Likedeeler, Linke, Politik, Netz

Das ich von diesen Likedeelern aka Piraten nicht wirklich viel halte ist kein Geheimnis. Abgesehen von der Tatsache, daß schlicht einige substantielle Dinge fehlen, formierten sich die Piraten einzig ob der stetigen Angriffe auf deren geliebtes Internet. Wir schauen derweil das Erwachen der Nerds, einer zumindest in der Öffentlichkeit ansonsten größtenteils durch und durch unpolitischen Masse. Denn die Welt könnte auf gut Deutsch mit dem Arsch auf Grundeis gehen, diese Leute interessiert es nicht. Jene Netzelite könnte in einigen Bereichen etwas reißen, Mißstände des Alltag anprangern, sich für andere mittels des Netzes einsetzen etc. pp. — dem ist aber nicht so.

Zwar gereichen derlei Beispiele gerne als Argumente für ein freies Netz seitens dieser Leute, gemeint sind damit jedoch Dinge die andere ausführen sollen, denn für den gemeinen Nerd ist die Aufgabe getan, sobald das Netz frei von staatlichen Einflüssen ist. Ich beschäftige mit diesen Dingen länger als mancher Pirat überhaupt auf diesem Planeten wandelt — ich liebe den Computer, das Netz, sehe letzteres als Chance, aber Freiheit im Netz und dergleichen sind meiner Meinung nach Punkte unter ferner liefen. Ich halte nicht viel davon das Pferd von hinten aufzuzäumen, Dinge wie Bildung, Soziales, Freiheit per se genießen oberste Priorität, um auch in letzter Instanz jedem die Möglichkeit zu geben überhaupt dieses Internet nutzen zu können. Ansonsten reden wir nämlich einzig von dieser erwähnten Netzelite, die die Hoheit ihres digitalen Sandkastens bedroht sieht.

Auf ähnlichen schwammigen Pfaden wandelt die FDP — irgendwie liberal, sprich freiheitlich, aber auch irgendwie jeder ist sich selbst der Nächste. Zumindest die Wirtschaft sollte freiheitlich strukturiert sein, der Rest folgt daraus. Logisch das auch diese an der Freiheit im Netz interessiert sind, ziehen nachhaltige Einschränkungen denn auch wirtschaftliche Mali nach sich. Pragmatisch gut, denn an mehr ist jene Partei wirklich nicht interessiert.

Freiheit im gewählten Kontext ist Programm, Pragmatismus ansonsten Habitus derjenigen.

Aber abgesehen von dieser Litanei tangieren mich diese Leute weniger und weniger, obwohl ich zugeben muß bei der Gründung doch Potential geschaut zu haben. Errare humanum est. Andere wie die Linken sind da schon genehmer, dort fehlt ähnlich wie bei den Grünen einzig ein selbstreinigender Prozeß. Blendet man die aufschlagenden Deppen im Netz aus, deren Intellekt mit den Überschriften der Wikipedia gedeckt ist, so schaut man durchaus massiv motivierte Menschen.

Überhaupt ist das auch meiner Meinung nach das Problem an sich, das Netz taugt zu vielen Dingen — nachaltige Kommunikation, Tiefe etc. sucht man jedoch vergeblich. Und so enttäuschen auch die selbsterkorenen Netzversteher, die Piraten, und umso mehr überraschen echte Linke, trifft man sich denn mit jenen auf einen Plausch auf analoger Ebene. Ganz normal … real. Die Bandbreite des Gesprächs ist gigantisch, das politische Verständnis gewachsen. Im Gegensatz dazu die Piraten, monothematisch, dem Mensch entfremdet, es wird um eine Sache gekämpft — man ist nicht gewachsen, sondern erwacht ob der tosenden Schlacht um den Bürger die in diesem Lande bereits seit vielen Jahren tobt und nun auch die Festen des Netzes erreichte. Ein Ding, daß alles bewegen, alles richten soll, ist es denn erst einmal entfesselt und vor der staatlichen Verwaltungsgier gerettet.

Tacheles? Gerne, solcherlei Argumente glaube ich nur jenen die auch dergleichen tun — heute, gestern und auch morgen.

Noch ein Punkt: ich rede von Nerds — Nerds jedoch nicht im Selbstverständnis vieler Freaks, sondern in seiner ursprünglichen abwertenden Bedeutung. Netcitizen wäre ebenso eine Möglichkeit gewesen, aber hier fehlt die ursprüngliche negative Bedeutung und ansonsten wäre dies doch arg pauschal gewesen.

