Marc Beise — der Untergang des kritischen Journalismus am Beispiel eines SZ-Redakteurs

ZeitungDie SZ wird von manchen sogenannten A-Bloggern gerne ob ihrer Bilderstrecken kritisiert. Wenn es inhaltlich schwerfällt sich mit einer Sache zu beschäftigen, dann muss man halt auf solche Dinge zurückgreifen um mit dem Strom gegen die eigenen Kollegen [sic!] zu schwimmen. Wenn die Bilderstrecken der SZ ein Armutszeugnis für dieselbige ist, ist die Kritik daran dasselbe für die sogenannten deutschen Top-Blogs. Darum soll es aber nicht gehen. Während ich hier fast Woche für Woche Heribert Prantl als letztes Sturmgeschütz der Demokratie, unserer freiheitlichen Rechte feiere, so erschrocken nehme ich Woche für Woche zur Kenntnis, dass die SZ ebenso wie der SPIEGEL, die FAZ oder auch die BILD auf der neoliberalen Welle schwimmt. Eine Welle, die unser Land, unser Miteinander, unsere Gesellschaft so gut wie zerstört (hat). Marc Beise und sein aktuelles Pamphlet Schröder hatte recht stehen dafür meines Erachtens exemplarisch — ich könnte aber auch ins Archiv steigen und den einen oder Rant gegen die Blogger hervorholen, sicherlich an manchen Stellen perfekt pointiert auf den Punkt gebracht, viel mehr jedoch wird gerade im Politikressort der SZ ein Schuh daraus.

Vergleiche hinken immer, sagte schon mein Großvater — und doch vergleicht Marc Beise gleich zu Anfang seines Textes Angela Merkel und Gerhard Schröder. Auf der einen Seite der von vielen verachtete (allein das Wort gehasst von Marc Beise ist beim Lesen eine Zumutung) Gerhard Schröder, der das Land wie kein anderer vor ihm gespalten hat, der Kinder in die Armut geschickt hat, der in atemberaubender Geschwindigkeit die soziale Schere geöffnet hat, Deutschland in völkerrechtswidrige Kriege geführt hat — und auf der anderen Seite die abwartende Angela Merkel, die, die es praktisch jedem Recht machen möchte und noch keine Reformen angepackt hat — ich möchte mir diese Aussage nicht zu eigen machen, man denke nur an die unsägliche kommende Gesundheitsreform. Angesichts dieser Tatsache, dass Angela Merkel angeblich noch keine Reformen angegangen ist, ist für Marc Beise Gerhard Schröder der bessere Politiker. Eine doch sehr gewagte These, wage ich zu behaupten. Die soziale Eiseskälte, die unser Land durchzieht, liegt in der Verantwortung Gerhard Schröders — ihn als guten Politiker zu bezeichnen, zeigt gleich zu Beginn, wohin der Wagen des Marc Beise rollt.

Im Folgenden schwingt sich der SZ-Redakteur zum Verteidiger der Agenda 2010 auf. Natürlich ist es falsch, dass Schröder falsche Entscheidungen getroffen hat — hier wird Gerhard Schröder in einem Nebensatz mal eben zum Unfehlbaren gemacht, und auch ist es falsch, dass der Altkanzler richtige Entscheidungen nur falsch verkauft hat. Wie immer, wenn es darum geht, die soziale Spaltung Deutschlands zu verteidigen, wie immer, wenn es darum geht, zu verteidigen, dass die Agenda 2010 mittlerweile 2,6 Mio. Kinder hungern lässt, wird die Keule der Goldenen Siebziger von den neoliberalen Vertretern herausgeholt. Belegt wird und wurde diese These, dass wir Jahrzehnte über unsere Verhältnisse gelebt haben, noch nie — aber seit Jahrzehnten wird dieser Blödsinn von Menschen wie Marc Beise landauf, landab heruntergebetet. Blödsinn ist es natürlich, weil sich leicht das Gegenteil beweisen lässt. Die Errungenschaften der Arbeiter, der Arbeitnehmer, die sie sich sprichwörtlich auf der Straße erkämpft haben, mit dem eigenen Blut, wurden bereits während der Kohl-Regentschaft wieder abgebaut. Ich erinnere nur an die damalige Lockerung des Kündigungsschutzes — neue Arbeitsplätze wurden versprochen, erkennt jemand die Parallelen zur heutigen Zeit, nachdem dann der Kündigungsschutz ein stückweit gefallen war, begannen die Arbeitgeber fix damit, die Leute zu entlassen, 300.000 neue Arbeitslose waren die Folge. Marc Beise sollte als Journalist eigentlich die Möglichkeit haben, solche Dinge zu recherchieren — aber die Wahrheit widerspiegeln war bei den Neoliberalen noch groß nie in Mode.

