Linktipps am Donnerstag

Oli und ich finden es immer wieder witzig zu lesen, wenn User von Internetforen alles umsonst haben wollen, gegen jegliches Urheberrecht wettern, um dann ins Feedback-Forum zu stiefeln um dort ein Copyright auf die eigenen Beiträge zu fordern. Und die, die sich nicht auf Foren rumtreiben, denen sei gesagt: Solche Deppen gibt es tatsächlich. 😀 Über einen ähnlich gelagerten Fall schreibt Blogging Tom, dem Robert zugestoßen ist. Politik und eine heile Welt — ist das miteinander vereinbar? Wer die letzten Jahre vom Lieblingsschwiegersohn der Nation, Christian Wulff, verfolgt hat, würde dem zustimmen. Doch nun ist alles vorbei, die Welt schreibt vom Abschied von der heilen Welt. Interessant dabei: Und genüßlich wurde bereits vor Monaten von einer CDU-Gremiensitzung berichtet, bei der sich Wulff, befeuert von seinen Umfragewerten, zu großer Rede emporschwang — und von einem Ministerpräsidenten-Kollegen mit der Bemerkung gestoppt wurde, er möge doch zunächst einmal seine privaten Dinge klären, bevor er anderen vorschreiben könnte, was sie zu tun hätten.

Die Zeit schreibt über Ein-Euro-Jobber und kommt zu dem Urteil, dass Billigjobs Arbeitsplätze vernichten. Laut dem Informationsportal Globalisierung kommt der Bundesrechnungshof (!!!) zu dem selben Ergebnis. Der Bundessozialrichter Ulrich Wenner rügt in der Frankfurter Rundschau — um es diplomatisch auszudrücken — die Verschärfung der Hartz IV-Gesetze.

Der Tipp des Tages geht heute an die NachDenkSeiten — dort gibt es sehr interessantes zum Mythos der Kostenexplosion Hartz IV zu lesen:

Bei der Gegenüberstellung der Ausgaben für erwerbsfähige Hilfebedürftige nach dem neuen Recht (Grundsicherung für Arbeitsuchende) und dem alten Recht (Arbeitslosenhilfe und erwerbsfähige Sozialhilfe) handelt sich zwar um eine Ausschussdrucksache, die formal nicht öffentlich ist, aber da Sie offenbar öffentlich kursiert und auch auszugsweise in einzelnen Medien zitiert ist, halten wir uns für legitimiert, unsere Nutzerinnen und Nutzer darüber in Kenntnis zu setzen.

Leider gibt es zu dem Artikel keinen Direktlink, aber der Download der PDF-Files ist leicht zu finden.

Last but not least noch mal die Frankfurter Rundschau: Studentische Wirklichkeit. Man mag es nach jahrelanger Propaganda kaum glauben, aber unsere Studenten sind eben nicht faule Langzeitstudenten, die Realität sieht dank Leuten wie Koch, Steinbrück und anderen Volksdeppen anders aus.

Nachtrag:

Ich schrieb es als Comment auf einen tollen Artikel von Vuck.net: Ist das noch an Perversität zu überbieten, wenn so einer Anstand von Hartz IV-Empfängern fordert?

5 Antworten zu “Linktipps am Donnerstag”

  1. Oli sagt:

    Na ja zwischen diesen «Realitäten» eiern diese Minister in allen Bundesländern seit Jahren umher,

    –die studieren zu lange weil sie sich nicht entscheiden können, wir helfen ihnen also
    –der Kerl macht nichts, ist also faul — hört man nur aus dem Volksmund. Warum nicht von den Ministern? Ok, würde im Klartext bedeuten, die Studenten lungern nur daheim herum, besuchen selten bis nie Veranstaltungen, kosten also auch kein Geld — ergo kein Grund für Studiengebühren