Last not least ein Hinweis: im Text findet sich Polemik, man könnte diese u.U. als scharf formulierte Denkanstöße interpretieren. Um diese weiterhin zu verdeutlichen verwende ich teils bei einigen Formulierungen die kursive Schreibweise, Ausdruck der Hervorhebung, des mehr relativen Gehalts. Aber mitunter sind dies Perlen vor die Säue geworfen.

–vox clamantis in deserto

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31 Antworten zu “Likedeeler, Linke, Politik, Netz”

  1. Incontemptio sagt:

    Begriffe, die im Wahlprogramm der Piratenpartei nicht vorkommen

    Hatte ich gerade parallel geöffnet und fand es irgendwie passend.

  2. Aber mitunter sind dies Perlen vor die Säue geworfen.

    Stimmt, gibt hier ja nur Nerds, die es nicht interessiert, wenn die Welt auf Grundeis geht.
    Solche Artikel diffamieren das jahrzehntelange gesellschaftliche Engagement von Chaos Computer Club und anderen «Nerd»-Organisationen. Auch wenn sie absichtlich polemisch gehalten sind und man darauf aufmerksam macht.

  3. Florian sagt:

    Was genau willst du denn mit diesem Artikel mitteilen? Obwohl mir die Piratenpartei sympathisch ist, habe ich gehofft, dass endlich mal Argumente für eine andere Partei kommen, die du favorisierst. Lediglich zu den Linken fällt der Satz «Die Bandbreite des Gesprächs ist gigantisch, das politische Verständnis gewachsen.» Danach geht es weiter mit dem Piraten-gebashe.

    Also was ist deine Alternative? Nicht wählen?
    Du schreibst in einem anderen Artikel, dass du bei den Grünen zu finden bist. Dagegen halte ich mal mit: du unterstützt wirklich eine Partei, die für einen Krieg ist (Afghanistan)?

    Im Übrigen finde ich es weniger problematisch, dass die Piraten nicht zu allen Themen Stellung beziehen. Immerhin werden Sie nicht in absehbarer den nächsten Bundeskanzler stellen. Es ist also genug Zeit zu reifen.

  4. Herrman sagt:

    Ist das hier eigetlich ein grüner Blog? Wenn man fragen darf …

  5. DEDE sagt:

    Kann fast allen Aussagen über die Piratenpartei zustimmen.

    Meine Auffassung ist jedoch :

    Lieber für eine Sache gut kämpfen und die anderen Ausbaufähig lassen ( zum Beispiel wird ja bei der Piratenpartei intern online alles abgestimmt, könnt eman ebstimmt auch auf mehr als nur die Partei ausweiten 😉 ) oder sogar wie du es sagst einfach auslassen und gar nicht behandeln.
    Ein status quo ist zur Zeit besser als jede Einheistbrei-Partei ( CDU/CSU,Linke,SPD,FDP,Grüne,.).
    Ich bin fest davon überzeugt, dass keine dieser Einheitsbrei Parteien uns etwas gutes will und etwas gutes tun wird und die die es wollten sind zu unterwandert ( Linke ) oder haben den Unterwanderungspprozess schon längst hinter sich ( Grünen ).

    Warum wuchs die PDS und die WASG wohl zusammen ?
    War es wirklich gewollt ?
    Warum regiert in Berlin immer noch die Linke , bei den ausgübten Taten und wurde sogar wiedergewählt ? Das ist doch ein Signal : Bitte verarscht uns !

    Wie in dem Video von youtube welches heute überall verlinkt wird von Georg Schramm «Wir brauchen Idioten sonst frisst keiner das Gammelfleisch».

    Also ich will niemanden in eine Richtung lenken sondern wünsche mir lediglich , dass die großen einen Denkzettel verpasst bekommen den sie nie vergessen. Also nicht einheitsbrei wählen sondern IRGENDEINE Alternative oder was ich tun werde : Am besten DURCHSTREICHEN !

    Danke mal wieder für deinen schnieken Blog und mit der Hoffnung, dass mein Kommentar diesmal freigeschaltet wird 😉
    Nicht so wie die letzten 1 oder 2 mal.
    Daher ist diese hier auch so gesehen mein erstes 😉

    Liebe Grüße und schönes Wochenende !

  6. Ben sagt:

    Danke Oliver für das Aussprechen so vieler Gedanken von mir in so verständlicher Art und Weise.

    Auch wenn wir oft nicht einer Meinung sind was die Politik betrifft und wie manche Ziele zu erreichen sind, so muss ich dir doch zustimmen, dass eines der wesentlichsten Probleme unserer Zeit ist, dass vermeintlich politisch engagierte Menschen häufig nicht über ihren Tellerrand blicken und ihre Aktivitäten auch nicht konsequent genug ausführen.

