Mit Jens Best hat die hässliche Fratze der Charakterlosigkeit ein Gesicht bekommen


Bild: Echelon, Wikimedia Commons

Lassen wir einmal die Diskussion pro/contra Google Street View beiseite, ob die Privatsphäre oder das so genannte öffentliche Gut im Vordergrund stehen sollte. Die Diskussion wird an anderen Stellen ausgiebig geführt. Es gibt in der Diskussion noch einen weiteren, viel wichtigeren Punkt, den es zu beachten gilt. Nicht jeder Mieter oder Hauseigentümer wird sich erschöpfend über Google Street View informiert haben, man kann sogar davon ausgehen, dass die wenigsten Menschen, die bei Google Street View Widerspruch eingelegt haben, die Diskussionen (im Netz) verfolgt haben. Und trotzdem haben diese Menschen gute Gründe, Widerspruch einzulegen – wahrscheinlich viel bessere Gründe, als die Befürworter und Gegner bisher im Netz vorgetragen haben.

Die Wohnung, das eigene Haus ist der Lebensmittelpunkt der Menschen, wo sie leben, sich lieben und streiten, Langeweile haben und ihre Phantasien ausleben, wo sie träumen und zu neuer Stärke finden, ihren Lebensabend verbringen und ihre Kinder großziehen, es ist ihr Rückzugsort, wo sie von ihren Alltagssorgen Abstand nehmen und entspannen können. Es ist der Ort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen.

Es ist ihr Zuhause.

Dass viele Menschen ihr Zuhause nicht bei Google Street View sehen möchten, ist verständlich und sollte von den Befürwortern zumindest respektiert und auch akzeptiert werden. Das ist inmitten der an vielen Stellen entstandenen Diskussion das mindeste, was man von den Befürwortern von Google Street View erwarten kann. Doch dieser Respekt und Anstand fehlt – zumindest bei einer immer größer wachsenden Gruppe, die vom Berliner Jens Best gegründet wurde.

Best, der sich selbst «Freiheitskämpfer» und «Sprecher der Digitalen Armee Fraktion» nennt, hat eine Gefolgschaft um sich versammelt, die kurz gesagt verpixelte Häuser in Google Street View aufspüren, diese dann fotografieren, in der Folge online stellen und mit einem Geo-Dienst verbinden möchte. Best und seine Unterstützer, zu denen selbstverständlich auch Mario Sixtus und Michael Seemann gehören, scheren sich einen Dreck um die Wünsche der Menschen. Dem eigenen Egoismus und der eigenen Vorstellung von Öffentlichkeit haben sich alle anderen Menschen unterzuordnen.

Die Wikipedia schreibt: «Totalitarismus bezeichnet in der Politikwissenschaft eine diktatorische Form von Herrschaft, die, im Unterschied zu einer autoritären Diktatur, in alle sozialen Verhältnisse hinein zu wirken strebt, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Während eine autoritäre Diktatur den Status quo aufrechtzuerhalten sucht, fordert eine totalitäre Diktatur von den Beherrschten eine äußerst aktive Beteiligung am Staatsleben sowie dessen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jeweilige Ideologie angewiesen wird.»

Best und seine Mitstreiter ignorieren den Wunsch und die Entscheidung der Menschen, nicht ihr Zuhause mit Google Street View (oder einem anderen Geo-Dienst) im Internet verbunden zu sehen. Selbst wenn man der Argumentation der Befürworter Google Street Views folgen möchte und von Häuserfassaden und öffentlichem Gut spricht, würde in diesen Fällen die Argumentation nicht greifen. Selbst wenn die Menschen «nur» gefühlt den Eindruck haben, Google würde mit Street View in ihr Zuhause eindringen, so ist das zu respektieren. Ohne Wenn und Aber. Geschieht dies nicht, wird de facto in das Zuhause der Menschen eingedrungen. Best und seine Mitstreiter tun dies bewusst.

Ich nenne das charakterlos.

Meine Großmutter hätte früher gesagt, das sei unredlich. Das war der wahrscheinlich größte Ausbruch der alten Dame um ihr Missfallen über diverse Missstände auszudrücken – und es trifft die Sache sehr gut. Die Gruppe um Jens Best hat keinen Anstand, sie respektiert nicht den Wunsch der Menschen, wenn es um ihr Zuhause geht. Und wenn wir hier von einer gefühlten Unsicherheit sprechen, dann erinnere ich an die Stolpe-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Es ist eine andere Baustelle, aber durchaus vergleichbar.

Wie sehr die Gruppe um Jens Best im Übrigen es ernst meint mit der Öffentlichkeit wird klar, wenn man sich die Gruppe ein wenig genauer anschaut. Es finden sich illustre Namen wie Ameive, AlBundy, azr, B4sti4n, christo, DerSchwarzePeter, emedia, usw. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Die wenigsten haben zumindest den Anstand und Mut, ihre Daten offen zu legen.

Man kündigt unter dem Deckmantel der Anonymität an, sich den Wünschen der Menschen zu widersetzen, die ihr Zuhause nicht bei Google Street View sehen möchten. Das ist nicht nur zynisch; wenn man aus dem Verborgenen agiert, ist das ist meiner Meinung nach sogar eine gewisse Form von Stalking. Wie man diese Form von Stalking organisiert, ist im Forum der Gruppe ersichtlich. Im Moment sind es noch die verhassten Politiker, morgen dann die restliche Bevölkerung:

mixxt_sv_01 

Und man macht sich auch schon Gedanken darüber, sollte der deutsche Gesetzgeber in naher Zukunft reagieren und ein Gesetz auf den Weg bringen:

mixxt_sv_02 

Man ist sich also durchaus bewusst, auf welch dünnem Eis man sich bewegt – und man denkt darüber nach, (zukünftigen) Rechtsbruch in die USA auszulagern, da dort die Opfer kaum die Möglichkeit haben, zu reagieren.

Meine Meinung zu Google Street View ist bekannt, ich habe schon meine Schwierigkeiten, mit denen, die pro Street View argumentieren. Die Gruppe um Jens Best jedoch, ist eine weitere Eskalationsstufe. Best hat im Interview mit dem ehemaligen Nachrichtenmagazin angegeben, er würde sogar für sein Wirken in den «Knast» gehen. Das ist natürlich Humbug. Da will sich jemand selbst zum Märtyrer ernennen um sich selbst gewinnbringend zu vermarkten. Zum Märtyrer taugt Best nun wirklich nicht. Best und seine Mitstreiter haben keinen Anstand, respektieren die Wünsche und Entscheidungen ihrer Mitmenschen nicht.

Sie sind charakterlos.

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119 Antworten zu “Mit Jens Best hat die hässliche Fratze der Charakterlosigkeit ein Gesicht bekommen”

  1. Rainersacht sagt:

    Danke! Dazu passt dieser ungeheuerliche Satz des Sixtus:

    «Google hat Deutschland mit Streetview nichts weniger geschenkt, als den ersten großen Culture Clash zwischen jenen, für die das Netz ein selbstverständlicher Teil ihres Lebensraums ist und denen, die den durch das Netz angestoßenen gesellschaftlichen Veränderungsprozess mindestens als Zumutung, wenn nicht gar als Bedrohung empfinden.»

    //Link entfern, sorry. Chris.

    Wie durchgeknallt muss man sein, einen «Culture Clash» auszurufen, weil die analogen Amöben nicht so spuren wie die Social-Media-Propagandisten es wollen?

  2. Wie zu sehen ist, habe ich selbst das Profilfoto von Best anonymisiert.

    Sollte die Gruppe um Best nicht zurückziehen, wird sicherlich an anderer Stelle überlegt, die Mitglieder an die Öffentlichkeit zu zerren — zumindest habe ich schon etwas in der Art läuten hören.

    Ich befinde mich bereits im Wochenende, sprich: ich mache mir hier keinen Stress, die Kommentare werden rigeros moderiert.

  3. ppp sagt:

    Ich verstehe die Aktion so, dass sie drastisch aufzeigen möchte, was die Verpixelung ist: eine Farce. Die Daten werden ja erhoben und stehen Google natürlich unverpixelt zur Verfügung. Vielleicht gibt es ja eine unverpixelte Backdoor in Streetview, wer weiß das schon.
    Langsam wird das Sommerlochthema zu einem richtig schönen Dauerbrenner.

    Echt gesagt halte ich SWIFT, RFID in Pässen, etc für weitaus gefährlicher als digitale Pixel meiner Hauswand. Meine Hoffnung ist, dass durch den Streetview-Schocker die echten Probleme in den Vordergrund rücken. Die Veröffentlichung und die Verbildlichung meiner Adresse kann ich nicht unterdrücken, das ist ein verlorener Kampf, aber andere, weitaus privatere Informationen müssen dringend geschützt werden.

  4. Andi sagt:

    Danke.

  5. Jens Best sagt:

    @Christian

    Dein argumente-freies Ranten in allen Ehren, aber du schiesst in deiner Emotionalität und Verteidigung des «Lebensmittelpunktes» der Menschen über das Ziel hinaus.

    Ich finde es schade, dass du deine Meinung nur über ein wenig «rumsurfen» bildest, Sätze aus dem Zusammenhang reisst etc. — das scheint aber wohl nötig zu sein, wenn man jemand einfach niederreden will, statt zu diskutieren. Es gibt genügend Möglichkeiten, auch für Menschen, die mich nicht kennen, mich via Internet zu kontaktieren. Sei’s drum, es lag wohl auch nicht in deinem Interesse grundlegenden journalistischen Ansprüchen gerecht zu werden.

    Zur Sache:

    Die Sache mit «Freiheitskämpfer» etc. war eine (versucht) humorvolle Response auf die Tatsache, dass ich im ehemaligen Nachrichtenmagazin in einem Nebensatz erwähnt hatte, das eine Person mich sogar als «Terrorist» bezeichnet hatte. Dies wurde natürlich von denen dankbar aufgenommen. Mein Fehler.

    Wer mich kennt, weiss, dass ich mich wegen der Foto-Aktion bestimmt nicht als «Freiheitskämpfer» bezeichnen würde. Ich sehe mich als Bürger, der neue Formen der Öffentlichkeit verteidigen will gegen einen selbstgerechten Mob. Genauso wie ich die Privatsphäre in ihrem Kern verteidige.

    Wer Privatheit im Netz schätzt, sollte auch die digitale Öffentlichkeit im Blick haben. Die Intensität der unsachlichen Debatte in Deutschland und das Aufspringen der Web-feindlichen Politiker haben diese Reaktion von mir erzwungen. Wenn es still und leise z.B. 2000 Menschen gewesen wären, die ihre Häuser ausgestrichen hätten, dann wäre es vielleicht bei einer schriftlichen Response meinerseits auf solche Un-Öffentlichkeit geblieben.

    Da das Thema allerdings von den web-feindlichen Kräften instrumentalisiert wird und so die Bevölkerung in ihren Unsicherheiten über die digitale Zukunft missbraucht wird, setze ich mit dieser Ankündigung und der Vorbereitung einer potentiellen Durchführung einen notwendigen, wenn auch die Grenzen des Respektverständnisses austestenden Aktion einen Gegenpol in der Debatte.

    Soviel erstmal in aller Kürze als versuchte Erläuterung zu dem verzerrenden Bild meiner Person, das du versuchst mit Wortgewalt zu etablieren.

    Beste Grüsse

    Jens Best

  6. Dein argumente-freies Ranten in allen Ehren, aber du schiesst in deiner Emotionalität und Verteidigung des «Lebensmittelpunktes» der Menschen über das Ziel hinaus.

    Sehe ich wie oben geschrieben anders. Ihr dringt in das Zuhause der Menschen ein, nicht mehr und nicht weniger. Selbst wenn es irrationale Ängste wären, habt Ihr es zu respektieren oder halt einen anderen Weg zu gehen, zum Beispiel den Weg der (Euren) Aufklärung.

    Wenn es Euch denn darum gehen würde…

    Ich finde es schade, dass du deine Meinung nur über ein wenig «rumsurfen» bildest, Sätze aus dem Zusammenhang reisst etc. — das scheint aber wohl nötig zu sein, wenn man jemand einfach niederreden will, statt zu diskutieren. Es gibt genügend Möglichkeiten, auch für Menschen, die mich nicht kennen, mich via Internet zu kontaktieren. Sei’s drum, es lag wohl auch nicht in deinem Interesse grundlegenden journalistischen Ansprüchen gerecht zu werden.

    Ich bin Blogger, kein Journalist. Wir brauchen unbedingt eine Erweiterung zu Godwin’s Law: «Wann immer in einer Diskussion auf einem Blog angemerkt wird, der Blogger sei kein Journalist, ist die Diskussion automatisch beendet und der Diskutant erhält jede Menge *plonks*.»

    Zum anderen: Ihr wollt Öffentlichkeit, Ihr stellt alles in die Öffentlichkeit, da werde ich mich doch in der Öffentlichkeit informieren und meine Meinung bilden dürfen. Und mir vorzuwerfen, ich hätte keinen Kontakt aufgenommen, gleichzeitig hier eine Dummy-Mail-Adressee anzugeben, hat etwas von Realsatire.

