Linuxtag 2008

Einen Besucherzuwachs um 18 Prozent melden die Veranstalter des LinuxTag 2008. laut heise, auch wenn es anderswo nicht derart rosig aussah. Vielmehr scheinen wohl aber jene auszubleiben, die eher mit dem Herz bei der Sache sind, vice versa wird dies mittels steigender Firmenanzahl kompensiert, welche sich einen eher pragmatischen Habitus zu eigen machen. Klar mit meinen Ansichten bin ich nicht mehr von dieser Welt, aber wenn Opensource weiterhin entseelt wird bleibt letztendlich nur ein Abklatsch Redmondscher Softwaregefilde über. Ich habe kein Problem mit dem Prinzip mi kasa su kasa, aber diese fortschreitende Dominanz ist unerträglich. Ich freue mich hingegen, das noch Veranstaltungen wie der Chemnitzer LinuxTag existieren :)


8 Antworten zu “Linuxtag 2008”

  1. Frank sagt:

    Ich war dieses Jahr zum ersten Mal da. Kann deswegen nich beurteilen, ob eine Entwicklung zu beobachten ist. Jedenfalls hab ich einige interessante Gespräche am Tex Stand und am BeLUG Stand geführt. Der Ruby on Rails Security Vortrag und vor allem der letzte Vortag zum Thema Sicherheit am Freitag waren wirklich sehr interessant und schienen in keiner Weise wirtschaftlich motiviert. Also ein bisschen «Seele» schien noch dabei zu sein :-)

  2. Oliver sagt:

    >Also ein bisschen “Seele” schien noch dabei zu sein

    Hat jemand behauptet dort Automaten vorzufinden? Hat jemand davon geredet das Menschen in Firmen seelenlose Idioten sind? Nein davon war nie die Rede, ich bitte auch darum selbst den Recht kurzen Hinweis in Relation zu meinen sonstigen Aussagen hier zu sehen.

  3. claus sagt:

    Ich sehe das grundsätzlich wie Oliver. Über die Besucherzielgruppe oder tatsächlichen Besuchergruppierung können sicherlich die Leute vom Linuxtag genaueres sagen — für mich ist der «Businesseindruck» durch die Aufteilung und Größe der Stände gekommen: Firmenstände gross (und häufig leer!)- Projekt– und «Communitystände» klein (mit wenig Helfern) und bedrängt(z.B. OLPC,Sidux, Linuxradio) Im Gegensatz zum letzten Mal war für mich der Linuxtag räumlich «zerfasert». Und warum das Kinderprojekt «Linuxcafe» in den Katakomben war, bleibt mir ein Rätsel! «Seele» gab es am Samstagmorgen beim Vortrag über «Bildung mit Linux» aus Norwegen — bitte mehr davon!

  4. FOSDEM und CLT sind noch mit «Seele» ;-).

    Naja, der LT versucht sich am Spagat zwischen OSS (den langhaarigen,…) und business. Leider bleibt dabei, meiner Meinung nach, OSS und freie Projekte auf der Strecke.

    Dennoch, oder gerade deswegen, werde ich dann doch nächstes Jahr wieder dabei sein. Nach dem Motto «jetzt erst recht». Ich hoffe, nein poche, darauf, dass es nächstes Jahr wieder einen BSD Tag geben wird.

  5. Bogus sagt:

    Ich weiss nicht, warum ihr so skeptisch drauf seid wegen der OSS Szene. Man kann es so oder so sehen, das nun mehr auf Buisness im OSS gemacht wird. Aber es ist doch so, das es vielleicht nur dieser Weg das Überleben sichert von einigen Firmen, die sich ausschliesslich mit OSS sich befassen.

    Wenn ich höre, das Novell in seinem Linux Bereich grossen Zuwachs hat, auch ohne den MS Zusatz, dann kann es doch einen positiv stimmen. Ich finde solange es freie Software gibt und diese dadurch gefördert wird, ist doch alles bestens.

    Was ich aber manchmal sehe, ist das kaputt reden von Projkekten, die grade erst in Fahrt kommen. Ok, ist bisschen anderes Thema, aber nehmen wir mal Secondlife. Lindenlab, das ist die Firma, die SL programmiert hat nun vor gut einem Jahr den Quellcode freigegeben, Daraus hat sich OpenSim entwickelt. SL selber wird von Medien schlecht geredet, da es da nach ihrer Meinung nur um das eine geht, um S*x. Das ist nicht so richtig, SL ist eine Virtuelle Welt wo dieses nur eine Sache ist. Das kann ich sogenau sagen, weil ich da selber aktiv bin. In SL können Firmen ihre Produkte ausprobieren bzw. auch vorführen, wenn sie dafür motiviert genug sind. Ausserdem kann man da Sachen machen, wie segeln, sich mit anderen Menschen austauschen.

    Ich will damit nur sagen, das man nicht alles gleich schlecht reden muss. Nur weil man sie nicht mag oder eine andere Meinung drüber hat.
    Was es nun mit Linux zutun hat ? Lindenlab hat gleich zu Anfang ihren Clienten für Windows, Mac und auch für Linux programmieren lassen. Erst bisschen holperig. Aber nun es sogar meist besser als unter Windows ;D

  6. Oliver sagt:

    >Ich finde solange es freie Software gibt und diese dadurch gefördert wird, ist doch alles bestens.

    Eben nicht, weil der Business mehr und mehr das Ruder an sich reißt und eine eigene Richtung beschreitet. Wenn man schaut welche Firmen da teils das Heft an sich nahmen und welche ebenso regelmäßig bei Microsoft intervenierten und mit diesen nette Verträge schlossen, dann versteht man auch wo der Hase läuft. Löst man sich von dem Feindbild Microsoft, dem evil empire, dann versteht man auch das der Habitus dieser Konzerne immer nur einem Zweck dient. Microsoft hatte eben nur die schlechtere PR-Abteilung. Die Wege von Kommerz und Opensource mögen zwar identisch sein, die Ziele sind es jedoch keineswegs.

    >Secondlife

    Hmm ja, ich meine auf dieses gehypte Business-Modell müssen wir hier nicht näher eingehen.

  7. Bogus sagt:

    So hat jeder seine Ansichten .. und das ist auch gut so ;D

  8. Oliver sagt:

    Du mußt dir nur im klaren darüber sein woher die Problematik bei Windows kommt, denn die im Netz geschürten Feindbilder haben damit recht wenig zu tun.

RSS-Feed abonnieren