    Allerdings nicht zustimmen kann ich dir darin, dass da bei den Linken besonders viele löbliche Ausnahmen zu finden sind. Das Problem ist allgemein in allen politischen Lagern verbreitet und vereinzelte löbliche Ausnahmen ebenso. So gibt es ebenso im vermeintlich «bürgerlichen» Lager grundliberale Menschen, welche sich wirklich für Freiheit vom Prinzip her engagieren, wie es da auch leider viel zu viele Klugschwätzer gibt die über ihre vornehmlich von der Wirtschaft geprägten Thesen immer nur in ihrem Dunstkreis am Stammtisch schwadronieren und allenfalls den Schein halber mal am Wahlkampfstand auf andere Menschen zugehen, genauso wie es bei den Linken auch Leute gibt die sich konstruktiv mit vielerlei Positionen auseinandersetzen und sich bemühen Argumente zu einer gewinnbringenden (bitte nicht monetär verstehen) Diskussion beizubringen, wie es da auch viel zu viele Möchtegern-Kommunisten gibt die Marx und Engels nie wirklich verstanden haben, den lieben langen Tag nur in Couchrunden über ihre wirklichkeitsfremden Thesen schwafeln und ihre wirklichen Aktivitäten auf das verbreiten von Flyern und Pamphleten und das plakative demonstrieren beschränken, ohne wirkliches Interesse daran sich mal in die Position anderer hinein zu versetzen oder mal konstruktive Vorschläge für Veränderungen in vernünftigen Gesprächen mit Entscheidungsträgern beizutragen.

    Der Großteil der Anhänger bestimmter politischer Lager fühlt sich darin sehr wohl und ist nicht bereit auf andere einen Schritt hin zu machen, weshalb die Sachen um die es eigentlich gehen sollte nur all zu oft aus dem Fokus geraten, damit man sich auch ja von dem bösen, bösen politischen Gegner distanziert. Und dazwischen stecken immer mehr Nichtwähler die schlichtweg keine Lust auf dieses Hick-Hack haben und einfach keinen Sammelpunkt für sich finden, da sie sich auch viel zu häufig nur um ihr eigenes Wohl kümmern.

    Wir sind das Volk? Welches Wir?

  7. Ben sagt:

    @ Florian: Auch wenn sie nicht den Bundeskanzler stellen. Sollten sie Abgeordnete in ein Parlament entsenden, dann sind das 100% Abgeordnete die ein Stimmrecht zu allen Themen wahrnehmen können und auch sollten. Und da ist es keine sonderlich angenehme Vorstellung wenn es dann da ein paar Leute geben sollte die da so gar keine Leitlinie haben…

  8. Oliver sagt:

    >Was genau willst du denn mit diesem Artikel mitteilen?

    Meine Meinung und nur diese. Das ist meine Art von Tagebucheintrag und dieser baut auf zuvor gesagten Dingen ebenso auf. Meinst du vielleicht ich rekapituliere alles von mir gesagte in jedem Eintrag, nur weil einige hier mittels Google fündig werden und den Zusammenhang nicht erkennen? Wozu dann diese Publikation? Ist das mit dem Krieg übrigens alles das dir einfällt? Hast du nicht Hartz4 vergessen und wahrscheinlich kennst du diese beiden Schlagwörter auch nicht ob politischen Interesses, sondern nur seitens eines grenzdebilen Wahlkampfs. Wenn du konkrete Argumente gegen Grün suchst, schau dich hier auf dieser Publikation um — einiges diesebezüglich von meiner Seite wirst du dazu finden und vor allem durchaus gehaltvoller.

    Meine politische Gesinnung ist in zahllosen Artikeln dieses Weblogs zu finden. Müßte ich diese hier in ein paar Sätzen beantworten hätte ich allenfalls das Niveau des Parteiprogramms der Piraten erreicht und das ist mir wie gesagt zu wenig. Per aspera ad astra, wer wissen möchte wo er mich verorten kann muß zumindest diese Publikation studieren.

    Wenn du also mithalten möchtest, dann stell meiner Meinung eine eigene Publikation gegenüber mit gehaltvollen Aussagen. Die Antwort zu deiner Frage findest du auf F!XMBR, die Arbeit mußt du die jedoch selbst machen.

