Machs gut mein geliebter C64 — Hallo PC

Da ging ich hier gerade durch den Park, und musste an die guten, alten Zeiten denken. An meinen heiß geliebten C64 — was waren das für Zeiten. Giana Sisters, Turrican, Leaderboard Golf oder auch Summer, Winter einfach alle Games. Bis ich eines Tages für mich selber feststellte, Chris, du sitzt nur noch vor deinem Brotkasten, du kennst nichts anderes mehr, das ist zu viel — 1 Woche später sollte der kpl. Kram verkauft sein. Das ärgert mich heute noch so unwahrscheinlich, ab zu schaue ich mal bei eBay rein, bisher konnte ich es vermeiden, beim C64 auf bieten zu klicken. Es sollte für mich aber bald Abhilfe geschaffen werden — der PC folgte.

Kurze Zeit später saßen wir (Disclaimer: Wir = die durchgeknallte C64– und AMIGA-Jugend) an einem Dienstagmorgen in der Schule und freuten uns auf unsere erste EDV-Stunde — ja liebe jungen Leser, damals hieß das noch EDV-Stunde und nicht Informatik. 😀 So saßen wir erfurchtsvoll vor dem PC und warteten auf unseren Lehrer. Dieser betrat dann den Raum und erklärte, wie wir den Rechner zu starten hatten. Auf den Knopf gedrückt und wir warteten und warteten und warteten… 😉

Nun gut, wer schon mit einer Datasette gearbeitet hatte, war in Geduld geübt, und so sollte man in den Jahren darauf so manches mal wehmütig an den C64 denken. Aber dann war es soweit: c:\ erschien auf dem Bildschirm. Ne, war das schlimm, ein klitzekleiner Monitor (statt des immer in Beschlag genommenen TV’s der Eltern :D), so kniffen wir die Augen zusammen, Herr Lehrer, ich glaube, ich brauche eine Brille, kann man das Ding nicht an einen Fernseher anschließen? Nein, konnte man natürlich nicht, und diese Farbenvielfalt — black ist beautiful, nein, nicht wirklich, wie hießt das noch? MS-DOS oder was hat der Meister da vorne gesagt — hallo, wo kann man hier die Farben einstellen?

Tja, das konnte man natürlich nirgendwo, und ich kann mich noch genau daran erinnern — als wäre es gestern gewesen — wie unser Lehrer etwas von einer Festplatte erzählte, sie und deren Funktionen erklärte, um uns dann mit der ersten Aufgabe zu überraschen: Laden sie doch mal bitte das Inhaltsverzeichnis. Ich weiß es noch wie heute, dieses Grinsen in seinem Gesicht — man hätte meinen können, er wusste, was passiert…

Machos, die wir alle waren, war das natürlich überhaupt kein Problem, und so tippten wir mit ebenso fiesem Grinsen ein: LOAD»$»,8

Tröööööööööööt

Was war das?

Feeeeeehler???

Egal, da hatten wir uns (alle — aber sicher doch) verschrieben. Noch mal das ganze… ARGH… Da ist doch mit Sicherheit ein Trick dabei. Was für ein Müll, so ein PC — zocken wir heute Nachmittag bei Dir am C64? So saßen wir da, und mussten erstmal diesen Schock verdauen — da kam mein Tischnachbar auf die nächste glorreiche Idee: Hey, da muss man bestimmt nichts mehr laden, ist doch schon alles da. Genial, die Finger huschten erneut über die Tastatur: LIST

Tröööööööööööt

Was war das?

Feeeeeehler???

Was für eine Scheiße, lass uns gehen und bei Stefan am C64 zocken. Scheiß Farben, man braucht eine Lupe, nichts funktioniert, so ein Schwachsinn, das ist doch kein Computer, das ist eine Krankheit. Ja, so war das, und als wir zum Lehrer blickten war es wieder da, dieses Grinsen, und er sprach: Gebt doch mal DIR ein. Das verbesserte unsere Stimmung auch nicht wirklich und hinten aus der Ecke kam, ja ne is klar, und um ein Programm zu laden, womöglich MIR oder was? Doch wir waren alles brave Schüler 😀 und so tippten wir ein, was uns gesagt wurde.

