Linker Neoliberalismus — Die Angriffe von rechts gehen weiter

Links Liberal den Blinker setzen, rechts abbiegen — der linke rechte Neoliberalismus geht auf Spreeblick weiter in die nächste Runde. Frédéric, seines Zeichens Autor des Berliner Netzwerkes versucht sich nun, ein paar neue Nebelkerzen zu zünden um dann zum Schluß zum Kern seiner aufrechten Gedanken zu kommen. Zunächst einmal wird alles als Schlagwortbrei in einen Topf geworfen und damit wäre die gesamte Diskussion eigentlich obsolet und überflüssig, nur folgen danach jede Menge Absätze, warum fragt man sich — wenn alles doch so ein Schlagwortbrei ist. Und ich frage mich natürlich, ob der Autor wissentlich diese Zeilen von mir überlesen hat:

Für mich ist das Wort Neoliberalismus keine Begrifflichkeit, die sich stur mit Wikipedia erklären lässt, sondern ein Produkt. Ein Produkt zu der sich große Teile unserer Gesellschaft hin entwickelt haben.

Das ist nicht wirklich ein Schlagwortbrei, eine klare Vorgabe und Definition, an der ich dann meine Texte und Ausführungen ausarbeite — zumindest versuche ich es. Bei manchen Texten gelingt es mehr, bei manchen weniger, wie das halt so ist — nur wenn ich mich auf andere Texte beziehe, muss da natürlich auf was hinterstecken. Das ist — gerade in dieser neuen Kategorie — weiß Gott nicht der Fall. 😛 Und natürlich — auch klar — trifft auch nicht immer diese Definition 100%-ig zu. Da die Berliner Netzwerker hier mitlesen — man denke an den interessanten Text von Spreeblick-Malte, in dem er mehrere meiner Begriffe zitiert — ist den Damen und Herren dieser Umstand natürlich bekannt. Wenn allerdings die Kollegen Frau Bunz und Spreeblick-Malte mit diesem Schlagwortbrei gemeint sind, dann kann ich dem durchaus zustimmen.

Wie schon erwähnt, folgen dann Nebelkerzen, die ewige Frage, was ist links wird gestellt, wohlwissend, dass diese niemals so beantwortet werden kann, so dass sie alle zufrieden stellt. Eine doch sehr rhetorische Frage — könnte man zumindest meinen. Sollte Frédéric selbst diese Frage mal beantworten, würde ich ihn persönlich für den Nobelpreis vorschlagen. Ob für Politik oder Literatur wird sich dann zeigen. Allein mir fehlt der Glaube. Wieso habe ich eigentlich das Gefühl, dass die Berliner Netzwerker jede Menge Fragen stellen, ohne sie selbst beantworten zu können und zu wollen? Vielleicht einfach nur, damit vielleicht die Kritiker nicht antworten können? Tja, da muss ich die Herrschaften enttäuschen.

Zum Schluß seines — eigentlich nichtssagenden — Textes kommt Frédéric dann zu seinem Hauptgedanken, in typischer zeitgeistiger Manier, um ausnahmsweise nicht das Wort neoliberal zu verwenden, diffamiert er — wie allgemein üblich — die Linke. Dass er darauf hinweist, dass die Linke keine Leitfigur hat, geschenkt, aufrechte Deutsche brauchen nun mal einen Führer — ich brauche niemanden, der mir sagt, was ich zu tun und zu lassen habe, insbesondere, wenn es darum geht, anderen zu helfen, für andere da zu sein, mit allem, was dazu gehört, auch mir helfen zu lassen. Ein Geben und ein Nehmen.

Immer in der Defensive, immer am sich verteidigen. […] Ignazio Ramonet hat nach dem französischen Präsidentschaftswahlen gesagt, die Linke habe den Wettstreit der Ideen verloren. Das stimmt: Gegen sich selbst.