    Die Sache mit «Freiheitskämpfer» etc. war eine (versucht) humorvolle Response auf die Tatsache, dass ich im ehemaligen Nachrichtenmagazin in einem Nebensatz erwähnt hatte, das eine Person mich sogar als «Terrorist» bezeichnet hatte. Dies wurde natürlich von denen dankbar aufgenommen. Mein Fehler.

    Nein, kein Fehler Deinerseits, sondern meiner Einschätzung nach eine (seltene) Form von Ehrlichkeit. Wenn ich Deine Kommentare lese, Deine großspurigen Ankündigen, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass Dir der Spiegel und andere Berichte zu Kopf gestiegen sind.

    Wenn es still und leise z.B. 2000 Menschen gewesen wären, die ihre Häuser ausgestrichen hätten, dann wäre es vielleicht bei einer schriftlichen Response meinerseits auf solche Un-Öffentlichkeit geblieben.

    Das heißt also, Politiker sind schuld, dass Du in das Zuhause der Menschen eindringst? Interessant. Wie wäre es, wenn Du Dich an die Politiker wendest, anstatt an die Menschen, die sich nicht wehren können? wordpress.com oder blogger.de und schon hast Du ein eigenes Blog und kannst über Politiker und Politik schwadronieren. Aber das gibt ja keine Schlagzeilen…

    Da das Thema allerdings von den web-feindlichen Kräften instrumentalisiert wird und so die Bevölkerung in ihren Unsicherheiten über die digitale Zukunft missbraucht wird, setze ich mit dieser Ankündigung und der Vorbereitung einer potentiellen Durchführung einen notwendigen, wenn auch die Grenzen des Respektverständnisses austestenden Aktion einen Gegenpol in der Debatte.

    Du setzt keinen Gegenpol in der DEBATTE. Du hast den Debatte verlassen und handelst entgegen den Wünschen der Menschen, die Ihr Zuhause nicht bei Google Street View sehen möchten. Wie ich sagte, eine neue Eskalationsstufe.

    Soviel erstmal in aller Kürze als versuchte Erläuterung zu dem verzerrenden Bild meiner Person, das du versuchst mit Wortgewalt zu etablieren.

    Keine Angst, ich habe damit nichts zu tun, jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Ein Blick in den Spiegel genügt.

  7. Carsten sagt:

    Hallo,

    > Soviel erstmal in aller Kürze als versuchte Erläuterung zu dem verzerrenden Bild meiner Person, das du versuchst mit Wortgewalt zu etablieren.

    verzerrendes Bild? Ich glaube, du hast eine verzerrte Wahrnehmung. Woher möchtest du wissen, wer wieso welches Haus verpixelt hat? Natürlich sind manch hysterisch, manche wiederum haben einen Grund. Ob du den nachvollziehen kannst oder nicht, interessiert dabei überhaupt nicht.

    > Wer mich kennt, .…

    Tja, nur die meisten kennen dich nicht. Ich finde das schon sehr anmaßend.

  8. Cassandra sagt:

    @Jens Best

    «Gegenpol»

    Das musst Du jetzt aber doch ausführen. Was für Erwartungen hast Du den an deinen «Gegenpol»? Welchen Beitrag zur Debatte wird der denn bringen?

    «…wenn auch die Grenzen des Respektverständnisses austestenden…»

    Darf ich das in die Wikipedia unter dem Begriff Euphemismus einfügen?
    Wenn Du glaubst, dass deine Sache soviel wert ist, das es sich lohnt dafür Scheiße zu bauen, dann schreib das bitte auch so hin.

    Kategorisch bin ich der Idee, das manchmal für eine gute Sache schlechte Dinge gemacht werden müssen, aus pragmatisch/mürrisch/misanthropischen Gründen nicht völlig abgeneigt, allerdings sollte man dann auch dazu stehen und sich nicht hinter so einer Phrasendrescherei verstecken.
    (noch zur Klarstellung: Die Jens-Best-Power-Paparazzi-Nummer halte ich für alles andere als eine gute Sache)

    mfg,
    Cassandra (Gegenpolin zu anderer Leute Gegenpol seit 1973)

  9. phoibos sagt:

    un-öffentlichkeit? was ist das denn für eine wortvergewaltigung? privatsphäre wäre angemessener.

  10. Tobias sagt:

    @ Jens Best

    Hm .. als ich deine Antwort gelesen habe, hatte ich unweigerlich Assoziationen zu Personen wie Che Guevara und Fidel Castro. Auch denen wären Begriffe wie «von den web-feindlichen Kräften instrumentalisiert» herausgerutscht, um das eigene Handeln, welches aus deren Sicht als der Gesellschaft wohlwollend zu bezeichnen wäre, zu begründen und sich dadurch in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Auch wenn diese Gesellschaft das vielleicht gar nicht will oder dadurch sogar Teile der Gesellschaft absichtlich in der Würdigung ihrer Meinung übergangen werden. Notfalls mit Gewalt.

    Von daher finde ich die Bezeichnung «Freiheitskämpfer» gar nicht mal so fehl besetzt. Ich glaube nämlich auch, dass du dich als solchen schon verstehst oder zumindest hoffst, so verstanden zu werden. Dass du schon viele Mitstreiter gefunden hast und sogar ein gewisses Echo in den Medien erlangen konntest, wird dich in dieser von mir vermuteten (oder eher unterstellten) Einbildung bestärken. Das wäre nur allzu menschlich.

    @ Christian

    Nichtsdestotroz finde ich die Überschrift eher suboptimal gelungen. In der grds. Sache gebe ich dir recht. Ich finde es auch mehr als abstoßend derartig auf die aktuelle Diskussion mit eigenen, ganz anderen Methoden reagieren zu wollen.

    Dies hat für mich eine ähnliche Qualität, wie die Morddrohungen und Androhungen von Gewalt einem Sebastian Frankenberger gegenüber.

    Wobei ich denke, dass sich die Morddrohungen nur im Bereich der erhitzten Emotionen und im Rahmen vom Empfinden der persönlichen Beleidigung befinden und als solche — so kann man nur hoffen — als böse Scherze anzusehen sind und diese besonderen Grüße nur der eigenen emotionalen Verlustigkeit entsprangen. Ähnlich sehe ich das mit dieser Guerillafotoaktion. Auch hier hoffe ich, dass sich ein paar «Verirrte» nur für ein paar Tage an dieser Aktion erfreuen und dann auf die nächste Sau aufspringen, die durch den Jahrmarkt der Eitelkeiten getrieben wird — im Namen der Freiheit des Einzelnen, der Gesellschaft und der ganzen Menschheit.

    Was ein Kindergarten da draußen…

  11. […] ist noch schlimmer als Guhgell Strieht Vjuh? Na, diese »Freiheitskämpfer« und »Sprecher der Digitalen Armee Fraktion« un…, die sich im Gegensatz zu Guhgell einen Dreck darum scheren, wenn jemand einen Widerspruch bei […]

  12. Die Gruppe um Jens Best beruft sich in der Hauptsache auf Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG «Kunst ist frei», da sie davon ausgehen, dass die Ablichtung von Gebäuden in der Öffentlichkeit Kunst sei:

    «Nach seiner Meinung muss für das Internet dasselbe gelten wie für die reale Welt. Das Recht auf Panoramafreiheit etwa oder das Recht auf Fotografie im öffentlichen Raum, beides Grundlagen, die festlegen, dass fotografiert werden darf, was von öffentlichen Straßen und Plätzen aus zu sehen ist.» Quelle: spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712426,00.html

    Artikel 5 Abs. 3 GG ist ein Grundrecht ohne Gesetzesvorbehalt, kann also auschließlich durch eine Kollision mit anderen, höherranggigen Grundrechten eingeschränkt werden. In diesem Fall wären folgende Grundrechte durch diese Nutzung der Kunstfreiheit eingeschränkt:

    Art 1
    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

    Art 2
    (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

    Art 13
    (1) Die Wohnung ist unverletzlich.

    Dazu auch folgender 1. Leitsatz aus der BVerfGE 101, 361 — Charoline von Monaco II (servat.unibe.ch/dfr/bv101361.html):

    1. Die von dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht aus Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG geschützte Privatsphäre ist nicht auf den häuslichen Bereich beschränkt. Der Einzelne muß grundsätzlich die Möglichkeit haben, sich auch an anderen, erkennbar abgeschiedenen Orten von Bildberichterstattung unbehelligt zu bewegen.

    sowie 5. Leitsatz BVerfGE 30, 173 — Mephisto (servat.unibe.ch/fallrecht/bv030173.html):

    5. Ein Konflikt zwischen der Kunstfreiheitsgarantie und dem verfassungsrechtlich geschützten Persönlichkeitsbereich ist nach Maßgabe der grundgesetzlichen Wertordnung zu lösen; hierbei ist insbesondere die in GG Art. 1 Abs. 1 garantierte Würde des Menschen zu beachten.

    und letztlich BVerfGE 67, 213 — Anachronistischer Zug (servat.unibe.ch/dfr/bv067213.html):

    Randnummer 39
    1. Die Kunst in ihrer Eigenständigkeit und Eigengesetzlichkeit ist durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG vorbehaltlos gewährleistet; weder die «Schrankentrias» des Art. 2 Abs. 1 Halbsatz 2 GG noch die Schranken des Art. 5 Abs. 2 GG gelten unmittelbar oder analog (BVerfGE 30, 173 [191 f.]). Hingegen kann auch die Kunstfreiheit Grenzen unmittelbar in anderen Bestimmungen der Verfassung finden, die ein in der Verfassungsordnung des Grundgesetzes ebenfalls wesentliches Rechtsgut schützen. Dies gilt namentlich für das durch Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG geschützte Persönlichkeitsrecht. Allerdings zieht die Kunstfreiheit ihrerseits dem Persönlichkeitsrecht Grenzen.

    Wir können hier also festhalten, dass die Ablichtung privater Unterkünfte ob von innen oder außen ohne Einverständnis der Bewohner/Eigentümer verfassungsrechtlich nicht durch Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG gedeckt ist.

  13. Alvar Freude sagt:

    Artikel 13, „Die Wohnung ist unverletzlich“ sagt doch schon um was es geht: niemand darf ohne Genehmigung oder richterlichen Beschluss die Wohnung eines anderen betreten. Wer ein Foto einer Straße mit Häusern macht, der betritt aber keine Wohnung, und macht auch keine Abbildung eines Innenraums oder ähnlichem.

    Was Artikel 1 und 2 anbelangt, dürfte die Abbildung öffentlichen Raums keine Einschränkung dieser Normen darstellen.

    Und BVerfGE 101, 361 bezieht sich auf die Abbildung der Personen, nicht einer Straße oder eines Hauses.

  14. Daniel sagt:

    Danke für diesen Artikel, Chris! Ich dachte zuerst, es sei eine Glosse, bis ich den Artikel im ehemaligen Nachrichtenmagazin gelesen habe.

    Trotzdem ein schönes Wochenende, und meine Bewunderung an euch. Hoffe, ihr macht so weiter (und nicht wie bei .get privacy.. :-( )!

  15. Don Alphonso sagt:

    Ja, von sowas habe ich auch schon gehört. Soll ich das mal einen der fünf erfundenen Nutzer von Streetview.mixxt, deren passwörter mir zugespielt wurden, auch mal bei denen sagen lassen?

  16. @ Alvar Freude

    Zitat Alvar Freude: «Artikel 13, „Die Wohnung ist unverletzlich“ sagt doch schon um was es geht: niemand darf ohne Genehmigung oder richterlichen Beschluss die Wohnung eines anderen betreten. Wer ein Foto einer Straße mit Häusern macht, der betritt aber keine Wohnung, und macht auch keine Abbildung eines Innenraums oder ähnlichem.»

    Die Unverletzlichkeit der Wohnung (inkl. Geschäftsräume) betrifft nicht nur die Betretung, sondern alles, was damit zusammenhängt, also auch das Haus, in dem sich die Wohnung befindet, sowie das dazugehörige Grundstück. Stell Dich z.B. auf eine öffentliche Straße und schaue von dort aus ca. 7 Tage in die Fenster eines Hauses. Es wird wahrscheinlich dahingehend enden, dass Du gerichtlich daran gehindert wirst, wenn sich die Bewohner in ihrer Privatspähre beeinträchtigt sehen.

    Zitat Alvar Freude: «Was Artikel 1 und 2 anbelangt, dürfte die Abbildung öffentlichen Raums keine Einschränkung dieser Normen darstellen.»

