Leitochsen gesucht

Bundestagspräsident Norbert Lammert kämpft weiter dafür, Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz zu verankern. Die Chefs der Volksparteien sowie die Bevölkerung weiß er dabei hinter sich.

SPON

Ja so richtig neu ist das wohl nicht, nur werden die Kreise in denen derlei nonsense propagiert wird immer prominenter. Die sogn. deutsche Sprache, die da so prägt und leitet, entstammt der westgermanischen Sprachfamilie, wie z.B. das Englische auch. Prägend für die heutige Sprache, war der Austausch der Kulturen untereinander, nicht Leitochsen gaben den Ton vor, sondern die Menschen. Menschen nutzen Sprache wie sie ihnen gefiel bzw. wie sie ihnen von Nutzen war. So floß z.B. auch viel Vokabular des Jiddischen ein, das sich z.B. in Begriffen wie Meschugge, Ganove und ähnlichem äußert. Arabische, hebräische, lateinische und griechische Lehnwörter sind ebenso in rauhen Massen zu finden. Wenn da also wer ein Verunreinigung der deutschen Sprache befürchtet, dann hat dieser Sprache bzw. Kultur allgemein nicht einmal im Ansatz verstanden. Ein Stempel von oben herab aufdrücken zu wollen, genau das ist exakt der Niedergang einer jeden Kultur …

16 Antworten zu “Leitochsen gesucht”

  1. Chris sagt:

    Ja, so sind sie, unsere Chrisdemokraten, gleichzeitig auf kleinen Parteitagen das Deutschlandlied mit allen Strophen singen, und Menschen, die ein durchgestrichenes Hakenkreuz am Revers tragen, vor Gericht zerren.

    Noch fragen? 😉

  2. Oli sagt:

    Ja, so sind sie, unsere Chrisdemokraten

    Also du meintest jetzt wohl die Christdemokraten, ne? 😀

    Aber über die Partei der Chrisdemokraten, können wir uns mal unterhalten 😀 😀

  3. Chris sagt:

    Oha… 😮

    Wenn da mal nicht Freud seine Finger im Spiel hatte. 😀

  4. pascal sagt:

    Was soll denn das?!
    Würde es was ändern, wenn deutsch jetzt «Staatssprache» sein würde? Wird dann (wie die Niederländer es geplant hatten) alles andere verboten?

  5. Chris sagt:

    Das Problem ist ganz einfach: Jahrzehntelang gab es in unserem Land keine Integration. Ausländer wurden, wenn überhaupt geduldet, nicht mehr und nicht weniger. In den Grundschulen ist es dadurch mittlerweile ein riesengroßes Problem, dass viele ausländische Schüler nicht ausreichend deutsch sprechen — das ist mal ganz einfach so.

    Die deutsche Politik reagiert wie die letzen Jahrzehnte: Völlig hilf– und planlos, man spricht davon, multi-kulti ist gescheitert und kommt nun mit einer lächerlichen Gesetzeskeule.

    Die ganze Problematik kann man natürlich nicht in zwei Absätzen zusammenfassen, wie ich hier gerade, aber, es ist ein Anfang, es sind ein paar Hinweise.

  6. kobalt sagt:

    angesichts der sprachverhunzung in den medien wäre es gar nicht mal so schlecht, wenn hinsichtlich des satzbaus, der grammatik und der betonung von wörtern mehr wert auf ordentliches deutsch gelegt werden würde.
    auch um die bedeutung von wörtern sollte man wissen. beispielsweise wird das aktuell sehr beliebte wort «nachhaltig» in verschiedenen bedeutungen benutzt.

    andernfalls könnte es passieren, daß wir alle so enden wie die leute, die sich ins gästebuch von stophiphop.com eintragen.

  7. Oli sagt:

    Deutsch ist Staatssprache und was Volk nebenher macht, ist Volkes Sache — so einfach ist das. Dafür brauchts keine verblendeten Regularien, um Stimmung gegen andere zu machen.
    Man kann auch zeigen das man Deutsch ist und denkt, indem man tatsächlich Kultur fördert und nicht wie bei uns diese tritt und zeitgleich Stammtischgefasel als neue doitsche Tugend heraufbeschwört.

  8. Oli sagt:

    @kobalt

    angesichts der sprachverhunzung in den medien wäre es gar nicht mal so schlecht, wenn hinsichtlich des satzbaus,

    Das hat etwas mit dem zeitlichen Kontext zu tun, die saubere Sprache existiert überhaupt nicht. Zu jeder Zeit nahm die deutsche Sprache massiv Lehnwörter auf und wurde damit verhunzt. Zu jeder Zeit gefiel diese vielen Leuten nicht, sprich was heute usus, war damals verpönt. Was heute verpönt, wird in 100 Jahren usus sein und der Streit darum belächelt werden.
    Kultur ist dynamisch und wenn dabei etwas unter geht, so liegt das nicht an dem Mangel aufgezwungener Träume einiger Leitochsen, sondern schlicht und ergreifend daran, das sich die kulturelle Umstand in der Praxis nicht bewährt hat.
    Warum z.B. ist Latein, auch wenn diese Sprache hochinteressant ist, heutzutage eine sogn. tote Sprache? Sie konnte eben den Anforderungen eines geänderten zeitlichen Kontexts nicht standhalten und verschwand somit. Volk sprach lieber frei Schnauze und so entstand dieses Gemenge, das wir heutzutage zum Leitbild amstempeln möchten. OMG 😉

  9. Falk sagt:

    hinsichtlich des satzbaus, der grammatik und der betonung von wörtern mehr wert auf ordentliches deutsch

    Mag im Grundsatz auch richtig sein, ein paar Regeln machen da ja auch Sinn und sind festgehalten. Aber das Problem ist doch nicht die Sprache, sondern eine verfehlte Integrations– und Schulpolitik. Wo keine Lehrer vorhanden sind, kann man auch niemandem etwas beibringen. Wo Menschen ob ihrer Herkunft diskriminiert werden, kann man diesen schlecht das Gefühl der Heimat (und damit der Sprache) nahebringen.

