Linktipps zum Wochenende

Nachdem Oli schon seine heutigen (Link-) Tipps losgeworden ist, möchte ich dem natürlich nicht nachstehen. Atomkraft und kein Ende, ich habe das Thema in den letzten Wochen immer wieder angeschnitten. Energiehunger in vielen Staaten, Nuklearfreunde an der Macht: Die Renaissance der Atomkraft wird herbeigeredet. Deutschland ist das Rekordland Europas, positiv, z. B. die Exporte, wie auch negativ. In Europa rangiert Deutschland bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer auf den hinteren Rängen. Darum hat unsere hochintelligente Politik sicherlich auch das Rentenalter hochgesetzt. Rente mit 67 führt zu mehr sozialer Ungleichheit. Aber in Deutschland ist es nicht so, wie bei armen Leuten — man denke an unser aller Vermögen. Nicht nur die Alten haben Probleme, auch die Jungen. Auch wenn im Herbst etwa 50.000 Lehrstellen fehlen, werden sich die Vertreter der Wirtschaft auf die Schultern klopfen.

Eine hervorragende Analyse zur Unternehmenssteuerreform kann man bei der Frankfurter Rundschau lesen: Die damit angestrebte Abschaffung der synthetischen Einkommensteuer zu Gunsten einer Niedrigbesteuerung der Vermögenseinkünfte gegenüber den Arbeitseinkommen ist aus zwei Gründen nicht akzeptabel. Über die Antidemokraten in Berlin hatte ich schon geschrieben. Dass aber das Handelsblatt mich bestätigt, hätte ich dann nicht gedacht. Ministerium verordnet Kassenchefs Maulkorb. Das Bundesgesundheitsministerium will die Revolte gegen die Gesundheitsreform niederschlagen.

Über einen symbolischen Stern haben wir schon berichtet. In Wiesbaden werden Langzeitarbeitslose per Brief abgestempelt. Wiesbadener Langzeitarbeitslose wurden auf amtlichen Briefumschlägen bloßgestellt. Dazu passen der letzte Teil der Telepolis-Reihe: Die Macht des Case-Managers beim ALGII. Aber wir wollen nicht nur meckern, einen tollen Artikel über den Radikaldemokraten und Antifaschisten Gustav Heinemann habe ich auf jungewelt.de gefunden. Es war sein Rücktritt, ein reichliches Jahr darauf am 9. Oktober 1950, der seine politische Statur in der Öffentlichkeit sensationell kenntlich werden ließ und seiner Handlungsweise symbolische Bedeutung verlieh: der erste hochrangige Politiker der jungen Republik, der freiwillig sein Amt aufgab. Politisch last but not least ein Interview mit dem israelische Schriftsteller Etgar Keret: Der Krieg vereinfacht das Denken.

Carsten indes beschreibt eindrucksvoll und nachvollziehbar, warum er Callboy Torsten verklagt. Drei Software-Updates: BlogDesk ist in der 2.6 Build 300 angekommen, und der Total Commander geht in die 6.55 Public Beta 3. Und auch beim Opera Browser gibt es die nächste Weekly Build. Zum Schluß etwas zum Lachen eine Information: Microsofts iPOD hat einen Namen bekommen — er soll Zune heißen.

Eine Antwort zu “Linktipps zum Wochenende”

  1. Oli sagt:

    Ich weiß es nicht gerade schick, wenn man recht links oder irgendwie entgegen dem Mainstream schwimmt über den Atom-Austieg zu zetern. Man muß auch nicht irgendeiner Organisation angehören, um den methodischen Schwachsinn zu erkennen.
    Atomkraft ist böse, okay, man hat sich aber auch aus Profitsucht nie so richtig Gedanken gemacht es besser zu machen. Alternative Energien gibt es laut Grünen en masse, klar — streicht man jedoch alle Subventionen, sind die Dinger meist nicht nur wertlos, sondern treiben sogar die Länder in die roten Zahlen.
    Wind-, Sonnenenergie bei uns? Wieviel zerstörte Landschaft durch die «Windfänger» verträgt der Naturschutzheuchler? Kann man damit das komplette Energieaufkommen hierzulande bestreiten oder kommt da wieder die grüne Milchmädchenrechnung zum Zuge «der Strom kommt aus der Steckdose, basta».
    Lächerlich, so schön auch manche geschönten Studien von Greenpeace daherkommen, sie entsprechen ebenfalls deren Wunschdenken, wie jenes der Atomenergielieferanten.
    Fosile Brennstoffe stehen vor dem Aus in naher Zukunft, die angepriesenen alternativen Energien sind allenfalls Lückenbüßer, Atomenergie ist gefährlich und böse … mal ehrlich? Was bleibt denn eigentlich über, denkt da mal wenigstens jemand drüber nach?
    Nein natürlich nicht, da haben wir die Blockadedenker auf beiden Seiten, die mit weltfremden Gedankengängen die Medien bevölkern.
    Ein Plädoyer für die jetzige Atomenergie? Wohl kaum, da muß man schon einem dieser Blöcke angehören, um dies so zu betrachten. Ein Denkanstoß, um Grenzen zu überwinden.

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