Microsoft läßt Yahoo fallen

Wie oft nun schon verdichteten sich in der Vergangenheit die Gerüchte um eine Übernahme Yahoos durchs Microsoft und bis vor kurzem noch baumelte gar die feindliche Übernahme seitens Microsoft wie ein Damokles-Schwert über Yahoos Kopf. Gott-sei-Dank sah sich Yahoo von Microsoft unterbewertet und stimmte dem Kauf nicht zu, Microsoft hingegen wollte nicht mehr bieten und von einer feindlichen Übernahme sah man ob der damit verbundenen Schwierigkeiten(?) ab. Eventuell war es auch vielmehr die Einsicht, daß zwei Verlierer im Netz kaum etwas bewegen können und das vor allem das Plus an Aufwand bzw. monetärer Belastung sich nicht wirklich auszahlt.

Aber ob diese Situation nun wirklich besser ist, das bleibt abzuwarten. Yahoo selbst bemüht sich um Allianzen mit AOL und Google, wahrscheinlich auch zwecks einer zukünftigen Absicherung. Was dabei heraus kommt wird man sehen, Yahoo z.B. nutzte bis anno 2004 den Such-Index von Google, von einer wirklichen Konkurrenz konnte man da also kaum sprechen und heute fällt das auch zunehmend schwerer. Yahoo ist in den Staaten ob seiner Portal-Funktion recht dominant, in Europa weniger — hier fällt Yahoo mehr mittels unschöner PR in puncto Privatssphäre auf, um es einmal höflich auszudrücken.

Das der ewige Zweite nun ein Bündnis mit dem Branchen-Primus anstrebt ist keineswegs eine wünschenswerte Konstellation, man könnte dies eher als vom Regen in die Traufe bezeichnen. Davon abgesehen wird sich Redmond nicht so leicht geschlagen geben und bei einem weiteren Kursfall Yahoos wohl dennoch zuschlagen. Welche Optionen bleiben jedoch, wenn sich die Welt quasi in Monopole aufteilt? Eine dezentrale Verteilung von Informationen ist letztendlich immer zu bevorzugen.

Microsoft Withdraws Its Bid for Yahoo

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