  9. PZK sagt:

    @Florian: Das frage ich mich bei diesen Postings mittlerweile auch. Vorher hat sich FIXMBR gegen alle «großen» Parteien ausgesprochen und hielt die Fahne noch halbwegs für die Piraten hoch und seit dem Thiesen Vorfall sind die Grünen plötzlich wieder eine richtige Alternative und die Piraten über den Kamm geschert nur irgendwelche Internettrolle. Ich lese hier eigentlich gerne, aber die PPD-Themen lasse ich mittlerweile außen vor, denn ich bin mir noch bewußt, dass wir hier von einer sehr jungen Partei reden, die grad erst Ihre ersten richtigen Schritte auf dem politischen Pakett macht. Chris hat es glaube ich vor kurzem noch gesagt, erst in 4 Jahren wird es für die PPD richtig interessant und die harte Arbeit fängt jetzt erst wirklich an. Oder wieviele Menschen bei den Piraten haben von Politik im großen Stil so richtig Ahnung? Nicht viele, denn bekanntlich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

  10. bloedbabbler sagt:

    Danke für den Ansatz — es ist schön mal wieder zu lesen, dass es eben noch mehr gibt, als nur das Internet, mithin auch andere Fronten und Prioritäten bestehen, die von den Nerds nicht gesehen wurden oder unbeachtet blieben. Nur denke ich, das, wenn eine Politisierung wenigstens beginnt, und sei es nur, weil die eigenen Vorstellungen plötzlich bedroht erscheinen, dies zumindest als Anfang betrachte werden könnte. Ist doch erstmal besser, als weiterhin lethargisch durchs RL zu stolpern — eventuell werden ja auch die Äuglein etwas weiter geöffnet für reale Probleme durch dieser Nerd Initialzündung.

    Mir ist allerdings der von Dir herbei gewünschte Effekt einer Selbstreinigung der Linken im Sinne der Grünen nicht ganz klar. Hättest Du gerne das Leute mit dem Anspruch einer anderen, eventuell gerechteren Vision von Zusammenleben, gerne auch Utopien genannt, von so genannten Pragmatikern ersetzt und ausgegrenzt werden; dies zugunsten von Kriegsbefürwortern und sozialverschärfenden Realpolitikern, wie es die Grünen seit den 80 ‘ern konsequent vorgemacht haben?
    Das sich das Gros der Wahlschafe von ihrem pekuniären Umfeld bei FDP und Grünen nicht mehr sonderlich unterscheiden (gut verdienende Akademiker) ist sicherlich auch kein Zufall, sondern eben Ausdruck der Zielsetzungen und Personalpolitik innerhalb der genannten Parteien.

    Um aber auf deine berechtigte Replik gegen Piraten und Unterstützer zurück zukommen; selbstverständlich ist die Möglichkeit einer Freiheit des Netzes nur ein Teil eines größeren Gebildes namens Bürgerrechte und darüber letztlich Menschenrechts. Nur diesen kleinen Ausschnitt zu betrachten und nicht zu verstehen, warum auch das Medium Internet aus Sicht der herrschenden Eliten notwendigerweise Rechte beschnitten werden müssen, ist ein Angreifen der Symptome aber nicht der Krankheit an sich und damit konsequent zum Scheitern verurteilt.

    Das Du im Netz Tiefe und Nachhaltigkeit bei Kommunikation vermisst, ist auf den ersten Blick sicher richtig; nur ist es dafür wirklich da? Ich habe über das Netz in den letzten Jahre eine Menge netter Leute kennen gelernt, mit denen man auch wunderbar im RL einen Schoppen trinken, über Gott, die Welt und auch das Internet fabulieren konnte, sogar manches Mal durchaus fundiert und tiefgeschürft. Ich sehe das Netz eher als eine Infrastruktur die mir ermöglicht Menschen und Standpunkte kennen zu lernen, mich zu informieren und mein RL dadurch ein wenig abzurunden; ebenso wie ein Computer per se nicht zu einem guten Text führt, wenn es dem Schreiber an Inhalten und Wissen fehlt.

    Ihnen Ihr Blödbabbler

  11. pjfry sagt:

    im Prinzip alles richtig was Du da sagst…, aber wo ist das Problem?

    Die Grünen sind auch aus der ein-Thema-Bedeutungslosigkeit heraus übergangslos zur zweit-FDP mutiert.
    In den zwanzig Jahren die das gedauert hat, haben wir aber trotzdem Katalysatoren, Rauchgasentschwefelung und zumindest eine Diskussion über die Atomkraft bekommen.

