Leseempfehlungen zu den Olympischen Spielen

Bücher

Das Problem China mag ja derzeit im Fokus der Berichterstattung stehen — doch das Problem bei den Olympischen Spielen liegt ganz woanders. Der IOC ist eine zutiefst antidemokratische Organisation, das Regime in Peking ist nicht das erste dieser Art, mit dem Geschäfte gemacht wurden. Und genau das ist der Punkt. Die Olympischen Spiele sind ein Geschäft. Da geht es nicht um etwas Großes, gar um Ruhm und Ehre. Hier hatte ich schon über Jens Weinreich und Thomas Kistner ein paar Zeilen geschrieben. Die dortigen Bücher sind heute aktueller denn je. Da heißt es zugreifen.

Kistner/Weinreich — Muskelspiele. Ein Abgesang auf Olympia
Kistner/Weinreich — Der olympische Sumpf
Kistner/Weinreich — Netzwerk Olympia. Mit dem ‘Who is who des IOC’

Mein erstes Buch Mitte, Ende der Neunziger war das erstgenannte. Noch heute lese ich häufiger darin. Kistner und Weinreich beweisen, dass sie Deutschlands Top-Sportjournalisten sind. Jens Weinreich, ich erwähnte es bereits des öfteren, hat auch eine eigene Webseite. Dort berichtet er derzeit auch aus Peking. Die Artikel von Thomas Kistner sind auf der Webseite der SZ zu finden. Wer im Übrigen immer noch an den Sommernachtstraum glaubt, der sollte nachfolgendes Buch lesen:

Kistner/Weinreich — Das Milliardenspiel. Fußball, Geld und Medien.

International gehört Andrew Jennings zur Top-Elite unter den Sport-Journalisten:

Andrew Jennings — Das Olympia– Kartell. Die schäbige Wahrheit hinter den fünf Ringen.
Andrew Jennings — Geld, Macht und Doping. Das Ende der olympischen Idee

Und wie das bei einer Recherche so ist, da gibt es tatsächlich ein Buch, welches bisher an mir vorbeigegangen ist. Die meisten Autoren sind nicht wirklich unbekannt:

Kistner/Weinreich/Jennings/Leyendecker/Franke u. a. — Korruption im Sport: Mafiose Dribblings — Organisiertes Schweigen

Das werde ich mir als nächstes besorgen. Was ich eigentlich mit diesem Artikel sagen will: Es ist schon erstaunlich, dass es sowas wie China braucht, damit die Olympischen Spiele und das IOC auch mal kritisch beäugt werden. Das Gebilde ist mit all seinen widerwärtigen Auswüchsen seit Jahrzehnten bekannt. Sobald aber die Spiele eröffnet wurden, wird all das nur eine kleine Randnotiz sein. Die Medien verdienen mit den Schlagzeilen, das IOC verdient Milliarden mit der Vermarktung — wer soll die Machenschaften also kritisieren? Die Olympischen Spiele wie auch Fußball-EM und –WM sind nichts weiteres als die moderne Form der Idee Brot und Spiele. Wo früher im Colosseum von Rom die Gladiatoren gegen Löwen auf Leben und Tod kämpften, kämpfen heute Ballack & Co, sowie die Leichtathleten um Ehre und Ruhm. Die Leute schauen begeistert zu und haben so nicht die Zeit und Lust über andere Dinge nachzudenken. Warum das IOC die Spiele nach China vergeben hat? Ganz einfach: Gegenüber dem IOC ist China ein vorbildliches, freiheitliches und modernes Land im 21. Jahrhundert. 😉

, , , ,

Eine Antwort zu “Leseempfehlungen zu den Olympischen Spielen”

  1. from hades sagt:

    Bier kalt gestellt?…

    Brezeln aufgefüllt? Ja? Denn heute ist die Eröffnung der olympischen Spiele in China. Genau diese grandiosen Spiele, in diesem Land mit einem menschenverachtenden Regime. Wie bitte? Menschenverachtendes Regime? Genau! Aber hallo, hier gehts u…

RSS-Feed abonnieren