Linker Neoliberalismus — Eine Replik: Ein Mensch ist ein Produkt seines Handelns und seiner Taten

Nachdem ich hier schon über das kalte Feuer des linken Neoliberalismus1 gesprochen hatte, heute ein kleiner Nachschlag. Egal, was ich bisher über das Thema gelesen haben, ich bin weiterhin der Meinung, wer sich in heutiger Zeit Neoliberalismus aufs Revers heftet, gehört tief in die asoziale und antidemokratische Ecke — auch, wenn es vielleicht anders gemeint ist. Man sollte man mit solchen Begrifflichkeiten extrem vorsichtig sein. Mercedes Bunz2 und andere haben gerade in Berlin wieder über das Thema gesprochen. Und wenn es nur im Ansatz auf die Ideen, die schon zur 9to5 veröffentlicht wurden, aufsetzt, dann kann man nur noch Gute Nacht sagen. Die Ideen sind als PDF verfügbar (110 KB) — es ist eine Ansammlung obskurer Argumente, hilflos, ziellos, an den reellen Begebenheiten vorbei argumentiert. Es fällt schwer, einige Punkte herauszupicken und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, weil es teilweise sowas von hanebüchen ist. Es hat den Anschein, als solle hier einfach nur ein neues, werbewirksames Buzzword entstehen.

Schon der Grundgedanke in dem 9-seitigen Manifest ist falsch. Frau Bunz geht davon aus, dass man im Neoliberalismus mittendrin ist, dementsprechend nichts dagegen tun könne und sich so den Begebenheiten anpassen muss. Dazu nur eine kleine Anmerkung: Ein Mensch ist nicht das, wo er reingeboren wurde, ein Mensch gehört nicht zum Teil einer Gesellschaft, nur weil sein Nachbar sich so oder so verhält. Ein Mensch ist das Produkt seines eigenen Handelns und seiner Taten, seiner eigenen Vorstellungen. Wenn sich Frau Bunz — selbst — den Neoliberalimus auf die Fahne schreibt, dann ist das ihre eigene Entscheidung, eine bewusst gewollte. Auch in unserer Gesellschaft ist es noch weitgehend möglich nach seinen eigenen Vorstellungen zu leben. Wenn man bewusst den Weg des Neoliberalismus geht, dann passt man sich nicht an, dann ist man aufgrund des eigenen Willens Teil dessen (geworden).

Die Frage, die im Folgenden gestellt wird: Wie man in dieser neuen Welt leben will. Dabei werden Sachen aufgezählt, die unwidersprochen, ohne zu hinterfragen als selbstverständlich angesehen werden. Sei es nun der Kampfbegriff der Globalisierung — die hatten wir im Übrigen schon immer, und als Exportweltmeister leben wir nicht schlecht davon oder auch diverse Begrifflichkeiten, die einfach nur eine politische Orientierungslosigkeit zeigen, um nicht schon wieder zu schreiben, hier werden bestimmte Buzzwords benutzt. Es wird in Richtung der Älteren unserer Gesellschaft gehetzt (das Problem mit der Jugend, die keine Bedrohung der Gesellschaft mehr, sondern fest in der Hand der Alten ist) — und liebe Frau Bunz: Diskurspolitik, nach dieser einen Seite, heißt nichts anderes als Dampfplauderei. Wie wäre es dann einfach mal mit, nach den heroisch angedeuteten Werten leben, vor allen Dingen handeln? Doch das passt wohl nicht in die eigene neoliberale Welt, ist einfach so, mit dieser Welt müssen wir mit leben, machen wir das beste für uns draus.

