mit diesem Land arbeitet Deutschland zusammen

Und natürlich noch viele andere Nationen, man drückt beide Augen zu, man tätigt Geschäfte, redet von der Wirtschaftsmacht China, ist letztendlich dem Mammon hörig. Man tritt Menschlichkeit mit Füßen, man freut sich über gute wirtschaftliche Beziehungen, man richtet die Olympiade dort aus — man unterstützt letztendlich aktiv ein menschenverachtendes Regime, welches man auch gut und gerne als Terrorregime bezeichnen könnte, lauscht man denn den häufigen Nachrichten.

Menschen die von dem dortigen Staatsterror berichten, z.B. Shi Tao, werden mundtot gemacht, in Gefängnisse oder wie He Weihua wiederholt in psychatrische Behandlung gesteckt.

Gott-sei-dank wird dort wenigstens die Umwelt geschützt. Aber wen juckt das alles schon, wen berührt es wirklich? Kaum einen, ach wir haben ja auch so unsere Probleme.. Die anale Rethorik der deutschen Blogszene …

via boing boing

Nachtrag von Chris: Wieder mal den gleichen Gedanken. Ich hatte am selben Thema getippselt. Ich hänge meine Worte einfach mal dran. 😀

China boomt

Wenn man den Nachrichten glauben darf, ist China der zur Zeit am stärksten boomende Markt. Westliche Politiker geben sich dort die Klinke in die Hand, Olympische Spiele finden statt und selbst deutsche Webseitenbetreiber werben für dieses wunderbare Land mit dieser tollen Regierung(sform). Über Shi Tao, die Rechtfertigung Yahoos oder auch über Wang Xiaoning haben wir schon gesprochen. Nun hat sich die chinesische Regierung wieder etwas neues altes einfallen lassen, um mit diesen lästigen Fliegen Bloggern Menschen umzugehen. Der Blogger He Weihua wurde einfach in die Psychiatrie eingewiesen.

Der chinesische Internet-Dissident und Blogger, He Weihua, ist in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen worden. Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung in Peking den Regimekritiker festnimmt.

Reporter ohne Grenzen dazu:

Es kann nicht hingenommen werden, dass die chinesischen Behörden solche Methoden nutzen, um Bürger zum Schweigen zu bringen.

In China ist man also schon weiter, während unsere Toplisten angeführt

In China essen sie Hunde — und treten insbesondere Menschenrechte mit Füßen. Im Westen wird das toleriert, man sieht weg und überlässt Organisationen wie ROG das Reden, wohlwissend, dass dort ein zahnloser Tiger spricht. Das Geschäft läuft und nur darum geht es. Solange der Rubel rollt, wird der Westen den Teufel tun, und China drängen, etwas zu ändern. Der Westen verdient sich an diesen Menschenrechtsverletzungen, an diesen staatlichen Morden eine goldenen Nase, sei es nun, dass das Geld direkt auf dem Konto landet oder auch den Druck, den man auf die heimischen Arbeiter aufbauen kann. In China könnten wir billiger produzieren. Ja, so ist das — und wer die Rechtfertigungsorgie in ihrer gesamten Perversität nochmal nachlesen möchte, kann das gerne hier tun.

(via lanu)

4 Antworten zu “mit diesem Land arbeitet Deutschland zusammen”

  1. Oliver sagt:

    Ich wollte ja zuerst den nonsense hier durchgehen lassen als Komment, von wegen Arbeitsplätze, Kosten usw. Dann aber dache ich mir, wir werden hier keine Plattform bieten für die Rechtfertigung von moderner Sklaverei, zugunsten einer Geiz-ist-Geil Mentalität. Auch sind wir uns da bewußt, das wird damit in ein Wespennest stoßen, aber irgendwo muß man anfangen.

    Wir ertrinken jedenfalls nicht in Relativierungen und biedern uns gedankenlos an eben diesen blendenden Mammon an. Man kann vieles haben wollen, muß es aber nicht. Man kann auch verzichten und sich einen Luxus leisten, unser ist das Netz. Infantile Annahmen seitens irgendwelcher Kommentaren, gereichen uns allenfalls zu einem traurigen Lächeln, ob derart massiver Ahnungslosigkeit.

    Danke also, aber wir sind nicht BILD oder einer dieser gutbürgerlichen Krokodilstränen-Blogs.

  2. Andreas sagt:

    Immer das liebe Geld. Das hat auch einen Gehard Schröder dazu bewegt, ein Aufheben des EU-Waffenembargos gegenüber China zu fordern. Als Sozialdemokrat, der u.a. auch noch damit angetreten ist, die Rüstungsexporte einschränken zu wollen. (Falls jmd. wieder nach Quellen schreit: Klick)

    Ich drifte ab. Ich will nur sagen, dass es wirklich traurig ist, wie China in jeder gottverdammten Hinsicht in den Hintern gekrochen wird. China hier, China da. Das ist und bleibt ein Regime — da ändern auch ein paar Dollars nix dran, im Grunde müsste man deren Führung wo es nur geht auf die Finger klopfen, anstatt sie zu hofieren. Wer die Strukturen stützt, sollte sich dessen klar sein und sich zu mindest nicht noch herumwindend zu rechtfertigen zu versuchen.

  3. Oliver sagt:

    Man sagte mir auch das Produkte aus China für «arme» Menschen in Deutschland die einzige Chance seien. Die einzige Chance auf was? Auf ein kürzeres Leben womöglich?
    Und last not least wirklich billig ist dabei noch nicht einmal alles. Darum meine herzliche Bitte, bevor jemand mit Kauflemmingen als Argument kontert, zuerst den Denkapparat nutzen.
    Und wenn jemand arme Menschen in Deutschland sieht, da soll er ihnen helfen. Das ist einfacher als man denkt, wenn man z.B. nicht mehr gebrauchte Sachen vor Ort bei der Kirche abliefert etc. Gar kein Problem.

  4. Falk sagt:

    Weisst was der «Witz» ist, die von dir in den letzten Sätzen geforderte Solidarität findest grad bei denen, die auch wenig besitzen. Die geben im Zweifel noch ihr letztes Hemd, um wem zu helfen. Und ja, dies ist ein rein subjektiver Eindruck und die Hilfe wohl mehr zweckgebunden sichtbar, als der Scheck an Weihnachten zur Gewissensberuhigung des Aktionärs.

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