Logistep und Musik-Label erleiden schwere Schlappe vor Gericht

Doch bevor jetzt die maßlosen Filesharer dieser Welt vor Begeisterung aufschreien: Die Anklage wurde aus rein formalen Gründen ohne Beweisaufnahme abgewiesen. So schreibt heise.de:

Das Gericht überprüfte laut der nun vorliegenden schriftlichen Urteilsbegründung nicht, ob die von Logistep erhobenen Indizien tatsächlich beweiskräftig sind. Vielmehr folgte es der Argumentation von Grosskopf, der zufolge Peppermint Jam nicht nachweisen könne, dass man tatsächlich die Nutzungsrechte innehabe.

Tut mir leid liebe Filesharer — Ihr werdet auch weiterhin mit der Unsicherheit leben müssen, ob nicht vielleicht doch das neueste Mainstream-Album, welches Ihr gerade in der Queue habt, überwacht wird. Wer Alternativen sucht, wird bei uns in der Musik-Sektion fündig oder nebenan bei Falk, Jamendo, whatever, es gibt so viele legale Musik-Perlen da draußen.

Lasst die doch ihr Spiel spielen. :)

9 Antworten zu “Logistep und Musik-Label erleiden schwere Schlappe vor Gericht”

  1. Falk sagt:

    Erstmal Polemik: Wer sowas wie Warren G. hört gehört sowieso … ach egal *g*

    Nein, zumindest ist das Urteil mal richtungsweisend dahingehend, dass der Rechteinhaber auch mal offenlegen muss, ob er denn tatsächlich die Rechte an den Werken besitzt. Hier gibts genügend handwerkliche Fehler selbst im «Big Business» und ein Nachweis fällt im Zweifel immer schwer. Was ich allerdings auch rauslese ist wiederum die Tatsache, dass sich die Industrie nicht in die Karten (sprich Verträge) schauen lassen möchte. Und solang sie so geheimniskrämerisch damit umgehen, wird dies nicht die letzte abgewiesene Klage sein. Und ja, ich vermute auch, die MI hat verdammt guten Grund, ihre Verträge nicht offen zu legen. Von verbotenen Preisabsprachen bis hin zu betrogenen Künstlern dürfte da einiges strafrechtlich relevant sein.

  2. Euro sagt:

    Habt ihr mal so einen Vertrag zwischen — sagen wir — Sony/BMG und einem ihrer Künstler gesehen?
    Ihr würdet son Leibeigenschaftsdings sicher nicht unterschreiben, es sei denn ihr seid grad am verhungern.
    Das ist eigentlich gar kein Vertrag, sondern eine Verpflichtungserklärung des jew. Künstlers. Der Schrieb begründet kein Arbeitsverhältnis und ist von Seiten der MI ohne Nennung von Gründen jederzeit kündbar. Vertrag kommt eigentlich von «vertragen».
    Was hatte Chris doch gleich gesagt?
    Lass sie doch ihr Spiel spielen!

  3. Oli sagt:

    Anders herum könnte man auch kontern, die Leute haben teils Geld für sündhaftteure Stereoanlagen, schleppen überteuerte iPods mit sich herum und packen es nicht das Geld für eine CD abzudrücken? Mal abgesehen davon, das die ganzen mp3s auf besseren Boxen ohnehin gegen jede gut gemasterte AudioCD abstinken.
    Übrigens in den USA gabs auch schon ein Punkt dem das Gericht widersprach, dem verursachten Schaden. Denn die Rechteinhaber konnten dort überhaupt nicht einwandfrei beweisen ob weitere Downloads/Uploads stattfanden.
    Egal ob pro oder contra Filesharern, die ganze shayze basiert auf Einschüchterung der Leute mit Hilfe von Fehlinformationen und dem Wissen, das in der Regel keiner vor Gericht zieht.

  4. Falk sagt:

    Habt ihr mal so einen Vertrag zwischen — sagen wir — Sony/BMG und einem ihrer Künstler gesehen?

    Ja

    die ganze shayze basiert auf Einschüchterung der Leute mit Hilfe von Fehlinformationen

    Einschüchterung der eigenen Kunden und sogar des Kapitals, dessen man sich bedient. Und für was? Um das Rechtemonopol und Contentkontrolle innezuhaben. Das dies dann grad im Netz mit der dortigen Denkweise kollidiert, war vorherzusehen. Und nun muss man halt schaun, wohin der Hase läuft.

  5. Grainger sagt:

    Wenn ich jemanden des Diebstahls bezichtige sollte es formaljuristisch ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein das ich die Eigentumsrechte an der gestohlenen Ware auch nachweisen kann.

    Die bloße Behauptung: «Das gehört mir!» reicht da halt nicht aus, sonst wäre ich schon lange Eigentümer eines wunderschönen Domizils mit einer kleinen Sportwagensammlung. 😀

    Nicht umsonst können bestohlene Diebe, betrogene Betrüger, usw. ihre vorgeblichen Interessen nur so schwer vor einem Gericht glaubhaft machen (und lassen es deshalb wohl meistens auch gleich bleiben).

    Natürlich lassen sich Eigentumsdelikte nicht 1:1 auf Urheberrechtsverletzungen übertragen, auch wenn die Rechteinhaber uns das glauben machen wollen (zumindest dann, wenn es ihnen gerade in den Kram paßt). 😉

  6. Falk sagt:

    Also die Assoziation, das Plattenfirmen Diebe sind, find ich grad sehr gelungen.

    Danke Grainger 😉

  7. Maxx sagt:

    Das stimmt allerdings mit den freien Musikperlen. Ich habe mich nicht zuletzt deswegen letzens vom Leechertum losgesagt.

  8. Sammy sagt:

    «Today I want to talk about piracy and music. What is piracy? Piracy is the act of stealing an artist’s work without any intention of paying for it. I’m not talking about Napster-type software.«
    So Courtney Love in einer Rede aus dem Jahr 2000. http://archive.salon.com/.….14/love/
    Man mag von der Frau halten was man will, aber da hat sie wohl recht.

    Interessant in dem Zusammenhang auch die «work for hire» Diskussion. Künstler lassen sich wunderbar anstellen und gegen einen kleinen Obolus schreiben sie dann ein paar Lieder. 😉

  9. Falk sagt:

    Der Satz «I’m talking about major label recording contracts.» bringts doch schon auf den Punkt. Das ist wie im täglichen Leben — der, der gefurzt hat, regt sich am meisten über den Gestank auf. Willkommen im Business.

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