mit einem Bein in der Werbung

Ich finds schon geil wie schwer es einige anscheinend finden Farbe zu bekennen und sich auf die anvisierte moralisch bessere Seite zu stellen, sprich konsequent der Werbung zu entsagen. Egal wohin man auch im Netz stiefelt stößt man desöfteren auf die Verneinung von Werbemaschinen a la adical, mitunter wird auch mal etwas von hier zitiert etc., aber man will nicht so wirklich Stellung beziehen. Man möcht sich ja keinen vergraulen …

Konsequent durchgezogen würde das bedeuten, hier schaut in Zukunft keiner nach ob meiner Reden und vielleicht werd ich ja mal berühmt und könnte gut absahnen hätt ich nur das Maul gehalten. Die nachfolgenden Reden bezüglich Werbung und wie verwerflich man diese findet kann man also auch getrost bei denjenigen das Klo rünterspülen. Alles nur geheuchelt, beim passenden Angebot wird man auch dort springen.

Wie heuchlerisch veranlagt muß man denn sein, selbst Werbung zu filtern, Tipps dazu zu geben bzw. im TV regelmäßig wegzuzappen und andere zugleich mit Werbung zuschütten zu wollen und sich davon auch noch ein lukratives Geschäft zu versprechen? Wohlgemerkt ich rede hier ausschließlich von jenen, die da Verständnis zeigen, sprich die Beine breit machen, wenn denn der Preis nur hoch genug ist. Der Rest der Willigen ist eh schon heftigst am Geld zählen, selbst bei Peanuts. Da muß man wohl recht gut geschmiert sein, um sich behände in alle Richtungen neigen zu können.

Hey Werbung sichert Arbeitsplätze

Alle Konsumenten sichern die Arbeitsplätze indem sie ein Produkt erwerben, zugleich sichern sie auch das Überleben der Werbetreibenden, weil sie die Luftschlösser erst finanzieren.

Aber Werbung ist doch kreativ

Ich kann auch mit einer farbigen Rauchgranate am Arsch vom Hochhaus springen. Wer bezeichnet mich danach als kreativ?

Du bist ein Miesmacher und nur neidisch

Klar im Mittelalter wäre ich auch gerne dem Klerus zugehörig gewesen und hätte mein Geschäft mit Ablaßbriefen gemacht.

Du kannst es dir wohl leisten, andere haben Familie …

Sprach der Dealer vor dem Kadi …

Was gehts dich überhaupt an?

Nun bewegt man sich im Netz und auch außerhalb — egal wo, stolpert man fortwährend über bezahlten SPAM. Will man dies nicht muß man diesen SPAM filtern, die Gegenseite schläft nicht und versucht immer wieder ein Schlupfloch zu finden. Nun das lustige dabei andere bekommen Geld dafür, das sie mir die Zeit und den Nerv rauben. Und in der Kommerzwelt glaubt man gar noch, das Produkte ob dieses Nervfaktors bevorzugt erworben werden. Eine kranke Welt, mehr nicht … ich bringe kein Verständnis für diese Spammer auf, ich stelle mich klar auf die andere Seite. Wer Geld hat für einen Computer und initial auch für Webspace, den es heute beinahe geschenkt gibt, braucht nicht zu jammern ob des teuren Blogs — das wirkt auf Dauer nur recht lächerlich.

Du bist absolut gegen Werbung?

Ja, ich bringe keinerlei Verständnis dafür auf — außer ich werbe selbst für etwas aus Überzeugung heraus. Aber bevor hier jemand kommt siehste, du also auch, ich machs nicht für Geld und auch nicht wenn mich jemand darum bittet. Der eigene Antrieb, die eigene Überzeugung ist da das Maß aller Dinge und das geht verlustig, wenn mich jemand dafür bezahlt. Man sollte in Zukunft diesen Ausverkauf moralischer Werte eher SPAM nennen, sonst kann man bald nicht einmal mehr um seine Liebste werben, ohne geächtet zu werden 😉

Man sollte sich auch in Zukunft überlegen, diese Leute pro Werbung hier in den Kommentaren zu tilgen. Was hat man denn von deren gekaufter Meinung? Selbst die Meinung pro Werbung ist am schnöden Mammon orientiert und Geld ist für mich keine Diskussiongrundlage — außer ich würde einen Kredit aufnehmen. So long, spammt in Zukunft auf euren gekauften Plattformen — hier nicht!