    Hier wird jedoch der Standpunkt des Fotografen, nämlich der öffentliche Raum, mit dem Standort des Abgelichteten, dem privaten Raum, verwechselt. Der öffentliche Raum endet da, wo die Privatsphäre oder andere Kernbereiche der Schutzwürdigkeit betroffen werden. Versuche zum Beispiel einmal im öffentlichen Raum vor dem Innenministerium in der Stauffenbergstraße in Berlin Aufnahmen vom nicht zum öffentlichen Raum gehörigen Gebäude zu machen; die Sicherheitsleute werden Dir schon erzählen, wo der öffentliche Raum endet.

    Zitat Alvar Freude: «Und BVerfGE 101, 361 bezieht sich auf die Abbildung der Personen, nicht einer Straße oder eines Hauses.»

    Die Wohnung gehört zum unmittelbaren Kernbereich der Persönlichkeitsrechts, dahingehend ist die Entscheidung analog zu betrachten.

    Betrachten wir folgendes Beispiel:

    Jens Best hat sicher eine Wohnung in Berlin. Es ist kein wirkliches Problem seine Adresse beim Meldeamt zu bekommen. Was ist mit seinen Persönlichkeitsrechten, wenn nun jeden Tag eine Gruppe von «Künstlern» vor seiner Haustür wartet, Aufnahmen des Hauses macht, diese ins Netz stellt und die Öffentlichkeit mit allen Informationen über Jens Best informiert mit der Begründung, sie hätten dies im öffentlichen Raum getan und deshalb das Recht alle Informationen zu seiner Wohnung, dem dazugehörigen Haus, Stadtteil etc. zu veröffentlichen?

    Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung wurde im Oktober 1983 vom Bundesverfassungsgericht in der BVerfGE 65, 1 — Volkszählung (servat.unibe.ch/dfr/bv065001.html) definiert:

    1. Unter den Bedingungen der modernen Datenverarbeitung wird der Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten von dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG umfaßt. Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen.

    2. Einschränkungen dieses Rechts auf «informationelle Selbstbestimmung» sind nur im überwiegenden Allgemeininteresse zulässig. Sie bedürfen einer verfassungsgemäßen gesetzlichen Grundlage, die dem rechtsstaatlichen Gebot der Normenklarheit entsprechen muß. Bei seinen Regelungen hat der Gesetzgeber ferner den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten. Auch hat er organisatorische und verfahrensrechtliche Vorkehrungen zu treffen, welche der Gefahr einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts entgegenwirken.

    Fragen:

    1. Welches Allgemeininteresse begründet die Aufnahmen, welche Jens Best machen will?
    2. Aufgrund welcher verfassungsmäßigen Grundlage soll dies beschehen?
    3. Wie soll der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachtet werden, wenn entgegen der Widersprüche der Betroffenen die Aufnahmen veröffentlicht werden?
    4. Welche organisatorischen und verfahrensrechtlichen Vorkehrungen werden getroffen, um der Gefahr einer Verletzung des Persönlichkeitsrechts entgegenwirken?

  17. Hehe, zur Not nehmen wir meinen Fake-Account. Gibt ja genügend… *g*

  18. Im Zuge der verfassungsrechtlichen Betrachtungen ist auch der Aktionismus der Regierung und Politik unverständlich, da allein aus diesen Google durchaus verboten werden kann, ungenehmigte Aufnahmen zu veröffentlichen, ohne jede einfachgesetzliche neue Regelung. Aber man kann damit schön den Anschein erwecken, man täte etwas für die Bevölkerung.

    Dazu müsste man jedoch das Risiko eingehen, dass sich der Normadressat mit dem Grundgesetz beschäftigt. Passiert dies jedoch, wird der Normadressat sehr schnell feststellen müssen, dass er diesbezüglich seit 61 Jahren hinter das Licht geführt wird.

    Vor allem hinsichtlich der für 2011 geplanten neuen Volkszählung wäre das ein Schuss in das eigene Knie ;-)

  19. Jens Best sagt:

    @Bürgerinitiative für Verfassungsschutz

    Fotografieren Sie doch mein Haus. Von mir aus jeden Tag. Von außen. Von der Strasse.

    Desweiteren untersage ich ihnen die Abbildung meiner Person unter Berufung auf das Recht am eigenen Bild. DAS werden SIE von mir nicht bekommen.

    Darüberhinaus freue ich mich, wenn sie mir die Fotos zur Verfügung stellen würden, wir können dann gemeinsam einen kleinen Zeitraffer-Film daraus machen. Mit ein wenig schöner Musik unterlegt besteht sogar die geringe Chance, dass es irgendwie interessant werden könnte.

  20. .get privacy war auf Dauer nur noch Frust, da man gegen Spaß auf Dauer schlecht argumentieren kann.

  21. Olaf sagt:

    Bzgl. der tatsächlichen Rechtsauslegung (im Polizeisprech) und dem öffentlichen Raum.

    Das Video beinhaltet z.B. das aufsteigen auf einer Leiter (Hilfsmittel) und das Filme/Fotografieren einer Baustelle für den BND …
    Kann ich nur empfehlen das Video (auch für andere Themengebiete ;) .

  22. Latita sagt:

    Mangels eigenem Grund und Boden und darauf befindlichen Bauten, ist mir Googles Street View ziemlich egal. Ich kann deshalb nicht mal sagen, wie ich in der Situation reagieren würde. Spontan würde ich aber denken, dass ein verpixeltes Haus zwischen lauter unverpixelten Häusern genauso auffällt, wie ein bunter Hund.

    Nichts destotrotz zeigt die o.g. Aktion wieder einmal deutlich, wie Euphorie und Aktionismus ausufern kann. Klar «wir» leben im Netz. «Wir» sind schon fast daran gewohnt vor der Welt einen Striptease hinzulegen. Aber wie geistig eng ist es bitte, andere ebenso dazu zwingen zu wollen?
    Man darf die Herren und Damen bitten nach China auszuwandern. Die dortige Regierung weiß ebenfalls am besten, was gut für ihre Schäfchen ist. Ich bin mir sicher, sie werden sich dort gut aufgehoben fühlen.

  23. Olaf sagt:

    Die ganze Argumentation von Bürgerinitiative für Verfassungsschutz das die Bilder zu veröffentlichen (und sie anzufertigen, was IMHO 2 paar Schuhe sind) beruht auf der Annahme das irgendeine Fassade oder Ansicht ein persönliches Merkmal (wie Name, Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer, Telefonnummer, o.ä.) ist.
    Aber ist es das denn? Ist die Rechtsprechung da schon eindeutig?
    Sollte dem nicht so sein wäre der Schluss das die Abbildung einer Hausfassade (durch wen auch immer, zu irgendeinem Zweck) ein «Angriff» auf die Unverletzlichkeit der Wohnung oder Menschenwürde sei doch hinfällig, oder sehe ich das falsch?

    Ist das evtl. der eigentliche Kern der ganzen Diskussion?

  24. Bürgerinitiative für Verfassungsschutz sagt:

    @ Jens Best

    1. Was passiert nun aber, wenn ich, natürlich unter Berufung auf Ihre Argumentation, einfach Ihr Recht am eigenen Bild ignoriere, da ich Sie vom öffentlichen Raum aus fotografiere, denn nach meiner «Meinung muss für das Internet dasselbe gelten wie für die reale Welt. Das Recht auf Panoramafreiheit etwa oder das Recht auf Fotografie im öffentlichen Raum, beides Grundlagen, die festlegen, dass fotografiert werden darf, was von öffentlichen Straßen und Plätzen aus zu sehen ist»?

    2. Vielleicht können darüber hinaus Sie die o.a. Fragen beantworten?

  25. kris sagt:

    Geht es hier nicht einfach nur um Egomarketing 2.0? Man macht sich etwas zur Aufgabe, von dem eigentlich eh klar ist, dass man es am Ende gar nicht machen muss oder darf. Für den Aktionismus bekommt man gratis Publicity. Und am Ende scheitert das Projekt wie erwartet, aber Schuld daran sind andere.

  26. Das ist sicherlich eine mögliche Interpretation… ;-)

  27. Jeeves sagt:

    » Jens Best: Management Consulting, Consulting, Publishing, Media Production, Leisure, Travel & Tourism, Internet, Referent, Autor«
    In Deutsch: Der Mann verkauft offensichtlich nur Reklame.

  28. Beutelteufel sagt:

    «Un-Öffentlichkeit?» Ich lache mich tot! Ist das nicht der Jens Best, der noch bis vor wenigen Tagen in allen möglichen Blogbeiträgen mit Kraftausdrücken nur so um sich warf? Wie heißt das jetzt? «Vorbereitung» einer «potentiellen Durchführung» einer «notwendigen, wenn auch die Grenzen des Respektverständnisses austestenden» Aktion. Genial! Könnte gleich morgen als Generalsekretär bei der FDP anheuern!

  29. Beutelteufel sagt:

    @Bürgerinitiative:
    Interessant. Ich hätte als Nicht-Jurist noch eine weitere Frage. Ist dieser oben dokumentierte Eintrag juristisch wirklich einwandfrei? Ich meine: Handelt es sich nicht um Aufruf zu einer Straftat?

  30. Da natürlich keine juristische Beratung hier erfolgen kann, ist es nur eine persönliche, wenn auch fundierte, Meinung…

  31. Du besitzt als Mieterin die gleichen Rechte in diesem Kontext.

  32. Beutelteufel sagt:

    Ja, klar, ist nachvollziehbar. Ich werde diese fundierte Meinung also mal mit Leuten besprechen, die sich damit beruflich befassen. Und gegebenenfalls die zuständigen Instanzen einschalten — ist leider wohl die einzige Sprache, die diese Leute verstehen.

  33. Victor sagt:

    Best und Konsorten sind in meinen Augen eine handvoll Spinner. Aber SpON hat mal wieder neue Munition: [..] sagte Jens Best, Führer der DAF.

    Heulen rum wenn der Staat Daten sammelt, aber wenn ein Unternehmen das macht, wird gejubelt. Und die werden dafür noch nicht einmal bezahlt.

    Wenn man mal überlegt: Etwa die Hälfte der Bundesbürger sind gegen GSV oder hegen Vorbehalte. Wenn ich das jetzt mal auf meine Stadt übertrage, davon ausgehe das diese Leute sich in allen Schichten (wegen der Präsenz in allen Medien, auch BILD) befinden und so einigermaßen ausgewogen auf die gesamte Stadt verteilen, wird die Antwort auf die Frage wieviele Häuser wohl unverpixelt bleiben wohl interessant werden. Selbst wenn nur die Hälfte aller Leute ihr Veto einlegt — dürfte der Flickenteppich unvermeidlich werden. Zumindest in den öffentlichen GSV-Daten. Wie sieht das aber mit der, z.B. automatisierten Auswertung, der Bilder und der kommerziellen Verwertung dieser Daten aus? Dagegen kann man nämlich keinen Widerspruch erheben.

  34. Thaniell sagt:

    @Rechtslage: Hallo? Wie bescheuert sind wir denn eigentlich alle geworden hier mit Gesetzen zu argumentieren???! Nicht alles wogegen es kein Gesetz gibt ist supidupi in Ordnung. Geht’s noch?!
    Schon vergessen, die Politik macht Mist, gerade wenn es um Privatsphäre, Netz und Datenschutz geht?!
    Wo bitteschön ist denn hier ein vernünftiges Miteinander geblieben, bei dem man den anderen und seine Wünsche respektiert? Freiheit endet da wo sie die Freiheit des anderen einschränkt — und das eigene Haus, die eigene Wohnung fällt eindeutig stärker in den heimischen Bereich desjenigen der da wohnt als in den der «Allgemeinheit». Zumal der Ablehnung durch die Betroffenen kein Mega-Nutzen, sondern vielmehr ein netter Luxus für die Netzgeeks, gegenübersteht, sollte man doch wohl die Größe zeigen können auf sein Spielzeug partiell zu verzichten. Ich mag ja keine konservative Werte-Phrasnedrescherei, aber ein kleines bisschen gesunder Anstand und Respekt den Mitmenschen und ihrer Lebensweise/einstellung gegenüber sollte man auch — und gerade — als Liberaler Digitalrebell bzw. Kommunist (öffentliche Plätze dem Volke!)an den Tag legen können, Regeln können das keineswegs ersetzen — im Gegenteil zu viel Regeln bzw. Regelhörigkeit zerstören ein gesundes Miteinander*.

    Im übrigen schießt man sich mit so einer Aktion sowas von in den Fuß bei dem Versuch Otto-Normal-Bürger die ganze Netzaktivismus Sache (Netzfreiheit, Zensurfreiheit etc.) mal etwas näher zu bringen, Gewalt erzeugt Gegengewalt, Eskalation geht in beide Richtungen, könnte ich von aussen zuschauen wäre das ja lustig, aber mit solch hirnrissigen Aktionen bombardiert ihr mir damit auch meine Zukunftshoffnungen auf einen vernünftigen Umgang seitens Politik und «Mainstream» mit dem Netz!

    @Victor: Unterschwellig dagegen sein und aktiv etwas tun sind verschiedene Dinge. Ich denke mehr als 10 % Pixel sind das allerhöchste der Gefühle und das sage ich nur, damit ich garantiert gewinne, wenn wir jetzt wetten, für realistisch halte ich unter 5%. Evtl. von einzelnen Orten in denen sich die Lokalpolitik aufplustert abgesehen.

