Meeting bei Hinz&Kunzt

Gerade bei Hinz&Kunzt im Meeting. Wir haben die Redaktion auf der Remix09 kennengelernt. Frage: Was können wir für Hinz&Kunzt tun? Vorschläge?

Kritik und Anregungen?

P.S. Ich werde immer dementieren, diese Zeilen am Mac geschrieben zu haben. 😀

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25 Antworten zu “Meeting bei Hinz&Kunzt”

  1. (Parallel dasselbe auch bei H&K kommentiert)

    An H&K:

    Äh, evtl. ist es ja schon etwas spät, aber ich verstehe die Frage nicht.

    Blogger = Medienpartner = Multiplikatoren = Weiterverbreiter

    Weiterverbreiter’ von was?

    Ich würde also eher die Frage stellen: Wie könnt ihr erfahrene Blogger unterstützen? Vorschläge: Newsletter, Termine, frühe Bemusterung, Fotocalls

    Bin mal gespannt was Chris (f!xmbr) später dazu verlauten lässt.

    Oder auch: Was braucht ihr denn an Unterstützung? Papier, Know-How, Geld,…

  2. Oliver sagt:

    @markus

    Helfen

    dort steht einiges. Und letztendlich geht es wohl um Multiplikatoren bei derart gemeinnützigen Projekten.

  3. Bea sagt:

    Ah! Da haben wir vielleicht etwas ungenau nachgefragt.
    Wir von Hinz&Kunzt brauchen bei unserem Start im Web 2.0 Unterstützung. Von Leuten, die da Ahnung haben. Wir bloggen seit Kurzem und wollen wissen: Wie kriegen wir Leute drauf, die mit uns diskutieren, von uns erzählen und letztlich: Hinz&Kunzt-Freunde werden.
    Um Geld geht´s bei gemeinnützigen Projekten zwar immer auch, aber in diesem Fall nicht vorrangig. Wir wollen uns gerne online etablieren. Stellen wir uns so vor… Nur wie fangen wir´s an? Das ist eigentlich unsere Frage.

    Freu mich auf Ideen.
    Bea
    Hinz&Kunzt-Redaktion

  4. Oliver sagt:

    Die Grundfrage lautet also erst einmal, bevor irgendwer mit Technik-foo beginnt: wie bringe ich den Leuten die eigenen Ziele näher. Ich kenne das Magazin nicht wirklich), aber mich würde beispielsweise auch ein Einblick in das Leben der Obdachlosen interessieren — man hat da meist recht oberflächliche Vorstellungen. Inhalt plus ein unkompliziertes Äußeres sind meiner Meinung die Basis für entsprechende Zielgruppen mit sozialem Engagement.

  5. […] dazu dort: Meeting bei Hinz&Kunzt und ich hoffe die Web2-Community taugt zur mehr als nur darüber reden und eventuell Betroffenheit […]

  6. phoibos sagt:

    moin bea,

    wie sieht es aus mit der möglichkeit, dass obdachlose selbst bei euch bloggen können? ihr also diesen menschen eine plattform zur verfügung stellt?
    webzwonullig wäre irgendwie eine onlinespendenmöglichkeit (wie paypal) oder ein amazon-partnerprogramm.
    braucht ihr noch hardware? ich hätte da jemanden, der seine mac-server inkl. raid loswerden wollen würde 😉
    zum thema bloginhalte denke ich, dass die sicht von obdachlosen — trotz der zeitung — in der öffentlichkeit viel zu kurz kommt. also berichte über den umgang von ämtern mit obdachlosen, was kann die politik tun, um die lebensumstände angenehmer zu gestalten, wie sieht es im winter aus, wie wird man überhaupt obdachlos, …

    ciao
    phoibos

  7. Oliver sagt:

    >wie sieht es aus mit der möglichkeit, dass obdachlose selbst bei euch bloggen können?

    Gut das du dies gerade ansprichst, ich sah da letztens beim Stöbern eine Art Netzwerk von Obdachlosen in den Staaten, die derart miteinander in Kontakt bleiben und sich gegenseitig helfen — online.

  8. Chris sagt:

    Auch das Blog wird von der Redaktion betrieben. Obdachlose selbst sind daran nicht beteiligt. Es ist aber keine Obdachlosenzeitschrift, auch wenn diese sie verkaufen, ein Zubrot verdienen, eine Aufgabe haben, eine Anlaufstelle haben, vielleicht eine kleine Familie.

