Linux/BSD — Mausschubser vs. Konsoleros

Was Linux aber nach wie vor nicht so beherrscht wie Windows, ist das Simplifizieren. Für die meisten technisch begabten Computeranwendern ist genau dies einer der größten Vorteile von Linux, für den Durchschnittsanwender ist es gleichzeitig die größte Hürde.

Vereinfachen ist keinesfalls nur Weglassen, vereinfachen bedeutet, die Funktionen, die da sind, überschaubar zu präsentieren. Vereinfachen bedeutet, die selbstverständlichen Dinge automatisch erledigen zu lassen. Vereinfachen bedeutet nicht Bevormunden, in der Regel weiß der Anwender, wann er eine nummerierte Liste erstellen will und wann nicht.

Pro Linux

Wahre Worte und noch immer treffen die Konsoleros mit den Mausschubsern aufeinander und liefern sich herbe Gefechte. Der lachende Dritte dabei ist Windows, der Verlierer Opensource. Cool kommt daher wer Gentoo/BSD nutzt, völlig lame wer mit Ubuntu oder gar Suse aufwartet. Sicherlich haben gewisse Systeme/Distros Vor– u. Nachteile, von diesem Standpunkt sollte man jedoch die Qualität unterscheiden. Ich z.B. nutze gerne ein Grundgerüst und baue eine mir gefällige Umgebung dazu auf, andere wollen direkt loslegen — wo ist das Problem? Bedeutet Opensource nicht auch Freiheit, die Wahl zu besitzen den eigenen Weg zu gehen? Windows bevormundet und die Abstempelung der oberflächlichen Nutzer als Mausschubser etwa nicht?

Auch ich ermuntere ab und an andere mal unter die Haube zu schauen, es lohnt sich und im Fall der Fälle profitiert man immer davon. Auch meine Frau macht dies und kennt sich inzwischen recht gut aus, aber deswegen muß sie sich noch kein Linux from scratch bauen. Die Verhältnismäßigkeit bleibt bei vielen auf der Strecke …
Jede Entwicklung im IT-Bereich dient letztendlich der Vereinfachung von immer wiederkehrenden Aufgaben, warum das Rad jedes Mal neu erfinden? Für viele brachte es eine Menge Spaß eine Modelleisenbahn aufzubauen, andere hatten den meisten Spaß beim Spiel — so what? Jedem das seine, gemeinsam — nicht gegeneinander.

Mit The Luxury of Ignorance: An Open-Source Horror Story, sprach auch Eric Raymond dieses Problem schon an am Beispiel des Drucksystems CUPS.

Um es mal überspitzt zu formulieren, hey Leute schaut mal ich habe mein eigenes Auto gebaut und tune es permanent — ich kenne jede Schraube, leider kam ich bis dato noch nicht dazu mal ne Runde zu drehen 😀

3 Antworten zu “Linux/BSD — Mausschubser vs. Konsoleros”

  1. Falk sagt:

    Wobei mir bei letzterem Satz dann die Werbung von Mercedes(?) Richtung Microsoft einfiel. Wär schon seltsam, wenn man auf einen mit «Start» bezeichneten Knopf drücken müsste, um das Auto abzustellen 😀

  2. Sammy sagt:

    Drück auf Start und du kannst den PC ausmachen, weil er abgestürzt ist. 😀

  3. […] Schrieb hier jemand von der Computerwoche und stellte somit den Beweis, das Trollerei nicht nur auf Kommentare beschränkt sein muß — obwohl diese dort natürlich auch nicht fehlen Dieser Artikel wurde im März diesen Jahres erstellt, erfreut sich aber — wie auch hier — immer noch reger Aktivität. (K)Ubuntu kannte der Autor wohl nicht, hätte ich ihm mal die Leute von hier hinterher jagen sollen und die Nennung von Windows und MacOS in einem Atemzug grenzt ohnehin schon an Dreistigkeit. Zwar kann ich mit Jobs Traum von einem Desktop seit MacOS X auch nichts mehr anfangen, aber es ist letztendlich der Vorreiter in Eyecandy. Windows *kann* etwas bieten in Funktionalität und Eyecandy, wenn man es denn mit tausenderlei Tools aufrüstet. Was bleibt also über? Der von Firmen generierte Hype in puncto Desktop und Eyecandy. Viele Glauben das natürlich und rennen diesen buzz-words hinterher, andere argumentieren gar damit, manch einer sieht aber auch die Sinnlosigkeit in solchen oberflächlichen Begriffen. Denn letztendlich existieren nur wenig sehr produktive Windows– u. MacOS Anwender, viele glauben es dennoch, zeigt man jenen doch vor Ort wirkliche Produktivität so findet man plötzlich auch MacOS User wieder, die auf einmal nebenher gekonnt die Bash unter MacOS X einsetzen oder Windows User die flink mit Tastaturkürzeln hantieren und erwiesenermaßen schneller bei der Hand sind als Mausschubsereien auf dem Desktp bzw. Hyroglyphen aka Mausgesten. Und für alle kritikfreudigen Fallschirmspringer, die der Suche überdrüssig sind — Linux/BSD — Mausschubser vs. Konsoleros, DesktopBSD v1.0 — FreeBSD für alle. Viele Blog-DAUs vermeinen auch rauzulesen, das die Sau Linux haßt — nein ich hasse nur Windows wirklich und mein oft genutztes Vokabular bzw. Umschreibungen ist nur ein Kernel, nur eine UNIX-Nachahmung entstammt keiner Boshaftigkeit, sondern schlicht der Realität. Ersteres z.B. wird selbst so von der FSF beschrieben, letzteres ist auch eine Tatsache, wenn man sich die Entstehung von Linux anschaut, man *orientierte* sich an UNIX, ein Derivat war es jedoch nie usw. Im Prinzip kritisiere und lobe ich, auch das dachte ich wäre einfach herauszufinden, wenn man die Suche benutzt — aber nein, lospoltern ist natürlich einfacher … Beispiele hier, hier, hier, hier und hier. Wie man sieht ist das keine simple Abwatscherei bzw. Lobhudelei, sondern Kritik, wo Kritik meiner Meinung nach und aus meiner Erfahrung heraus Sinn macht. […]

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