    All jene geistigen Tiefflieger übersehen geflissentlich die Tatsache das nur ein sehr geringer Teil der Studenten wirklich von den Eltern durchgefüttert wird. Und ehrlich mal gesagt, auch dieser Punkt hat keinen außerhalb etwas zu interessieren, die Eltern tragen die Kosten nicht der Staat!
    Ok kommen wir zu den Kosten durch den Lehrbetrieb, also man kann erst einmal ein gigantisches Kostengefälle ausmachen, betrachtet man die techn. Fächer und geht «herunter» zu den Geisteswissenschaften. Letztere dürften als nur, wenn überhaupt 10–20 Euro, gebühren zahlen, gemäß dem was ihnen geboten wird.
    Aber egal ich bin nicht asozial wie viele in der Republik veranlagt und bin somit gegen jegliche Gebühren. Das kommt halt nur dabei raus, wenn man irgendeiner Argumentation folgt und diese mit der Realität verknüpft.

    Ebenfalls usus bei vielen Profs ist die Vorgehensweise, Altersversorgung Uni, großer Job in der Wirtschaft. Die Studenten sind so oder so die blöden, verlängert sich doch dadurch ihr Studium schon immens, müssen sie auch noch nachher die Zeche zahlen für die Zechpreller von Professoren!
    Tatsache ist nun mal, Langzeitstudenten, ebenso wie (noch)nicht-Langzeitstudenten arbeiten in der Regel für Bücher etc. und für ihren Lebensunterhalt. So oder so der Staat kommt für keinerlei Kosten auf!
    Btw. lustige Beispiele an der Uni, wird ein Fach geschlossen etc. wird der Prof. weiterhin finanziert (der Vertrag läuft halt :D), kostet also auch ohne Studenten weiterhin den Steuerzahler Geld.
    Denkt mal drüber nach ihr lieben Asozialen da draußen, vom Politiker erwarte ich nichts anderes — aber von normalen Menschen erhoffe ich mir doch noch immer ein Fünkchen Intelligenz.

    Zu Copyright auf Beiträge, nun das zieht sich doch irgendwie wie ein roter Faden durch die Republik. Futterneid, haben wollen, aber selbst nichts geben, jedem anderen etwas neiden, Geiz ist geil. Wie man es auch nennt, die asozialen Umtriebe in Deutschland haben die Oberhand gewonnen. Die Politiker haben dies nicht generiert, sie nutzes es nur geschickt aus. Wenn das Volk schimpfen möchte, sollte es den Schmutz aus den eigenen Reihen rauskehren …

  2. Björn sagt:

    Zum Zitat, da gilt für mich — bis ein Gericht anders entscheidet — §51 des Urheberrechtsgesetzes:

    Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe, wenn in einem durch den Zweck gebotenen Umfang […]

    2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden.

    Was ein Kommentar oder eine Quellensammlung für mich ist. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass unsere obrigkeitshörige Frau Zypries schon daran arbeitet, das im Sinne der Contentindustrie zu ändern. Wenn man mal bedenkt, wieviele Arbeitsplätze uns die Raubcopy & –paster jedes Jahr kosten.

  3. Grainger sagt:

    Als ich heute morgen im Radio hörte das Herr Beck mehr Anstand (natürlich in Form von Verzicht) von den Empfängern von Sozialleistungen gefordert hat, habe ich mich als allererstes gefragt auf was den der Herr Beck zuletzt so verzichtet hat?

    Ich meine, bestimmt will er doch mit gutem Beispiel vorangehen und auch selbst «nicht alles rausholen was geht».

    Ich bin ja nun alles andere als ein Sozialromantiker (wie Chris und Oli sicherlich gerne bestätigen werden ;)), aber so eine Unverschämtheit haut selbst den stärksten Eskimo vom Schlitten.

  4. siggi sagt:

    Und letzte woche haben die Bundestagsfritze sich die Mitarbeiterpauschale um 3000? auf 13660? erhöht.…ich kann mir nicht vorstellen ‚dass die das Geld für echte Mitarbeiter einsetzen..es wird einfach pauschal eingesackt…Und ausserdem könnten MdBes Mitarbeter auch von ihrer Diät bezahlen…Mein Chef zahlt mir auch keine Pauschale wenn ich Handwerker bezahle

  5. Carsten Dobschat sagt:

    Der Direktlink zum PDF-Download der NachDenkSeiten:
    http://www.nachdenkseiten.….art=1785

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