    Die Wenigsten wissen es: Hinz&Kunzt ist eine professionelle Zeitschrift von professionellen Autoren, im aktuellen Heft gibt es zum Beispiel einen Artikel von Siegfried Lenz. Obdachlose verkaufen das Heft, verdienen sich so ein Zubrot, die Zeitschrift selbst ist aber professionell geführt. Das wird auch vorerst wohl beim Blog so bleiben, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Professionell heißt natürlich nicht, das dort Britney Spears oder anderer Pomis das Thema sind, die politische Ausrichtung ist klar, das Soziale, das Miteinander, den Blick gezielt auf die wirklich Schwächsten dieser Gesellschaft richtend.

    Die Obdachlosen selbst werden sehr oft in Reportagen vorgestellt, deren Leben begleitet.

    Und bevor die Frage kommt: Die Artikel aus der Zeitschrift werden in der Regel allein aus urheberrechtlichen Gründen nicht online zu finden sein.

  9. Bea sagt:

    Oliver, das ist spannend. Hast du da vielleicht einen Link?

    Uns beschäftigt im Moment sehr die Frage: Was kann ein Blog und was darf ein Blog? Was könne und dürfen wir als Journalisten? (Eine wichtige Info, die ich ab jetzt endlos oft unterbringen werde: Hinz&Kunzt, das Hamburger Straßenmagazin, das von Obdach– und WOhnungslosen verkauft wird, wird von professionellen Journalisten, Fotografen und Layoutern gemacht)
    Beispiel Obdachlose, die bloggen: Jemand würde von seinen Schwierigkeiten beim Amt, bei der Wohnungssuche und so weiter erzählen. Als Journalistin würde ich das, was er sagt, gegenchecken, die «andere» Sichtweise einholen, Fakten überprüfen, Hintergründe recherchieren… Kostet viel Zeit und Manpower (Lieblingsdefizit)… Bringt´s das? Soll es das? Wie können wir uns als journalistische Profis präsentieren und gleichzeitig im Blog darauf verzichten? EIn Punkt, in dem ich ratlos bin. Oder vielleicht sehe ich das auch zu eng und denke zu viel? 😉

    Bea

  10. Oliver sagt:

    @bea einen Link zu diversen Netzauftritten ähnlicher Organisationen postete ich im letzten Kommentar, dort finden sich nicht nur Hilsorganisationen, sondern auch Netzwerke der Betroffenen.

  11. Oliver sagt:

    >Bringt´s das? Soll es das?

    Iche denke ja, Obdachlose und ihre Schicksale müssen öffentlich werden. HartzIV macht es vor, alleine das andere betroffen darüber reden ist ein Anfang. Dass viele Betroffene jedoch auch selbst berichten bringt erst wirklich Dynamik in die Thematik.

  12. Bea sagt:

    100 Prozent deine Meinung, Oliver. Wir berichten oft darüber im Heft. Sauber recherchiert und ausführlich. Das ist im Prinzip unsere Spezialität. Die Frage ist, ob wir es so wie im Heft nicht auch im Blog tun müssten. Ja, und dann entsprechend wie ich es geschrieben hab… kostet Zeit, Aufwand, letztlich Geld…

  13. phoibos sagt:

    @bea:

    blogs sind sowas wie tagebücher. da darf jeder seine gedanken veröffentlichen (im gesetzlichen rahmen wg. ehrverletzung und gottweisswas). «also frau müller aus abteilung f ist ne dumme schlampe» geht gar nich, aber ein «erneut wurde ich einer hochnothpeinlichen gesinnungsprüfung unterzogen, ich kam mir vor, als ob ich zu anderen zeiten asozialer wäre…» geht. persönliche eindrücke müssen nicht journalistisch abgesichert sein. wichtig ist nur, dass es wirklich persönliche eindrücke sind und kein wutausbruch. ich würde gerne die eindrücke der menschen kennenlernen, die sie haben, wenn sie mir beim supermarkt die tür aufhalten oder meinen wagen wegbringen dürfen… für mich ist dieses thema sehr schambehaftet und ich wünschte mir wirklich einen einblick in diese welt. ich bin auch sehr dankbar für das streetgirl-blog. dort kann ich auch dinge erfahren, die ich zu fragen mich nie trauen würde.