Die Zahlen, die Marc Beise dann zur Untermauerung seiner Verteidigung des Gerhard Schröders hervorholt, sind in der Tat alarmierend. Die Verantwortung für diese Zahlen aber den einfachen Leuten, den Arbeitern, den Arbeitnehmern, den Arbeitslosen, den Studenten, den Rentnern in die Schuhe zu schieben, ist gelinde gesagt pervers. Diese gesellschaftlichen Gruppen leiden besonders unter der Agenda 2010 — und sei es nur die Tatsache, dass es am Ende des Monats regelmäßig warmes Essen auf dem Tisch fehlt. Marc Beise wiederholt hier das perfide Spiel der Neoliberalen — es wird mit dramatischen Zahlen gewunken, den Geringverdienern insbesondere, aber auch der Mittelschicht wird deshalb genommen — gleichzeitig wird verschwiegen, dass die Besserverdienenden mehr denn je in den letzen Jahrzehnten verdient haben. Noch nie wurde diesen Kreisen mehr Geld in die Tasche gespült, wie nach der Agenda 2010.

Natürlich wird dann auch von Marc Beise der gegenwärtige Erfolg am Arbeitsmarkt als Beweis seiner sonst nicht belegten Behauptungen hervorgeholt. Der gute Herr scheint sich nicht wirklich mit den Tatsachen beschäftigt zu haben. Gut 8,5 Mio. Menschen leben in unserem Land von ALG I oder ALG II, die Mittelschicht erodiert, Deutschland ist in Europa das Land des Lohndumpings, Menschen können trotz Vollzeitstelle nicht überleben und müssen zusätzlich Hilfe vom Staat beantragen — dieses gesellschaftliche Minenfeld, welches jederzeit explodieren kann, als Erfolg zu verkaufen, zeugt schon meines Erachtens von einer Menge Unkenntnis der Sachlage. Aber auch das kennen wir von den Neoliberalen. Die Statistiken werden interpretiert, wie es gerade benötigt wird — die Realität des Landes wird ausgeklammert. Erschreckend.

Das Motto des Fördern und Fordern war laut Marc Beise richtig — nur brauchte es zum Fördern das Glück eines Aufschwunges. Allein diese Worte muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Wenn also nicht gefördert wird, dann liegt es am kaum oder nicht vorhandenen Aufschwung. Das Fordern ist auf der anderen Seite selbstverständlich in Ordnung, mit welchen Sanktionen, zum Beispiel der Verlust der Wohnung oder der Menschenwürde, der Betroffene zu rechnen hat, lässt man unter den Tisch fallen — in der Welt der Neoliberalen ist die Menschenwürde das größte Hindernis um die eigenen Vorstellung einer funktionierenden Gesellschaft durchzusetzen. Das Human Capital hat zu funktionieren — alles andere ist zweitrangig. Diese Interpretation meinerseits über die Ansichten des Marc Beise zum Fordern und Fördern endet in einem weiteren perfiden Satz des SZ-Redakteurs. Der gute Herr Beise findet den Kündigungsschutz in unserem Land schlicht und ergreifend verrückt. Verrückt finde ich, wenn es im aufgeklärten 21. Jahrhundert immer noch Menschen gibt, die für Leibeigenschaft, Abhängigkeit und Feudalismus eintreten. Das sind nämlich die Folgen, wenn man die Schwachen nicht vor den Starken schützt. Das hat die Geschichte mehrfach bewiesen.