Aha…

Das ist ja toll…

Aha…

Wie Ihr seht, waren wir vom Erlebnis PC sehr begeistert– So liefen in der Regel unsere EDV-Stunden ab, und selbstverständlich haben wir versucht, Windows das erste Mal mit LOAD«WINDOWS»,8,1 zu laden.

Mein erstes Erlebnis mit MS Word verlief im Übrigen ähnlich: Gegenüber den Programmen für den C64 vermochte man da ja einen kleinen Fortschritt zu sehen, man setzte also seine Brille auf, tippte, und als uns der Lehrer das Abspeichern erklärt hatte, hieß mein erster Text folglich: christiantest.doc. Ich war stolz wie Oscar — bis zur nächsten Stunde. Ich versuchte meinen Text wieder zu laden, und wenn ich ihn denn gefunden hätte, wäre das alles auch kein Problem gewesen. Wo ist meine verflixte Datei? Hilfe!?! So kam er (der mit dem Grinsen) wieder zu mir und sprach: Tja Chris, am PC darf der Dateiname nur 8 Buchstaben lang sein, schau mal die Datei mit Tilde. Wat, häh? ja genau, das ist Deine Datei. Was sollte man dazu noch sagen, welch ein Fortschritt. Nach dem schon Erlebten, waren nun auch noch statt 16 Zeichen nur 8 Zeichen erlaubt, und so sagte ich dann wohl etwas forscher:

So eine scheiße, ich will meinen C64 zurück!

Den Rest der Stunde verbrachte ich vor der Tür…

Und wie war Euer erstes PC-Erlebnis?

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13 Antworten zu “Machs gut mein geliebter C64 — Hallo PC”

  1. Oli sagt:

    PC-Erlebnis? Ein Schneider Euro PC (XT), sowie eine AT Karte im Amiga vor Urzeiten. Damit konnte ich dann die wunderbare CGA, EGA Welt erleben — von Hercules und ergonomischen Bernstein Monitoren ganz zu schweigen– zu Vga wars damals noch ein «langer» Weg 😀
    Die 8Bit Zeiten waren definitiv besser, Computer einschalten, kein Bootvorgang — Gerät läuft und los ging die Tastenklimperei. Ich bevorzugte zwar meinen Schneider 6128 für «anspruchsvolle» Dinge mit seinen 4MHz, CP/M (inkl. Wordstar und Turbo Pascal) und dem lesbaren 80 Zeichen-Modus — aber der C64 war damals die ultimative «Game-Machine», das Basic zwar grottig, aber der Sound, obwohl mono, vom Feinsten und die Hardwaresprites machten so manchen Punkt gegenüber dem CPC wett.
    Der C64 lief z.B. damals noch zu Amiga-Zeiten nebenher — konnte ihn einfach nicht wegstellen und auch heute werfe ich sehr gerne den Emulator an 😀
    Aufgehoben hätte ich gerne alle Geräte, aber im jeweiligen Moment hatte man halt mehr den Blick auf die neuen Dinge geworfen — heute bereut man es 😉

  2. Björn sagt:

    Seufz. Der C64 meiner Eltern, der mir immerhin meine ersten Spielerfahrungen nahe brachte (halt, das war der Apple II meines Onkels… aber der C64 war relevanter) steht immer noch auf dem Dachboden meiner Mutter. Irgendwas geht nicht mehr. Wackelkontakt. Oder der Monitor ist hin. Vielleicht ist’s das Laufwerk. Ich weiß es nicht.

    Aber den Brotkasten wegwerfen, wie es meine Mutter einmal pro Jahr plant? Nix gibt’s. Dafür hängen zu viele Erinnerungen da dran. Und wenn der auch gar nicht mehr geht, dann stell ich ihn zukünftig halt bei mir als Andenken in die Bude. Aus Nostalgie. Um retro zu sein. Außer meine Schwester kommt mir zuvor, die will das Teil auch gerne haben.

    Was? Erstes PC-Erlebnis? Ja, hatte ich auch. Herkules Monochromgrafik, Laufwerke für zwei 5,25″-Floppies, Dark Castle, Maus… aber das ist eigentlich egal. Was sind zwei 5,25″-Floppies und eine Minifestplatte gegen die Datasette oder die Brotkastenform? Was ist eine Maus schon gegen den schwarzroten Competition-Pro-Joystick. Und mal echt gezz: Dark Castle gegen den ganzen Output von Epyx, gegen Spy vs. Spy oder Lode Runner.

