Microsoft auf Einkaufstour

Bill Gates Mannen waren die letzten Wochen auf Einkaufstour. Winternals wurde übernommen. Den Namen kennen wahrscheinlich nur Systemadministratoren und Warez-Freaks. 😉 Winternals ist laut eigenen Angaben der führende Hersteller von Produkten für die Systemwiederherstellung und den Datenschutz — der Clou, natürlich für Microsoft-basierende Produkte. Zwei der bekanntesten Produkte aus dem Hause Winternals sind mit Sicherheit das Administrator’s Pak mit dem ERD Commander 2005.

Während man bei Winternals vielleicht noch mit der Schulter zucken kann, als Privatmensch konnte man sich die Produkte sowieso nicht leisten, wird es die Liebhaber der kleinen Sysinternals-Tools umso härter treffen — eben weil Microsoft auch Sysinternals übernommen hat. Sysinternals bietet viele kleine Helferlein als Freeware zum Download an, unter anderem auch den Process Explorer.

Man wird sehen, was die Zukunft für die beiden Unternehmen bringt. Im schlimmsten Fall gibt es in Zukunft einen kommerziellen Anbieter sowie einen Freeware-Anbieter weniger, weil Microsoft ein paar feine Produkte mal wieder verschlimmbessert hat. Ich hoffe nicht, dass das passiert, besonders bei Sysinternals werde ich ein Auge drauf haben.

In seinem Blog schreibt Mark (Sysinternals):

On My Way to Microsoft!

I?m very pleased to announce that Microsoft has acquired Winternals Software and Sysinternals.

[…]

As for Sysinternals, the site will remain for the time being while Microsoft determines the best way to integrate it into its own community efforts, and the tools will continue to be free to download.

(Kpl. Artikel lesen)

heise.de schreibt:

Marc Russinovich und Bryce Cogswell sind schon lange eine feste Größe in der Windows-Welt.

[…]

Wo und wann immer es technisch interessante Dinge in Windows zu entdecken gab, war Russinovich nicht weit, etwa Sony BMGs Kopierschutz mit Rootkit-Funktion. Er hat zahlreiche Artikel publiziert und an vielen Büchern zu den internen Arbeitsweisen von Windows.

(Kpl. Artikel lesen)

7 Antworten zu “Microsoft auf Einkaufstour”

  1. Oli sagt:

    Sehr schade, gerade die Freeware Tools, waren Perlen im Windowsbereich.

  2. Grainger sagt:

    Andererseits habe ich mich schon lange gewundert warum MS nicht genau diese Perlen (und nicht nur die von SysInternals) im Freeware-Bereich einfach kauft und in ihre Produkte (es geht ja nicht nur um das Betriebssystem, auch im Officebereich gibt es da einiges) einfließen läßt.

    Die meisten Freeware-Autoren würden sich doch (zumindest für MS-Verhältnisse) mit Peanuts abspeisen lassen.

    Ehrlich gesagt kann ich auf halbherzig in das OS integrierte Spielereien wie einen Moviemaker, Mediaplayer, Brennprogramme, usw. verzichten so lange noch nicht mal ein vernünftiger Editor (Notepad kann ja nur zur Kinderbelustigung dienen) mitgeliefert wird.

  3. Oli sagt:

    Aber du meinst doch wohl nicht das die Produkte angemessen aufgehen in MS? MS kaufte über die Jahre viele gute Firmen bzw. Technologien auf, wo sie sie? :)

  4. Grainger sagt:

    Na ja, ein kleines aber nützliches Tool zu integrieren sollte ja selbst für MS nicht sooo ein Problem sein.

    Eine ganze Softwaresuite einzukaufen (u.U. noch von einer Firma, die eine vollkommene andere Vorstellung vom Produktdesign hat wie MS) ist natürlich was anderes, da sollte es eigentlich nicht reichen das Firmenlogo im Splashscreen auszutauschen. 😀

  5. Oli sagt:

    Ok sie könnten den hervorragenden Taskmanager einbauen, allerdings wäre das wiederum overkill für MS Kunden, insofern … 😀

    Ich erinnere mal letztens an private folder und warum man dies vom Markt nahm 😉

  6. itti sagt:

    hehe du meinst wenn man msconfig gegen «autoruns» austauscht dann würden sich browser-hijacker und taskleisten-vollrammler ob der leichten entfernung ihrer «mehrwert»-software beschweren? 😉

  7. Grainger sagt:

    Das man sich mit einer Verschlüsselungssoftware wie Private Folder ganz schnell selbst den Zugang zu den eigenen Daten versperren kann ist natürlich für die meisten DAUs ein ernstzunehmendes Problem. 😀

    Unabhängig davon bin ich mir sicher, das MS da sowieso eine Backdoor drin hatte bzw. die Möglichkeit für ein firmenseitiges Key Recovery vorgesehen war.

    Und da MS so etwas sicherlich mit der gewohnten Sorgfalt *grins* implentiert ist das dann auch meistens ganz schnell gehackt, hätte sicherlich auch nicht lange gedauert bis auf den einschlägigen Seiten entsprechende KeyGens zur Verfügung gestanden hätten.

    Wer seine Daten wirklich schützen und verschlüsseln will/muss hätte imho ohnehin niemals Private Folder eingesetzt.

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