Linktipps zum Sonntagabend

Damit mein Linktipp-Ordner leer wird. 😀 Man höre und staune, der SPIEGEL hatte in den letzten Tagen ein paar interessante Artikel (das ändert selbstverständlich nichts an der Grundausrichtung), so auch den Artikel über die Union — Das schleichende Ende der Volkspartei. Es versteht sich von selbst, dass man diesen Artikel auch analog zur SPD hätte schreiben können — Das schleichende Ende der Arbeiterpartei. Die Gesundheitsreform wurde als großer Wurf von unseren Volksdeppen gefeiert. Es wurden Beitragserhöhungen von 0,5% erwartet, was für ein großer Wurf. Wie kompetent unsere Eliten sind? Um 0,5 Prozentpunkte sollten die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung im kommenden Jahr ansteigen — so hat es die Politik angekündigt. Doch die Rechnung geht nicht auf. Der tatsächliche Anstieg wird wohl doppelt so hoch ausfallen. Das Handelsblatt ist — klar — die Zeitschrift der Unternehmer, gelacht habe ich trotzdem, als ich diesen Artikel gelesen habe: CDU und SPD haben im ersten Halbjahr 2006 nach Handelblsatt-Informationen erheblich an Mitgliedern verloren.

Schwarz-Rot-Gold — ein wenig habe ich darüber schon geschrieben. Die Jungle World in einem sehr feinen Artikel: Steffen Freund, ehemaliger Nationalspieler und Experte beim Fernsehsender Phönix, wurde gefragt, wer wohl Deutschlands Gegner im Endspiel sein werde. Er wollte antworten, Italien käme ins Endspiel, wurde aber unterbrochen und ausgeblendet. So etwas wolle in Deutschland keiner hören, sagte der Moderator. Heil unserem Lande. Es dauert nicht mehr lange…

Ihr wisst, ich bin kein Freund von Klinsmann. Dass vor der WM eine Kampagne gegen ihn gelaufen ist, lässt sich trotzdem nicht verhehlen. Genial zusammengefasst von indirekter-freistoss.de. Als ich auf den Marler Tagen der Medienkultur im April das Podium, besetzt mit prominenten TV-Sportreportern, fragte, ob es sie als Journalisten nicht einmal reizen würde, zum Beispiel die Bild-Kampagne gegen Klinsmann zu recherchieren, zu bewerten und das Ergebnis zu senden, erhielt ich vom Premiere-Vertreter die Antwort: Welche Bild-Kampagne? Sommerloch oder doch Gefahr? Dass der Atomausstieg wieder in die Medien gerät, mag Unionspolitiker freuen — ich halte es für wahnsinnig gefährlich. Spitzenpolitiker der CSU haben sich erneut gegen einen deutschen Sonderweg beim Atomausstieg ausgesprochen und entgegen dem Koalitionsbeschluß für eine weitere Nutzung der Kernkraft geworben.

Sie sind unter uns, ganz gefährlich Kreaturen. Aliens vor Mallorca, Südseeschwärme in der Nordsee — Klimawandel und Schiffsverkehr treiben exotische Kreaturen an die Küsten Europas. Für die Geeks und Nerds unter uns ein Leckerbissen: Screenshots vom Photoshop 1.0.

Last but not least: Bei zenzia, ähm zenzien, argh — ich nenne Euch in Zukunft einfach ZAF 😀 — gibbet ein feines Cover zum nächsten Hollywood-Blockbuster: Im Würgegriff des Neoliberalismus.

7 Antworten zu “Linktipps zum Sonntagabend”

  1. Sammy sagt:

    Zwischen Photoshop 1 und CS2 hat sich ja im Prinzip gar nichts geändert. 😀

  2. ZAF sagt:

    «Der tatsächliche Anstieg wird wohl doppelt so hoch ausfallen.»

    Ist das jetzt brutto oder netto gerechnet? Oder ist brutto = netto? Oder wie war das noch mal? Das Bundesmerkel weiß dazu sicher mehr.

