Mir doch egal

Ich war füher ein politisch sehr interessierter Mensch. Christiansen am Sonntag war für mich Pflichtprogramm, mein Lieblingssender hieß Phoenix, insbesondere wenn dort die Parteitage übertragen wurden. Ach, was war das schön, man konnte mitreden, hat sich gefreut, als Helmut Kohl abgewählt wurde, über Gerhard Schröder den Kopf geschüttelt, bis, ja bis eine Zeit kam, in der ich arbeitssuchend 😉 wurde, mir ging es richtig schlecht, da habe ich erst richtig die Auswirkungen der Politik auf den Menschen gespürt, die Unfähigkeit der Ahnungslosen.

Ich wurde gerade zu einer Zeit arbeitssuchend, 2002, als es immer mehr bergab mit unserem Land ging. Leute wurden entlassen, statt eingestellt, 2004 galt ich als ehemaliger Assistent der Geschäftsführung eines Medienunternehmens als Langzeitarbeitsloser, es folgte ALG II, heute ist es der eine oder andere Gelegenheitsjob, der mich am Leben hält, im wahrsten Sinne des Wortes.

In den letzten Jahren hat sich meine Einstellung zur Politik um 180 Grad gedreht. Christiansen? Grausam, einfach nur grausam diese Selbstdarsteller, dazu eine Moderatorin, die mehr kriecht, als dass sie kritisch hinterfragt, mehr Erfüllungsgehilfin der Ahnungslosen ist, als dass, was sie sein sollte, kritische Begleiterin. Phoenix? Läuft bei mir gar nicht mehr, höchstens, wenn mal eine Reportage aus dem wissenschaftlichen Bereich läuft, warum auch, die Worthülsen sind und bleiben eh gleich, darauf mein Ehrenwort.

Die Politik ist mir sowas von egal geworden, aber who cares.

SPIEGEL Online: Die neue Gleichgültigkeit

Eine Antwort zu “Mir doch egal”

  1. Oli sagt:

    Die Politdramen in den Medien dienen nur einem Zweck, man übersättigt den Zuschauer bis jener dankend abwinkt. Last not least trägt also gerade der Spiegel, wie alle anderen, mit Schuld daran. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht .…

RSS-Feed abonnieren