Leitkultur

Wie schon zuvor erwähnt, bringt man die unsägliche Leitkultur in kleinen Schritten unters Volk. Friedrich Merz brachte diesen Begriff damals in den deutschen Alltag ein, als er sein kleines Einwanderungsbrevier veröffentlichte, Regeln welche einen guten Deutschen ausmachen und warum Multikulti nichts taugt. Ich halte diesem nationalen Bullshit nur eine kurze Aussage meinerseits zu einem ähnlich gelagerten Thema entgegen, Kultur ist keine Einbahnstraße und multi die Grundlage jedweder kulturellen Entwicklung.

Aber wie dem auch sei, just erfolgte der nächste Schritt, der Kopftuchverbot in Hessen. Manch ein Atheist, zu welchen ich mich ebenso zähle, wird da wohl kein Problem darin sehen, was sollen auch religiöse Symbole (die ich hier völlig wertfrei betrachte) in einem öffentlichen Amt? Die Begründung allerdings, Beamte dürfen im Dienst keine Kleidungsstücke tragen, die den politischen Frieden gefährden können., machte meinen Tag. Denn ein Kreuz gereicht ebenso zu diesem Umstand, ist es bei genauerer Betrachtung gleichermaßen ein Symbol für Unterdrückung jedweder Natur. Aber mir ist das völlig gleich, *einjeder* sollte mit seiner gewählten Symbolik leben können und wenn diese in öffentlichen Ämtern nicht stattsam ist, dann sollte auch jegliche Symbolik vermieden werden. Denn dies hier ist wieder ein Schritt mehr hin zur unsäglichen Leitkultur, die schon soviel Elend über Deutschland brachte. Echte Kultur braucht keinen Schutz, sie definiert sich mittels Qualität und wenn diese fehlt verschwindet sie eben bzw. verblaßt.

3 Antworten zu “Leitkultur”

  1. Jochen Hoff sagt:

    Warum schreibst du eigentlich Leidkultur immer mit t? Das ist falsch. Die Kultur soll nicht leiten, sie ist doch keine Stromleitung, sondern du sollst an ihr leiden.

    Ich finde als Leidkultur erfüllt sie ihren Zwecke vollständig. Ich leide ständig an ihr.

  2. Grainger sagt:

    Ich hätte kein Problem damit, wenn man in allen öffentlichen Gebäuden alle religiösen Symbole verbieten würde. Und zwar ausnahmslos, ich mache da keinen Unterschied zwischen dem Kreuz, dem Halbmond, dem Davidsstern oder religiös motivierten Bekleidungen (die ja ebenso Symbolcharakter haben) oder was es da sonst noch so an Symbolik geben mag.

    Tatsächlich könnte ich mich (wenn ich denn etwas sensibler wäre 😀 ) in meiner atheistischen Weltanschauung durch religiöse Symbole belästigt fühlen (nebenbei bemerkt ist mir ein Symbol für den Atheismus nicht bekannt). Meine persönliche Privatsphäre habe ich quasi zur religionsfreien Zone erklärt.

    Übrigens herrscht in der Türkei Kopftuchverbot in allen öffentlichen Gebäuden, türkische Studentinnen dürfen z.B. in der Universität bzw. in den Hörsälen kein Kopftuch tragen.

  3. Oliver sagt:

    Tja aber andererseits leben wir nun einmal nicht in der Türkei und geben uns weltoffener, demokratischer, freiheitlicher … =)

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