und dann erwarte ich selbstverständlich, das für jeden Euro, der in die Schaeffler-Gruppe fließt, entsprechende Eigentümeranteile an den deutschen Staat übereignet werden.

    Mittelfristig sehe ich aber ohnehin bei einem Konzern, dessen wesentliches Geschäftsmodell das eines Zulieferers für die Automobilindustrie ist, erheblichen Schrumpfungsbedarf.

    Die Automobilindustrie steuert mit vollen Segeln auf ihre größte Krise der letzten 50 Jahre zu (die mit der Verschrottungsprämie generierten Umsatzsteigerungen sind nur ein Strohfeuer und werden schnell verbrannt sein) und ich bin mir sicher, das die Umsätze spätestens in der zweiten Jahreshälfte dramatisch einbrechen werden.

    Die Neuzulassungen der letzten Jahre werden für lange Zeit nicht mehr zu erreichen sein und die vorhandenen Überkapazitäten müssen abgebaut oder durch einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb der Konkurrenz abgejagt werden.

    Auf einen wirklich harten Verdrängungswettbewerb ist die deutsche Automobilindustrie aber schlecht (bis gar nicht) vorbereitet, es fehlt dazu ebenso die notwendige Modellpalette wie das dazu fähige politische und wirtschaftliche Management.

    Das Rennen werden die Japaner und Koreaner machen (die schon in der Vergangenheit bewiesen haben, dass sie erstaunlich schnell auf geänderte Märkte reagieren können und kurzfristig für nahezu jede Marktnische Modelle entwickeln bzw. anpassen können).

    Wenn aber die Absatzzahlen der Automobilindustrie sinken werden, dann werden zwangsläufig auch die der Zulieferer sinken (um das vorher zu sehen muss man weder Volkswirtschaftler noch Prophet sein).

    Die Schaeffler-Gruppe wird sich gesundschrumpfen müssen!

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