Es folgt eine neoliberale Beschreibung der Gesellschaft, insbesondere wie sie die SPD und Kurt Beck sehen — Erwerbsarbeit ist der heilige Gral, wer keine Erwerbsarbeit hat, wird instrumentalisiert, drangsaliert und hat sich minderwertig zu fühlen, schließelich handelt er nicht nach dem Solidaritätsprinzip der Gesellschaft. Es wird korrekt darauf hingewiesen, dass es auch noch andere Werte und Ziele im Leben gibt — mit dem einzigen Wert, den die SPD und Co. zu kennen scheinen — die Leistung — wird ein neues Prekariat gezüchtet. Anstelle hier jetzt den Fokus auf unsere Gesellschaft, die Schwachen unserer Gesellschaft zu legen — warum sonst sollte man herzzerreißend auf die Situation vieler Menschen in unserem Land hinweisen — wird nun in die völlig falsche Richtung argumentiert. Erwerbsarbeit per se wird verflucht, und das, obwohl die meisten Menschen in unserem Land nichts weiter als nen ruhigen Job wollen, den sie gerne ausfüllen, ausführen möchten. Sei es schlicht und einfach um die Familie zu ernähren oder um den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen. Und dieser Part — Erwerbsarbeit — ist, nebenbei gesagt existentiell für unsere Gesellschaft. Und sei es nur, weil sonst morgen der Flieger in Richtung der nächsten Web 2.0-Konferenz nicht fliegen würde oder auch einfach nur simpel an die Steuereinnahmen gedacht. Erwerbsarbeit als den heiligen Gral anzusehen, wie es die Politiker tun, ist ebenso falsch, wie ihn als Teufelswerkzeug anzusehen, wie es Frau Bunz zu tun scheint. Für die meisten Menschen ist Erwerbsarbeit eine Erfüllung, ferner, wie bereits erwähnt, existentiell wichtig für unsere Gesellschaft.

Es wird weiterhin darauf eingehackt, dass Kurt Beck über das Problem der Globalisierung spricht — doch statt dem argumentativ zu begegnen, wird hier einfach nur behauptet, dass Kurt Beck selbst zur Globalisierung beigetragen hat, dass die Globaliserung von Kurt Beck hervorgeholt wird, nach dem Motto, dort ist die Macht, wir haben keine Chance, uns gegen sie zu stemmen. Wie gesagt, keine argumentative Auseinandersetzung mit den Worten Becks, man macht sich hier schon die Argumente des Neoliberalismus zu eigen. Dass die Globalisierung ein neues Problem ist, dem man sich stellen muss, wird ebenso unwidersprochen verbreitet, wie von den Parteien unseres Landes, egal ob schwarz, rot, gelb oder grün. Kein Mensch kommt auf die Idee, zu hinterfragen ob Globalisierung nicht schon seit Jahrzehnten stattfindet und wir davon profitieren. Und selbst wenn auf der einen oder anderen Baustelle, als Beispiel vielleicht die Löhne in Südostasien — wollen wir uns wirklich mit diesen menschenverachtenden Regimen und Systemen vergleichen und in Wettbewerb stellen? Hier muss angesetzt werden, und hier kann auch jeder einzelne etwas tun. Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten — wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit (George Orwell, 1984). Es ist erschreckend, dass offensichtlich genau das passiert, dass vermeintlich gebildete unkritische Seiten schon die Argumentation diverser Kreise übernehmen, die sie vorgeben abzulehnen.

Dann wird sich darüber ausgelassen, dass das Wort Neoliberalismus gerne falsch verwendet wird. Entschuldigt mal bitte, aber gerade, wenn es um die Gesellschaft geht, um jeden einzelnen, um die Folgen diverser Entscheidungen, da kann man doch nicht die Ausrede suchen, der Begriff wird falsch verwendet. Eine Begrifflichkeit entsteht aus dem Handeln der Beteiligten Personen, hier unserer Gesellschaft. Soziale Spaltung, (Kinder-) Armut, eine Totalüberwachung der Bevölkerung oder auch das bewusste Kleinhalten des Prekariats, ein Umverteilen der Vermögensverhältnisse weiter von unten nach oben — dies alles kennzeichnet heute den heutigen Neoliberalismus. Ich wiederhole mich: asozial und zutiefst antidemokratisch. Genau das macht den Begriff Neoliberalismus aus, da kann man nicht plötzlich daherkommen und irgendwie auf Wikipedia oder die vielleicht mal besseren Absichten der Idee des Neoliberalismus kommen. Da interessieren dann auch nicht die 30er Jahre oder Michel Foucault — das Jetzt ist entscheidend, wie sich heute und hier der Begriff, die Weltanschauung Neoliberalismus entwickelt hat. In dem Moment, wo man argumentiert, der Neoliberalismus wäre eine gute Gesellschaftsform, hat sich evtl. nur falsch entwickelt und wird (von Wenigen) ausgenutzt, liefert man den Damen und Herren in der Politik und der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) ein perfektes Alibi. Ist ja alles gar nicht so schlimm.