    Es ist ja nicht so, daß eine Stimme für die Piraten wo anders fehlen würde, die anderen Parteien haben schließlich auch keine Antwort auf zentrale Fragen wie Gesundheitswesen, soziale Probleme, Bildung, etc…, oder zumindest Keine die ich würde unterstützen wollen.
    Die Piraten werden das Thema Bürgerrechte zurück in die öffentliche Debatte bringen, nicht mehr und nicht weniger…

    Bürgerrechte sind die Grundvoraussetzung dafür, sich für seine eigenen Belange einsetzen zu können.
    Als Krankenpfleger wäre es meine Aufgabe Überlegungen zum Gesundheitswesen anzustellen, Fragen zu stellen und Antworten vorzuschlagen…
    Leider deprimiert mich das Thema zu sehr und ich habe die Befürchtung das die Gesellschaft auch gar nicht wirklich würde wissen wollen, welche Probleme wir in Krankenhäusern, Heimen und der amulanten Pflege vor Ihr verborgen halten.

    Jedenfalls mache ich «die Nerds» nicht dafür verantwortlich, das Sie sich nicht für «mein» Thema, von dem Sie ja auch gar keine Ahnung haben interessieren!?

    Und gerade da kommt das Netz in’s Spiel, das es zumindest theoretisch möglich macht, daß sich Interessengruppen ausserhalb von Parteienstrukturen bilden und eigene Interessen verfolgen. Dabei ersetzt das Netz nicht die echte Kommunikation mit Menschen aus Fleisch und Blut, sonder es könnte helfen Diese überhaupt erst mal herbeizuführen.

  12. d0n sagt:

    @Oliver
    Was ist das bitte für eine Arroganz? Blogs dienen zur Selbstdarstellung und wenn du eine bestimmte politische Richtung anpeilst, dann solltest DU dafür sorgen, dass die Leute die das hier lesen, auch verstehen und nachvollziehen können.
    Sorry, aber deine Art kotz einen nur an!

  13. David sagt:

    Schade, Oliver, dass du dich nicht bemühst, die vielen Leser, die hier nicht von Anfang an mitgelesen haben, abzuholen.

  14. phoibos sagt:

    moin,

    danke für den artikel. und danke, dass du nicht den begriff netizen verwandt hast. denn ich denke, dass die netizen eine durchaus in der realität politisierte menge darstellen. die wissen, dass es jenseits des www noch welten gibt, in denen menschen arbeiten, leben, geld verdienen und verlieren, krank werden, gesunden, sterben, etc. … wenn ich mir ein ein paar nerds anschaue (in dem von dir angesprochenen sinne), bezweifel ich, dass die merken, dass echte menschen deren telephonkabel gebaut haben, mit deren hilfe sie in der virtuellen welt sich breit machen.

    ciao
    phoibos

  15. Florian sagt:

    Hallöle,

    ich hoffe mal dass du einen schlechten Tag hast und nicht immer so reagierst. :-) Deshalb werde ich mal nur kurz antworten:

    Afghanistankrieg: doch, mir fällt mehr ein. Das war ja nur EIN Beispiel

    Kurz zu mir, bzw. zu deiner impliziten Einschätzung meiner Person:
    Ich lese deinen Blog recht regelmäßig (bin also nicht zufällig per Google hier gelandet), halte mich sehr wohl für politisch interessiert und informiert und weiß im Übrigen nicht, wieso oder mit wem ich hier «mithalten» müsste.

    Ich habe mich lediglich gefragt, ob der Artikel mehr als Piratenbashing darstellt und mich an die Aufforderung über der Kommentarfunktion gehalten.

    Grüße und ein schönes Wochenende,
    Florian

  16. Oliver sagt:

    @Daniel Baulig:

    dummerweise supporte ich den CCC ebenso wie die Humanistische Union. Ich schrieb aus gutem Grund, daß die Quintessenz eines Textes nicht ausreicht meinen Standpunkt komplett zu erfassen. Deshalb betreiben wir auch diese Art von Webpräsenz, ansonsten könnten wir ältere Texte getrost löschen.

    @David:

    Ich habe auch ein Leben und jeden kann ich nicht mitholen, selbst wenn ich es manchmal versuche.

    @PZK:

    Nun was erwartest du? Chris wählte die Piraten bei der Europa-Wahl, ich trat aus der SPD aus, ließ eine Weile verstreichen und trat bei den Grünen ein. Wahlkampf pro Grüne würde man also von mir erwarten, habe ich aber kein Interesse daran. Weil ich keinen Sinn darin sehe Leute positiv kurz vor einer Wahl zu beeinflussen, denn wenn diesen auch nur ein Iota an der Politik dieses Landes liegt, dann werden sie ihre Entscheidung wohlüberlegt treffen und u.U. auch den Wahlzettel ungültig machen. Der Denkanstoß liegt mir eher, auch mitunter in einem schärferen Ton.