    ciao
    phoibos

  14. Bea sagt:

    @phoibos
    Ja, gute Anregung, diese Sicht. Das kann man ja kommunizieren, dass es persönliche Berichte sind.
    Gut dass du das sagst, was dich inhaltlich interessiert. Ist bei uns wahrscheinlich oft so ein Tunnelblickding nach dem Motto «schon wieder?!» 😉

  15. Danke an Bea, Oliver. Ist schon zu spät für eine ausführliche Antwort, aber ich bleibe am Thema dran :)

    PS: Der H&K Verkäufer vorm Handelshof in der Langen Reihe war von Seiten der Mieter wohl nicht ‘tragbar’. Dank Stadtteilbeirat St. Georg und einiger anderer engagierter Leute wurde die Lage geklärt. Er steht weiterhin an seinem Stammplatz. Ich habe dieses ‘aufgeschickte’ Problem erst nach Erledigung mitbekommen, aber das wäre natürlich ein klassisches ‘Web 2.0 Unterstützungsprojekt’ für ‘Sankt-Georg.Info + alle anhängenden Kanäle’ gewesen.

  16. Ich hatte doch mal dieses Blogprokjekt gepostet, bei dem mehrere Streetworker und Hartz IV. Empfänger bloggen (Caritas Projekt?), aber ich kann es natürlich gerade nicht finden. Lief auch über Identi.ca, Twitter, FriendFeed, aber wo habe ich es abgelegt?

  17. Nachtrag: Blogprojekt-Empfehlung

    Mitten am Rand

    «Weg mit Klischees, Vorurteilen und Phantasien. Wie leben Obdachlose, Süchtige, psychisch Kranke, Häftlinge oder extrem arme Menschen? Was bewegt sie, womit kämpfen sie, worauf hoffen sie? Davon berichten Betroffene und ihre Helfer in diesem Blog.»

    Und wo war es? In meinem Feedreader, Unterordner ‘Soziales’. Ordnung ist das halbe Leben und eine Mütze voll Schlaf die Andere :)

  18. Oliver sagt:

    Schaue ich mir die Angebote insbesondere in den Staaten an, so ist eines auffällig: zwar sind diese «medialer» aufbereitet im Web, dennoch mangelt es ebenso an Resonanz. Es tangiert schlicht das Gros nicht, da eine derartige Situation für diese nahezu unmöglich scheint für die eigene Person und ein Gefühl für Miteinander schlichtweg fehlt.

    Der Umkehrschluß lautet, die Hatz gegen zum Teil untragbare Zustande in den Sphären HartzIVs dient einzig und allein dem Selbstzweck — keineswegs dem Miteinander.

    Wie man diese Barriere aufbrechen kann entzieht sich meiner Kenntniss. Ich kann Dinge aus diesem Bereich verlinken und darauf hoffen, dass einige entsprechend reagieren, Hilfe zukommen lassen etc. pp. Aber dies ist imho weniger ein technischer Malus auf der Seite der Betroffenen bzw. Helfenden, sondern mehr ein Mangel an Mitgefühl beim Rest der Gesellschaft.

    Ein erster Schritt ist es auf jeden Fall Geschichte, Hintergründe etc. in die digitale Welt zu transferieren. Somit ist zumindest eine informationstechnische Basis vorhanden, auf welcher weitere Aktivitäten — insbesondere hoffentlich seitens des Web 2.0 Volks — fußen können.

    Wie Markus schon ansprach, freie Lizenzen für das dargebotene Material sind ein Muß, sonst verlieren sich die meisten Web2-Nuller in endlosen Diskussionen ob des gemeinnützigen Charakters bevor auch nur ein Iota Aktivität an den Tag gelegt wird. Es ist halt alles recht oberflächlich in diesen Gefilden und somit muß man erst diese Tür durchstoßen, um dann mittels Inhalt für Nachhaltigkeit sorgen zu können.

  19. ph sagt:

    Ich werfe mal eine Anregung in die Diskussion, was mich als Hinz&Kunzt Printleser auch auf eine (angebundene Bloginhalte zusammenführende) Webpräsenz ziehen würde:

    Einer der stärksten Artikel in den vergangenen Ausgaben war imho — gerade für mich als Neuhamburger, aber auch lt. einigen alteingesessenen Freunden — der Bericht über die Veränderungen in St. Georg. Einer der berührendsten Abschnitte darin, wie es dem Hinz&Kunztler dort erging — und wie er auch Unterstützung im Viertel erfuhr.