  35. Thaniell sagt:

    Achso zu dem * wollte ich noch das hier anbieten.

    kleines bisschen offtopic, aber ich finde es passt schön zu dieser Regel– bzw. Gesetzlastigkeit in der diese Debatte gerade geführt wird, was ich für völlig deplatziert halte.

  36. Latita sagt:

    Ja ich weiß, aber ein Vielparteienhaus ist dennoch ziemlich anonym

  37. Raventhird sagt:

    Mal zusammengefasst: Jens Best, den ich im Grunde sehr sympathisch finde (nein, nicht für diese unsinnige Aktion) twittert eine Schnapsidee mit Doodle-Umfrage, ohne zu überlegen, und wie das so ist mit dem Netz-Mob, der nach Sensationen geiert und auch nicht viel überlegt, sondern direkt retweetet, wächst das schneller als er gucken kann und plötzlich ist er im Spiegel und wie die sensationsgeiernden Medien so sind, ist er direkt ein «Freiheitskämpfer des Digitalen» oder irgendwas in der Art.

    Inzwischen hat der Jens (und einige andere Web-Marktschreier) aber bestimmt an den Reaktionen und Kommentaren von denen, die lieber ein bisschen überlegen, bevor sie was schreiben, bemerkt, dass die Aktion doch keine so tolle Idee ist, was er aber auch vorher merken hätte können, wenn er mal kurz drüber nachgedacht hätte. Jetzt gibt es nur ein Problem: Er kann nicht mehr zurück, ohne sich lächerlich zu machen. Also muss er die Schiene weiterfahren und schwächt sie ein bisschen ab. Das Problem, dass es eine unüberlegte Aktion ist, bleibt aber leider.

    «Bestraft» dafür ist er so oder so: Entweder muss er für ein paar Monate bis Jahre rumlaufen und Häuser photographieren und den (imho berechtigten) Zorn der Leute auf sich ziehen oder die Aktion scheitert und er steht als Marktschreier zu eigenen Publicity-Zwecken da. Ich tippe auf Letzteres, auch wenn zu befürchten ist, dass bis dahin schon zweihundert andere Säue durchs Dorf gejagt wurden und sich niemand mehr an die großen Ankündigungen erinnert.

    «Fratze der Charakterlosigkeit» oder ähnliches muss man trotzdem nicht titeln. Das ist kein so guter Stil.

  38. >Das ist kein so guter Stil.

    Sicherlich kann man vieles vermeiden, andererseits muß man auch das Echo vertragen können. Warum sollen immer jene besonnen reagieren, die andere nur allzugerne überfahren?

  39. Raventhird sagt:

    Weil man sich nicht auf das Niveau derer begeben will, die man kritisiert, weil sie laut schreiend Dummheiten begehen. Selbst wenn es in den Fingern juckt.

  40. Beutelteufel sagt:

    Schöner Beitrag, ich hatte auch schon daran gedacht, dass das vielleicht auch eine tragische Dimension hat. Nur: Warum kann er nicht zurück? Wäre doch ein Zeichen von Stärke, einen Fehler zuzugeben (und der Titel ist wirklich strange: eine Fratze bekommt ein Gesicht?).

  41. Die Überschrift mag provizieren, mehr aber auch nicht. Da muss jetzt keine Debatte drüber geführt werden. Hier geht es um wichtigere Dinge. ich halte sie für treffend.

  42. Inzwischen hat der Jens (und einige andere Web-Marktschreier) aber bestimmt an den Reaktionen und Kommentaren von denen, die lieber ein bisschen überlegen, bevor sie was schreiben, bemerkt, dass die Aktion doch keine so tolle Idee ist

    Mich würde interessieren, wo Du das hernimmst. Das ist Humbug. Lies seine Kommentare auf CARTA.info, schau bei Mixxt vorbei, der ist mit Begeisterung um Überzeugung dabei, das zu planen, zu koordinieren und durchzuziehen…

  43. Raventhird sagt:

    Sage ich doch: Er hat ja kaum mehr eine Wahl. Alles andere würde ihm als «Schwanz einziehen» ausgelegt. Aber wenn Du auf Facebook, Twitter und in diversen Blogs so liest, was der Aktion für ein Gegenwind aus den eigenen Reihen entgegenkommt, dann müsste man die Protagonisten schon für sehr dämlich oder blind halten, wenn man ihnen attestieren würde, dass sie wirklich noch voll hinter der Sache stehen. Mein Tipp: Die meisten, die jetzt angekündigt haben, dass sie mitmachen werden, werfen nach ein paar Bildern das Handtuch, Jens Best zieht die Aktion auch nicht bis zum Ende durch, aber das merkt (wie gesagt) niemand mehr, weil bis dahin das Interesse schon wieder komplett woanders ist, zb. bei lustigen Witzen über andere Politiker, die zu dem Zeitpunkt Mist bauen.

  44. Beutelteufel sagt:

    Ich glaube trotzdem, dass da etwas dran ist. Erstens schreit, wer in die Enge getrieben ist, besonders laut. Und zweitens nimmt man schon wahr, dass er sich zusehends in einen Politiker-Sprech flüchtet. Mir tut er direkt Leid.

  45. Raventhird sagt:

    @Beutelteufel: Natürlich wäre das ein Zeichen von Stärke. Aber das sagt sich auch leicht, wenn man selbst nicht grade im Spiegel und einigen anderen Medien als Freiheitsheld unterwegs war. Bist Du Dir wirklich sicher, dass Du in der Situation zurückrudern würdest? Ich bin es nicht, weil es komplette Inkonsequenz und Schnapsideenverfolgerei per Selbstattest vor aller Öffentlichkeit ist. Ich hätte aber eine solche Aktion auch niemals ausgerufen.

  46. Das mag ja sein, allerdings ist ein Titel kein Artikel und der Artikel selbst ist recht gemäßigt. Ich hätte andere Worte gewählt und zwar mehr im Tenor der «Stasi 2.0″-Welle zu Schäubles Zeiten. Man muß das Kind auch desöfteren einmal beim Namen benennen, wir haben keine Zeit mehr für den «Austausch von Zärtlichkeiten».

  47. Headhunter sagt:

    Jens Best und seine Kumpanen sind für mich ein Grund, sorgfältig auf meine Daten aufzupassen!

  48. Das passiert im Übrigen, wenn Gruppen wie die um Jens Best loslegen, ohne an die Folgen zu denken:

    Screen

    Jetzt könnte man argumentieren, dass Jens Best und seine Kumpane für solches Verhalten nicht verantwortlich sind. Ich sage: sie sind mitverantwortlich. Durch die Medienberichterstattung, vom ehemaligen Nachrichtenmagazin bis in die New York Times haben sie eine gewisse Vorbildfunktion. Damit muss man besonders behutsam umgehen. Sie tun es nicht.

  49. spltny sagt:

    Zitat Jens Best: «Fotografieren Sie doch mein Haus.»

    Herr Best, sie sind Hauseigentümer? Nur so interessehalber, weil sie nicht der erste «Vorkämpfer» sind, der diese Terminologie verwendet. Zuvor war bereits von Sascha Lobo im Interview der Ausdruck «mein Haus» zu vernehmen.

    Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch in der Annahme liege, dass ihr alle Mieter in Berliner Etagenwohnungen seid. Wenn dem so ist, dann fände ich die Verwendung der Begrifflichkeit «mein Haus» etwas anmaßend, zumindest aber irreführend. IMO spielt Eigentum in der Beurteilung des Sachverhalts für jeden Einzelnen nämlich eine gar nicht unwesentliche Rolle.

  50. Marc sagt:

    Vielen Dank für diesen Artikel!

    @ Herr Best,
    ich habe die Nase von selbsternannten digitalen Helden so dermaßen gestrichen voll. Substantiell bleibt (meine bescheidenen Meinung) nach einem Blick hinter die Kulissen, nicht sehr viel mehr, als ausgelebte Selbstverliebtheit, vielleicht der Wunsch nach «Bedeutung». Speziell in diesem Fall. Zuviel Narzissmus im Netz. Und zuwenig Substanz.

    Gruß und ein schönes WE

    p.s.: Zum Nachlesen — Wikipedia — Narzissmus

  51. Urheber sagt:

    Jedes Grundstück beinhaltet das geistige Eigentum seines Eigentümers, d. h. die Gestaltung einer Hausfassade oder des Gartens sind als geistiges Eigentum urheberrechtlich geschützt. Wer gegen mein Urheberrecht als Eigentümer verstößt, wird zivil– und strafrechtlich verfolgt!

  52. *seufz* man kann ja mit vielem Argumentieren, doch sicherlich nicht mit dem Urheberrecht, welches explizit mittels der «Panoramafreiheit» quasi ausgehebelt wird. Es ist die reguläre, nicht in irgendeiner Weise verfremdete Abbildung erlaubt, wie sie eben jener Passant öffentlicher Wege zu sehen bekommt ohne Hilfsmittel.

  53. Morla sagt:

    Vor ein paar Jahren schickte mir ein Bekannter ein Mail mit Anhang: Zu sehen war auf dem google-earth-Bild just die Lage und das gesamte «Anwesen» auf dem wir seit Jahrzehnten leben.

    Ich war geschockt, fühlte mich von da an ständig beobachtet. Fast das gleiche Gefühl wie nach zwei Einbrüchen in unser Domizil (die vorher (!) stattgefunden hatten.

    Dieses «Einbrechen» in den privaten Lebensraum hätte bereits mit dem Beginn der Aktivitäten von Google durch die Regierungen der Länder (zumindest in Deutschland — siehe Grundgesetz) verboten werden müssen.

    Allerdings, betrachte ich mir die Situation weltweit aus heutiger Sicht, frage ich mich, wenn also die Technik es ermöglicht, praktisch eine «Vermessung» selbst der entlegendsten Gebiete dieser Erde zu ermöglichen, warum nutzt man es nicht im Positiven?

    Will sagen, in jedem Bundesland wird eine regionale Entwicklungsplanung veranstaltet; Statistiken, die von staatlichen Stellen erhoben werden, sind oft veraltet,denn sie untersuchen nicht die Gesamtlage — es sind immer nur Versatzstücke.

    Wir haben mit diesem System des Kapitalismus mittlerweile unsere gesamten Lebensgrundlagen schlichtweg dem Geld «geopfert».

    Grund und Böden werden auch hier in Deutschland systematisch von einigen «Investoren» aufgekauft, um darauf Monokulturen für Energiepflanzen oder Gen-Pflanzen anzubauen, um äußerlich saubere Anlagen für industrielle Mast zu bauen, um mit «Geoengenieering (CSS und anderes, die Listen wäre noch viel länger …) weiter «Kohle» zu machen — die Vielfalt an Tieren und Pflanzen und damit auch die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für die Menschen gehen verloren — alles wird vernutzt!

    Meine These: Wir müssen es einfordern, wenn schon die Daten vorhanden sind, dann müssen die staatlichen Behörden diese auch so be-nutzen, dass das weitere Ausufern dieses Raubbaus gestoppt wird.

    Das funktioniert natürlich nicht, weil, ja weil wir eben in diesem «totalem» Kapitalismus leben.

    Deshalb: wir sind gefordert! Wir müssen darauf dringen, dass die gesammelten Daten so für Planungen eingesetzt werden, die dem Allgemeinwohl dienen, die der Macht des Kapitals Grenzen setzen, und den Fortbestand der Menschheit auf diesem winzigen Planeten garantieren!

    Ob Wasser, Boden, Luft, Energie sowie der freie Zugang zu ausreichender Ernährung, Kleidung und Wohnung sind elementare Grundbedürfnisse aller Menschen (!). Wir haben es zugelassen, dass nur wenige, die «Hand darauf halten».

    Wir können es mit Hilfe der «Fotos aus dem All» über Google-Earth täglich sehen. Wir können mit Google-Street die Fassaden sehen, wir wissen aus Zeitungsberichten, aus vereinzelten statistischen Erhebungen, wie es hinter den Fassaden aussehen könnte — die Menschen leben schon längst in wesentlich «prekäreren» Verhältnissen als uns die «Mennecken der Minderheitsregierung von Schwarz-Gelb» ständig einzureden versuchen. Warum handeln wir nicht? Warum nehmen wir ihnen nicht «das Heft» aus der Hand, und beginnen damit, unsere «Hausaufgaben» zu erledigen — indem wir auch die Daten dieser Technik nutzen?

  54. Andi sagt:

    Perhaps paradoxically, Best is keen in how he manages his personal data and what is published on the Internet. Since a story was written about him in the German publication Spiegel, journalists have tried to track him down but said they’ve had a bit of trouble, for example, finding where he lives, Best said.

    (Schreibt die NY Times. Ja, die echte.)