32 Antworten zu “mit einem Bein in der Werbung”

  1. EuRo sagt:

    Ich sag euch was. Nicht als Kritik, nur als freundschaftlich gemeinter Hinweis:
    Ich hab nur noch die Überschrift und den ersten Absatz angelesen.
    Langsam schmeckt das wie ein 10 Stunden alter Kaugummi…
    Ich bin bestimmt nicht der einzige, den das inzwischen ein wenig langweilt.
    Echt nicht bös’ gemeint.

  2. Oliver sagt:

    Kein Problem — ich erwarte das ungefähr bei 9 von 10 Sachen die ich schreibe. Auf get privacy erwarte ich ebenso wenig, man merkts dort auch usw., die Leute sind ermüdet davon. Problem der Leser erwartet irgendetwas hier, das er nicht bekommen wird. Weil irgendwie sinds die Dinge, die *uns* beschäftigen. Ein Presseportal ist es eben nicht und würden wir werben, müßten wir uns jetzt wohl ernsthaft Gedanken machen.

    Ich schreibe für mich, was ich denke, manche Dinge landen hier auch wie auf einer Art Notizblock, bei anderen Sachen mache ich mir schlicht Luft — Quintessenz: Chris oder meine Gedanken. Wir haben auch keine Redaktion in der wir uns absprechen, was denn morgen so geschaltet wird als Artikel — das kommt nach Lust und Laune und kann sich eben auch unterscheiden.
    Wenn ich mal wieder drei Wochen lang Unix-Tipps herunterrassele, werden auch einige aufstöhnen. Und? Who cares, wir spielen halt nicht everybodies darling und haben auch keinerlei Verbindlichkeiten, die uns dazu anhalten.

  3. Chris sagt:

    Das was Oliver sagt — dann musst Du halt gehen Rolf. Können wir nicht wirklich ändern.

  4. Oliver, das Problem an der ganzen Sache ist doch, dass wir momentan ohne Werbung nicht auskommen. (Keine Zeitung, kein TV, kein Radio, kein Event, kein sonstwas) Das alles finanziert die Werbung, ganz einfach weil wir zu geizig sind etwas für solche Angebote mehr zu bezahlen. Oder wieso dümpelt Premiere vor sich hin und niemand nutzt im Netz irgendwelche Premiumangebote? Das alles ist mir ein wenig zu kurz gedacht oder bedarf des Vorschlags einer Alternative. Ich weiss, das ist nicht eure Aufgabe, dennoch würde ich mir das wünschen. Wir alle wissen zwar, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, aber ich würde mich freuen wenn man sich zusammentut und eine Alternative, gerade im Internet erarbeitet. Mir fallen Stichworte wie Kulturflatrate ein etc.

    Ich bin zwar Werber, aber ich kann deinen Missmut voll verstehen, auch mich nerven Push-Werbeformen, die mich nicht interessieren, oder die mich schlichtweg nerven. Aber das ändert sich nicht solange man nicht ein Gegenmodell kreiert.

    Ich fürchte daher kommt auch schnell Langeweile bei dem Thema auf, wenn man immer wieder predigt wie kacke Werbung ist, aber dafür auch nichts anderes vorschlagen kann, wie wir zukünftig auch ohne auskommen könnten. Ich weiss, nicht euer Ding, aber meine Meinung. 😉

  5. Oliver sagt:

    >Das alles finanziert die Werbung

    Das alles finanziert z.B. der Leser der Zeitung und wenn er die Kaffewerbung sieht, hat er diesen nonsense höchstwahrscheinlich auch schon durch Kauf des Produkts finanziert. Man kann sich auch im Kreis drehen bei der Sache, der Konsument ist dabei der der zahlt *und* genervt wird.