    Nope. C64, baby. That’s where it’s at.

    Das einzige wahre Poke-Mon.

  3. Steffi sagt:

    Mein erster Computer war ein Sinclair ZX81 mit sagenhaftem 1KB (ja KB) Speicher. Ein wenig mit Basic rumgespielt und es kam ein Out of Memory Error :)). Dann folgte ein C-16 mit immerhin 64KB. 1992 kam dann ein 386er.

  4. Oli sagt:

    Der C16 war ein Computer-Unfall, shit happens 😀 😉

  5. Steffi sagt:

    Aber das Basic war besser als beim 64er ;).

  6. Chris sagt:

    10 PRINT «F!XMBR — SIMPLY THE BEST«
    20 GOTO 10
    RUN

    F!XMBR — SIMPLY THE BEST
    F!XMBR — SIMPLY THE BEST
    F!XMBR — SIMPLY THE BEST
    F!XMBR — SIMPLY THE BEST
    F!XMBR — SIMPLY THE BEST
    F!XMBR — SIMPLY THE BEST
    F!XMBR — SIMPLY THE BEST
    F!XMBR — SIMPLY THE BEST

    BREAK IN 10
    READY.

    :D

  7. Oli sagt:

    /klugscheiß/ Warum keine Schleife? :p 😉 /klugscheiß/

  8. Chris sagt:

    Mach doch selber, mach doch selber… 😀

  9. Oli sagt:

    10 PRINT CHR$(147):FOR CHRIS=1 TO 10
    20 PRINT«F!XMBR — SIMPLY FASCINATING»:POKE 53281,2:POKE 53280,5
    30 NEXT CHRIS

    😉

  10. Chris sagt:

    :D Diese Farben… 😉

  11. Sammy sagt:

    Zu C64 Zeiten war ich grade mal erst «da». Mein erster Computer war/ist ein 386 Notebook von Escom mit 300 MB Festplatte. Es hat 16 Graustufen und 640×480 px Auflösung. Heute würde es fast wieder als Subnotebook durchgehen. Nichts desto trotz ist inzwischen mein PDA schneller und auch die «HiRes»-Auflösung findet man in Handys wieder. 😀

  12. Rheinstein sagt:

    Mein erstes Mal… Kann mich noch genau daran erinnern! Da stand ich im Kaufhof als 14jähriger und guckte mir die Augen aus dem Kopf: Da stand er — der sagenhafte und unübertreffliche C-64! Alles was ich so bisher mitbekommen hatte, war das er eine super Spielmaschine war und einen Top-Sound hatte. Naja, zu Weihnachten bekam ich ihn dann . Und die Verblüffung war groß: C-64 angemacht und… hey? Wo sind die Spiele??? Das man dafür erstmal die Programme haben musste war mir damals nicht bewußt… *g* Aber danach kam ich auf den Trichter. Mit allem was dazugehörte: Datasette (inkl. Turbo– und Ultra-Tape!), später die C1541 Floppy, Competition Pro und Dolphin-Dos zum programmieren. Hatte dann auch ein ganz tolles Demo für meinen Ausbildungsbetrieb gemacht. Nur: Da waren ausschliesslich PCs! Mit Bernstein-Monochrom-Monitor (Igitt) und einem waaahnsinnig wichtigem Programm drauf: Multiplan! Für die Jüngeren: Das war der Vorläufer von Excel!.. Hatte auf 286 und 386 (Ultra teurer Compaq-PC für 3.500 Mark damals)dann das PC-Laufen gelernt. Aber ehrlich gesagt: Mit einigen Freunden denke ich heute noch wehmütig an diese tolle und spannende (Copyparty in Venlo z.B…) zurück. Es klingt zwar abgedroschen, aber: so ein C-64 hatte irgendwie mehr «Seele» und Reiz als so ´ne dämliche Blechbüchse auf der ich jetzt schreibe…

  13. Oli sagt:

    Apropos Floppy die riss mir damals ein gewaltiges Loch in die Börse bzw. in das meines Vater — das Teil war zu Beginn sündhaft teuer 😀

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