    Für mich wäre eine kleinteiligere, subjektivere, im Web dann auch längerfristigere und von der Quantität längere Schilderung der alltäglichen Besonderheiten durchaus reizvoll — auch auf die Gefahr hin, auf den ersten Blick ‘nur’ die Klischee-Inhalte aus der «Obdachlosenwelt» zu bringen.

    Interessant war der o.g. Artikel — und weite Teile von Hinz&Kunzt insgesamt — aber auch deshalb, weil man sich denkt: Mensch, da fahr ich doch alle XX Tage vorbei — so ist das dort also auch. Das Neue im Alltäglichen wiederfinden (positiv wie auch negativ) macht den Charme aus :)

    Letztendlich steht Hinz&Kunzt für mich persönlich eben für eine differenzierte, vielschichtige, durchaus positive Sicht auf Hamburg — explizit auch auf das, was man als Tourist oder auf dem Weg zur Arbeit nicht wahrnimmt. Ich fände es schön, wenn sich dies auch — puzzleteilchenweise, subjektiver — auf einer «web2.0″-Plattform fortführen ließe.

  20. Ich habe zwar enorm viele theoretische Ansätze gehört, aber ich bleibe bei meinem ersten Kommentar!

    Oliver schrieb so schön: «Die Grundfrage lautet also erst einmal, bevor irgendwer mit Technik-foo beginnt: wie bringe ich den Leuten die eigenen Ziele näher.»

    Bea schrieb: «Eine wichtige Info, die ich ab jetzt endlos oft unterbringen werde: Hinz&Kunzt, das Hamburger Straßenmagazin, das von Obdach– und WOhnungslosen verkauft wird, wird von professionellen Journalisten, Fotografen und Layoutern gemacht»

    Es geht also um eine Kombination von technik-foo und ‘Infos unterbringen’ bzw. Orientierung ‘was mit web 2.0 geht’.

    H&K, Bea, web 2.0 ist angewandte Technik. Man kann es aufmalen wie es funktioniert, aber machen muss man es selber. Die angesprochenen Unsicherheiten im Umgang mit den neuen Medien beseitigen sich durch Doing.

    Ja, das Internet kann helfen. Das Internet stellt Blutbahnen bereit. der transportierte Sauerstoff ist Information. Die kommt von außen. Die Muskeln sind die Konsumenten.

    Im Sinne von H&K stellt das Internet kostenlose Mittel bereit.
    Aber die existierenden Blutbahnen bleiben genauso wichtig und kraftvoll: Lokale Vernetzung, Lokalpolitik, etc.

    Was kann ich für H&K als Web 2.0ler (schüttel) tun?

    A) Ich biete eine enorm einfache und dennoch sehr komplexe und lokal starke Litfaßsäule an. Was auf diese Litfaßsäule kommt, bestimme ich, also muss es bei mir etwas anstoßen.

    Bea, ich hoffe ihr habt die Fragen aus Kommentar 3 etwas konkreter erörtert. Ich wurde bereits von mehreren bürgernahen Projekten in Hamburg in Sachen ‘wie geht das’ angesprochen und habe bereits mehrfach und stundenlang meine konkreten ‘Web 2.0-Werkzeugschrank’ Ratschläge verteilt. Ich habe allerdings festgestellt, dass durch das Verteilen von Werkzeug nur Diskussionen über das Werkzeug entstehen, aber nur sehr sehr wenig Werkstücke angepackt werden.

  21. Bea sagt:

    Moin.
    Was ist denn Technik-foo?
    Markus. Die Bemerkung, dass viele über das wie und warum diskutieren, anstatt zu machen, finde ich wichtig. Große Gefahr! Also packen wir´s an!

  22. Oliver sagt:

    foo ist eine Art Platzhalter im IT-Jargon, Technik-blabla wäre ebenso adäquat. Mir ging es um den Hinweis nicht das Pferd von hinten aufzuzäumen. Die Technik sollte nur die notwendige Begleiterscheinung darstellen, wie Markus anschaulich erklärte. Kurzum man benötigt etwas, damit das gemeine Webvolk anbeißt.

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