Linktipps zur Wochenmitte

Fangen wir heute mit unseren lieben Mitmenschen an, die ja alle einen Schmarotzer kennen: Entschuldigung, mal eine Durchsage an alle, die immer von diesen unglaublichen Missbrauchsfällen in ihrem Bekanntenkreis berichten: was seid denn Ihr für Arschlöcher? Schaut offenbar zu, wie sich da jemand auf Eure Kosten ein schönes Leben macht? Warum sprecht Ihr die nicht darauf an? Warum tretet Ihr denen nicht mal verbal in den Arsch? Habt Ihr Angst in einem Gespräch mit den Betroffenen erfahren zu müssen, dass deren angebliche Sozial-Hängematte äußerst löchrig ist? Angst um Euer Feindbild? Oder kennt Ihr am Ende diese angeblichen «Sozialschmarotzer» gar nicht persönlich? Ach so, das ist in Wirklichkeit ein Bekannter eines Freundes des Bruders der Schwägerin? Na dann…. Und auch Telepolis berichtet eindrucksvoll, was vom Fördern der Schwächsten unserer Gesellschaft übrig geblieben ist. Egoismus in unserer Gesellschaft, wohin das Auge blickt, die taz in einem Artikel darüber. Passend zu der Leistung unserer Volksdeppen: Hartz IV und die Software — war da nicht mal was? 😉

Als nächstes soll die Gesundheitsreform kommen, grundsätzlich hat man sich zur Finanzierung aus Steuergeldern geeinigt — wie so oft, auch hier wird es die Geringverdiener am heftigsten treffen. Das Allerweltsmittel unserer Volksdeppen, um die Kassen zu füllen, ist die Privatisierung. Dass dieser Weg der falscheste ist, den man einschlagen kann, liest man auch kaum in der hörigen Presse — der Staat entmachtet sich selbst. Studiengebühren, etc. pp — den normalen Bundesbürger freut es, trifft es doch nur die faulen Studenten, doch es formiert sich Widerstand — und das ist auch gut so. Ein feiner Kommentar zu unseren Volksdeppen von Ralph Bollmann: Da sitzen jeden Sonntagabend ein paar Spitzenpolitiker von Union und SPD zusammen, debattieren über den Sanierungsfall Deutschland und versuchen, die Realität außerhalb des Glaskastens möglichst nicht an sich heranzulassen.

Über den deutschen Amtsschimmel — insbesondere im Bezug auf Hartz IV — haben wir schon oft gesprochen. Wenn dann aber die Erkenntnis bleibt, Ich bin also eine assoziale Lügnerin, die zwar schon eine Weile in WGs rumhängt, dann aber sowieso keinen Job findet und wieder bei Mama einzieht, um den Rest meiner Tage auf ihrer Couch zu verbringen? Also SO Jemandem würd ich auch nicht helfen… ist das sehr bitter (via). Die Zenzizenzizenzic Armee Fraktion fragt, was wir uns auch schon oft gefragt haben — Kennen unsere Bundestagsabgeordneten eigentlich das Grundgesetz? Drogen-Tänzerin verliert Puff war eine der Schlagzeilen des neuen Schlagzeil-O-Maten von BILDblog.de — feine Sache. Ab und an kann man bei Spiegel Online auch etwas interessantes lesen, doch dann geht es meist um belanglosen Kram, wie das Gespräch mit Sönke Wortmann und Oliver Kahn. Kurz vor Schluß, wer das neue MS Office mal live im Borwser testen möchte, sollte hier klicken. Ich habs nicht zum Laufen gebracht, gefordert wird als Browser der Internet Explodierer. Last but not least ein Insider, und gleich die Antwort dazu: Gott sei Dank ist er nicht bei uns zu finden.

4 Antworten zu “Linktipps zur Wochenmitte”

  1. Oli sagt:

    Klar doch, kennt nicht ein jeder seinen persönlichen Arbeitslosen, Asylanten etc. (ich kenne einige, aber egal 😀 )? Geht nicht jeder bei diesen täglich ein und aus, führt Buch über Neuanschaffungen etc.? Klar macht man, ganz normal … :)

    Ich drücks mal so aus, 99.9% derjenigen die da «einen kennen, der da so und so lebt», sind Dummschwätzer par excellence. Ein Tipp an die Bekannten des Rests, der Leute die tatsächlich einen kennen, Leute ihr seit arbeitslos etc. und habt Freunde die derartig über euch reden. Ok vielleicht wißt ihr das nicht, wenn doch shit happens. Aber das kann man ändern, sagt dem «Freund» das er eine asoziales Arschloch sei und verabschiedet euch von ihm :)

    So einfach kann die Welt sein, einige dieser «Wissenden» sind sich eben noch nicht im klaren darüber, das sie Abschaum sind, dann muß man es ihnen eben sagen …

  2. Grainger sagt:

    Also ich kenne einen Sozialschmarotzer persönlich, aber der macht das schon seit mehr als 30 Jahren.

    Und derjenige weiß auch genau was ich von ihm halte, hat zwar einigen Ärger gegeben weil ich ihm das offen ins Gesicht gesagt habe (so was kommt nie gut und in der eigenen Familie noch sehr viel weniger), das macht aber nichts.

    Trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) hüte ich mich vor Verallgemeinerungen.

    Es mag eine gewisse «Mißbrauchsquote» geben (wer würde ernsthaft bestreiten wollen, das es immer und in allen sozialen Schichten Menschen gegeben hat, die Lücken im System zum eigenen Vorteil und zum Nachteil der anderen zu nutzen wissen), aber ich bezweifle ernsthaft eine statistisch oder kostenmäßig wirklich relevante Quote.

    Vermutlich kostet die Suche nach diesen Fällen ein Vielfaches der dadurch erzielten Ersparnis, aber das unser Staat spart egal was es kostet ist ja auch nichts wirklich neues.

    Tatsächlich wäre es wesentlich nutzbringender nach Subventionsbetrug und Steuerhinterziehung zu fahnden, da sind tatsächlich etliche Milliarden zu holen.

    Allerdings sind Subventionsbetrüger und Steuerhinterzieher naturgemäß in anderen gesellschaftlichen Schichten zu finden als vorgebliche «Sozialschmarotzer» und man tut sich in der Politik und Wirtschaft offensichtlich schwer damit auch mal vor der eigenen Haustür zu kehren.

  3. Sammy sagt:

    Tja. Große Konzerne sparen mal eben 25 Milliarden Steuern bei einem undurchsichtigen Deal.

    Und wie groß ist die Summe, die der Staat jedes Jahr «zu viel» an Hartz 4 Empfänger «verschwendet»? Ich glaube nicht viel mehr als 2 Milliarden, wenn überhaupt…

  4. Oli sagt:

    Was verschwendet wird hat ja weder etwas mit etwaigen Schmarotzern noch dem Arbeitslosengeld an sich zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit Inkompetenz der Berliner Vollposten (Software GAU etc.).

RSS-Feed abonnieren