Auch der Schluß, der aus Foucaults Worten gezogen wird — wir leben also in einer Zeit des unternehmerischen Selbst — ist absolut verkehrt, spiegelt aber wohl den Wunsch der Verfasserin wider. Es gibt Menschen, die würden untergehen, müssten sie ein eine, nennen wir es ruhig mal, Ich-AG führen. Es ist für den Großteil unserer Bevölkerung undenkbar, so zu leben. Es ist schlicht und ergreifend so, dass Erwerbsarbeit für viele Menschen ein angestrebtes Ziel im Leben ist. Dies zum heilgen Gral zu erklären, wie es die Politik tut ist genauso verkehrt, wie unsere Zeit zu einer Zeit der Ich-AGs zu machen. Mehr Eigenverantwortung wird explizit genannt. Ich bin der festen Überzeugung, dass der Großteil der Menschen in unserem Land, würden sie zu einer Ich-AG mit mehr Eigenverantwortung gezwungen werden, umkommen würden. Sie würden nicht lange leben. Vielleicht vergleichbar mit dem Hund, der kurze Zeit nach seinem Herrchen zu den Engeln aufsteigt — und ja, mir ist der Sprengstoff dieses Vergleiches bewusst. Und als positives Beispiel die Privatisierung der Rente oder der Krankenkassen anzuführen — dazu fällt mir dann gar nichts mehr ein. Es kann doch bis auf denen, die davon profitieren, niemand ernsthaft wollen, dass unser Rentensystem privatisiert wird? Der Lebensabend der meisten Menschen unseres Landes soll vom entfesselten Markt abhängig gemacht werden? Das ist nun wirklich oberste unterste neoliberale Schule. Wie ich schon in meinem ersten Beitrag schrieb, lasst das links vorne weg, das wäre wengstens ehrlich.

Auch im Folgenden werden falsche Schlüsse gezogen, Neoliberalismus ist schlicht und einfach die Ordnung, in der wir leben würden und zum Beispiel kein politisches Projekt. Hanebüchen — ich schrieb es oben. Die Ordnung, in der man lebt, nach der man lebt, die schafft man (im gesetzlichen Rahmen) immer noch selber — sich dem Neoliberalismus hinzugeben, heißt aktiv Teil dessen zu werden, die ureigenste private Entscheidung. Und wenn man stolz verkündet, dass man auf den Begriff links beharrt, hat man entweder den Neoliberalismus in seiner heutigen Form nicht verstanden oder man ist bewusst Teil dessen, mit dem linken Anstrich will man sich ein neues Buzzword auf die Fahne schreiben. Da nützen dann auch viele Begriffe nicht, die nachgelegt werden. Was haben die Begriffe Widerstand, Utopie, Kritik, Gerechtigkeit, Freiheit, Klugheit, Revolution und Wahrheit mit dem Neoliberalismus, mit unserer Gesellschaft zu tun? Nichts. Wenn man wirklich nach diesen Begriffen lebt, handelt, dann ist der Neoliberalismus obsolet, dann würde man nicht mal im Traum darauf kommen, sich selbst als neoliberal zu bezeichnen.