Einen Kommentar dazu, dass Marc Beise durchaus der Meinung ist, dass der Staat durchaus Schwache, Ausgestoßene zurücklassen darf — immer noch und immer lauter hört man die alte Leier vom Staat, der niemanden zurücklassen darf — spare ich mir. Das ist nicht meine Welt und auch nicht meine Vorstellung von einer aufgeklärten, verantwortungsvollen und solidarischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Marc Beise tritt in seinem Artikel als Neoliberaler par excellence auf — mit allen Folgen, mit allen Forderungen. Ganz im Sinne der heutigen Feudalherren verteidigt er den Altkanzler Gasgerd Schröder, dessen Wirken und Tun um zwischen den Zeilen neue Reformen zu verlangen. Der soziale Zusammenhalt, die Menschen, unsere Gesellschaft, sind ihm dabei offensichtlich völlig egal. Marc Beise ist das beste Beispiel dafür, wie wenig Rechte die Schwachen unserer Gesellschaft bereits haben, sich für die wenig vorhandenen noch rechtfertigen müssen, um im gleichen Atemzug zu fordern, dass auch noch der letzte Zipfel Sozialstaat abgebaut wird. Begründet werden diese Forderungen mit teils falschen, wahrheitswidrigen Zahlen, Zahlen, die die Realität nicht widerspiegeln. Je mehr Menschen sich gegen diese neoliberale Gesellschaftsform stellen, desto weniger wird deren helles Licht erstrahlen. Eines Tages.

Lesetipp: Die Oeffinger Freidenker zum selben Artikel

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15 Antworten zu “Marc Beise — der Untergang des kritischen Journalismus am Beispiel eines SZ-Redakteurs”

  1. […] zerlegt die neoliberale Propaganda in der Journaille, und auch der Oeffinger Freidenker mag diese Verachtung der Menschen und der Wirklichkeit nicht […]

  2. DrWatson sagt:

    Zwei Zitate aus dem Artikel gegenübergestellt:

    Marc Beise wiederholt hier das perfide Spiel der Neoliberalen — es wird mit dramatischen Zahlen gewunken […]

    […] wenn es darum geht, zu verteidigen, dass die Agenda 2010 mittlerweile 2,6 Mio. Kinder hungern lässt […]

    Gerne stimme ich ein in Pamphlete gegen den Neoliberalismus, doch obige …hmm… Doppelköpfigkeit sprang mir dann doch ins Auge.

  3. Chris sagt:

    Da hast Du sicherlich nicht unrecht. 😀

    Die Zahl hätte ich mir sparen können und auch allgemein halten können — nur ging gerade diese grausame Zahl in den letzten Wochen mehrfach durch die Presse… 😉

  4. Santi sagt:

    mal ehrlich, das ganze klingt nach einem Aufsatz eines Deutsch-Grundkurs-Schülers. die erzwungene Einleitung, das schlechte Fazit, der künstlich-leuchtende Abschluss. zentrales Thema: Schröder als besserer Politiker, weil er sich getraut hat Reformen einzuleiten, die Wählerstimmen kosten würden. na klar, beurteilen wir unsere Politiker doch danach, wer am lautesten schreien kann. auch wenn ich auf ein paar Punkte gestoßen bin, mit denen ich übereinstimme, betrachte ich dieses ganze Essay von Herrn Beise als unsinnig.

    was deinen (Chris) Kommentar angeht: 2,6 Millionen Kinder, die hungern sind 2,6 Millionen zu viele. doch Auslöser des ganzen Desasters soll 2010 gewesen sein? fahr mal in die Provinz, ob im Westen oder ehemaligen Osten und schau dir die sogenannten Sozialhilfebedürftigen an. Geld für Kippen und Glotze ist immer da und Kinder machen können sie auch. aber Verantwortung tragen und ihre Zöglinge aufziehen und ernähren können sie nicht. leider ist es viel weniger Klischee und immer öfter Wirklichkeit. [das ist auch] «nicht meine Vorstellung von einer aufgeklärten, verantwortungsvollen und solidarischen Gesellschaft im 21″. nein, Missbrauch nenne ich das.