    >dafür auch nichts anderes vorschlagen kann, wie wir zukünftig auch ohne auskommen könnten.

    Das Gegenmodell? Siehe die Antwort unter der Frage «das alles finanziert die Werbung». Es gibt schlicht kein Gegenmodell für diese Scheinwelt. Denk mal drüber nach, wer letztendlich deinen Unterhalt zahlt. Wenn Microsoft z.B. Riesenparties für die Xbox360 schmeißt und überall PR für Vista schaltet, dann zahlen diesen Käse die Kunden, die zugleich auch davon genervt werden.

    Die Werbeagenturen auf der ganzen Welt sind quasi Schmarotzer der Gesellschaft, bei der sie abkassieren und die sie zugleich nerven. Und du redest von einem Gegenmodell …

  6. Okay, und wie werden wir in Zukunft auf neue Produkte aufmerksam? Und jetzt sag mir bitte nicht, wir brauchen keine neuen Produkte. 😉

    Werbung ist nix, was ein Mensch mal aus Boshaftigkeit erfunden hat. Es ist aus einem fließenden Prozess heraus erfunden worden und wir können sie auch nur in einem fließenden Prozess heraus wieder einschränken. Aber ich seh schon, als «Schmarotzer» habe ich hier wohl ziemlich schlechte Karten. Macht nix, dann geh ich halt woanders spielen. 😉

  7. Oliver sagt:

    >Okay, und wie werden wir in Zukunft auf neue Produkte aufmerksam?

    Stell dich doch nicht so dumm an. Das man auf ein Produkt aufmerksam machen muß ist klar, lassen wir jedoch die Märchenwelt beiseite wird daraus ein profanes Plakat mit Fakten.
    War die Werbung, ähnlich dem profanen Werben um den Parter, ehemals ein probates Mittel, um den Blick aufs eigene Erzeugnis zu lenken, so ist es heute ein Mittel das eine Scheinwelt finanziert und zudem den Kunden nach Strich und Faden belügt.
    Heute besteht die sogn. Kreativität darin, möglichst gewitzt aus dem Kunden einen Narren zu machen, der die Sache frißt und drauf reinfällt.

    Gib mir ein Plakat mit dem Auto drauf, den bloßen Daten und fertig — dann kann der Kunde selbst vergleichen. Ein mündiger Bürger wird diese Art der Information auch vorziehen.

  8. Tschuldigung für die dummen Fragen. Wir dnicht wieder vorkommen 😉

    Du hast es gut erkannt, wie sich die Werbung vom reinen «werben» zur versuchter Manipulation verändert hat. Die Krux an der Sache, die Menschen lassen sich zu leicht verarschen. Daher hat natülich das Plakat den Vorteil, welches eben Vorzüge anpreist, welches es so nicht gibt. Siehe die ganzen Telekommunikationswerbung mit zig Ausnahmen und Sternchen und auf dem Plakat steht dann: Surfen für 0 Euro*

  9. Oliver sagt:

    >Die Krux an der Sache, die Menschen lassen sich zu leicht verarschen.

    Exakt. Und heute läuft man mir hinterher und versucht mich davon zu überzeugen, das diese Verarsche wichtig sei und Arbeitsplätze sichert bzw. Produkte finanziert.

