Max Payne 2

Max Payne 2Es ist mal wieder an der Zeit Max Payne auszukramen. Ausnahmsweise mal den zweiten Teil. Der erste Teil war schon legendär und ist absoluter Kult, insbesondere die Bullet-Time und die filmische Darstellung wurden (fast) nie wieder erreicht. Man kam und kommt sich vor wie in einem Film.

Im ersten Teil war die Familie Max Paynes ermordet worden — ermordet von Junkies, süchtig nach der Designerdroge Valkyr. Max Payne ging Undercover, die Aktion wurde so geheim gehalten, dass sie bei der Polizei nur einem Freund und Kollegen bekannt war.

Es kam, wie es kommen musste — sein Freund und Kollege wird ermordet, der Mord Max Payne angehängt. Die Cops machen Jagd auf ihn, in der Unterwelt ist bekannt, dass er Undercoveragent ist, Max Payne steht zwischen allen Stühlen. Max Payne macht sich auf, um die Hintergründe um Valkyr zu ergründen, seine Familie zu rächen und seine Unschuld zu beweisen. Dies gelingt ihm unter anderem durch Hilfe von Vladimir Lem oder Alfred Woden, im Endkampf besiegt er den Kopf der Verschwörung Nicole Horn.

3 Jahre sind nun seitdem vergangen, Max Payne kehrt zurück, auch zurück zur NYPD. Wie sollte es anders sein, auch diesmal wird sein Partner ermordet. Doch diesmal sind er und auch die verführerische Mona Sax nicht ganz unschuldig an der Geschichte.

Wir treffen während des Spiels wieder auf alte Bekannte, die wir schon aus Teil 1 kennen, sei es Vladimir Lem oder Senator Alfred Woden — und natürlich, wie schon erwähnt, Mona Sax. Nie wurde eine Duschszene in einem Computerspiel besser in Szene gesetzt, wie in Max Payne 2 — die, die das Spiel kennen, wissen wovon ich rede.

Trotz (oder wegen?) der überragenden Hintergrundstory ist Max Payne ein genialer Shooter-Spaß. Gesteuert wird er aus der Verfolger-Perspektive — sein größtes Plus: Die Bullet-Time. Grandios umgesetzt, die Idee hat man sich wohl von den Wachowski-Brüder stibitzt. Per Tasten– oder Knopfdruck läuft das Spiel in Zeitlupe ab. Je mehr Gegner der Spieler während dieser Zeit trifft, umso langsamer vergeht die Zeit für die PC-Gegner. In einer grandiosen Animation wird in einer Drehbewegung das Magazin nachgeladen, sollte es in dieser Zeit die Munition ausgegangen sein.

Die Level sind sehr detailliert gezeichnet, aber auch immer linear. Eine Kreativität bzgl. der Lösung wird vom Spieler nicht verlangt — aber das fällt beim Spielspaß weniger ins Gewicht. Die Details — Anspielungen und Easter Eggs — sind umfangreich vorhanden, und mit jedem neuen Spiel werden neue entdeckt. Ein kleiner Tipp: Öfter mal länger vor den einzelnen Fernsehern stehen bleiben, schauen, staunen, lachen — und auch jeder Raum will genau untersucht werden.

Max Payne 2 nutzt die Grafik-Engine Havork 2.0 — alle Gegenstände haben wie in der Realität eine gewisse Masse und verhalten sich dementsprechend. Manchmal wirkt es allerdings unfreiwillig komisch, wenn ein Stuhl aufgrund eines kleinen Remplers quer durch den ganzen Raum geschleudert wird. Auch ist es unrealistisch, dass Tische und Stühle bei Explosionen nicht zerstört werden, doch auch dies sind Kleinigkeiten, die den Gesamteindruck des Spiels nicht schmälern.

Der Sound ist ein weiteres Highlight des Spiels. Eine sehr emotionale Titelmusik, glasklarer Sound während des Spiels lassen das Spielerherz erfreuen. Die Hauptcharaktere wurden ausdrucksvoll synchronisiert, allerdings nur in englisch (deutsche Version mittlerweile erhältlich, ich empfehle die Original-Version) — aber genau das gehört meiner Meinung nach zur Atmosphäre des Spiels.

Der große Nachteil des Spiels ist die sehr kurze Spieldauer. An diesem Kritikpunkt kommt man einfach nicht vorbei. Ich selbst habe das Spiel ohne Cheats innerhalb von ca. 10–12 Stunden beim ersten Mal durchgespielt. In anderer Schwierigkeitsstufe gibt es zwar ein alternatives Ende, doch auch dort bleibt der Eindruck des zu schnellen Endes.

Fazit: Ein Kult-Game mit einer grandiosen Hintergrund-Story und der genialen Bullet-Time war geboren. Heutzutage kann jeder bedenkenlos die Budget-Version (ca. 10,- Euro) kaufen — es gibt kaum ein besseres Spiel für den Preis. Action-Freunde haben das Spiel wahrscheinlich schon, andere Spieler-Freunde schauen es sich evtl. mal an. Max Payne 2 — A Game Film Noir Love Story. Passt. 😉

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3 Antworten zu “Max Payne 2”

  1. Björn sagt:

    Mein Lieblingsszene ist die, wenn man in einem dieser Luxusapartments die Treppe runterkommt und sich da zwei oder drei Gangster um ein Klavier («Ein Klavier, ein Klavier!») versammelt haben, wo einer von ihnen das Titellied spielt.

    Ohnehin: Wie kannst du über Payne deux schreiben ohne «Late Goodbye» von den Poets of the Fall zu erwähnen? Das ist ein so stimmungsvoller Soundtrack.

    Abgesehen davon aber eine schöne Rezi. Auch wenn ich Payne Uno noch immer einen Tick besser finde.

  2. Chris sagt:

    ?Late Goodbye? von den Poets of the Fall zu erwähnen?

    Mit (Musik-) Titeln hab ichs nicht so. 😀 Ich hör Musik und find sie fein — oder auch nicht. *g*

  3. JayKay sagt:

    Björn hat absolut Recht!

    «Late Goodbye» setzt ein stimmungsvollen Akzent zu diesem genialen Kult-Game

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