Widerstand, wie passt Widerstand zu dem eigenen Argument, wir leben halt im Neoliberalismus, also machen wir das beste draus. Wie passt der Begriff Utopie zum Krebsgeschwür Neoliberalismus? Am Ende des neoliberalen Weges steht der Feudalismus. Das hat mit Utopie wenig zu tun. Kritik? Man frage mal unsere Politiker, die mittlerweile offen sagen, dass sie Kritik aus der Bevölkerung nicht annehmen, weil sie selbst intelligenter sind, das große Ganze im Blick haben. In einer Zeit, in der Millionen von Kindern in Armut leben, die Schere immer weiter auseinanderdriftet von Gerechtigkeit zu sprechen, ich muss sagen, das hat was, da muss man schon sehr dreist zu sein. Freiheit — die Menschen sind nicht wirklich frei. Man denke an die Hartz IV-Empfänger, die wie im (offenen) Strafvollzug leben. Klugheit in diesem System zu finden, fällt mir ehrlich gesagt auch schwer. Erst recht seit die große Mehrheit der sogenannten linken Intellektuellen die Agenda 2010 von Gerhard Schröder wohlwollend unterzeichnet hat. Revolution — nicht wirklich, oder? Wir leben in diesem System, es ist so, also passen wir uns (links der Mitte) an. Das ist echt eine hammerharte Revolution, muss ich schon sagen. Und Wahrheit in heutiger Zeit, unter Freunden, in der Familie, dann hört es aber auch schon auf. Was ich damit sagen will: Diese ganzen aufgezählten Begrifflichkeiten hören sich wirklich gut an, doch passen sie nicht wirklich mit dem Neoliberalismus zusammen, im Gegenteil, die meisten werden durch die heutige Zeit sogar ausgeschlossen.

Wenn ich lese, dass Frau Bunz allen ernstes von Widerstand schreibt, dann muss ich schon fast lachen. Man macht sich aus eigenem Antrieb heraus zum Teil dessen, was man vorgibt abzulehnen: Man wird bewusst Teil vom Kapitalismus und vom Neoliberalismus. Dabei ist es völlig unerheblich, ob (der Großteil) unserer Gesellschaft nach diesem Credo lebt. Jeder einzelne lebt nach seinen eigenen Vorstellungen. Wenn man nach dem neoliberalen Credo lebt und leben will, tut es einfach. Das kann ich tolerieren, kritisieren, wie auch immer. Doch bitte schreibt Euch dann nicht das Wort links (ja, mit all seinen Eigenheiten) auf die Fahne. Das ist heuchlerisch. Ich habe an manchen Stellen des Manifestes den Eindruck gehabt, als sei die digitale Bohème in ein tiefes Loch gefallen. Man ist orientierungslos, man weiß nicht weiter, man hat seinen Platz innerhalb der Gesellschaft nicht gefunden. Man wandert durch die dunklen Gassen auf der Suche nach einem (neuen) zu Hause. Wenn ich da manches Argument lese, scheint sich der eine oder andere im Neoliberalismus gefunden zu haben. Doch wie das so ist im Leben. Oftmals geht das eine nicht mit dem anderen und umgekehrt. Der Neoliberalismus der heutigen Zeit ist asozial und zutiefst antidemokratisch. Wer sich bewusst zum Teil dessen machen will, soll das tun — er wird dann aber wohl nicht erwarten, dass man ihn, ihr, ihnen die Mär vom linken Neoliberalismus abkauft. Den gibt es nicht. Dieser Begriff scheint nur einen Zweck zu erfüllen: Er soll sich gut verkaufen. Womit wir wieder in der altbekannten Spirale wären. Q.e.d.