    Ahm und das soll ich also gut finden? Zeig mir eine einzige ehrliche Werbung da draußen? Man riecht doch schon förmlich überall die Manipulation, wenn ich die profanen Produktinformationen umständlich suchen muß — man möchte gar nicht das ich vergleiche. Um einiges gelassener hätte ich es vielleicht noch vor 15–20 Jahren gesehen, auch wenn es da schon genug zu kritisieren gab. Schlüsselreize in der Werbung sind ja z.B. ein beliebtes Thema … und genau da hast du dein Gegenmodell, nur leider gehen damit auch Werbeagenturen den Bach hinunter.

    Das Problem mit der Werbung begann, als man sah hey der Kunde vergleicht die profanen Plakate, also baute man irgendwelche schwammigen Worthülsen drum, um den Kunden einzulullen. Bingo, aber weil der Konkurrent dies nun auch machte, mußte man sich mehr einfallen lassen — die Spirale ist endlos, was man heute aufgrund der Werbung kauft ist im Prinzip 70% erlogen — selbst der profane Anreiz ist da schon nicht mehr legitim.

  10. > Zeig mir eine einzige ehrliche Werbung da draußen?

    Fand die schonmal ziemlich ehrlich: http://tinyurl.com/2tjas4

    Für mich bedeutet «ehrlich» nicht unbedingt auch auf die Geschichte drumherum zu verzichten. Verführung darf ruhig sein, wenn das «danach» nicht enttäuscht. Da dürften wir uns erheblich unterscheiden.

    Übrigens ist die Kritik an der Manipulation schon sehr viel älter. Ca. ab der industriellen Revolution begann die Massenproduktion und damit das Elend der manipulierenden Werbung. Nun switchen wir langsam zur Wissens– und Informations-Revolution und damit erst haben wir die Möglichkeit, intensiv zu vergleichen und auch zu kritisieren. Auch haben wir die Chance, weg von der Massenproduktion hin zur Nischenproduktion und damit auch hin zu einer ehrlicheren Nischenwerbung. Nur der Prozess zieht sich.

    Daher ist Kritik sehr wichtig. Euer Part. Ich sehe es als unseren den Prozess zu begleiten und wenn notwenig hier und da Impulse zu setzen. Die Zukunft der Agenturen liegt dann darin, diese Nischen zu finden und mit ihnen zu kommunizieren.

    Was machen eigentlich die Verlage und TV-Sender ohne die Werbeeinnahmen?

  11. Grainger sagt:

    Das die Werbung für Produkte auf die reine Nennung von Fakten beschränkt wäre habe ich mir schon oft gewünscht.

    Zugleich müsste natürlich die Produkthaftung ausgeweitet werden: jede Werbe– und Prospektangabe ist als verbindlich zugesicherte Eigenschaft zu interpretieren.

    Wäre natürlich schwer für die ganzen Lifestyle– und Modeprodukte, die Fakten würden sich ja da zu einem großen Teil darauf beschränken das (mal wieder) ein neuer Lippenstift oder ein neuer Schokoriegel erschienen ist.

    Das alles würde den Werbemüll sicher weiter einschränken, ich muss da z.B. an diese Werbung einer großen deutschen gesetzlichen Krankenversicherung denken, die ihren Kunden den vergessenen Auslandskrankenschein angeblich gerne persönlich am Flughafen vorbei bringt (nachdem ein Radiosender mal versucht hat diese Dienstleistung auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen ist der Werbespot schnell wieder verschwunden).

    Das viele Angebote ohne Werbung nicht finanzierbar wären bezweifele ich, vielleicht würden sie mehr kosten wenn der Konsument den tatsächlichen Preis unmittelbar bezahlen müsste und nicht mittelbar über eine Art Werbeumlage.

    Da allerdings ein großer Teil der Werbeagenturen unter diesen Umständen sowieso in die Insolvenz getrieben würde müsste man als Konsument zumindest deren Kosten und Gewinne nicht auch nocht mitfinanzieren, der durchschnittliche Produktpreis müsste also eigentlich eher sinken.