Die Linke und all ihre Ideen, ohne dass ich jetzt die Partei selben Namens meine (wie auch schon oben), wird niemals verlieren und wird sich auch niemals verteidigen müssen. Ein Füreinander da sein, ein Miteinander, den Schwächeren helfen — all das und noch viel mehr sind (Charakter-) Eigenschaften, wie sie offensiver nicht sein können. Sie leben — wenn auch im Moment im Kleinen — auch in dieser Gesellschaft. Und auch wenn aufrechte Neoliberale wie die Berliner Netzwerker in all ihrem Denken und Handeln diese Werte versuchen, in den Dreck zu ziehen, die Idee von Jeder ist seines Glückes Schmied in die Welt hinaustragen wollen — es gibt durchaus Menschen, die darauf im positivsten Fall mit Kopfschütteln antworten. Eine gewisse Verachtung konnte ich heute in diversen Mails auch herauslesen. Solange es aber Menschen auf diesem Planeten gibt, wird es auch eine Linke geben — da wird kein neoliberales Netzwerk oder gar die INSM was gegen tun können. Und wenn sie es noch so sehr wünschen.

Zum Abschluß hier ein kleiner Linktipp, der VOLKswirt Dr. Herbert Schui schreibt:

Der Neoliberalismus richtet sich entschieden gegen das wohlfahrtsstaatliche Projekt des Keynesianismus als Fortsetzung der Aufklärung, gegen rationale und kollektive Gestaltung der sozialen Umwelt.

Im Menschen– und Gesellschaftsbild des Neoliberalismus ist der Mensch verdammt zu ewiger Unkenntnis, Gefangener im Dickicht allgemeiner Unübersichtlichkeit.

Die Freiheit des Neoliberalismus muß durch Unterwerfung erkauft werden. Sie ist zudem allein negative Freiheit, d.h. sie besteht allein in der Abwesenheit von persönlichem Zwang. Sozialer Zwang wird geleugnet.

Die neoliberale Gegenaufklärung setzt alles daran, die Hoffnung auf informierte und politische Menschen zu zerstören, die sich der Institution des demokratischen Staates bedienen, um ihre Lebenslage zu verbessern.

Linker Neoliberalismus auf F!XMBR:

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5 Antworten zu “Linker Neoliberalismus — Die Angriffe von rechts gehen weiter”

  1. Oliver sagt:

    *rofl*

    Ich sach ja im kaputt machen sind sie groß, nur um die eigene Position(?) zu stärken.

  2. Nico_Icon sagt:

    Mir gefällt deine Emotionalität; auch wenn sie in der Sache vielleicht kontra produktiv ist.

  3. NixKnut sagt:

    Nachdem ich mir nun die kostbare Zeit genommen habe, und den Wikipedia-User INSM sein geschwurbel mir versucht habe zu erschließen, kam mir bei dem Begriff Basis Demokratie im Zusammenhang mit der INSM einmal mehr das kot**..
    Basis Demokraten, die mal kurz eine wordpress.com Seite sperren lassen…
    Ne is klar..
    Dieser Sippe wird man eh nicht klar machen können, was es bedeutet für Schwächere einzutreten.. Im Gegenteil sie wittern ein Geschäft..
    Dabei ist nicht zu vergessen, welche Geschäftsfelder diese schon abgegrasst haben und gesellschaftlichen Regel geworden ist.
    Scheibchenweise Salamigammel

  4. Chat Atkins sagt:

    Dieser Begriff ‘linker Neoliberalismus’ kommt mir vor wie ein ‘linker Ferrari’, ein ‘linkes Wertpapier-Portfolio’ oder ein ‘linkes Galadiner’. Hauptsache Link jedenfalls …

  5. Grainger sagt:

    Man kann mir sicherlich kaum vorwerfen, ein Sozialromantiker oder Befürworter eines Wohlfahrtsstaates (in dem jeder lebenslang Tag und Nacht gepampert wird) zu sein.

    Ich möchte aber auch nicht in einer Gesellschaft leben, die von Raubtierkapitalismus, Ellbogenmentalität und dem Überleben des (wirtschaftlich) Stärkeren bestimmt wird.

    Und linker Neoliberalismus scheint mir nur eine beschönigende Bezeichnung für so eine Gesellschaft zu sein.

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