lesen! im Internet — Elke Heidenreich nun 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag abrufbar

lesen!Nachdem Elke Heidenreich zurecht1 vom ZDF gefeuert wurde, hat sie eine neue Heimat gefunden: Auf dem Literaturportal lit.COLONY. Anstelle von 6 Sendungen pro Jahr im ZDF, soll zukünftig eine Sendung pro Monat entstehen. Das Projekt lit.COLONY mutig zu nennen, wäre meiner Meinung nach schon fast eine Untertreibung. Die FAZ berichtet davon, dass für das Portal 500.000 Euro in den Hand genommen wurden, 8 Redakteure arbeiten für die litCOLOGNE GmbH. Weitere Promis an Board: Roger Willemsen, Charlotte Roche, Christine Westermann, Cordula Stratmann, Alexa Hennig von Lange, Kirsten Fuchs und Denis Scheck. Doch ich fürchte fast, das Projekt ist zum Scheitern verurteilt.

Es stellt sich für mich sofort die Frage nach der Refinanzierung. Die Promis wollen Geld vedienen, die GmbH selbst will Geld verdienen — Kultur im Internet soll dies alles möglich machen? Und wenn ich die Zeilen der FAZ richtig deute, so scheint kein richtiger Businessplan vorzuliegen — man lebt offensichtlich nach dem Prinzip Hoffnung. Ich habe so meine Zweifel. Zudem frage ich mich, mit welchem Videohoster man denn nun zukünftig zusammenarbeitet. Mit Sevenload oder mit Vimeo? Da sollte man sich für einen entscheiden. Ein weiterer entscheidender Punkt: Es fehlt ein RSS-Feed. In heutiger Zeit ein fast schon unverzeihlicher Fehler. Die erste Sendung von Heidenreich ist grandios und hat mit mir einen Stammzuschauer gefunden, Cordula Stratmann werde ich weiter verfolgen, bei Roger Willemsen konnte ich schon immer gut einschlafen. Mir gefällt die Idee und das Projekt lit.COLONY — nur wird es die Masse der Menschen nicht erreichen. Und wer 500.000 Euro in die Hand nimmt, muss Quote machen, sonst geht das Geld schneller aus, als Elke Heidenreich Marcel Reich-Ranicki sagen kann. lit.COLONY ist ehrgeizig und mutig — und zum Scheitern verurteilt. Ein paar bekannte Namen und Rezensionen werden nicht reichen. Ich hoffe, ich irre mich.

Nun aber viel Spaß mit Elke Heidenreich und ihren Neffen Campino.

  1. Wer nun fragt, wieso, der sollte morgen mal seinen eigenen Chef unflätig beleidigen und um Kündigung betteln… []

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4 Antworten zu “lesen! im Internet — Elke Heidenreich nun 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag abrufbar”

  1. Nülls sagt:

    Naja ich finde die Anlgiederung eines Buchshops an die Seite schon recht clever. Und noch ist ja nicht aller Tage Abend. Wollen wir hoffen, das was draus wird, denn diese Gesellschaft hat mehr niveauvolles verdient!

  2. Chris sagt:

    Das ist schon sehr clever, Bücher über ein Literaturportal zu verkaufen. Dann lass uns mal rechnen, wieviele Bücher verkauft werden müssen, um allein die Fixkosten zu decken… 😉

  3. Prospero sagt:

    Wer beim Amazon-Partner-Programm mitmacht wird wissen, dass die Erlöse daraus nicht unbedingt prickelnd sind. Libri mag ja eine nette Lösung sein, wenn demnächst aber noch eine Suchmaschine für den nächsten Buchladen um die Ecke — PLZ eingeben, voila — dazukommt und Elke Heidenreich auch ausdrücklich empfiehlt die Bücher beim Buchhändler um die Ecke zu kaufen — dann habe ich auch meine Zweifel ob das Portal so funktioniert wie es soll.
    Allerdings: Die Macher von der LitCologne stecken ja dahinter — ich weiß jetzt nicht wieviel Gewinn so ein Festival abwirft — vermutlich auch nicht viel — aber es könnte natürlich für so ein, zwei Jahre erstmal reichen…
    Ad Astra

  4. Felix sagt:

    Ich sehe voll und ganz, dass man Geld verdienen muss. Ich frage mich ob allen Besuchern aber die Trennung zu Libri bewusst ist. Ein Warenkorb sieht folgendermassen aus:

    http://tinyurl.com/6dcofy

    Links die Tipps der Redaktion (Harry Potter). Wer erkennt schon, dass das die Libri Redaktion ist.

    In Libri kann man natürlich alles suchen. Dieser Screenshot ist natürlich bewusst gewählt um das Problem zu zeigen:

    http://tinyurl.com/5gbjkw

    Ich hoffe nur, dass ein solch interessantes Projekt nicht zu sehr leidet unter dem Aspekt Geld verdienen zu müssen.

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