    Ich persönlich habe z.B. viele Jahre lang regelmäßig eine bestimmte Wochenzeitschrift gelesen, da der Werbeanteil aber immer größer wurde und in manchen Ausgaben nahezu jede zweite Seite vollständig aus Werbung bestand habe ich es dann irgendwann einmal entvervt bleiben lassen.

  12. Das geile wäre natürlich, das Geld was man durch den Verzicht auf Werbung spart, könnte man in Service und Produktentwicklung legen. Da liegt meines Erachstens auch ein Stück weit Zukunft. Je besser das Produkt oder die Zufriedenheit desto eher funktioniert Empfehlungsmarketing.

  13. Falk sagt:

    Das ist aber doch nichts Neues — mich beschleicht eh meist das Gefühl, dass speziell die Produkte sehr stark beworben werden, die letztendlich nicht wirklich das Beste am Markt sind. Deren Werbung läuft da doch eher unspektakulärer ab oder sogar komplett nur auf Empfehlungsbasis. Der Weg zum Kunden führt halt nicht über Versprechungen (Werbung), sondern über Fakten (Produkt, Service, Zufriedenheit des Kunden).

  14. Sammy sagt:

    Chris hat im trndtunes 2.0 Artikel ein Video über trnd gepostet. Letztendlich führt jede Präsentation exponentieller Wirkung der Werbung dann doch wieder zu der Erkenntnis: Macht einfach ein gutes Produkt. Fertig.
    Google zum Beispiel hatte längere Zeit nichts für Werbung ausgegeben. Eine Investition in ein Produkt statt in Werbung zahlt sich aus.

  15. Tom sagt:

    Meeeeeensch! Ab einem gewissen, längst überschrittenen Punkt nervt das Gerede über Werbung genauso, wie die Werbung selbst. Gegen ersteres gibt es nämlich nicht mal einen Blocker…

  16. Falk sagt:

    Dich zwingt also Irgendwer, dass hier zu lesen? Wenn ich eine Diskussion nicht mehr haben möchte, dann verlass ich den Raum, wo diese stattfindet und reg mich nicht künstlich auf. Ich find diese Diskussion mit Patrick nämlich grad ganz spannend und hab die erst heute Mittag das erste mal gelesen. Pfeife!

  17. @Falk: Alles schön und gut, aber wie «vermarkten» wir in Zuukunft Inhalte? Wie bekommen Autoren Geld? Wie bekommen Online-Magazine Geld um ihre Redaktion zu zahlen? Und hier spreche ich noch nicht einmal über Blogs sondern das klassische Gewerbe. Ist man bereit für SPON Geld zu bezahlen und wie hoch wäre vor allem der Preis?

    @Tom: Also in den Kommentaren wird nun wirklich niemand zum lesen gezwungen. Versteh ich daher nicht.

  18. Oliver sagt:

    >Ist man bereit für SPON Geld zu bezahlen und wie hoch wäre vor allem der Preis?

    Machen wir doch, die Produkte die dort beworben werden, werden von den Konsumenten finanziert. Ein jeder in Deutschland finanziert also irgendwo diverse Magazine, Privatsender etc. — all jene die da Werbung mit sich bringen. Oder was meinst du woher das Geld kommt? Manchmal kommt mir die Werbewelt wie eine Sekte vor, erst wenn man jemanden gewaltsam heraus reißt sieht er u.U. die Realität.

    Das SPON z.B. (man mags kaum glauben das das geht) noch weniger Qualität mit sich bringt als die Printausgabe dürfte doch offenbahr sein. Und warum? Der Onlineauftritt bei den ganzen Printmedien war eh nur als nette Zugabe gedacht.

    @Tom, ich bekomme Augenkrebs von deinem Banner. Machst du es für mich weg?

  19. @Oliver: Soweit klar. Das war aber nicht meine Frage. Sondern wer finanziert das, wenn es die Werbung nicht mehr tut?

    Klar ist Print hochwertiger, aber auch Print ist mit Anzeigen übersät.