    Gott bewahre, natürlich ist das nicht zu verallgemeinern. natürlich gibt es immer auch solche, die in ihrem Streben gestrauchelt und nun darauf angewiesen sind, und auch das gute Recht haben, vom Staat unterstützt zu werden. aber etwas musste sich verändern.

  5. Oliver sagt:

    >Geld für Kippen und Glotze ist immer da und Kinder machen können sie auch. aber Verantwortung tragen und ihre Zöglinge aufziehen und ernähren können sie nicht.

    Warum eine Randerscheinung erwähnen,wenn es eben eine Erscheinung am Rande ist?

    >Gott bewahre, natürlich ist das nicht zu verallgemeinern.

    Diese Aussage ist dann eher weniger stimmig, denn irgendetwas wolltest du wohl mit dem Hinweis beabsichtigen. Was am Rand geschieht juckt mich normal auch nicht.

  6. Chris sagt:

    santi, Dein Blödsinn reicht jetzt hier. Danke und tschüss. Es sind jeden Tag die selben Leute, die Du siehst. Ich sagte es vorhin noch im Jabber, als ich Dich noch verteidigt habe [sic!] — eine funktionierender Sozialstaat kann und sollte solche Leute locker aushalten. Wenn man das Geld, was man ausgibt um diese Ausnahmen zu jagen, in die investieren würde, die wollen, hätten wir einige Probleme weniger. Es sind wenige Ausnahmen, Randerscheinungen. Solche Leute wie Du sind es, die die viel größere Gefahr für dieses Land darstellen — auf Euer Fundament ist die Agenda 2010 gebaut. Danke und auf Wiedersehen.

  7. Santi sagt:

    «das Geld, was man ausgibt um diese Ausnahmen zu jagen»? von derartigen Maßnahmen habe ich noch nichts gehört. und wer soll entscheiden, in wen investiert wird und in wen nicht?
    vielleicht bin ich verbittert oder wahrscheinlich sind wir diesbezüglich nicht einer meinung. ihr schreibt beide mit einer ungeheuren gewissheit, aber ich habe auch meine erfahrungen gemacht.

    und warum wieder auf die alte diskussion einlassen? ist 2010 nun ausschließlich schlecht? nein, denn irgendwas musste sich verändern. war sie also angebracht? nein, denn die negativen aspekte überwiegen. ich bin’s leid.

    d.h. konkreter kann ich nicht werden und habe ich mich auch nicht geäußert, das ist nicht meine welt und ich bin froh darüber, nicht solche entscheidungen bringen zu müssen.

    weißt du, ich lese fixmbr sehr gern und werd’s auch in zukunft tun, und wenn ich es für angebracht halte gebe ich verbindlich meine meinung dazu. ich möchte hier keine lorbeeren und ich erspare mir kommentare um zum hundertsten mal mit dem verfasser übereinzustimmen. die einzige form von gegenwind, auf die wir wohl alle aus sind, ist angebrachte kritik, aber nicht schläge ins gesicht. wenn ihr kommentare, die euch nicht gefallen, löscht, ist das eure sache, weil immer noch euer weblog. nur will ich niemandem auf die füsse treten und insofern möchte ich auch nicht derart empfangen werden.