  55. >Wir müssen es einfordern, wenn schon die Daten vorhanden sind, dann müssen die staatlichen Behörden diese auch so be-nutzen, dass das weitere Ausufern dieses Raubbaus gestoppt wird.

    So eine Art «Öko-Big-Brother»? Wo Daten anfallen wecken diese Begehrlichkeiten. Es gilt also nicht Daten zu schützen, sondern anfallende Daten zu vermeiden. Kein noch so nobler Gesichtspunkt verdient es Gehör zu finden, wenn man konkret den Menschen dahinter vernachlässigt, insbesondere das Individuum.

  56. Ja die echte NY Times, diese greift jedoch Tech-foo seitens IDG auf. IDG zeichnet sich beispielsweise hierzulande u.a. für Gamestar, vulgo Lamestar, oder auch die PC-Welt verantwortlich. Beides Publikationen «überragender» Qualität. Überhaupt schaut dieses Imperium imho mehr auf Quantität denn Qualität und versorgt die Welt mit einer Redundanz-Schwemme.

    Davon abgesehen paßt es natürlich, jene die größtmögliche Öffentlichkeit einfordern, sind oftmals recht eigen gehts denn um die eigene Privatsphäre. Darunter auch so illustre Gestalten wie Eric Schmidt, die Google-Gründer und nicht zu vergessen Zuckerberg.

  57. Gröööhl…

    Heugabel

    Und was dann, stürmt der Herr Best dann mit Heugabel gen Berlin? :D

  58. Richtig, aber wenn die Politik sich gegen Google und gewisse Aktivisten sich nicht anders zu helfen weiß, ist die Gefahr durchaus gegeben, dass die Panoramafreiheit diesbezüglich eingeschränkt wird. Ich habe neulich irgendwo einen Kommentar in diese Richtung gehört, habe es gerade aber nicht gefunden.

  59. Die Gruppe um Jens Best zeigt so langsam ihr wahres Gesicht:

    Hetzjagd

    Wer sein Zuhause verpixeln lässt, «hat etwas zu verbergen». Darum muss man genauer hinschauen.

    Fast noch interessanter der Spanien-Hinweis. Dort «leider» keine verpixelten Häuser? Darum soll es doch angeblich gehen. Das «leider» beweist: es geht nur im die Hetzjagd auf die Menschen…

  60. Morla sagt:

    Falsch, es geht nicht um einen «Ökobigbrother». Es geht dabei um die Zukunft eines jeden einzelnen!

    Wichtig ist nur, dass diese Daten in die «richtigen» Hände kommen. Da versuchen 20.000 Wissenschaftler den Bericht zu den Klimadaten immer weiter zu «füllen». Ständig hecheln wir der «Wahrheit» hinterher, weil wir nicht vernetzt denken (können) — aber — es gehört doch alles zusammen:
    Die Beschaffenheit unseres Lebensraumes — der Erde — und wie wir damit umgehen — wie wir es «bewerkstelligen», dass jeder «Einzelne» sein «Auskommen» hat und dass aber auch die «Gesamtheit» wieder in Balance kommt.

    Ist eine schwierige Aufgabe und bringt jede Menge Arbeit mit sich, wenn wir es richtig angehen wollen. Und — ehe man damit beginnt, ist ein Überblick wichtig — das Nachdenken über sich, die Beziehungen zur Aussenwelt jedes einzelnen, inklusive der Vernetztheit zur Mitwelt — natürlich auch das «Vermessen» unseres Lebensraumes …

    Allerdings, mir ist schon klar, dass wir alle miteinander nach dem «T.I.N.A-Prinzip arbeiten: was versteht der einzelne unter den Begriffen — Arbeit — Mitwelt — Öko — Klima etc. — Jeder sieht dies aus seiner «Prägung», deshalb ist es vorab wichtig, einen gemeinsamen «Nenner» zu finden, sonst reden wir ja alle wie die damals in «Babel» wirr durcheinander und aneinander vorbei …

  61. Wichtig ist nur, dass diese Daten in die «richtigen» Hände kommen.

    Sorry, aber diplomatisch gesagt, ist das gefährlicher Unsinn. Wichtig ist es, Datenansammlungen zu vermeiden.

    Wo Daten angesammelt werden, werden sie genutzt, ausgenutzt, missbraucht.

    Und was haben wissenschaftliche Klimadaten mit Googles Sammelwut zutun? Gar nichts. Andere Baustelle um vom eigentlichen Thema abzulenken.

    Daten wecken begehrlichkeiten, bei Papa Staat, in der Wirtschaft und das gilt es zu verhindern.

  62. Ich hoffe, ich nerve nicht allzu sehr mit den Screenshots. Aber wenn die Leute die Hose runterlassen, sollte das dokumentiert werden.

    Rechtsbruch

    Der Truppe ist es sehr wohl bewusst, dass man (zukünftigen) Rechtsbruch begeht.

    Ein kleiner Linktipp noch:

    Experte hält Verbot durch Verfassungsgericht für möglich

    Der Jurist warnte Internet-Dienstleister wie Google, dass das Grundgesetz kein digitales Gesamtbild des Menschen erlaube. „Wenn dem so wäre, käme für solche Dienste das Aus vor dem Bundesverfassungsgericht.“ Er sei sich aber nicht so sicher, ob die Internet-Dienste es auf ein solches Profil anlegen würden, und er sei sich auch nicht so sicher, ob sie es überhaupt erreichen könnten.

    Klick

  63. Beutelteufel sagt:

    Ob es nervt? Ganz im Gegenteil: Das sind interessante Einblicke. Mehr davon!

  64. Daß solche notorischen Spanner es überhaupt wagen von Freiheit zu schwafeln. Hier geht es um einen erweiterten «Öffentlichkeitsbegriff», eine Pervertierung wie man sie bis dato nur vom «erweiterten Verteidigungsfall» her kannte. Die Öffentlichkeit ist vor Ort gegeben. Diese Leute dort, daß sind jene, die mit dem Kissen auf der Fensterbank lauern und über alles und jeden Auskunft geben können in der Nachbarschaft. Ich möchte hier gar nicht mit der Geschichte kontern, aber wenn hier von «Spießern» die Rede ist, muß man auch zugleich die «Blockwarte» erwähnen und dann hat man behände ein Deja Vu.

  65. Cassandra sagt:

    Da drüben im Assange-Artikel die Verschwörungstheorien in den Kommentaren spriessen, hier meine ganz persönliche Verschwörungstheorie, liebevoll aus altem Hirnschmalz geklöppelt:

    Jens Best existiert eigentlich gar nicht wirklich.
    Ähnlich wie Sarah Palin ist er ein Performance-Künstler, der bei iRealtrollz (immer mit «z»!) angestellt ist und gerade ein Satireprogramm über die Selbstgefälligkeit der selbst ernannten Netzelite fährt.

    Und diese Theorie scheint mir auch völlig schlüssig, denn die Alternative wäre, dass er das tatsächlich ernst meint und den Gedanken verkrafte ich glaube ich nicht.…

  66. Beutelteufel sagt:

    Also, was das an die Öffentlichkeit zerren betrifft: Manche Teilnehmer der Aktion scheinen sich ja wenigstens zu bekennen. Ein «Textkoch» will in Bremen tätig werden (Edit: Link entfernt. Chris). Eine passende Seite dazu lässt sich leicht googeln, müsste mit dem Teufel zugehen, wenn es sich nicht um den betreffenden Herrn handelt.

  67. Beutelteufel sagt:

    Und noch wer: Ein «klausbreyer» (ebenfalls in der Liste vertreten) lässt sich auch relativ leicht herausfinden, auch mit Postadresse — sofern es sich um dieselbe Person handelt. Will in Baden-Württemberg aktiv werden, wo er allem Anschein nach wohnt. Man sollte die Namen dieser Leute an die ganz große Glocke hängen.

  68. Beutelteufel sagt:

    Hallo Chris, den Link hättest du ruhig drin lassen können: Ist nur die Doodle-Umfrage, die man sowieso über Google herausfinden kann. Dort stehen alle Namen.

  69. Thaniell sagt:

    Naja, nicht jede Datensammlung ist derart ‘gefährlich’ dass man sie ob ihrer Eigenschaft als Datensammlung gar niemals anlegen sollte («brennt die Bibliotheken nieder!»), aber es gilt eben abzuwägen. Und du hast natürlich recht, dass Papa Staat existente Datensammlungen gern auch benutzt und es für ihn im Grunde kein Problem darstellt sich diese einzuverleiben.

    Grundsätzlich, finde ich, sollte man beim Erstellen von Datensammlungen also immer davon ausgehen, dass sie letzten Endes von jedem — ganz besonders auch vom Staat — genutzt werden kann. Im Prinzip macht es da keinen Unterschied wer diese Daten wozu sammelt, das Missbrauchspotential will aus der Perspektive des Missbrauchs durch die fiesesten Übeltäter betrachtet werden (okay, lassen wir Dr.Evil mal aussen vor, realistische Überltäter). Der «Richtige» spielt dabei höchstens insofern eine Rolle, als er die Wahrscheinlichkeit von Missbrauch durch sachgerechten Umgang womöglich reduzieren kann — man gibt manche Daten eben durchaus lieber dem der sich als vertrauenswürdig erwiesen hat als dem anderen, der munter mit den eingesammelten Daten um sich wirft. Aber das trägt natürlich auch nur ein Stück weit, denn wie gesagt, gegen den Staat oder die Staaten hat auch ein noch so «richtiger» es schwer, zumal der im Gegensatz zu den Staaten auch eine deutlich kürzere Lebensdauer hat, von etwaigen Aktionären ganz zu schweigen, die maximale Schadenswirkung muss man also unabhängig vom Verwalter der Daten durchaus betrachten.

    Geologische Daten halte ich jetzt auch für wenig problematisch was die Privatsphäre angeht — von Großgrundbesitzern und Farmern evtl. mal abgesehen. Aber ich bin ja im Grunde auch pro-StreetView, auch wenn ich gewisse Einwände anerkenne und eben auch finde dass man die Verweigerung seiner Mitbürger gefälligst zu respektieren hat.

    Offtopic speziell zu der Ökogeschichte:
    Das Problem mit der Ökoplanung ist aber meines Erachtens gar nicht mal der Kapitalismus, all seine negativen Auswirkungen mal dahingestellt. Zur globalen ökologisch nachhaltigen Planung fehlt doch schon der grundlegende staatliche Wille zur Zusammenarbeit, einerseits aufgrund der Ignoranz gegenüber diesen Problemen durch Politik und weitere Teile der Gesellschaft (mich sicher eingeschlossen) und Kleinstaaterei andererseits. Auf globaler Ebene ist sich jeder Staat selbst der nächste — und dazu kommt, dass sich die Staatsvertreter selbst ebenfalls näher sind als ihren Bürgern oder deren Nachkommen. Von effektiver globaler Zusammenarbeit auf staatlicher Ebene sind wir weit entfernt.
    Ob diese nun vollümfänglich wirklich wünschenswert wäre, sei angesichts der desolaten Lage auf Staatsebene, was das Umsetzen des Volkswillen angeht, mal dahingestellt.
    Ich glaube da lasse ich die Wissenschaftler das lieber unter sich ausmachen, da ist eine gewisse Moral, von ein paar Fachrichtungen und Ausnahmen abgesehen, anscheinend weiter verbreitet, wenn auch gepaart mit etwas Naivität dann und wann. Der staatliche Rahmen, dass Wissenschaftler Zugriff auf Satellitendaten bekommen z.B. ist imho doch schon gegeben (ich lasse mich da ja eines besseren Belehren).

  70. Was jetzt eine Bibliothek mit einer Datenbank, die sich in sekundenschnelle und entsprechender Rechnerleistung auswerten lässt, gemein hat, musst Du mir erklären.

    D.h., eigentlich doch nicht, fasse es als rhetorische Frage auf. ;-)

  71. […] Apparat(in) als unantastbares Grundrecht(in) der digitotalen Gesell-Schaft betrachtet, auch die Gruppe der digitotalen Freimachheitskämpfer um Jens(in) Best(in) nahm diese Ankündigung Gottes Googles sofort zur/zum Anlass(in), die Breitschaft zu erklären, […]

  72. Thaniell sagt:

    Äh also das ist so…
    aber gut, im rhetorischen Fall darfst du die Bibliotheken auch als übertriebenes Beispiel aufgrund spitzfindiger wortnaher Auslegung von Datenbank ansehen. Können wir uns darauf einigen, dass nicht jede (öffentliche) DB grundsätzlich verboten gehört? Als Ersatzbeispiel könnten wir uns dann evtl. auf … hmm.. «Brennt IMDB nieder» einigen? Klingt nur nicht so schön nach Bücherverbrennung…
    Wünsche noch ein (Sonnen)brandfreies Restwochenende.

  73. Ich denke derlei Spitzfindigkeiten brauchen wir nicht zu diskutieren.

  74. Gerhard sagt:

    Ich denke es ist die unerträgliche Langeweile, die diesen Leute zu solchen Taten treiben lässt.

