MidnightBSD v0.1.1 — das BSD für Jedermann

Wtf? MidnightBSD? Nun MidnightBSD ist ein Fork von FreeBSD 6.1beta. Da im Gegensatz zu Linux kein babylonisches Distro-Gewirr herrscht und man Forks bzw. Flavours im Prinzip bei BSD noch an einer Hand abzählen kann, ist dieser Umstand auch zu begrüßen. Denn im Gegensatz zu vielen sonstigen Systemen existiert bei der BSD-Familie eine tatsächliche Interaktion, selbst Apple macht desöfteren Commits bei FreeBSD und auch sonst herrscht ein reger Austausch. Man blickt eben auf eine 30jährige gemeinsame Basis zurück und eben diese Basis und die Tatsache das BSD-Systeme immer als vollständiges System entwickelt werden macht eben die angesprochene Interaktion recht einfach. MidnightBSD schickt sich nun an Einsteiger als auch Helden der Konsole gleichermaßen gekonnt zu bedienen, dazu bedient man sich der diversen Vorzüge der anderen Forks, schlägt jedoch schon bei der Desktop-Umgebung einen völlig anderen Weg ein. Anstatt dem Einerlei zu erliegen und mit KDE oder Gnome aufzuwarten entwickelt man eine Desktop-Umgebung auf Basis von Gnustep. Auch bei den Ports geht man eigene Wege, DragonFlyBSD übernahm z.B. von NetBSD pkgsrc, diese nennen sich dort mports. Man wird sehen was die Zukunft bringt, auf jeden Fall hört sich das alles sehr interessant an und es zeigt wieder einmal gekonnt, das BSD mehr als lebendig ist :-) Initiator des Systems ist Lucas Holt.

MidnightBSD Homepage
MidnightBSD Download
MidnightBSD Developer Journal

3 Antworten zu “MidnightBSD v0.1.1 — das BSD für Jedermann”

  1. […] The Linux Index wrote an interesting post today onHere’s a quick excerptDa im Gegensatz zu Linux kein babylonisches Distro-Gewirr herrscht und man Forks bzw…. […]

  2. ak sagt:

    30jährige gemeinsame Geschichte? Ähemm. Die Codebasis, von der sich sämtliche «modernen» BSDs ableiten, wurde im Zuge der Rechtsstreitigkeiten rund um den Unix-Sourcecode Anfang der 90er de facto von Grund auf neu geschrieben. Mit den «alten» BSDs haben FreeBSD, NetBSD, OpenBSD & Co. zwar den Suffix «BSD», aber vom Code her herzlich wenig gemeinsam. Gut lässt sich das z.B. selbst an so simplen Tools wie «cat» erkennen: der 2.11BSD-Lizenzheader etwa gibt als Copyright-Jahr «1980» an, der FreeBSD-Lizenzheader dagegen «1989, 1993″. Auch ansonsten finden sich nur wenige Ähnlichkeit bzw. Gemeinsamkeiten auf Quellcode-Ebene. Ich kann wirklich nur empfehlen, einen historischen BSD-Sourcetree aus den Archiven der TUHS mal gründlicher anzuschauen. Da gibt’s einiges zu lernen.

  3. Oliver sagt:

    >Ähemm.

    Ich gehe nur darauf kurz ein, im Zuge der Rechtsstreitigkeiten mußten ein paar *Kleinigkeiten* entfernt werden, andere konnten beibehalten werden und mußten nur mit entsprechendem Hinweis versehen werden — die «Code-Evolution» war auch zu jener Zeit schon massiv fortgeschritten. Dummerweise hatte man sich bei der Gegenpartei auch recht kräftig bedient und somit lief alles außergerichtlich weiter. Soviel zu FUD, urban legend oder wie auch immer der gepflegte Linuxer das nennen mag.

    >Mit den “alten” BSDs

    Auch vieles im Linux Kernel ändert sich dramatisch, dennoch blickt es auf eben diese Tradition und Entwicklung zurück. Ein naher Verwandter ist auch nach hunderten von Jahren immer noch ein Verwandter und blickt auf diese Tradition zurück. Nenne es Evolution oder sonst irgendwie, aber es ist halt so. Wenn gar noch aktiv viele Leute aus jenen Zeiten mitwirken, diese entwickelten sich selbstverständlich ebenso weiter, steht es umso mehr in eben dieser Tradition.

    >Da gibt’s einiges zu lernen.

    Ich glaube du benötigst eher einen Kursus in Semantik, denn ich hier jedoch nicht anbiete. Stichwort: Tradition, Basis, Stil, «gemeinsame Geschichte». Kleine Hilfe zum Anfang, «gemeinsame Geschichte» wären z.B. viele Commiter oder Core-Mitglieder die teils seit Ende der 70er maßgeblich dran beteiligt waren. Und auch SunOS gehört zu jener Geschichte und Tradition, wenn man sich eines Bill Joy bewußt ist. Ich glaube auch ein guter Coder kann noch viel über Geschichte lernen.

    Zum lernen verweise ich desweiteren auf «The Design and Implementation of the 4.4BSD Operating System» da lernt man dann auch etwas über die BSD Basis und Tradition und zugleich legt man dann noch das Pendant zu FreeBSD daneben. Und bezüglich des Rechtsstreits darf sich der geneigte Linuxer auch gerne hier weiterbilden. Kostet jedoch einiges an Zeit, bekämpft jedoch geschickt urban legends.

    Ich denke eher Linux hat inzwischen ein Identifikationsproblem, weswegen man allen anderen Systemen dieses ebenfalls zusprechen möchte. Wie gesagt *Semantik* dann klappts vielleicht auch mal mit der passenden Meinung, hier jedoch gewiß nicht mehr.

RSS-Feed abonnieren