Meine Woche bei Mister Wong #2

Mister WongAuch diese Woche habe ich wieder ein paar Linktipps bei Mister Wong hinterlegt. dunkelangst.org hat eine Homage an den Midnight Commander verfasst. Die einfache Bedienung, das nicht auswendig lernen müssen von Befehlen zur Dateiverwaltung und die volle Funktionstauglichkeit des Midnight Commanders auf der Konsole macht dieses Programm zu einem ständigen Begleiter, der es durchaus mit einem modernen grafischen Dateimanger aufnehmen kann. Auf meinen Windows-Kisten nutze ich bekanntlich den Total Commander – unter den *NIXen ist der MC aber erste Wahl.

Michael Spreng hat eine wunderbare Anekdote zu bieten, wie er und die BamS nach dem berühmten Elchtest die A-Klasse von Mercedes gerettet haben. Für die A-Klasse war dies die entscheidende Wende. Einige Zeit später traf ich Daimler-Chef Jürgen Schrempp bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung. Er stellte mich seiner Frau mit den Worten vor: “Das ist der Mann, der die A-Klasse gerettet hat”. Michael Spreng kümmert sich aber auch weiter um die täglichen Unzulänglichkeiten der Damen und Herren Politiker. Jürgen Rüttgers stand in NRW mit dem Rücken gegen die Wand, dann kam Hannelore Kraft. Sie hat einen schweren taktischen Fehler gemacht: Wenn etwas gerade gut gegen den politischen Gegner läuft, dann muss man es laufen lassen. Nur nicht mit neuen Themen stören. Kraft aber betrieb  klassisches Agenda-Cutting, veränderte unüberlegt und offenbar unberaten die politische Tagesordnung zu ihren Ungunsten. Und auch unser Bundeskanzler Bundespräsident Verteidigungsminister bekommt sein Fett weg. Zu Guttenberg hat sich in der Kundus-Affäre schon zweimal selbst korrigiert. Langsam aber sicher kommt die Untersuchung seines Verhaltens wieder zu ihrem Ursprung zurück, zu seiner ersten fahrlässigen Fehleinschätzung. Und dann würde sich auch lohnen, noch einmal darüber nachzudenken, wie denn die Feldjäger-Berichte an die Bild-Zeitung geraten sind — mit der alten Frage: cui bono?

Das alles überstrahlende Thema ist weiterhin Guido Westerwelle, die Peinlichkeit unseres Landes, welche sich Außenminister nennen darf. Die SZ nimmt einen Auftritt Westerwelles bei Maybrit Illner auseinander und widerlegt mit Fakten die Behauptungen Westerwelles. Westerwelle suggeriert damit, der Sozialmissbrauch sei eines der drängendsten Probleme, die das Land derzeit habe. Das aber ist nach Ansicht von Experten mitnichten der Fall. Post von Horn fasst die letzten Wochen des Herrn Westerwelle zusammen und nennt den Herrn Außenminister schlicht und ergreifend überfordert. Der Spiegel befasst sich mit der Südamerika-Reise Westerwelles. Was dem deutschen Volk zugute kommen sollte, endete in einem Fiasko. Bizarrer Höhepunkt einer Dienstreise: Außenminister Westerwelle muss sich in Südamerika dafür rechtfertigen, dass Wirtschaftsleute aus seinem engeren Umfeld an Auslandstrips teilnehmen. Am Ende kommt es zu einer PR-Schlacht, die er kaum gewinnen dürfte. Die Partei ist in Unruhe — die Opposition schäumt.

Auch die Zeit beschäftigt sich mit der Reise Westerwelles und seinen Amigos. Für die Zeit ist der Trip zu einem Desaster geworden. Westerwelle hat durch die Einladungspolitik ein Eigentor geschossen. Als Vorsitzender einer Partei, die seit Wochen bereits gegen den Ruch des Klientelismus ankämpft, hätte er besonders auf politische Hygiene achten müssen. […] Ob namhafte Wirtschaftsführer sich künftig gerne auf Westerwelles Reisen sehen lassen werden? Last but not Least geben ich nebenan zu Klaus ab, der sich heute, nachdem sich Guido Westerwelle einmal mehr zum Opfer macht, mit der Rhetorik des Herrn Außenminister beschäftigt. Was Westerwelle rhetorisch zur Zeit betreibt, das ist das probate Mittel all derer, die nichts mehr auf der Pfanne haben, als ihr Feindbild. Blanke Selbstverständlichkeiten werden dann mit dem krakeelenden Gestus eines Volkstribunen herausgetutet, die Hormone des Publikums werden mit Hilfe von Reizvokabeln aufgequirlt. Er sei der letzte Aufrechte, schreit er dann, ein Märtyrer der Wahrheit, der sich einzig und allein noch das zu sagen traue.


2 Antworten zu “Meine Woche bei Mister Wong #2”

  1. […] Was macht Hannelore Kraft (SPD) acht Wochen vor der Landtagswahl in NRW? Sie vergeigt. Gnadenlos. Respekt. Muß man auch erst mal […]

  2. Dunkelangst sagt:

    Vielen Dank für das erwähnen meines Beitrags! Das hat mich wirklich sehr gefreut! 😀

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