    Und zenzizenzizenzic ist doch nicht so schwer, Herr Chris. Das kommt sogar in der URL vor…aber ZAF geht auch. Schwieriger ist schon die E-Mail, wenn ich die am Telefon aufsage, kommt nie eine E-Mail bei mir an…wirklich komisch.

  3. ZAF sagt:

    Ach ja, und Aliens gab’s schon zu Haeckels Zeiten:
    http://caliban.mpiz-koeln.….dium.jpg und hier die Gesamtübersicht:
    http://caliban.mpiz-koeln.….tur.html

    Man muß nur nah genug rangehen, um das Grauen zu erkennen.

  4. Chris sagt:

    1,0% vom Bruttolohn — darauf wird es mindestens hinauslaufen.

    Ich stell mir das gerade auch witzig vor, die eMail-Adresse zu nennen. *g*

    ZAF ist schon okay. 😀

    THX für den Link — und Chris reicht, so ganz ohne Herr und so, ich bin nicht eitel. 😀

  5. ZAF sagt:

    Ich sieze nun einmal online alle Personen, Herr Chris, da müssen Sie jetzt durch! Wahlweise könnte ich Ihnen noch das Frau Chris anbieten. Der Name Chris als solcher ist ja eher geschlechtsneutral.

  6. Chris sagt:

    *lol*

    Wir haben alle unsere kleinen Macken. 😀 😛

    Also Herr Chris…

  7. Grainger sagt:

    Die wievielte Gesundheitsreform ist das jetzt eigentlich?

    Ist auch egal, wird nämlich genauso viel bringen wie die vorher: Nichts!

    Auf das Gesundheitswesen (bzw. das gesamte Sozialwesen) trifft im Prinzip das gleiche zu wie auf die öffentlichen Haushalte:

    in beiden System ist mehr als genug Geld vorhanden (auch wenn Leute wie Horst Köhler nicht müde werden das Gegenteil zu behaupten), es wird nur falsch verteilt bzw. imho regelrecht veruntreut.

    Sicherlich wird es auch ohne Sparmaßnahmen nicht gehen, aber man kann nicht einfach immer alles zu Lasten der schwächeren sozialen Schichten bzw. der breiten Schicht der unselbstständig Beschäftigten machen.

    Ich höre heute noch die dummen Sprüche von wegen «Leistung muss sich wieder lohnen!», aber wenn ich mir die kommenden Entwicklungen so ansehe kann ich schon absehen was auf mich zu kommt:

    3,0% Inflationsrate (offiziell)
    3,0% MWST-Erhöhung
    1,0% Arbeitnehmeranteil SV
    1,0% sonstiges (vorsichtig geschätzt)

    Macht unterm Strich 8,0% Netto-Kaufkraftverlust.

    Ich hatte am Freitag mit unserem Betriebsrat diskutiert (er natütlich aktives ver.di-Mitglied, ich nicht) und ihm vorgerechnet, das ein Arbeitnehmerhaushalt zum Ausgleich eines 8%igen Netto-Kaufkraftverlustes eine Brutto-Tariferhöhung von rund 16% braucht.
    Also muss eine Gewerkschaft dann (um Verhandlungsspielraum zu haben) mal mit einer 30%igen Fordreung in die nächste Lohnrunde gehen.

    Da hat er mich fassungslos angesehen und gemeint: «Das geht doch nicht!»

    Auf meine Entgegnung, das der Marburger Bund für seine Klientel genau das gerade gemacht hat wußte er aber auch nichts so recht einleuchtendes zu entgegen.

    Wenn ver.di (und natürlich die anderen Gewerkschaften auch) in die nächsten Lohnrunden mal wieder mit Nullforderungen gehen (oder irgendwas im niedrigen einstelligen Bereich) müssen sie sich über den Mitgliederschwund eigentlich auch nicht wundern, Gewerkschaften sind nun mal Interessenvertretungen und wenn sie die Interessen ihrer Mitglieder so offensichtlich nicht mehr vertreten odre sich mit vagen Versprechungen wie den diversen «Bündnissen für Arbeit» *lol* über den Tisch ziehen lassen …

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