    Andererseits kann ich kritisieren, das tat ich bei der SPD, bei den Grünen, bei den Linken und auch den Piraten. Union ist außen vor und bedarf keiner Kritik mehr, jene die dennoch diese wählen kann ohnehin keiner herumreißen. Gleiches gilt für die Genossen, die Linke bräuchte eine Art selbstreinigenden Prozeß, ebenso die Grünen. Die Piraten hingegen bräuchten ein komplettes Programm, zumindest in welchem auch Soziales einen Stellenwert einnimmt und wenn nur auf dem Weg hin zu Partizipation aller am Netz und demzufolge dann einem Plus an Freiheit ob dieses Mediums.

  17. Oliver sagt:

    @Florian:

    Schlechte Tage hat wohl jeder einmal. Ich mache hier aber auch keinen Hehl daraus absolute Subjektivität feilzubieten. Wie z.B. auch bei diesem Text letztes Jahr. Vielleicht fühle ich mich auch parteilich gesehen als naiver Weltverbesserer, der meint anstelle des Jammerns auch gelegentlich aktiv wirken zu müssen? Unter Umständen könnte man bei der Lektüre dieser Publikation zu diesem Schluß gelangen.

  18. Sebastian sagt:

    Dieser ständige Vergleich mit den Grünen… grmpf
    Bitte bei Julia Seeliger lesen: Warum ich nicht zu den Piraten gehe

  19. Kein Pirat auch HU sagt:

    Also ich verstehe deine Ansichten irgendwie nicht. Ich finde es wichtig, dass es die Piraten gibt. Es geht da meineserachtens nicht nur um ein Thema und auch bei den etablierten Parteien gibt es genügend Nerds. Neulich hast du geschrieben du möchtest nicht das Heise-Forum im Bundestag. Also mir ist das Heise-Forum allemal lieber als die BLÖD Zeitung, die dort ja oft mitzuregieren scheint.
    Ich finde es eine gute und wichtige Forderung etwas gegen den überbordenden Patentwahn zu unternehmen, die Bürgerrechte wieder als Thema auf die Agenda zu setzen und sich gegen Lobbyismus einzusetzen. Ich glaube, dass diese Themen essentiell für die positive Entwicklung unserer Gesellschaft sind und diese deshalb eine Partei braucht die sich für diese Inhalte einsetzt damit diese stärkere Berücksichtigung in der Politik finden. Zugegebenermaßen kenne ich wenige Piraten persönlich aber ich finde es erfrischend zu sehen wie hier eine Bewegung Dinge thematisiert die bislang keine oder nur eine untergeordnete Rolle in der Politik gespielt haben. Deshalb werde ich zwar nicht gleich Pirat, aber meine Stimme werde ich bei dieser Wahl vermutlich den Piraten geben.

  20. Oliver sagt:

    >Neulich hast du geschrieben du möchtest nicht das Heise-Forum im Bundestag.

    Ich definitiv nicht, wir sind hier zwei die schreiben. Aber ich kann dich beruhigen, das Heise-Forum ist auch bei mir Synonym für absoluten Crap.

  21. […] Wahlen: Likedeeler, Linke, Politik, Netz…FXMBR […]

  22. Oliver sagt:

    Es wird spätestens dann kindisch, wenn hier einige unter diversen Nicks versuchen identische Kommentare einzustellen. Und ab diesem Punkt fällt derjenige dann vollends raus.

  23. Herrman sagt:

    die Frage war ernst gemeint

  24. Oliver sagt:

    @Herrman:

    Und? Eine Antwort findet sich auch in obigen Kommentaren, sind ja derer noch nicht soviele. Was ist ein grüner Blog btw.? Wir sind eine politische Publikation, eine technische und auch eine lebendige, kurzum hier findet man ein breites Spektrum. Aber ich mache es kurz, weil lesen mag eh keiner: wir sind keine grüne Publikation, wir sind auch keine Piratenpublikation, wir sind schlicht F!XMBR. Finden wirst du hier Themen die grün, die nerdig, die sozial, die links , die subjektiv sind und natürlich Themen die dir oder anderen nicht passen :-)