  1. Ich verwende in diesem Text oft das Wort Neoliberalismus. Für mich ist das Wort Neoliberalismus keine Begrifflichkeit, die sich stur mit Wikipedia erklären lässt, sondern ein Produkt. Ein Produkt zu der sich große Teile unserer Gesellschaft hin entwickelt haben. []
  2. Mercedes Bunz ist keine Bloggerin, zumindest nicht in erster Linie, sie ist Journalistin, Online-Chefin vom Tagesspiegel []


12 Antworten zu “Linker Neoliberalismus — Eine Replik: Ein Mensch ist ein Produkt seines Handelns und seiner Taten”

  1. RJ sagt:

    Mercedes Bunz ist keine linke sondern eine kritische Neoliberale. Soviel würde ich ihr anhand ihres Textes zugestehen. Dabei hat sie sich aber völlig verrannt. Ihr Konzept überzeugt bisher wenig, an der derzeitigen asozialen und antidemokratischen Gesellschaft etwas zu ändern.

  2. Oliver sagt:

    Och schade ich hätte da gerne groß ausgeholt und allerlei Dinge untergebracht, doch dann las ich da etwas mit Kunstgeschichte. Nun subjektiv ist eh alles und wer das Gegenteil behauptet lügt, da ich aber eine natürliche Aversion gegen Kunstgeschichtler hege, wäre ein Kommentar größerer Natur meinerseits ein Bärendienst an die Glaubwürdigkeit 😀

  3. Simone sagt:

    Ganz toll und eindringlich geschrieben. Das Hauptaugenmerk (ohne daß ich es verurteilen will) liegt bei diesen Menschen zwangsläufig in der Selbstvermarktung. Mit den angewandten Methoden bleibt nichts über, was das Attribut links verdienen würde. Vielleicht passiert das mit uns allen im Alter. Spießige, neoliberale Alte, die aus dem Fenster schauen und über die Jugend den Kopf schütteln.

  4. Oliver sagt:

    >Vielleicht passiert das mit uns allen im Alter.

    Ich weiß ja nicht was du von uns hälst, aber spießig sind wir keineswegs 😀

  5. Tim sagt:

    Erst einmal ist das Pamphlet zu lang. Und dann liest es sich wie ein paar wirre Gedanken eines Erstsemersters Politikwissenschaft.

    Deshalb also links und deshalb auch Neoliberalismus: Wir leben in einer Ordnung, in der alles nach dem Modell des Unternehmens durchorganisiert worden ist. Natürlich kann man sich dagegen sperren, aber ich würde sagen: Zu spät. Wir sind schon drinnen. Die Gesellschaft ist durchformatiert nach dem Modell des Unternehmens.

    Eigentlich ist dem zu entnehmen, dass die Autorin/Autoren(?) das globalisierte kapitalistische Modell, in dem man auf auf Kosten anderer lebt, nicht missen wollen. Klar ist es nicht zu spät, sich dagegen zu sperren, nur bedeutet dies auch eben auch nicht dem neusten Apple-Gadget entgegen zu fiebern oder für Holtzbrinck die online-Chefin zu geben.

    Was den Handlungsspielraum angeht: Der wird z.B. in Brüssel definiert. Was Bunz als «Macht» sieht, ist doch nichts als Beruhigungsmittel für die Bürger. Programme und Zuwendungen, um Ruhe zu erzeugen. Wenn der linke Neoliberalismus nun die Kontrolle über diese Macht will, dann ist es die Kontrolle über die Ausgabe von Tranquilizern. Und nicht mehr als die übliche bekannte Klientelpolitik.

    Wenn dies die politischen Utopien des 21. Jahrhunderts sind, dann lasse ich mich einsargen.

  6. […] Aber sie ist, wie alle bequemen Einstellungen, keine Gute. Insofern muss ich weitgehend F!XMBR zustimmen, der das ganze in der Richtung weiter und detaillierter auseinander nimmt. Für mich […]

  7. m.a.c.k.e. sagt:

