Let’s kick Twitter in its ass — Identi.ca is coming

ident.ca

Okay — wie gehe ich jetzt nach diesem Twitter-Bashing am besten diesen Artikel an?1 Ich versuche es einfach mal. Es tritt immer häufiger zutage, dass Twitter offensichtlich von der japanischen Walfangflotte unterwandert ist. Twitter-Klone hatten es bislang schwer — kein Wunder bei dieser gewachsenen Monokultur. Sie waren praktisch nicht existent. Via lanu und Technology Review bin ich nun aber auf eine Alternative gestoßen — Identi.ca. Wie ich bei ein wenig Recherche feststellen konnte, sind dort auch die meisten deutschen Twitter-Gesichter zu finden. Allerdings ist das nur eingeschränkt richtig — viele Accounts werden kaum benutzt. Man hat sich seinen Nick registriert und frönt ansonsten der besagten Monokultur. Ich habe erstmal lanu und den Blogreporter abonniert. Mal schauen, ob ich gleich noch mehr finde — natürlich sollten die Accounts auch genutzt werden. Was ist aber Identi.ca? Ganz einfach ausgedrückt: Twitter als Opensource — der Quelltext steht unter GNU Affero General Public License.

Das ist erstmal großer Vorteil gegenüber Twitter. Natürlich wird es bei Twitter so sein, wie bei den ganzen ICQ-Jungs, den man von Jabber erzählt — aber meine ganzen Freunde. Genau — und weil diese dann bei Twitter bleiben, bleibt diese Monokultur bestehen, die japanische Walfangflotte wird weiterhin versuchen, Twitter unter die eigene Gewalt zu bekommen — aber man bleibt bei seinen sogenannten Freunden. Man kann sich auch selbst etwas vorlügen. Die Technology Review schreibt über Identi.ca:

Identi.ca begann als abgespeckte Version von Twitter und enthielt nur die grundlegendsten Funktionen: Web und Instant Messaging waren beispielsweise nutzbar, während die Nachrichtenübertragung per SMS noch fehlte. In den ersten zwei Wochen nach dem Start des Projekts hatte sich jedoch bereits eine kleine Entwicklergemeinschaft gebildet, die diverse Funktionen ergänzte: Nun ist auch eine Suchfunktion integriert sowie die Möglichkeit, Antworten auf eigene Nachrichten im gesamten Identi.ca-Angebot aufzufinden.

Neben dem Nachbau der Standard-Twitter-Funktionen hat Prodromou aber noch andere Pläne: Der Open-Source-Kern von Identi.ca, Laconica, enthält einige wichtige Ergänzungen. Die Software ist so gestaltet, dass jeder, der einen Microblogging-Dienst anbieten möchte, das Paket einfach nur auf seinem Server installieren muss. Dennoch existiert eine übergeordnete Kompatibilitätsschicht: Laconica macht es möglich, dass Nutzer, die auf unterschiedlichen Servern angemeldet sind, dennoch miteinander kommunizieren können.

Da ich die Funktionen Twitters nicht wirklich gut kenne, zitiere ich hier mal den Twitter-König Sascha:

Identicen fühlt sich völlig anders an als Twittern. Mir fehlt vor allem das Replyen, das Faven, das PMen — kurz also Twitter.

Replyen geht mittlerweile. Faven — kann man das essen? Und PMen? Wie wäre es bei privaten Nachrichten mit verschlüsselten Mails? Ich frag ja nur. Ich kenn mich nicht wirklich aus — egal. Ist ja nur um kurze Nachrichten zu übermitteln oder einen Link auszutauschen — also mitnichten ein Micro-Blogging-Dinges. Was ich aber schon eigenständig gefunden habe — hört, hört — ist ein Fork des Firefox-Addons Twitterfox. Es nennt sich sinnigerweise Identifox. Download oben rechts, die Dateiendung in XPI umbenennen und normal als Addon in Firefox installieren.