  20. Falk sagt:

    Wie bekommen Autoren Geld?

    Sicher nicht von der Werbung. Autoren schaffen Inhalte und diese haben einen «Wert». Wie und in welcher Form man diesen aufrechnet, ist ja schon fast ein eigenständiges Thema. Aber: Ich finde, für wirkliche Inhalte brauchts keine Werbung. Die stellen eben entweder einen Wert dar oder eben nicht. Oder denken wir vielleicht noch weiter, warum muss man sich eigentlich Gedanken über die Entlohnung von geistiger (künstlerischer) Arbeit Gedanken machen? Es wird nun einmal da kein Produkt hergestellt, welches greifbar ist. Hier stehen derzeit aber die Weichen (STichwort: Geistiges Eigentum) völlig falsch in meinem Verständnis. Und dort hat für mich persönlich auch Werbung keine Daseinsberechtigung.

    Wie bekommen Online-Magazine Geld um ihre Redaktion zu zahlen?

    Ist das selbe Problem wie oben, wir bewegen uns da grad wirklich in eine Richtung, die hier auch schon des Öfteren diskutiert wurde und immer auch werden wird.

    Und mal zurück gefragt, warum sollte ich für SPONs Inhalte bezahlen, wenn ich diese Nebenan auch für lau bekomme. Das das Erstellen nicht kostenfrei ist, ist mir allerdings auch klar, nur hab ich als Einzelner sicher auch nicht das Allheilmittel und bin ja im Bereich Musik da auch am Schaun, die Grenzen des Machbaren auszuloten. Wenn ich mal damit fertig bin, sag ich sofort Bescheid :)

  21. Falk sagt:

    Mal so als blöde Idee — wie wärs denn damit: Wenn sie diesen Artikel gut fanden und uns dafür mindestens 2,50 Euro bezahlen, erhalten sie eine Ausgabe unseres Printmagazins für 3 Monate nach Hause geschickt?

    Überspitzt, nicht realisierbar, aber in die Richtung muss man denken, solang man den schnöden Mammon auch bedienen muss.

  22. Grainger sagt:

    Für einen einzelnen Artikel, der mich wirklich interessiert, würde ich auch was bezahlen.

    Das wird sich imho aber eher auf Fachartikel im weiteren Sinne beschränken; für News, die es an jeder Ecke kostenlos gibt, zahle ich natürlich nichts.

    Denn schon mit meiner GEZ-Gebühr habe ich dafür bezahlt die diversen Nachrichtenseiten der Öffentlich-rechtlichen zu besuchen.

    Und natürlich muss sicher der Preis in angemessenen Rahmen bewegen, ich zahle nicht 2,50 Euro für einen Artikel wenn das vollständige Printmedium fast genau so viel kostet.

  23. Es geht hier nicht ums unendlich reich werden. Es geht darum sich seine Existenz auf Grundlage einer Autorenschaft aufzubauen. Also schnöder Mammon nur zum Teil berechtigt.

    Aber genau das ist das Problem:
    «Und mal zurück gefragt, warum sollte ich für SPONs Inhalte bezahlen, wenn ich diese Nebenan auch für lau bekomme.»

    Die Leute sind trotz vehementer Werbekritik einfach nicht dazu bereit für solche Inhalte zu zahlen, daher verhungern solche Projekte umgehend. Deshalb macht es ja auch keiner und öffnet somit der Werbung Tür & Tor. Und das zum Teil wirklich hart an der Grenze: http://tinyurl.com/26p7d7

  24. Falk sagt:

    Mir gehts ja auch nicht drum, ob man etwas für lau bekommen kann oder auch nicht. Sondern das eben Wertschätzung vor der Leistung Anderer (auch in monetärer Form) nunmal nicht durch Werbung ersatzbar ist. Verständnis weckt man damit keins, höchstens Begehrlichkeiten.