    und ja, ich kann schlecht mit gegenwind umgehen und korrigiere oder entschuldige mich nur sehr selten, weil darauf beharre, jede entscheidung und äußerung in voller absicht getroffen zu haben. wenn ich euch ärgern wollte, hätte ich es schon gesagt.

    und wenn pidgin auch jabber unterstützt, richte ich mir morgen einen acc ein. gute nacht

  8. Timo sagt:

    Zum einen: Der Neoliberalismus scheint wirklich wie ein Pilz unaufhörlich jedwedes Medium zu vereinnahmen. Ich frage mich wer oder was dazu veranlasst, beinahe ausschließlich in diese Richtung zu schwimmen? Irgendwie scheinen sich gegensätzliche Meinungen, so wie es damals einmal der Fall war, gänzlich anzunähern und auszulöschen. Grauenvoll!

    Zum anderen: Die Zustände, die deiner Meinung nach eher allgemeinen Verhalten der sozial schwachen liegen in vielen Faktoren begründet, die einer Hilfe von außen via professionellem Einschreiten und Betreuen befürden. Diese zumeist doch lethargischen Personen sind nunmal, sollte es ein Generationenübergreifender Zustand sein, absolut auf professionelle Hilfe angewiesen, da sie ohne diese fast keine Chance haben, dieser Situation zu entkommen. Doch gerade für diese Leistungen, für diese absolut wichtigen sozialen Hilfeleistungen ist kein Geld mehr übrig. Einzig und allein ist Geld dafür übrig in den Medien dieses generelle Vorurteil zu schüren, dass ALLE dieser Personen Sozialschmarozer sind und den Staat ausnutzend die Hand aufhalten und sich dabei ins Fäustchen lachen! Schade das diese (leider fast ausschließlich) verbreiteten Meinungen bzw. Vorurteile so unzerkaut aufgenommen und weitergegeben werden und so z.T. Haß auf diese eigentlich eher hilfebedürftigen Personen entsteht! Medien werden immer menschenverachtender, verlogener und grauenvoller. Schrecklich!

  9. Chris sagt:

    @santi:

    von derartigen Maßnahmen habe ich noch nichts gehört.

    Papa Staat hat zum Beispiel mittlerweile private Callcenter [sic!] engagiert, die Arbeitslose auspähen. Die rufen dann die Betroffenen an und hören, ob er zu Hause ist, fragen nach, ob er bereit ist, eine Arbeit aufzunehmen, etc. pp.

    vielleicht bin ich verbittert oder wahrscheinlich sind wir diesbezüglich nicht einer meinung. ihr schreibt beide mit einer ungeheuren gewissheit, aber ich habe auch meine erfahrungen gemacht.

    Du wirst lachen — selbst Oliver und ich sind nicht immer einer Meinung. Das wäre auch langweilig. Nur Deine Ansichten sind es, die tief in der Gesellschaft verwurzelt sind und die das gegeneinander aufhetzen erst möglich machen. Diese Übereinstimmung in den gesellschaftlichen Gruppierungen «die anderen sind schuld und zocken ab», auf diesem Fundament ist die Agenda 2010 gebaut. Denk mal in Ruhe drüber nach. Und vielleicht sprichst Du das nächste mal den Punk an um zu erfahren, warum er dort steht und vielleicht das Pilsken trinkt während Du zur Uni fährst. Ganz böse Frage: Wieso arbeitest Du noch nicht und liegst der Allgemeinheit auf der Tasche… 😉

    ist 2010 nun ausschließlich schlecht?

    Ja, da gibt es auch für mich keine Diskussion — genauso wenig wie ich darüber diskutieren würde, wenn jemand ankommt, im 3. Reich war auch nicht alles schlecht. Die Agenda 2010 hat unsere Gesellschaft, unser Miteinander an den Rand des Ruins gebracht. Die Gesellschaft erodiert in atemberaubender Geschwindigkeit. Daraus sich jetzt irgendwelche Rosinen rauspicken, halte ich grundsätzlich für falsch.

    und ja, ich kann schlecht mit gegenwind umgehen und korrigiere oder entschuldige mich nur sehr selten

    Da haben wir sogar etwas gemeinsam. 😉

    wenn ich euch ärgern wollte, hätte ich es schon gesagt.