  10. kobalt sagt:

    @ Oli, @ Falk:

    ich meine gar nicht mal lehnswörter und anglizismen, sondern sätze wie
    «Er wird 1940 als Sohn von XY geboren.» oder «Bei diesem Unfall sterben 20 Menschen».
    es muß «er wurde 1940..» und «…starben 20 Menschen» heißen.

    die Deutsche Bank hat mal mit «Das Wetter präsentiert Ihnen die Deutsche Bank.» geworben (vor dem wetterbericht in der Tagesschau.)
    die aussage des satzes ist schlichtweg falsch gewesen, denn nicht das Wetter präsentiert irgendwas, sondern die Deutsche Bank präsentiert. und zwar das Wetter. inzwischen haben sie es geändert.
    es gibt einen englischsprachigen film dessen titel als «Die letzten beißen die Hunde» ins deutsche übersetzt wurde. *gemeint* war aber, daß die letzten von den hunden gebissen werden und nicht, das die hunde von den letzten gebissen werden.

    andere beispiele sind «Gerne rufen wir Sie an». das ist grauenhaft. dieser satzbau tut weh. es muß «Wr rufen Sie gern an.» heißen.
    oder aussagen wie «…wurden 30 Menschen evakuiert.» sowas ist blödsinn. da wurde vielleicht das gebäude evakuiert, aber nicht die menschen. würde man menschen evakuieren, würde sie das umbringen.

    mir geht es nicht um integrationspolitik, sondern um das vorbild, das die deutschen selbst abgeben. wie soll ein fremdsprachler ein gutes deutsch lernen, wenn die deutschen ihm ein schlechtes vorbild sind? bevor die deutschen sich gedanken darüber machen, ob und wie man «den ausländer» integriert und ihn die deutsche sprache lehrt, sollen sie selbst erstmal ordentliches deutsch zu sprechen lernen. von den unsäglichen rechtschreibreformen ganz zu schweigen, seit denen menschen «eis laufen» und «kennen lernen», was überhaupt keinen sinn ergibt, wenn man mal drüber nachdenkt.

  11. Oli sagt:

    ?Er wird 1940 als Sohn von XY geboren.? oder ?Bei diesem Unfall sterben 20 Menschen?.
    es muß ?er wurde 1940..? und ??starben 20 Menschen? heißen.

    Muß es das oder möchtest du das? Ist es Gesetz, weil von irgendjemand dazu erkoren oder ist es gewachsene Sprache? Letzteres wohl kaum …

    mir geht es nicht um integrationspolitik, sondern um das vorbild, das die deutschen selbst abgeben. wie soll ein fremdsprachler ein gutes deutsch lernen, wenn die deutschen ihm ein schlechtes vorbild sind?

    Gutes Deutsch? Nun ich denke, möchte man sich eloquent ausdrücken, so bedarf es mehr als irgendwelcher antiquierter Regeln, oder?

    Ein Vorbild? Muß man das? Bei mir schwingt bei Integration Freiwilligkeit mit und was hier nicht klappt, klappt auch so nicht in anderen Ländern. Da gibts deutsche Gemeinden in den USA, Chinatown in NewYork oder das bekannte und vor allem kulturell hochwerte japanische Viertel in Düsseldorf. Dort ist man stolz drauf, in Bayern würde man diese expressis verbis nach Japan überstellen.
    Ich würde diese Dinge missen, wenn der gleichmachende Preuße da mit der Knute durchfegen würde. Eckdaten in der Sprache sind schön und wichtig, aber wie sooft hat der Deutsche da schon überreguliert und macht sich zum Gespött in anderen Ländern.
    Das Land der Dichter und Denker, lang ists her, wurden wir hier nicht, indem wir mit derlei Oberflächlichkeiten um uns schmissen.

  12. kobalt sagt:

    «Muß es das oder möchtest du das?»

    es muß, weil es ein ereignis aus der vergangenheit ist.

    «Nun ich denke, möchte man sich eloquent ausdrücken, so bedarf es mehr als irgendwelcher antiquierter Regeln, oder?»

    eine klare, möglichst eindeutige sprache vereinfacht die kommunination.

  13. Oli sagt:

    eine klare, möglichst eindeutige sprache vereinfacht die kommunination.

    Die fehlende eindeutige Sprache tat zu Zeiten unserer Altvorderen der Kommunikation keinen Abbruch. Kultur und Fortschritt florierten, mehr als heutzutage. Die Blüte war damals, heute ist das Korinthenkacken angesagt — sorry aber ich sehe da keine Vorteil in einer künstlich geschaffenen Sprache, Sprache ist lebendig. Wir sollten sie nicht durch Engstirnigkeit abtöten …

  14. kobalt sagt:

    «Wir sollten sie nicht durch Engstirnigkeit abtöten ?»

    sind wir uns denn darin einig, daß durch die art und weise des benutzens der verwendeten sprache, die zu transportierende information nicht verfälscht werden soll?

  15. Oli sagt:

    Sagen wir es mal so, guter Inhalt und eine grobe saubere Form sind für mich das A und O. Stilistische Feinheiten überlasse ich jedem, ebenso wie dir die konsequente Kleinschreibung hier 😉

  16. kobalt sagt:

    Harmonie ist doch was Schönes. 😉

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