  25. Falk sagt:

    Man verzeihe mir meine Doppelpostings :)

    Denn schon mit meiner GEZ-Gebühr habe ich dafür bezahlt die diversen Nachrichtenseiten der Öffentlich-rechtlichen zu besuchen.

    Und schwupps bewegen wir uns in Richtung Kulturflatrate :)

  26. Prospero sagt:

    Tja, ich als Teil-Kommerzblogger — schließlich ist das NGC auch mit Werbung gepflastert — halte mich mal raus. 😉 Ansonsten habe ich im privaten Blog ja sowieso schon klargestellt was wohin und wofür fließt wenn auf diverse Cover oder diverse Links geklickt wird — schließlich ist Affiliate ja auch eine Art von Werbung, nech?
    Ad Astra

  27. Oliver sagt:

    >Es geht darum sich seine Existenz auf Grundlage einer Autorenschaft aufzubauen.

    Ja gut kein Problem, wenn du es so machen möchtest dann verlange Geld für deine Artikel etc. Sich einbilden das mit Werbung finanzieren zu können ist Selbstbetrug und Betrug am Konsumenten — weil da eine Industrie extra mit finanziert mit. Die unmittelbare Beteiligung an den Kosten wäre für den Konsumenten rentabler — warum also der Umweg über die Werbung?

    Daran ist natürlich ein Haken, wer bezahlt dafür? Natürlich nur die, die die Qualität zu schätzen wissen, die diesen Artikel beispielsweise benötigen. Das Geschäft kann also ziemlich mager ausfallen. Werbung schafft da natürlich anfangs erst einmal die besseren Konditionen für den Autoren, er hat sich einen Ruf erarbeitet, kann sich auch mal belanglose Artikel leisten und dennoch rollt der Rubel. Querfinanziert wird dennoch die Werbung von allen Konsumenten, sprich vom Gros der Masse die die Seite dieses Autoren noch nicht einmal frequentieren.

    Und was soll das also? Man versucht hier Geld zu verdienen nicht mit der eigenen Leistung, sondern quasi mit AB Maßnahmen oder simpel Betrug am Konsumenten.

    *Ehrlich* Geld zu verdienen ist manchmal unmöglich, das sehe ich ein — aber deswegen werden mir die Argumente pro Werbung nicht schmackhafter.

  28. @Oliver: Mir geht es nicht um Argumente pro Werbung. Im Gegenteil. Die Frage ist tasächlich, ob dieses werbefreie Qualitätssystem tragfähig wäre. Bisher gibt es keine Beispiele, wo das funktioniert, oder? (Von Buchautoren mal abgesehen)

  29. Oliver sagt:

    Okay für mich ist Ehrlichkeit eine wichtige Komponente im Leben. Ich kann nicht alles wissen, kann nicht alles ändern — aber wo es für meine Person möglich ist, da tue ich es auch. Dabei passiert es oft, das man als «dumm» bezeichnet wird, weil die «bombige Chance» hätte man doch ergreifen sollen. Ich bin gewiß kein Ghandi, aber so ein paar grundlegende Prinzipien habe ich.

    Es wäre natürlich nicht tragfähig oder nur mit massiven Einschnitten, manches könnte quasi zum Selbstkostenpreis rüberwachsen bzw. mit minimalsten Gewinnen. Die Alternative macht mir aber nicht die Nase lang, auch wir hier könnten mit Werbung ein klein wenig verdienen .… und dann? Würde man dann noch einer meine Aussagen abkaufen?

    Lebensunterhalt als Autor in Deutschland, das ist eh so ein Ding — im Ausland wohl eher möglich. Hierzulande muß man dann eher Bohlen oder Feldbusch heißen, um Artikel/Bücher teuer an den Mann zu bringen. Mit anderen Dingen sehe ich selbst mittels Werbung in diesem Bereich kein lukratives Geschäft. Weil Werbung setzt eben voraus, das du schon wer bist mit deinen Artikeln, um letztendlich gewinnbringend bei Werbung abzukassieren. Sprich der Sachbuchautor wird auch keine lukrative Werbung erhalten.