Da der Quelltext von Identi.ca offen liegt, kann natürlich jeder da draußen auf seinem Server die Software Lacronica installieren. Dass dies ohne Probleme funktioniert, beweist zeitgeisty. Und genau da wird die Zukunft von Identi.ca liegen — viele dezentrale Server, die untereinander kompatibel sind. Performance-Probleme dürften der Vergangenheit angehören. Ferner bestehen Schnittstellen zu Jabber, OpenID und SMS — wobei ich diese noch nicht getestet habe. Da kann ich also nichts zus sagen.

Wer also wie meine Wenigkeit mal dieses neue Spielzeug testen will — here I am. Where are you? Twitter is out, der Wal wird bald zerlegt und gevierteilt werden — auch wenn manche das noch nicht wahrhaben wollen, andere gar ganz der Zeit hinterherhängen. 😀

Weitere Meinungen:

Identi.ca — der Open-Source-Twitter-Killer
Identi.ca — Der Twitter Killer?
Identi.ca: Twitter in Open — Bemerkungen zur Öffnung des Social Graph
Nicht noch ein Twitter-Klon: Identi.ca

  1. Mal schauen, wer über das Stöckchen springt. []

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25 Antworten zu “Let’s kick Twitter in its ass — Identi.ca is coming”

  1. Chris sagt:

    Unter der Motorhaube

    Deutsche Blogger, was sind Deine Plugins? (Muss mal wieder aktualisiert werden)

    Was anderes fällt mir gerade nicht ein…

  2. Oliver sagt:

    Twitter ist doch zumindest für das Gros der deutschen Elite-Blogger ein probates Mittel die oft verbrämte cat-content-Mentalität auszuleben und sich nach Lust und Laune mal eben der Gossensprache zu bedienen, um die Konkurrenz zu dissen.Letzendlich dients somit der Reichweite und daher findet man auch nahezu alle bekannten Namen bei dementsprechenden Web 2-Diensten. Es langt für den Anfang die Top-Listen ahm Blogcharts abzugleichen, um Auffälligkeiten auszumachen.

  3. Chris sagt:

    Nun passt es… :)

    [To-Do]

    robgreen dissen

    [To-Do]

    😀

  4. Prospero sagt:

    Bei mehr als 1000 Postings bei Twitter lohnt sich das Emigrieren erst, wenn ich bitteschön alle meine Postings von einem Dienst zum andern — ups — stimmt — das können diese Dienste ja so schlecht. (Und zwei Accounts? Habe ich keine Zeit für.)
    Ad Astra

  5. Chris sagt:

    Stimmt. Diese Ausrede hatte ich oben vergessen.

  6. Rob sagt:

    Offtopic: Bin der Meinung, dass ich kürzlich eine Linksammlung zu WP-Plugins gelesen hätte hier, finds aber nicht. War das evtl. ein Update eines altes Artikels oder war das nur eine Vision:))

  7. Rob sagt:

    @Chris, danke, Link ist aber put;)

    @Oliver, ich disse nur Blogs über mir, ahso, ist ja keiner;))

  8. Rob sagt:

    danke, war tatsächlich der Artikel. Sorry fürs offtopic. Und nun weiter zum Dissen.

  9. Kai sagt:

    Man kann natürlich als Benutzer immer noch weiter den Fehler machen sich von einer proprietären Kommunikationsplattform abhängig zu machen. Was nun auch immer Faven, PMen und andere Formen der Kommunikation sein mögen… Identi.ca bzw. Laconica stellt eine einfach Möglichkeit zur Verfügung, solche Dienste zu verteilen. Bis weitere Features implementiert werden… herjeee, das ist doch nur eine Frage der Zeit. Und wer Direct Messages per SMS vermisst… Mobilfunkanbieter bieten hier doch immer öfters APIs an, um solche Dienste für den Einzelnen nutzbar zu machen. Bequemer — ohne Frage — ist Twitter. Bequemlichkeit hat aber bisher auch zu nichts Gutem geführt… oder? 😉