  75. analogue monster sagt:

    Google ist ein Unternehmen, dass seine Einnahmen durch Werbung macht. Ich nehme an, dass es sich bei Google um ein Unternehmen handelt, dass nichts ohne zukünftige monetäre Verwertbarkeit erstellen würde. Somit scheint mir Google Street View als idealer Startpunkt zur Werbeschaltung: «Yeah, hier ist das Geschäft von xxx — kauft das neue yz.» oder «Wohnung im 4. Stock zu vermieten». Oder eine Bewertung des Bewohners anhand der Wohngegend (sicher, das gibt es schon, aber so ist es möglicherweise noch leichter durchzuführen) für zukünftige Versicherungen, Kontoeröffnungen etc. Ähnlich steht das schon in diesem Beitrag.

    Es geht um Konsum. Kauft, Kinder, kauft. Und jene, die ausgeschlossen werden sollen.

    Geht man nun davon aus, dass es sich bei der «Digitalen Armee Fraktion» nicht um eine (aus dem Ruder geratene (?)) Satire handelt, sondern eine ernsthafte Unternehmung, stellt sich die Frage: Was ist der Zweck dieser Übung? Verteidigung des Rechts auf Konsum? Sind die «neuen Formen der Öffentlichkeit» nur neue Werbemöglichkeiten? Oder soll die digitale Technik eine Art der Erlösung auf dem Weg zu einer «besseren» Gesellschaft darstellen?

    In der Beschreibung von Herrn Best bei Twitter steht u.a. «SciFi-Fan». Gern wird in solchen SciFi-Romanen beschrieben, wie der Staat oder große Unternehmen oder gar beide zusammen die Bevölkerung zu ihren Zwecken im totalitären Stil (mit u.a. technischen Mitteln) manipulieren. Nun ist das hoffentlich weiterhin nur Fiktion und es ist Quatsch sich in Verschwörungstheorien zu ergehen.

    Stattdessen würde ich mir von einer «Digitalen Armee Fraktion» wünschen den «analogen» Bürger differenziert und friedlich aufzuklären, aber von einer Gruppierung mit dem Namen ‘Armee’ ist das nicht zu erwarten … außer es handelte sich um Satire. Dies scheint nicht der Fall zu sein …

  76. Katrin sagt:

    Was ist mental und menschlich eigentlich mit Menschen los, die andere Menschen an den Pranger stellen möchten, nur weil diese ihre Häuser verpixeln lassen wollen. Was speilt sich in deren Gehirnen ab? In aller Heimlichkeit bösartig zu sein ist ja eine Sache, aber öffentlich und unter dem eigenen Namen zu asozialem Verhalten aufzurufen ist etwas ganz anderes.

    Entweder diese Menschen sind gnadenlos dumm oder sie haben Allmachtsphantasien und denken, dass sie unverwundbar sind(narzistische Persönlichkeitsstörung). Ich tendiere zur Persönlichkeitstörung.

  77. Beutelteufel sagt:

    Es lohnt sich bestimmt, das Ganze auch mal aus psychologischer Perspektive zu betrachten. Ist es ein Zufall, dass offenbar die allermeisten — wenn nicht alle — Teilnehmer dieser Aktion männlich sind? Ich habe den Eindruck, dass die Geschichte viel mit einem fragwürdigen Männlichkeitsgehabe zu tun hat, nach dem Motto: Schaut mal her, was ich für ein toller IT-Hecht bin, der sich mit Computer und so richtig gut auskennt. Wer im Netz nicht zu Hause ist, der hat wohl Angst vor Streetview — ja, aber so ein Experte wie ich, der weiß natürlich damit umzugehen. Und die Omas und Opas, die nicht mal wissen, wie man Google schreibt, den zeige ich mal, wie weit sie hinterm Mond sind. Vergiss deinen Telefonanschluss, Alte: Wir Jungen sind so cool und so viel weiter, das ahnst du gar nicht. Könnte das sein?

  78. Olaf sagt:

    Jetzt wird es zu Glosse hier ;) .

    Es lohnt sich bestimmt auch die Motivation der Pixel-Befürworter aus psychologischer Perspektive zu betrachten.
    Ist es ein Zufall, dass offenbar die allermeisten die Google Street View skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen vor dem Jahr 1972 geboren wurden?
    Ich habe den Eindruck, dass diese Menschen dem Glauben aufgesessen sind das ein Foto Ihres Hauses, der Wohnanlage in der sie zur Miete wohnen, ihre Seele rauben wird wenn dieses Foto der Weltöffentlichkeit präsentiert wird.
    Wer einen Computer und eine Kamera bedient und dieses mit auch monetären Absichten macht, gehört als Hexer und Scharlatan auf den Scheiterhaufen.

    Uhm, ja, so ungefähr :-) .

    Wirklich interessant koennte auch ein nachlesen der Diskussionen und Argumente für und wieder neuer Errungenschaften/Technischen Neuerungen/geänderten Konzepten sein.
    z.B. zu Zeiten der Etablierung der Dampfmaschine, der Eisenbahn, des Automobils, der Funkübertragung, der Fotografie, von Transistoren, von Taschenrechner, von Impfstoffen, dem Frauenwahlrecht, der Trennung von Staat und Kirche, … ich denke das mein Gedanke mit diese Aufzählung verstanden werden kann.

    Auch ich fotografiere im Freien, mache Filme daraus auf denen fremde Menschen und Autos, ihre Häuser und Wohnungen zu sehen sind. Ich veröffentliche diese auch im Internet, auf z.B. Flickr. Ich mache das aber nicht um fremde Menschen und Ihre Häuser abzulichten, sie an den Pranger zu stellen oder was auch immer einige Knallchargen um Jens Best da abgesondert haben.
    Ich fotografiere sie ganz einfach aus dem Grund weil sie da sind und nicht aus dem weg gehen ;) . Sie sind Beiwerk, Teil eines ganzen das ich ablichte.

    Ich beschäftige mich hauptsächlich mit der Technik und den Möglichkeiten die diese Technik mir bietet.
    Dabei kommt dann soetwas raus:

    Und ja, ich habe in jedem Einzelbild etwaige Gesichter und vorhandene Nummernschilder von Hand verfremdet auch wenn es dazu keine Anforderung gibt (vgl. Panoramafreiheit). Einfach aus dem Grund das es irrelevant ist welches Auto da abgelichtet wurde, welcher Passant dort entlang lief oder da stand.

    Die große Masse der Menschen in diesem Land beschäftigen sich mit anderen Sachen und können mit meinen Kreationen gewiss nichts anfangen. Das erwarte ich ja auch nicht.
    Ich befürchte aber das, im Rahmen der hitzigen Debatte und den Schein– sowie Nichtargumenten die aus Reihen der derzeitigen Regierung kommen, mein Recht die technischen Mittel und Möglichkeiten zu erforschen, auszuloten und (mehr oder weniger) kreativ auszudrücken auf der Strecke bleiben wird.

    Auch wenn ich mich mal auf dem (in dem?) doodle eingetragen habe hege ich keinen greul gegen Menschen die, aus welchen Grund auch immer (Fehlende Informationen, opportunes Politikergeschwafel o.ä.) für Ihre Privatsphäre einstehen und diese auch einfordern.
    In meiner Rechtsauffassung gibt es aber eben kein Recht auf das eigene Bild oder Privatsphäre für Fassaden, Hecken und Jägerzäune.
    Darum mache ich Personen unkenntlich fotografiere aber weiter das was ich mit meinen Augen wahrnehmen kann (von den Experimenten mit Infrarotfotografie mal abgesehen).

    Meiner Ansicht nach gibt es zwischen dem was Google, Microsoft, andere Firmen und ich machen nur Unterschiede in der genutzten Technik sowie finanzielle Interessen.

  79. Jetzt wird es zu Glosse hier ;) .

    Dann hast Du ja noch gefehlt. ;-)

    Ist es ein Zufall, dass offenbar die allermeisten die Google Street View skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen vor dem Jahr 1972 geboren wurden?

    Könnte ich bitte den Link zu der Studie bekommen?

    Ich habe den Eindruck, dass diese Menschen dem Glauben aufgesessen sind das ein Foto Ihres Hauses, der Wohnanlage in der sie zur Miete wohnen, ihre Seele rauben wird wenn dieses Foto der Weltöffentlichkeit präsentiert wird.

    Völlig falsch, es gibt andere Gründe

    z.B. zu Zeiten der Etablierung der Dampfmaschine, der Eisenbahn, des Automobils, der Funkübertragung, der Fotografie, von Transistoren, von Taschenrechner, von Impfstoffen, dem Frauenwahlrecht, der Trennung von Staat und Kirche, … ich denke das mein Gedanke mit diese Aufzählung verstanden werden kann.

    Was für ein Humbug, Street View mit diesen Dingen zu vergleichen. Eher gehört hier in die Liste das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung oder die Leitsätze des Bundesverfassungsgerichtes zur Vorratsdatenspeicherung. Und genau in diese Richtung wird auch begründet gegen Street View argumentiert, siehe Links oben.

    Auch ich fotografiere […]

    Das ist nicht das Problem, die zentrale Datenbank ALLER Daten ist das Problem…

    aus welchen Grund auch immer (Fehlende Informationen, opportunes Politikergeschwafel o.ä.) für Ihre Privatsphäre einstehen

    Du hast nicht annähernd recherchiert, worum es auf dieser und anderen Publikationen geht. Bitte nachholen, solltest Du noch einmal kommentieren.

  80. Olaf sagt:

    Christian lies das was ich im 1. Absatz geschrieben habe bitte mal im Kontext, als Antwort auf folgendes:

    Es lohnt sich bestimmt, das Ganze auch mal aus psychologischer Perspektive zu betrachten. Ist es ein Zufall, dass offenbar die allermeisten — wenn nicht alle — Teilnehmer dieser Aktion männlich sind? Ich habe den Eindruck, dass die Geschichte viel mit einem fragwürdigen Männlichkeitsgehabe zu tun hat, nach dem Motto: Schaut mal her, was ich für ein toller IT-Hecht bin, der sich mit Computer und so richtig gut auskennt. Wer im Netz nicht zu Hause ist, der hat wohl Angst vor Streetview — ja, aber so ein Experte wie ich, der weiß natürlich damit umzugehen. Und die Omas und Opas, die nicht mal wissen, wie man Google schreibt, den zeige ich mal, wie weit sie hinterm Mond sind. Vergiss deinen Telefonanschluss, Alte: Wir Jungen sind so cool und so viel weiter, das ahnst du gar nicht. Könnte das sein?

    Und dann:

    Jetzt wird es zu Glosse hier ;) .

    Es lohnt sich bestimmt auch die Motivation der Pixel-Befürworter aus psychologischer Perspektive zu betrachten.
    Ist es ein Zufall, dass offenbar die allermeisten die Google Street View skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen vor dem Jahr 1972 geboren wurden?
    Ich habe den Eindruck, dass diese Menschen dem Glauben aufgesessen sind das ein Foto Ihres Hauses, der Wohnanlage in der sie zur Miete wohnen, ihre Seele rauben wird wenn dieses Foto der Weltöffentlichkeit präsentiert wird.
    Wer einen Computer und eine Kamera bedient und dieses mit auch monetären Absichten macht, gehört als Hexer und Scharlatan auf den Scheiterhaufen.

    Uhm, ja, so ungefähr.

    Da könnte dir etwas nicht aufgefallen sein ;-)

    Auch ich fotografiere […]

    Das ist nicht das Problem, die zentrale Datenbank ALLER Daten ist das Problem…

    Ich versehe meine Bilder i.d.R. mit geografischen Daten (GPS Position) und tagge sie.
    Beides zusammen ist an einem Ort vorhanden und, nicht nur von Menschen, abrufbar.
    Wie von mir gesagt, ich nutze nur eine andere technische Ausstattung. Immer noch kein Problem?

  81. Da könnte dir etwas nicht aufgefallen sein ;-)

    Okay, 1:1 zwischen Euch beiden, da will ich dann nicht länger stören. ;-)

    Immer noch kein Problem?

    Da fängt es dann sicherlich an, diskussionswürdig zu werden. Ich schrieb nebenan:

    Wenn auf Barcamps ein Foto von mir geschossen wird, auch unvorteilhaft *grummel* ;-) und dann bei flickr hochgeladen wird — dann ist es halt so.

    Wenn aber jemand explizit mein Foto ungefragt übernehmen würde, dann würde ich dagegen anwaltlich vorgehen.

    Genauso ist es mit meiner Häuserfront. Wenn da morgen von den Nachbarn ein Foto geschossen wird und auf flickr hochgeladen wird, interessiert es mich nicht.

    Bei Street View ist die Gefahr, dass zentral eine Datenbank für ganz Deutschland besteht, Google bohrt seine API immer mehr auf, wann immer Daten gesammelt werden, werden sie auch missbraucht, sprich: die Anhäufung, die riesige Datenbank selbst, die sich aufbereitet per Knoüfdruck mit anderen Datenbanken verknüpfen lässt, ist das Problem.