  30. Die Grundeinstellung kann ich übrigens teilen, wobei man mir als Werber eh hier nix glauben wird, aber hauptsache ich kann in den Spiegel gucken…

    Mal ein weniger weitergebohrt. Hältst du ein qualitatives, werbefreies Blognetzwerk in einer Art Stiftung/Abomodell für denkbar? Sozusagen ein echtes unabhängiges Medium, dass aber die Autoren/Blogger versorgen kann? Also nicht mit dem Hintergedanken die Werbung irgendwie schmackhaft zu machen, sondern tatsächlich als mögliches Modell?

    Mir ist schon klar, dass nicht alle Blogger Geld verdienen wollen, aber es gibt sicherlich einige, die gerne würden und es auch qualitativ könnten.

    Würde mich interessieren, was du davon hältst.

  31. Oliver sagt:

    >Sozusagen ein echtes unabhängiges Medium, dass aber die Autoren/Blogger versorgen kann?

    Allenfalls mittels Spenden wie im Opensource Bereich. Das Problem da draußen sind ja nicht nur die Werbenden, sondern auch teils die Konsumenten die kein Respekt mehr vor der Leistung des jeweils anderen aufbringen. Dazu müßte sich in der Gesellschaft etwas gewaltig ändern und bis dahin ist noch ein langer und steiniger Weg.

    Ich habe z.B. ein Problem damit für Informationen Geld zu verlangen, da imo die Informationen frei sein sollten — konkrete Dienstleistungen hingegen sind etwas anderes. Ergo müßte quasi ein Abo Dienst her, was wiederum in einer Art Spenden ausarten würden — denn die Informationen wären auch frei zugänglich, einige würden aber freiwillig fürs Abo bezahlen. Okay Träumerei, aber so tick ich halt 😉

  32. Opensource-Autor? Hört sich interessant an. Spenden können hoch oder niedrig sein, je nach Werteinschätzung. Funktioniert vielleicht nicht unbedingt bei Wikipedia, aber bei kleineren Projekten könnte es durchaus sinnvoll sein. Ich denke mal drüber nach.

    Gesellschaft kann man zwar durch Kommunikation manipulieren, aber auch aufklären. Kommt immer darauf an, wer die besseren Demagogen/Pädagogen hat.

    Das schöne ist doch an Blogs, dass sie in der Regel selten Informationslieferanten sondern vielmehr Informationsverwerter sind. Blogs sind ein alternativer Filter für unsere klassischen Medien. Daher wäre es ganz klar die Dienstleistung «Filtern». Denn es ist doch so heute, dass man nicht nur die Meldung an sich will, sondern auch die verschiedenen Hintergründe und Erläuterungen dazu. Man will andere Menschen fragen, was sie davon halten. Nur durch diesen zwiaschenmenschlichen Dialog ist der Mensch in der Lage sich ein umfassenderes Bild der Welt machen zu können. Je vielfältiger die Informationsbewertungen, desto eher kann der Mensch sie vertrauensvoller einordnen.

    Ich bin allerdings der Meinung, dass diese Filter wertvoll sind. Weil es persönliche Filter sind — persönliche Suchagenten sozusagen. Wenn man sich und den Leuten das vermittelt, könnte irgendwann ein Schuh draus werden. Vielleicht sollten wir das einmal als Frage in die Blogs stellen. Also einen Gegenumfrage zu «Wie käuflich sind die Blogger». An die Leser. «Wie wertvoll sind die Blogger?»

    Quintessenz könnte also sein:
    Blogs sind persönliche Such-Agenten. Sie bieten subjektive, aber von Werbemodellen unabhängige Inhalte, die von Ihren Lesern finanziert werden.

    Soviel zum träumen …

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