  25. […] Likedeeler, Linke, Politik, Netz » F!XMBR «Denn die Welt könnte auf gut Deutsch mit dem Arsch auf Grundeis gehen, diese Leute interessiert es nicht. Jene Netzelite könnte in einigen Bereichen etwas reißen, Mißstände des Alltag anprangern, sich für andere mittels des Netzes einsetzen etc. pp. – dem ist aber nicht so.» – Genau das vermisse ich bei den Piraten auch. Sicher, die Grünen haben anfangs auch nur Umeltthemen gehabt, vielleicht wird das noch was. Monothematik tut einer Partei allerdings auf Dauer nicht gut und die Piraten schöpfen momentan aus den Reihen der Protestwähler, die keine andere Alternative sehen. Im Grunde ist die Piratenpartei Grüne plus FDP reloaded… (tags: politik) […]

  26. Micxs sagt:

    Hi Oliver
    Ich mag ja Polemik, daher hab ich kein Problem mit deiner Schreibe. Und «böse» Angriffe dieser Art werden später aus den Reihen der Etablierten Parteien und auch Medien stattfinden. Daher ist das nur ein Vorgeschmack auf das was die Piraten alles erwartet. Ich denke als Politiker oder Aktiver braucht man teilweise schon ein dickes Fell und Texte wie deinen sehe ich nicht als böswillige Kritik sondern eher als Kritik an der man arbeiten kann.

    Ich selber komme ja aus der linken Ecke und ich versuche einige Dinge bei den Piraten anzusprechen die sie so nicht wissen oder berücksichtigen. Ich finde es spannend mit Piraten zum Beispiel über das BGE zu sprechen und die Problematiken und Fallstricke zu besprechen. Interessant für mich ist dabei die Sicht der Piraten zum BGE. Solange die Menschen nicht in das Schema Sozialismus oder Kommunismus zurückfallen und nur die nötigen Dinge aus Sicht der Menschen betrachten gelingt das auch einigermaßen gut. Eine für mich zufriedenstellende Lösung zum BGE hab ich dort aber leider auch noch nicht gesehen.

    Und das Wörtchen «noch» ist entscheidend. Ich denke viele Piraten sind über das Thema Internetzensur, Killerspieldebatte und Copyright zur Politik gelangt. Viele haben sich dort noch nicht allzu viele Gedanken über die dringenden Themen unserer Gesellschaft gemacht. Aber wie ich schon mal schrieb wird das mit der Zeit kommen. Da bin ich mir sicher. Lasst den Piraten ein wenig Zeit sich zu organisieren, Fachwissen zu sammeln und AGs und BAGs zu gründen und die dringenden Themen anzupacken.

    Was da mit der Zeit raus kommt werden wir sehen, aber ich denke das bei der EinThemenPartei bald auch andere Themen hinzukommen werden und Standpunkte gefunden werden. Das braucht halt alles seine Zeit. Genauso wie die Grünen Zeit brauchten um andere Themen zu entdecken. Genauso wie die Erkenntnis bei vielen noch folgen wird das Utopie und Realität meilenweit auseinander liegen. Das alte Spiel zwischen Realos und Fundis in einer Partei sollte dir nicht unbekannt sein. 😉

    Grüße
    Micxs

  27. Thomala sagt:

    Wenn mir in den sinn kommt ich könnte ja die Linke wählen, fällt mir da gleich wieder Berlin ein. Rot-Rot verkauft die Straßenbahnen um sie sich dann wieder zurückzumieten, es werden um poduktiver zu sein Leute entlassen usw. das ist doch Hirnlos, weniger Einnahmen durch Steuergelter und auf dauer lohnt sich das Mieten auch nicht. Eine sehr linke Aktion. Links bin ich ja aber nicht so link.

    Die Grünen sind ja eindeutig mit der FDP zu vergleichen um an der Macht zu bleiben mach ich alles mit.

    Da bleibt einem doch als nicht Hirnloser nur Piraten, KPD oder nicht wählen.

    Piraten in der Hoffnung das sie erkennen das was sie im Netz wollen nur geht wenn es auch in der «analogen Welt» so ist.

    KDP packt es eh nicht über die 5%.

  28. Micxs sagt:

    @ Thomala

    Du weißt das die Linke eigentlich gegen die Privatisierung der DB und Bahn in Berlin steht? Die Linke will Schlüsselbereiche wie z.b. öffentlicher Verkehr wieder in öffentlicher Hand sehen. Dazu gehört auch die S-Bahn Geschichte.
    Mal eine PM dazu
    und ein etwas älterer Artikel.

    Die rot/rot Regierung in Berlin muss die Fehler der Vorgänger rückgängig machen und hat mit Problemen zu kämpfen die die Vorgänger vermasselt haben. Das Chaos mit der Bahn in Berlin ist m.W.n. nicht den Linken zuzuschreiben. Auch die Verschuldung der Stadt Berlin haben die Linken nicht zu verantworten.