  82. >Ist es ein Zufall, dass offenbar die allermeisten die Google Street View skeptisch bis ablehnend gegenüber stehen vor dem Jahr 1972 geboren wurden?

    Wenn es denn stimmt, würde es nicht verwundern … Erfahrung kommt nicht über Nacht. Und betrachte ich mich z.B., ich hatte schon mit Computern zu tun und mimte den Nerd, als viele von den Altklugen heutzutage nicht einmal geplant waren. Sieh es nicht als Angabe, es ist eben so wie es ist. Nur würde ich mir eher Gedanken machen bezüglich des «jugendlichen» Übermuts der «digital naives». Ich bin noch nicht so alt, daß ich nicht in der Lage wäre mich zu erinnern … Dummheiten machte ich sicherlich einige, doch gab es Gott-sei-Dank damals noch kein Internet. Und auf Mailboxen damals wurde Dummheit oder nennen wir es besser Ignoranz nicht in jedem Maße toleriert, wie es heute in diesem «Netz der Freiheit» der Fall ist.

    Ich habe Freunde in beinahe jedem Alter von ca. 18 bis zum Ältesten mit knapp 60 Jahren, von daher halte ich mich in der Regel aus solchen infantilen Diskussionen heraus, welche das Alter zum Maß aller Dinge erheben. Jedes Alter hält gewisse Besonderheiten parat, die sich gemeinsam nutzen lassen. Ignoranz war eben noch nie ein Argument.

  83. […] diese ganze Street-View-Debatte. Irrationale Ängste und Culture-Clash-Fronten auf der einen Seite; Charakterlose und asoziales Pack auf der […]

  84. Unglaublich, ein gewisser «calamardo», der natürlich anonym bleibt, sprich bei sich selbst keine Öffentlichkeit wünscht, kommentiert auf den Beitrag oben von Bürgerinitiative für Verfassungsschutz wie folgt:

    Kinderschaender

    Bald werden Kinderschänder und Street-View-Gegner in einen Topf geworfen, es dauert nicht mehr lange…

  85. Bei derlei Aussagen liegt der Vergleich mit Blockwarten nicht mehr fern.

  86. Frage mich gerade was das für Pfeifen sind, die Mails mit gefakten Daten versenden, darüber hinaus eine Person ansprechen, aber zwei verschiedene Personen zitieren? Von Spießern fabulieren, aber selbst nur als anonyme Voyeure/Schmähkritiker auftreten … q.e.d.

  87. Beutelteufel sagt:

    Hm, verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz. Mag unglücklich sein, das in Bezug auf die natürlich berechtigte Kritik von Bürgerinitiative zu bringen. Grundsätzlich aber hat er doch recht: Statt entspannt einen für alle Seiten tragbaren Kompromiss zu tolerieren, provoziert die Truppe um Herrn Best Gerichtsverhandlungen, womöglich sogar Gesetzesnovellierungen. Wieder ein paar Paragrafen mehr, damit auch der Letzte versteht, was der Unterschied ist zwischen einem Fotomotiv von öffentlichem und einem von voyeuristischem Interesse.

  88. Beutelteufel sagt:

    Nein, kann er nicht. Weil für ihn die Diskussion immer dann beendet ist, wenn’s für ihn brenzlig wird.

  89. Beutelteufel sagt:

    Also ich selbst bin Jahrgang 77, was aber natürlich nichts heißen muss. Ich hatte zuerst gelesen «dass die Street-View-Befürworter vor dem Jahrgang 1972 geboren wurden»: Wenngleich ich auch das nicht weiß, würde ich diese Version für wahrscheinlicher halten. Meiner subjektiven Erfahrung nach sind es eher Ältere, die noch aus ihrer C-64-Zeit das Prahlen mit ihren ach so tollen Computerkenntnissen vor der vermeintlich rückständigen Masse gewohnt sind (nein, natürlich trifft das nicht auf alle zu). Für Jüngere gehört der Umgang mit Rechnern seit jeher zum Alltag, weshalb sie so ein Gehabe meistens nicht nötig haben.
    Ein schöner Film. Was aber die freiwillige Verfremdung der Nummernschilder betrifft, bin ich mir nicht sicher. Zeitungsredakteure achten immer penibel darauf, dass die Kennzeichen verdeckt sind, und es wird als Katastrophe angesehen, wenn doch mal ein Nummernschild ins Blatt kommt. Vielleicht ist das aber auch nur aus Gründen der Selbstverpflichtung, so wie bei dir.

  90. Wäre ja schön, wenn der «Vorwurf» in Richtung der Gruppe gegangen wäre, er meint aber die «andere Seite», sprich die, die sich gegen Street View aussprechen, explitiz oben den Versuch, Street View rechtlich einzuordnen.

  91. Wer solche Freunde hat, braucht kein Feinde mehr:

    Freisler & Co.

    Das angesprochene Bild zeigt eine Deutschlandflagge in einer Toilettenschüssel. Okay, wer es braucht — viel interessanter aber die Bildunterschrift:

    An Richterin XXX «Freisler» XXX und SA XXX «Weyersberg» XXX vom OLG Rostock:

    Hiermit distanziere ich mich von der «FDGO» des Bundesregime Deutschland.

    (Namen von mir entfernt, Rechtschreibung wie im Original)

    Zur Erinnerung:

    Roland Freisler
    Albert Weyersberg
    SA

    Wer solche Aktionen startet, muss sich nicht wundern, wenn er solche Gestalten anzieht…

  92. Beutelteufel sagt:

    Es ist wahnsinn. Das muss man speichern — so «frei» ist das Netz zum Glück noch nicht, als dass sich solche Einträge nicht zurückverfolgen ließen.

  93. Tom sagt:

    «Sie sind charakterlos.«
    Ganz und gar nicht, sie haben nur einen sehr schlechten Charakter. Ich habe zwar nichts gegen Street View, aber diese Aktion ist unter aller Sau. Was soll das werden? Ein «schwarzes Brett»? Wozu?

  94. Lorilo sagt:

    «Charakterlos» ist noch das harmloeste, was mir zu den «Herren» Best, Seemann und Konsorten einfällt. Nur, weil die ihr verpfuschtes Leben und ihre Fastarbeitslosigkeit als Social-Media-Irgendwas nicht ertragen und immer noch nicht gerafft haben, dass der ganz große Internet-Hype, den sie seit Jahren herbeifaseln und –phantasieren SO nicht kommt und die meisten Menschen einen Furz interessiert, und sie nach jedem noch so dünnen Strohalm für Aufmerksamkeit gieren, holen sie jetzt ihren Schwachsinn in Tüten bei jeder Sache raus und krakeelen zu allem ihr unreflektiertes Gedankengut.

    Und mittlerweile reicht’s. Ich wünsche Herrn Best von Herzen, dass sich irgendwer findet, der all die hübschen Daten von ihm im Netz zusammensucht, im Sinne totaler Öffentlichkeit vernetzt, massiv verbreitet und damit größtmöglich Schindluder am Rande der Legalität treibt.

    P.S.
    Btw. Fast alle Menschen aus meinem näheren Umfeld, die GSV sehr kritisch ggü., sind jünger als Jahrgang ’72 (spielte auch keine Rolle, wenn nicht) und mit Computern aufgewachsen. Allerdings haben die auch durch die Bank einen geschätzt dreifach höheren IQ als dieses Gesocks.

  95. Wolf-Dieter sagt:

    – Zitat –
    Nicht alles wogegen es kein Gesetz gibt ist supidupi in Ordnung.
    – Zitat Ende –

    Du formulierst gerade ein «Verbots– statt Erlaubnis-Prinzip» aus.

    Für ein Verbot brauchts bei uns üblicherweise eine Begründung. Beispiel: das prinzipielle Verbot, Waffen zu tragen, ist begründet durch die letztgültige Konsequenz eines Bedienfehlers beim Waffeputzen. Ausnahmen von dem Verbot sind also explizit zu begründen. Aber Fotos von Häusern? Von außen?

    Was ich sagen will: entsprechend deinem Recht, Streetview abzulehnen, habe ich ein Recht, deine Gründe zu verstehen. Sollte nicht schwer fallen.

  96. Dieter sagt:

    Was gibt es Schöneres als von diesen Stalking-Typen «Spiesser» genannt zu werden? Ich bitte darum!

  97. Wolf-Dieter sagt:

    – Zitat –
    Die Überschrift mag provizieren, mehr aber auch nicht. Da muss jetzt keine Debatte drüber geführt werden.
    – Zitat Ende –

    Dein Standpunkt ist immerhin sorglos. Aber ok, ich diskutiere ihn nicht.

  98. So, jetzt mal alle bitte festhalten.

    Moral, Anstand, Respekt ist für Jens Best nur Blabla.

    Blabla

    Und «calamardo» at his best. Street View soll ja nun angeblich Öffentichkeit sein, man widerspricht — der Widerspruch ist dann aber nicht öffentlich, weil man es nicht persönlich bei «calamardo» getan hat. Ist Größenwahn eigentlich heilbar?

    Groessenwahn

    Last but not Least Jens Best, der tatsächlich behauptet:

    Terrorismus

    Und morgen wird Street-View-Gegnern dann Terrorismus vorgeworfen.

    Was sind das für Menschen?

  99. w. sagt:

    Wenn Du den Begriff «Totalitär» mit «Faschistoid» ersetzt, unterschreibe ich den Beitrag.

  100. [ ]du kennst die Bedeutung von Totalitarismus
    [ ]dir ist bewußt, daß anders als bei denjenigen dort, nicht alleinig die Sache ist, die interessiert, sondern auch die Menschen dahinter

    Wenn du verstehst, um was es geht, dann ist die Terminologie Schall und Rauch. Überlassen wir Neusprech denjenigen dort, denn mehr haben diese Leute nicht zu bieten.

  101. Auch sehr nett:

    Dieter Welzel aus Siegburg nennt mich einen Troll:

    Troll

    Die Wikipedia schreibt: Wissenschaftliche Studien über Trolle sind selten. Dies liegt unter anderem daran, dass Trolle nicht leicht zu identifizieren sind und für Befragungen in der Regel nicht zur Verfügung stehen. […] Trolle sind innerhalb der Community isoliert und versuchen ihre virtuelle Identität zu verbergen, etwa durch die Nutzung von Sockenpuppen.

    Ich halte fest: Weder trete ich anonym auf, noch wird einer sachlichen Diskussion aus dem Weg gegangen, siehe die mittlerweile 100 Kommentare hier und gut 36.000 Kommentare insgesamt.

    Aber so ist das wohl mit Menschen wie Dieter Welzel aus Siegburg. Was nicht der eigenen Meinung enstpricht, wird diffamiert und verunglimpft.

    Und ich möchte noch einen weiteren Punkt festhalten: sei es nun F!XMBR, Don Alphonso, Heribert Prantl von der SZ oder auch andere Blogger, Street-View-Gegner sind identifizierbar, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Bei der Gruppe um Jens Best ist das Gegenteil der Fall: ich sehe viele Sockenpuppen, wobei Dieter Welzel aus Siegburg wie auch Jens Best aus Berlin positiv zu sehen sind. Sie sind aber in der Minderheit.

    Und bevor ich es vergesse: mir wird von den Sockenpupen und Gegnern der Privatsphäre doch tatsächlich vorgeworfen, ich würde Zitate aus internen Foren an die Öffentlichkeit bringen. Ich lach mich tot. Das Wirken des Herrn Best und seiner Truppe war bereits Thema beim ehemaligen Nachrichtenmagazin und der New York Times, Google Street View wird deutschlandweit diskutiert. Sprich: es besteht ein öffentliches Interesse.

    Mal abgesehen davon, dass das Wirken der Herrschaften auch ohne diese Hintergründe öffentlich gemacht werden muss. Wer mit Öffentlichkeit argumentiert, sollte Öffentlichkeit nicht scheuen, nicht wahr, meine Damen und Herren.

    Und wenn sich diverse Gerüchte bestätigen, dann werden die nächsten Wochen sehr interessant… *fg*

  102. w. sagt:

    now I can see :)

  103. Ich halte fest:

    1. Bisher ist die Diskussion hier weitestgehend sachlich verlaufen und auch Befürworter von Google Street View sind zu Wort gekommen.

    2. Ich kenne Jens Best nicht, er mich nicht, habe bis zu dieser «Aktion» seinen Namen nicht gekannt, also kann ich keine «Freundschaft» pflegen.

    Danke.

