Linktipps zum Wochenanfang

Nachdem Oli hier schon die News aus dem WWW präsentierte, von mir nun die Neuigkeiten aus dem Bereich Politik / Gesellschaft. Peter Struck outete sich erneut als ASozialdemokrat — der Tagesspiegel erklärt, wem wirklich der Anstand fehlt. Ich hatte schon den Weg in die Hartz IV-Zukunft gezeigt, Jürgen Kaarsch zeichnet den Weg zu Hartz V weniger polemisch aber ebenso dramatisch, auch für die arbeitende Bevölkerung. Die Frankfurter Rundschau setzt sich mit dem Bericht des Ombudsrates auseinander: Die Bundesregierung hat mit dem Koalitionsvertrag das arbeitsmarkt– und sozialpolitische Ziel gesetzt: «ein Bewusstsein in der Bevölkerung zu verankern, das auf Eigenverantwortung, Teilhabe an der Erwerbsarbeit und solidarische Unterstützung der Hilfsbedürftigen setzt». Von diesem Ziel sind wir, wenn wir das gesamte Spektrum der Informationen und Bewertungen über das SGB II betrachten, noch sehr weit entfernt.

Der Deutschlandfunk hat ein Interview mit dem Werteethiker Josef Wieland geführt: Personalabbau ist eine Frage des strategischen Kalküls geworden. Hartz IV, das Aufhetzen des Großteiles der Bevölkerung auf Hartz IV-Empfänger die Schmarotzer hat gesellschaftlich, arbeitsmarktechnisch noch einen weiteren Aspekt. Durch panische Angst der Arbeitnehmer entsteht ein neuer, extremer Niedriglohnsektor, häufig unter dem Existenzminimum, die Welt zu Gast bei Niedriglohn…. Über Albrecht Müller und seine NachDenkSeiten.de habe ich schon viel geschrieben. Albrecht Müller hat dem Tagesspiegel ein Interview gegeben: Unsere Eliten sind dumm oder korrupt. Und wie das so ist, wurde er für eine Aussage gleich von der eigenen Leserschaft der NachDenkSeiten.de kritisiert. Last but not least ein Beitrag von Wolfgang Lieb, Mitherausgeber der NachDenkSeiten.de: Frustriert von Deutschland wandern so viele Deutsche aus wie seit 122 Jahren nicht mehr.

9 Antworten zu “Linktipps zum Wochenanfang”

  1. Oli sagt:

    Struck Ex-Problembär der Bundeswehr, ja und nu? Ah ja ein Jurist, mal ehrlich … Juristen im Reichstag, abmahnende Juristen durchs ganze Land …
    Erkennt keiner den roten Faden? Es gibt positive Beispiele, ok, wie immer aber gilt, Ausnahmen bestätigen die Regel. Da stolziere ich mal gerade bei uns in der jurist. Fak. vorbei und komm aus dem Brechen nicht mehr raus, eine ähnliche Ansammlung sieht man vielleicht noch in BWL. Wunderts einen? So ein unmenschliches Verhalten ist selten angeboren, das muß man erlernen.

  2. Falk sagt:

    Ja, aber auch die Denkweise, das das Anschrauben des Anwaltsschildes an der Tür zum Büro den Porsche vor der Tür schon bezahlt hat, kann ja kaum in den Genen verankert sein. Das ich BWL als Fach für Schulversager empfinde ist da noch ein ganz anderes Ding :)

  3. Oli sagt:

    In den Genen wohl doch irgendwie schon, wieviel Idealisten oder Revoluzzertypen werden denn Anwalt oder machen gerade deshalb einen Bogem drum? 😉

  4. Falk sagt:

    Wir hatten schonmal einen «Bombenleger» als Außenminister. Also da ist aber ja wohl Einiges möglich…

  5. Grainger sagt:

    Wladímir Lenin war Anwalt, Friedrich Engels war u.a. Unternehmer (und somit BWLer im weiteren Sinne) und Karl Marx hat zumindest mal Jura studiert (aber in Philosophie promoviert). 😀

  6. Falk sagt:

    Kurzer Einwand — zwischen einem Unternehmer und einem BWLer liegen aber ja wohl Sonnensysteme oder?

  7. Grainger sagt:

    Zu Marx Zeiten gab es noch gar keine richtige Betriebswirtschaftslehre (von der Volkswirtschaftslehre mal ganz zu schweigen, da gibt es ja bis heute kein halbwegs realistisches und funktionsfähiges Modell einer existierenden Volkswirtschaft), da war jeder Unternehmer sozusagen sein eigener BWLer.

    Ich habe selbst mal BWL studiert (und auch abgeschlossen), habe aber nie als BWLer gearbeitet (oder arbeiten müssen ;)), mich hat es relativ früh nach dem Studium ins Personalwesen verschlagen.

    Grundsätzlich ist an BWL auch nichts falsch, es kommt eben immer drauf an was man draus macht.

    Schließlich verdient nicht jeder Anwalt sein Geld mit Massenabmahnungen oder systematischer Kriminalisierung der Schulhöfe, andererseits hat die Theologie auch solche Auswüchse wie die Inquisition hervor gebracht.

  8. Oli sagt:

    Grainger, Ausnahmen bestätigen die Regel und auch dich sehe ich als Ausnahme. War mir ja schon klar das du deine «Zunft» verteidigen wirst 😀 😉
    Aber Grainger vielleicht war es damals nicht so, schau heute mal bei BWL und Jura rein, das spricht Bände.
    Theologie betrachte ich zudem nicht als Wissenschaft, den Glauben derartig auszugeben ist mehr als lächerlich, die Auswüchse somit absehbar.

  9. Grainger sagt:

    OK, was Theologie (zumindest so wie sie praktiziert wird) mit Wissenschaft zu tun haben soll erschließt sich mir ehrlich gesagt auch nicht, für mich ist das eher Schamanentum. 😉

    Ich habe ja auch mal eine Zeitlang an der Uni gearbeitet (aber auch da in der Personalabteilung und das ist auch schon wieder ein paar Jahre her), aber ich hatte da fast ausschließlich naturwissenschaftliche Bereiche zu betreuen (Physik, Chemie, Biologie).

    Als BWLer kann und will ich mich eigentlich nicht betrachten, ich habe da ein Diplom gemacht und das wars dann auch schon, als meine «Zunft» betrachte ich das eher nicht.

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