  10. derhans sagt:

    @Prospero: Twitter hat ne API über die sich der Export zumindest ohne weiteres realisieren lässt. Wie es bei identi.ca aussieht weiß ich grad nich… aber da es Open Source is :)

  11. ori sagt:

    > Was ich aber schon eigenständig gefunden habe — hört, hört — ist ein Fork des Firefox-Addons Twitterfox. Es nennt sich sinnigerweise Identifox. Download oben rechts, die Dateiendung in XPI umbenennen und normal als Addon in Firefox installieren.

    das funktioniert bei mir scheinbar nicht. wenn ich die zip datei umbenenne und installiere, kommt kein «installer» (der dialog kommt, aber es wird nix installiert), bei den beiden anderen vermeldet firefox wenigstens noch, das es keine validen packages sind. Firefox 3 Windows, sowie derselbe unter Linux. (ich hab sowas wohl schonmal gemacht)

    irgendeinen tipp? identi.ca lockt nämlich doch schon ziemlich 😉

  12. Chris sagt:

    Hm — welche FF-Version? Hier die aktuellste 3.0.1…

  13. Kai sagt:

    @derhans: Also eine Laconica API ist zumindest ernst geplant. Aktuelle Entwicklungen kenne ich aber nicht.

  14. ori sagt:

    hier auch die aktuellste, 3.0.1. Hm, seltsame sache das. Aber Identi.ca hat mein Interesse doch stark geweckt und ich werd mir das wohl mal weiter ansehen :)

    danke Chris.

  15. Chris sagt:

    Schau mal Mail… :)

  16. Chris sagt:

    Mal schauen, wer über das Stöckchen springt.

    Jahaaa… 😀

    Die ersten beiden Deppen sind gesprungen. Der Neorassist aus dem Ruhrpott und son Möchtegern-Belleristiker… 😀

  17. […] Don’t call it Schnitzel — we call them Dings. Oder so ähnlich. Über Identi.ca hatte ich hier ein paar Worte verloren. Nun gibt es bei Identi.ca keine(n) Tweet(s), dort nennt man sie Dent(s). Das erinnert dann doch […]

  18. […] is coming. Die F!xmbler haben da mehr drüber, und ich werd’s einfach mal […]

  19. maxguat sagt:

    ich glaube nicht, dass identi.ca ein twitter-killer ist, sondern dass für die einen ein Paralleluniversum entsteht, die anderen beide benutzen werden. Mir ist z.B. identi.ca so sympathisch, weil sich dort echte nerds rumtreiben, mit avataren, die belegen dass sie noch nie das tageslicht zu gesicht bekommen haben und grundsätzlich mit menschen nicht kommunizieren (können). Das ist frisch! Twitter ist zu bunt und zu hektisch. — Die anderen können ja beide Dienste benutzen; die Client-Hersteller richten sich schon drauf ein.

  20. […] maxguat: ich glaube nicht, dass identi.ca ein twitter-killer ist, sondern dass für die… […]

  21. Chris sagt:

    Mal schauen, wer über das Stöckchen springt. 😀

    Der nächste Affe ist gesprungen. Dieser mspro da aus München. 😀

  22. Oliver sagt:

    Lass ihn, er bemüht sich redlich wie seine Vorbilder zu wirken, ohne jedoch deren Klasse zu erreichen 😀

  23. […] 2008 Für die einen ist es Microblogging, für die anderen der längste Chat der Welt: Identi.ca. Robert ist nun auch dabei — und schaut sich ein wenig den vielleicht zu erwartenden Fight um die […]

  24. […] ob Microblogging etwas für mich ist. Dass ich letzten Endes bei identi.ca gelandet bin, daran ist Chris von F!XMBR schuld. Nunja, was gibt es nach 18 Tagen zu sagen? Zumindest teilweise kann ich mit Microblogging […]

  25. Bernd sagt:

    Habe Laconica auf meinem Server installiert, mal schauen was daraus wird! :-)


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