    Daher bitte ich dich, dich darüber zu informieren, bevor du Dinge sagst die so nicht stimmen. Link ist wenn du Parteien etwas andichtest womit sie nichts zu tun haben 😉

    Grüße
    Micxs

  29. slowcar sagt:

    Die Grünen haben den ersten Kriegsminister seit dem Weltkrieg gestellt und Hartz4 eingeführt. Umweltschutz ist gut und richtig, ansonsten sind die da wo früher die FDP war, abzüglich des Datenschutzes. Schwarz-Grün ist sicherlich besser als Große Koalition oder Schwarz-Gelb, trotzdem sind die Grünen eine Beamtenpartei geworden.

    Ich werde die Piraten wählen, nicht weil ich Sie im Moment für Regierungsfähig halte, sondern weil Sie ein wichtiges Korrektiv darstellen. Natürlich gibt es keine Regierung mit Piratenbeteiligung, auch die 5%-Hürde wird auf Jahre hinaus nicht fallen, vielleicht verschwindet die Partei auch bald wieder.

    Fraktionszwang und innerparteiliche Mauscheleien haben die Demokratie in Deutschland mittlerweile unterhöhlt, in einer etablierten Partei politischen Willen auszudrücken ist oberhalb der Kreisebene gar nicht mehr Möglich.
    Man muss nicht in allen Punkten mit den Piraten übereinstimmen — und in vielen Gebieten beziehen Sie ja auch keine Stellung — doch allein das interne System verdient schon alle Unterstützung.

  30. ebertus sagt:

    Finde den Beitrag von Oliver gut, zeigt er doch sowohl das allgemeine Dilemma, als auch den persönlichen Zweifel. Da der einzelne Abgeordnete, in welche Ebene auch immer, nur bzw. in erster Linie seinem Gewissen unterworfen ist — und das sollte auch gut so sein — sind selbst die Piraten «irgendwann» nur kleine Menschen, denen man auch schon mal die Wurst hinhalten wird. Ströbele und Schily kamen in etwa aus der gleichen Ecke, hatten sicherlich halbwegs ähnlich Ideale. Bei Schily könnte/konnte ich mittlerweile kotzen, Ströbele würde ich sofort, immer noch wieder wählen — soweit in Berlin-Kreuzberg wahlberechtigt.

    Die Piraten, so las ich in einem anderen Blog, sind die sozialverträglichere FDP; immerhin! Und die Linke zeigt in Berlin, wie man sich domestizieren lassen kann, alternativlose Sachzwänge im Munde und im Gefolge. Nach langen Jahren der Wahlabstinenz (wegen der Enttäuschung über die Grünen seit den BTW Ende 1998) hab’ ich bei der Europawahl dennoch den Linken meine Stimme gegeben. Nicht wegen dem «pro», sondern wegen den «con» bezüglich der Anderen, der im Grunde unwählbaren H4, Afghanistan, Lobbyisten etc. Fraktionen.

    Also bleibt über ehrbares, persönliches Engagement hinaus lediglich die Beruhigung des eigenen Gewissens auf der Agenda, gepaart vielleicht mit gewisser Taktik; soweit man sich etwas auf die eigene, kleine Stimme einbilden wollte. Daher werden also mit der Zweitstimme am 27. die Piraten gewählt, mit der Erststimme im stockkonservativen Steglitz-Zehlendorf von Berlin einen Direktkandidaten von Grüne oder Linke; beide natürlich ohne Chance, aber eben keine vollkommen verschenkte Stimme; die sog. Staatsbürgerliche Pflicht erfüllt.

    Ansonsten, die Piraten? War an drei Stammtischen in Berlin und im Rhein/Main-Gebiet beteiligt. Nette, intelligente Leute, überwiegend Studenten oder bereits mit Abschluß; kleine Freiberufler, Lebenskünstler ebenfalls. Da gibt’s durchaus viele Parallelen zu den Gründertagen der Grünen. Die präkeren Verhältnisse sind partiell schon da, laufen denen sicher schneller über den Weg, als sie vielleicht heute noch denken — und damit auch «die», zumindest einige der aktuell noch vermissten Themen.

  31. Oliver sagt:

    @slowcar: Huch, warum fortwährend der Beißreflex gegen die Grünen? Mache ich Werbung für diese? Mitnichten, ich sprach mich gar in einem früheren Text explizit dagegen aus. Also bitte, wenn man sonst nichts konstruktives auf der Pfanne hat, bitte weitergehen. Es gibt Leute die benötigen Hits wie die Jungs an der Spree, uns kosten derlei Hits wenn überhaupt nur Geld und manchmal auch Zeit.

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