  104. Beutelteufel sagt:

    Mal ganz abgesehen davon: Wer sich öffentlich gegen ein Angebot des Internets ausspricht und dabei seinen Klarnamen verrät, lebt gefährlich. Ein unbedachter Halbsatz in einer Frühstückssendung reicht aus, um von der Meute zerfleischt zu werden (siehe Google-Suche zu «Kerstin Kullmann»). Der Mob schafft es, mich wegen einer einzigen missverständlichen Äußerung für den Rest meines Lebens zu diffamieren. Mutig sind nicht Leute, die sich unter ihrem tatsächlichen Namen bei Google anbiedern — mutig sind Blogger wie Christian Sickendieck, die sich im Netz eine Meinung gegen Auswüchse des Netzes erlauben. (Nein, ich bin nicht Frau Kullmann)

  105. Katrin sagt:

    Ich bin noch immer hin und hergerissen, ob ich mein Haus nun
    verpixeln lassen soll oder lieber nicht. Tue ich es nicht, werde ich mich ärgern, dass ich diesen Akt der Willkür von Google klaglos hingenommen habe. Lasse ich verpixeln hat Google definitiv meinen Namen in Kombination mit meiner Adresse und dazu kommt noch, dass mich eine Gruppe Asozialer im Internet an den Pranger stellen kann. Dafür das diese Profilneurotiker nicht auch noch meinen Namen und meine Adresse gemeinsam mit dem Photo meines Hauses hochladen gibt´s auch keine Garantie.

    Ich habe erst in der letzten Woche erfahren, dass sich auf den Satellitenaufnahmen bei telefonbuch.de Hausstandorte von Telefonanschlüssen (nur die mit Adressenangabe) punktgenau ermitteln lassen. Der Standort des zum Telefonanschluss gehörenden Hauses wird durch einen roten Punkt exakt lokalisiert. Bei den Satellitenaufnahmen von Google ist das nicht so eindeutig möglich. Da steht das Fähnchen in der Nähe des Hauses. Da ich nicht im Telefonbuch stehe, betrifft mich das nicht. Aber ich habe davon meinen älteren Verwandeten (+60) erzählt. Diese wussten davon nichts und waren überhaupt nicht amüsiert.

  106. Wir haben hier auf F!XMBR seit jeher darauf geachtet, dass die Kommentare eine gewisse Fallhöhe nicht unterschreiten, sei es in Diskussionen über die CDU oder die SPD, was auch immer.

    Mehr als 36.000 Kommentare zeugen in knapp 7.000 Artikel davon, dass wir auch kritische Geister zu Wort kommen lassen.

    Wer sich hier also beschwert, dass sein Kommentar nicht freigeschaltet wird, sollte an sich arbeiten.

    // Edit:

    Was den Vorwurf angeht, ich würde interne Dinge der Gruppe um Jens Best an die Öffentlichkeit bringen, bitte ich um etwas Geduld. ich habe über den genannten Herren einen neuen Artikel vobereitet…

    Ich schrieb weiter oben:

    Und bevor ich es vergesse: mir wird von den Sockenpupen und Gegnern der Privatsphäre doch tatsächlich vorgeworfen, ich würde Zitate aus internen Foren an die Öffentlichkeit bringen. Ich lach mich tot. Das Wirken des Herrn Best und seiner Truppe war bereits Thema beim ehemaligen Nachrichtenmagazin und der New York Times, Google Street View wird deutschlandweit diskutiert. Sprich: es besteht ein öffentliches Interesse.

  107. Robert B. sagt:

    Moment mal! Herr Seemann schrieb vor ein paar Tagen in seinem Blog:

    Wer aber löscht oder Informationen unzugänglich macht, stiehlt! Er bestiehlt uns alle! Wir sollten uns das nicht länger gefallen lassen.

    Was gibt es dann für Beschwerden? Wollen sich diese „Digital Naives“ des Diebstahls schuldig machen? Ich dachte, wir bräuchten einen neuen Begriff von Öffentlichkeit, so steht es auch bei Carta.

    Ich bin auf den nächsten Artikel gespannt, jetzt, da die Widersprüche dieser selbst ernannten „Freiheitskämpfer“ immer offener zu Tage treten.

  108. Solche Leute, die jetzt mit großen Pathos bezüglich «Freiheit» referieren, sind ansonsten recht «kleinlaut» bzw. unhörbar handelt es sich denn um Soziales, Bildung etc. pp., Bürgerrechte allgemein eben. Da vernimmt man keinen Pathos, da wird nur der stetig vorranschreitende «Kontrollverlust» proklamiert, oft einzig Ausdruck des eigenen Unvermögens.

    Der Ruf, nein geradezu der Schrei, nach einem Plus an Daten, ist bei jenen Grundlage für deren Flucht aus der «Sklaverei». Sprich man möchte nicht von «9 to 5″ arbeiten, man möchte «frei» sein, sich an den Daten anderer laben. Und diese Art von «Freiheit» existiert größtenteils nur in «digitalen Gefilden». Und diese «digitalen Gefilde» wiederum bestehen aus Daten, jeder Menge Daten, einer Flut von diesen. Mit allerhand Mashups kann man Arbeit oder gar «Kreativität» vortäuschen und diverse Medien sind sogar bereit diese monetär zu vergüten.

    Daß soll nicht bedeuten, daß da draußen nicht hervorragende Texte geschrieben werden, daß keine Kreativität per se existiert usw. Nur eben wird man diese Dinge bei den Marktschreiern nicht vorfinden, dort findet man einzig verschrobene «Thesen», die wiederum nur der eigenen Rechtfertigung dienen und die Existenzgrundlage bilden.

    Vernunftbegabte Menschen nehmen diesen Leuten aber die Butter vom Brot, entziehen jenen die ohnehin recht fragile Existenzgrundlage. Wir stehen gegen die Enteignung und Pervertierung von Freiheit seitens dieser datentechnischen Krämerseelen. Wir stellen Vernunft gegenüber Wahn. Wir nehmen der Öffentlichkeit nicht die Öffentlichkeit, verwahren uns jedoch vor einer maschinell abgleichbaren «erweiterten Öffentlichkeit», die den Menschen hinter diesen anfallenden Daten in Grund und Boden tritt.

    Wir stehen gegen diese Leute, die die datentechnische «Zwangsprostitution» legitimieren möchten und den digitalen Totalitarismus forcieren. Wir sind Menschen, keine Maschinen, keine Nummern in deren digitalen Albtraum!

  109. Marc sagt:

    Vielen Dank für die Mühe. Spätestens nach der Lektüre des Artikels sollte endgültig geklärt sein, worum es wirklich geht. Insgesamt sehr erhellend, gerade im Zusammenhang mit dem Artikel hier und unter Berücksichtigung der Kommentare.

  110. Beutelteufel sagt:

    Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn ich an der Fußgängerampel einer alten Frau mehr Zeit zum Überqueren der Straße gebe — bloß weil sie gebrechlich ist? Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn ich einer schwangeren Frau meinen Busplatz anbieten soll, obwohl es dafür doch gar kein Gesetz gibt? Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn Leute ihre Häuser verpixeln, ohne vorher Herrn Best um Erlaubnis zu bitten?

  111. jennico sagt:

    mal ein neuer gedanke:

    ich bin ein berliner hausbesitzer und habe vor allem deshalb widersprochen, weil ich nicht einsehe, warum ein dritter von den fotografien meines eigentums finanziell profitieren sollte. denn es geht doch hierbei nur um eines: um profit und nur profit.

    google ist doch kein «web-robin-hood» und hat kein weltanschauliches oder philanthropisches interesse an der «digitalisierung der öffentlichkeit», herr jens best !

    google hat viel in zeit und material investiert, ausschließlich weil es sich finanziell lohnen wird. alles andere, was hier so philosophisch erörtert wird, ist doch blanker unsinn. es geht bei der ablichterei um knete, und solche dummerchen wie jens best lassen sich vor deren karren sperren (es sei denn, herr best gedenkt von seinem zweifelhaft aufgepimpten ruhm in zukunft zu leben. aber dann träfe die überschrift genau den kern. oder er wird bereits von google bezahlt.).

    mein vorschlag an google: setzt euch mit mir in verbindung und verhandelt mit mir die konditionen, unter denen ich mein eigentum ablichten und veröffentlichen lasse ! so läuft das im ehrlichen geschäftsleben ! das, was jetzt beabsichtigt ist, ist schlicht raub.

    übrigens: schaut euch mal bei «bing maps» um, da ist alles bereits realität. wenn jemand weiß, wie ich mich dagegen wehren kann, der gebe mir bitte einen tipp.

    j.

  112. >übrigens: schaut euch mal bei «bing maps» um, da ist alles bereits realität. wenn jemand weiß, wie ich mich dagegen wehren kann, der gebe mir bitte einen tipp.

    Das ist alles längst bekannt, uns zumindest. Google gilt als Beispiel, weil der Platzhirsch in diesem Bereich. Es müssen Rahmenbedingungen her, der allgemein keinen datentechnischen Wildwuchs erlauben.

  113. Taluien sagt:

    Ich habe irgendwie so ein Gefühl das sich in dem Punkt meines Denkens zusammenbraut, der gern mit Worten spielt…

    Ich sehe derzeit zwei Pole der Diskussion: diejenigen die gegen Streetview sind da sie nicht möchten das man ihren Wohnort klar zuordbar immer und überall abrufen kann und diejenigen die entsprechend unkenntlich gemachten Häuser neu fotografieren und — wiederum auch einer Addresse zugeordnet — ins Netz stellen wollen und dies mit dem Recht auf Fotografie des öffentlichen Raumes argumentativ vertreten.

    Dazu würde ich gerne mal meine Ansicht ausdrücken… es geht der ersten Gruppe nicht um die Einschränkung des Rechts auf Fotografie im öffentlichen Raum, sondern eher darum das die entsprechenden Häuser direkt mit einer Karte verknüpft sind und somit identifizierbar werden, was diverse Konsequenzen haben könnte. Von daher sehe ich das meiste was von (ich nehme ihn hier mal stellvertretend) Jens Best bisher geäussert wurde und aus dem Forum hier veröffentlicht wurde als viel Lärm um Nichts. Es wird ein riesiger WInd gemacht um etwas, das hier gar nicht angestrebt werden soll von denen, die sich gegen Streetview entscheiden und ihr Haus unkenntlich machen lassen. Sollte es also wirklich um das Recht an Fotografie des öffentlichen Raums gehen so ist sowohl die Methode als auch die angepeilte Zielsetzung absolut daneben gegriffen da es eben nicht um die Wahrung eines Rechts, sondern um die Verletzung eines anderen Rechts zu gehen scheint, jedenfalls nach dem was ich bisher so wahrnehme. Das traurigste an der ganzen Sache ist die absolute Respektlosigkeit vor anderen Menschen. Ich würde mal darum bitten über die unterschiedlichen Begrifflichkeiten nachzudenken… oder, um es mal anschaulich zu machen: wenn ich das Haus meines Nachbarn fotografieren würde und unkommentiert ins Netz stellen würde um z.B. ein Storchennest oder so etwas zu zeigen wäre es meiner Meinung nach in Ordnung dies zu tun, solange eben nicht erkennbar ist wo dieses Haus steht und wer dort wohnt, da dies nicht zu den Dingen gehört, die an Informationen zu diesem Foto gehören. Das heisst für mich das die Fotografie und die Identifizierbarkeit zwei verschiedene Dinge sind. Und solange man Fotos soweit nachbearbeitet das keine Verknüpfung zu anderen Informationen geschaffen werden kann (Unkenntlichmachung von Namen, Strassenschildern, Hausnummern ect.) sollte es kein Problem darstellen diese zu veröffentlichen.

    So, ist spät und ich hoffe mal es ist halbwegs verständlich was ich meine.

    jm2c, Taluien

  114. Und noch eine Stilblüte, worum es der Gruppe um Jens Best geht. Das Mitglied g.elser schreibt:

    Kampf

    Noch Fragen?

  115. Katrin sagt:

    Der Satz erinnert mich ein wenig an den Kampf der «sechs gegen sechzig Millionen» in den siebziger Jahren. Da wurden auch Kollateralschäden an der Zivilbevölkerung billigend in Kauf genommen, weil man sich einem «großen Ziel» verpflichtet sah.

  116. Hurricane sagt:

    Wer bei Jens Best bei mixxt mitgelesen hat, weiß ja auch, was ich von dem «Kampf» halte. Nun hat er mich aus seiner Community ausgeschlossen. Ich bin wahrhaftig untröstlich ;-) . Aber was ich dort wissen wollte und vermutet habe, habe ich erfahren und bestätigt bekommen. Bei den Häuserjägern, die sich dort zu Wort gemeldet haben — handelt es sich größtenteils um Menschen mit einer starken Neigung zum Denunziantentum und zur Diffamierung.

  117. Katrin sagt:

    Durch einen besonders ausgeprägten Fanatismus zeichnet sich ein 61jähriger Rentner aus Bad Honnef mit dem «nom de guerre» Willi Wurm aus. Da ist Nomen wirklich Omen. Der muss vorsichtig sein, dass aus ihm kein zweiter Smudje wird, mit allen für ihn negativen Konsequenzen.

  118. […] die von Google verpixelt wurden, abfotografiert und ins Netz stellt. Von den einen wird er als Charakterlos beschimpft von den anderen für seine Aktion gefeiert. Wieder sind die Fronten […]

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