    Das hat niemand behauptet — es gibt nur Dinge, die lassen mir die Haare zu Berge stehen, weils sie teils auch schon unzählige Male angesprochen, verlinkt wurden. 😉

    Und ja, Pidgin unterstützt Jabber… 😉

    @Tim: So schauts aus…

  10. Michael sagt:

    Ich lese die SZ seit Jahren, und ich wundere mich, daß ihr den Neocon Marc Beise erst jetzt wahrnehmt. Genauso schlimm ist Nikolaus Piper, seines Zeichens Chef der Wirtschaftsredaktion.
    Das ist m.E. kein «Verfall», den die SZ erst jetzt erleidet — das steht in bester Tradition des Liberalismus. Früher standen Baum, Hirsch u.a. Lambsdorf und Co gegenüber, heute gibt es als dessen letzte verbleibende Bastion die SZ mit Prantl und Piper.

  11. Also mir gehen diese ganzen eigentlich vollkomen am Allerwertesten vorbei — wieso werde ich nicht begründen,
    weil dann dieser braune Stereotyp bedient werden könnte.

    Aber was mich bei solchen Menschen wie diesem Marc Beise
    wirklich aufregt, zugleich aber Amüsanz auslöst ist folgendes:

    Wie kann dieses Pack, das selbst früher praktisch zum Nulltariv studiert hat und nicht selten 7–8 Jahre für sein Studium brauchte, jetzt über die Studenten herziehen.

    Dieses Pack dem unsere Gesellschaft erst den Aufstieg überhaupt ermöglicht hat, den Wohlstand/Bildung/Kinder/Selbstverwirklichung usw. ermöglicht hat, wie kann es dieses kriminelles Pack es sich moralisch leisten genau gegen diejenigen zu treten die diesem das alles erst möglich gemacht haben.

    Die Antwort habe ich auch parat — es ist nämlich der ganze soziale Abschaum der da oben angekommen ist und
    inzwischen dermaßen stinkt, dass selbst jede Fäkalie im Vergleich dazu glatt als Eau du Parfum durchgehen würde.

  12. Die Süddeutsche leidet……

    …aber nicht unbedingt so, wie es allgemein der Markt der Printmedien tut, und auch nicht im speziellen, weil die Finanzsorgen ob eines neuen Domizils jucken. Das mag alles zum Leiden beitragen, aber das größte und meist drängende Problem ist ein …

  13. […] vom Format Hans Leyendeckers sich solche Wirtschaftsjournalisten leistet. (Sh. z.B. auch: “Marc Beise – der Untergang des kritischen Journalismus”, fixmbr.de, 14.3.2008.) Deren Blick reicht nicht übers eigene Portemonnaie hinaus, und es […]

  14. Anonymous sagt:

    Marc Beise ist m.E. einfach nur noch schlecht. Jedes Mal könnte ich kotzen, wenn ich den Blödsinn von Beise höre.
    Der von mir sehr geschätzte Herr Stiglitz hält eine Finanztransaktionssteuer für umsetzbar und erstrebenswert. Beise erklärt irgendetwas –ich halte es für grossen Unfug– anhand einer Waage (!) und folgert, dass die Finanztransaktionssteuer vor allem grossen Schaden bringen würde.
    Kann man so einen wie Beise eigentlich auch nur ansatzweise ernst nehmen?
    In einem anderen Video-Blog Beitrag erklärt er Wirtschafts-bla-bla-Blub anhand von ein paar Schuhen (!).
    Wie ist der zu seinem Job gekommen? Hat Beise ernsthaft studiert?
    Beise ruiniert m.E. das Renommee der SZ. Inwieweit unterscheiden sich seine Ausführungen von Märchenstunden im Kindergarten?

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