liberale Ideen

So manches Mal frage ich mich dann doch, ob es nicht möglich wäre jemanden ob des fortwährenden Mißbrauchs einer Begrifflichkeit zu belangen? Wie gesagt es ist ein Gedanke der sich einem stellt, wenn man bei 24°C vor dem Computer sitzt, motivationslos die Feeds überfliegt und ein altbekanntes Thema mit einer ebenso alten, jedoch keineswegs liberalen, Lösung beantwortet sieht.

Die Rede ist, wie könnte es wohl anders sein, von Guidos Spaßpartei, jene Herren die man früher schon auf dem Campus anhand ihres gepflegten Äußeren erkannte oder auch auf der Party ob ihres konservativen Auftretens. Das alte Thema GEZ-Gebühr ist auch ein altes für jene Liberalen, drum suchte man flink nach einer Alternative, die Idee des Kopfgelds als Mittel zur Finanzierung von Dudelfunk und Verblödungsstrahler war geboren. In Hessen, dem Land in welchem der Schalk regiert, dachte man sich nun das es doch viel einfacher wäre den fortschreitenden, stetigen Verfall der ÖR zu supporten, indem man ab dem 18. Lebensjahr einfach jeden belangt. Nennt sich sinnigerweise Medienabgabe und erspart zukünftig lästige Diskussionen ob denn nun irgendein Gerät einen gebührenpflichtigen Habitus inne hat oder auch nicht. Aufreißer ist immer noch die sogenannte Grundversorgung für die letzten Debilen des Landes, die meinen mehr zu haben weil im Vergleich zu RTL & Co ja doch einiges geboten wird. Gerecht ist es natürlich im Sinne jener die sich die letzten Hirnzellen wegbeamen lassen, Ungerecht und ganz und gar nicht liberal ist es für jene, die sich dem Zugriff verwehren und tatsächliche Information und Bildung anstreben.

Im Grunde genommen ist es doch recht einfach, Dudelfunk und Verblödungsstrahler werden ebenso von Steuern finanziert und wenn es nicht langt wird gekürzt oder man verscherbelt diese Dinge an den Meistbietenden wie usus in diesem Lande. Ich persönlich halte freie Bildung und ein gutes Gesundheitswesen für wichtiger als die tagtägliche Strahlenbelastung finanziert mittels eines Kopfgelds bzw. einer absurden Gebühr.

via heise

,

6 Antworten zu “liberale Ideen”

  1. XiongShui sagt:

    Glaubst Du denn wirklich, es ginge hier um Rundfunkgebühren? Tatsächlich geht es doch bei der gigantischen Behörde GEZ ausschließlich um die Versorgung von altgedienten Parteifreunden.

    Sonst hätte man schon längst ein steuerfinanziertes Modell eingeführt, das wäre nämlich erheblich billiger, weil dieser Verwaltungswasserkopf, der sich ohne jeden Sinn und Verstand selbst verwaltet, wegfiele.

    Aber wohin dann mit den tausenden verbeamteten Altenteilern?

  2. Oliver sagt:

    >Aber wohin dann mit den tausenden verbeamteten Altenteilern?

    In den Vorruhestand wie bei Post und Telekom, da gabs vor ein paar Jahren auch so eine Welle unter 40-jähriger. Wäre jetzt wohl auch kein besonderes Kunststück und muß man dem Volk auch keineswegs unter die Nase reiben. Darüber hinaus interessiert mich recht wenig wer, wo oder wie querfinanziert wird, es zählt alleine das hier eine Zwangsabgabe verfolgt — ich streite da nicht um die Form dieser.

  3. Grainger sagt:

    Beamte muss man nicht in den Vorruhestand schicken. Bundesbeamte müssen vor ihrer Ernennung erklären, das sie im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland regional unbeschränkt einsatzwillig sind, sonst werden sie gar nicht erst ernannt.

    Auf Landes– und Kommunalbeamte trifft prinzipiell das Gleiche zu. Nur dass das potentielle Einsatzgebiet geografisch etwas kleiner ist, das Hoheitsgebiet der BRD umfaßt schließlich auch alle unsere exterritorialen Botschaften, die bundeseigenen Schiffe, usw.

    Irgendwo in diesem Gebiet muss sich eigentlich für so ziemlich jeden Beamten noch ein Job finden lassen, außer bei extremen gesundheitlichen Einschränkungen gibt es imho überhaupt keinen Grund einen Beamten in den Vorruhestand zu schicken.

    Notfalls könnten die bei der Bundeswehr in irgendeiner Standortverwaltung Inventur machen und Bettwäsche und Bekleidungsstücke zählen. Ähnlich anspruchsvolle Jobs (die prinzipiell auch dressierte Schimpansen erledigen könnten 😀 ) werden sich wohl noch ausreichend (er)finden lassen, um absolut jeden überflüssig gewordenen Beamten bis zum Erreichen seines tatsächlichen Pensionsalters irgendwie zu beschäftigen.

    Denn bezahlen muss ich die als Steuerzahler ja sowieso, dann können sie auch irgendwas für ihr (bzw. mein) Geld tun.

    Wenn sich eine sinnvolle Tätigkeit finden läßt: um so besser.

  4. Oliver sagt:

    Vorruhestand für 20.000 Beamte

    Es gab zuvor schon einen «leisen» Stellenabbau, indem man teils unter 40 Jahren in den Ruhestand schickte. Keine Ahnung wie das genau hieß, aber es hatte etwas mit dem Krankenstand zu tun und allzu einer lockeren Einstufung.

  5. Grainger sagt:

    Wie das läuft ist mir schon klar. 😉

    Beim Stellenabbau der Telekom war ja in manchen Medien sogar die Rede davon, das (heimlich) Druck auf Amtsärzte ausgeübt wurde, damit die bei medizinischen Begutachtungen zu dem Schluß kamen, dass eine Frühpensionierung aus gesundheitlichen Gründen angeraten sei.

    Das ändert aber nichts an meiner Ansicht, das sich für 99% dieser Frühpensionäre ein anderer Job im öffentlichen Dienst hätte finden lassen (wenn man es denn gewollt hätte).

    Und wenn man die automatischen Bahnschranken abgeschaltet und wieder Schrankenwärterhäuschen an die Bahnübergänge gestellt hätte. Jedenfalls würden diese Beamten nicht (mit unseren Steuergeldern bezahlt) untätig zu Hause sitzen oder (noch schlimmer und volkswirtschaftlich kontraproduktiv) trotz ihrer Pensionierung andere entgeltliche Tätigkeiten ausüben und so anderen den Job wegnehmen.

  6. […] kommt, in dieser Form ist es ein schlechter Witz. Wenn eine Besserung jedoch nur mittels eines Kopfgelds möglich ist, ob massiven Mißmanagements in den eigenen Reihen, so verzichtet man doch […]

RSS-Feed abonnieren