    9 seiten stuss! frau bunz scheint innerlich so buergerlich so ottonormal geworden zu sein dass sie ihre aktion ‘linker neoliberalismus’ wohl als aushaengeschild ihres ‘dochnochanderstseins’ ganz dringend benoetigt! das erfoelgchen ihres ‘urbane penner’ artikels hat sie wohl dazu gebracht sich immer weiter verstaerkt ‘politisch’ zu aeussern natuerlich ohne jemals ihren erreichten gesellschaftlichen platz aufgeben zu muessen… sie sitzt da erzkonservativ und buergerlich im tagesspiegligen buerostuehlchen und hat wohl jedes wild & lebendig sein jede form von wirklicher kritik aufgegeben! so ist das wohl wenn man aelter wird und sich so wunderbar an– und einpasst: da schwaechelt selbst der pop-diskurs zu gunsten der mode aber dafuer freut sich frau schon mal auf das neue i-phone: so stylisch kann wert– und kapialismuskritik sowie wirkliche armut eben nie werden! prekaere und arme die fallen eh raus: dafuer ‘kaempfte’ man fuer die die unterstuetzung von den eltern bekommen und die so bloede sind sich von einem praktikum zum anderen jagen zu lassen! und jezze ‘kaempft’ man fuer die es geschaffft haben naemlich die die im internet knechten wie alle anderen lohnabhaengigen auch das aber ‘arbeit nennen’… ja ich weiss schon: die armen unterpriviligierten die koennen eben auch nicht so schoen verkopft formulieren und sich auch nicht so tolle mode leisten geschweige denn ueber mode diskutieren: ihh baeh wie dummproletarisch! ihh baeh das sind ja echte penner… jaja so lesen sich wohl heutzutage utopien: ‘ist einfach so, mit dieser Welt müssen wir mit leben, machen wir das beste für uns draus.’ wen sie wohl mit ‘uns’ meint? und was ist das beste? dieser ‘linke neoliberalismus’? diese moechtegern schlaue dampfplauderei fuer oppertunisten die irgendetwas mit dem internet zu tun haben? links ist das alles ganz bestimmt nicht: eher schon richtig link…

  8. […] Und von mir aus, das Diskurspolitik nennen, sehr gerne. Bin dabei. Sorfältig gelesen, wenn auch eher kritisch hat das fix [your] master boot record und da nur ein kurzes Reply: Zu dem Eindruck, ich sei gegen […]

  9. Vielleicht laesst sich das auch ganz einfach erklaeren: «Digitale Boheme» und «Urbane Penner» beschreiben das Abgleiten von Teilen des ehemaligen Mittelstandes in das Proletariat. Die Kritik an der Erwerbsarbeit (die ist fuer dumpfe Lohnarbeiter, igitt) hat da den gleichen Zweck wie der Griff nach dem Neoliberalismus (als Kuerzel fuer oben, Buergertum, Macht): Irgendwie — und sei es noch so verschwurbelt — muss man sich doch absetzen.

  10. Grainger sagt:

    die armen unterpriviligierten die koennen eben auch nicht so schoen verkopft formulieren und sich auch nicht so tolle mode leisten geschweige denn ueber mode diskutieren

    Über Mode zu diskutieren ist ohnehin nur was für Frauen und Metrosexuelle (auch so ein lächerliche Begrifflichkeit), das sind imho auch die einzigen die den Quatsch ernst nehmen.

    OK, vielleicht noch ein paar Apple-Design-Fanboys und –girls, die wahrhaftig daran glauben, dass das Design ihres Handys irgendeinen Unterschied bei was-weiß-ich-auch-immer ausmacht.

    Allerdings muss ich eingestehen, dass ich zu den Leuten gehöre, die sich bereits mit Jeans und Sweatshirt gut gekleidet glauben und für die Kleidung in erster Linie zur Witterung passen muss (zugegebenermaßen übertreibe ich jetzt etwas, aber nicht allzu viel). 😉

    Frei nach dem ostfriesischen Sprichwort:

    Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.

    😀

  11. […] Grainger: die armen unterpriviligierten die koennen eben auch nicht so schoen verkopft… […]

  12. Oliver sagt:

    Um hier zu kommentieren bedarf es Niveau, Niveau auch das Geschriebene überhaupt fassen zu können, manchmal auch Bedarf es auch einfach der Reife, abseits der biologischen Reife.

    –gewidmet dem unbekannten Kommentator

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