Leistungsschutzrecht — Neue Nutzungsbedingungen auf F!XMBR

area_51
Foto: F!XMBR

1. Das Zitieren der Autoren und deren Artikel auf F!XMBR ist ohne vorherige Zustimmung zukünftig nicht mehr gestattet.
Wer sich zukünftig zwecks Zitaten widerrechtlich an unseren Texten bereichern will, muss damit rechnen, rechtlich verfolgt zu werden. Jeder Autor, der uns zitiert, muss sich ab sofort – selbstverständlich vor dem Zitieren — eine Genehmigung einholen. Diese wird schriftlich erteilt, im Regelfall folgt innerhalb von 24 Stunden das Antwortfax. Gegen einen entsprechenden Obolus pro Zitat ist es anderen Publikationen und Bloggern gestattet, F!XMBR zu zitieren. Das gilt ebenfalls für die Übernahme unserer Überschriften. An einem so genannten Flatrate-Modell wird derzeit gearbeitet.

2. Verlinkungen auf F!XMBR sind zukünftig ebenso nur nach vorheriger Absprache mit den Autoren erlaubt.
Verlinkungen auf F!XMBR dürfen ab sofort nicht mehr gesetzt werden. Erst wenn eine schriftliche Genehmigung erteilt wird, gilt eine Verlinkung als gestattet. Eine Verlinkung auf F!XMBR kann entsprechend Punkt 1 gegen einen kleinen Obolus erkauft werden. Auch in diesem Fall wird an einer Flatrate gearbeitet. Ob sich Punkt 1 & Punkt 2 durch ein Paid-Content-Modell miteinander verbinden lassen, ist derzeit noch nicht entschieden.

Die Gründe:

Zahlreiche Publikationen verwenden Inhalte unserer Autoren ohne dafür zu bezahlen. Das gefährdet unsere Zukunft und F!XMBR als Qualitätspublikation allgemein. Das geistige Eigentum im Internet muss besser geschützt werden. Freiheit bedeutet nicht eine kommunistische Kostenloskultur. Diesem Denken muss ein Riegel vorgeschoben werden.

F!XMBR begrüßt die Entscheidung der neuen Bundesregierung, das Leistungsschutzrecht in Koalitionsvertrag aufgenommen zu haben und fordert Union und FDP auf, dies nun zügig umzusetzen. Das Urheberrecht muss weiterentwickelt werden um Autoren besser zu schützen. Das über Jahrzehnte etablierte Urheberrecht muss endlich an die Zeiten des Internets angepasst werden.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.

Die Bundesregierung unseres Landes ist aufgefordert, auch international darauf hinzuarbeiten, dass die Werke von uns Urhebern besser geschützt werden. Missbräuchliche Nutzung wie Zitate und Verlinkungen müssen global verboten werden. Dazu ist es unumgänglich, dass auch der Anonymität im Internet ein Riegel vorgeschoben wird. Vermummungen auf Demonstrationen sind beispielsweise auch schon seit langer Zeit, und das aus guten Grund, verboten. Was in der realen Welt gilt, muss auch im Internet gelten.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Vorratsdatenspeicherung in Zukunft auch zur Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen eingesetzt wird. Dazu ist es notwendig, dass Urheber ohne richterlichen Beschluss Zugriff auf die Vorratsdaten erhalten. Dies ist für eine zeitnahe Verfolgung der Urheberrechtsverletzungen unumgänglich. Wir sind uns sicher, dass dieser Auskunftsanspruch von den Medien selbstverständlich nicht ausgenutzt wird. Die Medien und der Journalismus tragen eine besondere Verantwortung in unserer Demokratie, dieser Verantwortung muss auch im digitalen Zeitalter Rechnung getragen werden.

Langfristiges Ziel der Politik und der Urheber muss die Etablierung einer Online-GEMA sein. Jeder PC-Inhaber muss in Zukunft dazu verpflichtet werden, eine Abgabe zu leisten, die an die Urheber mit einem noch auszuhandelnden Schlüssel ausgeschüttet wird. Unabhängige Berichterstattung ist sonst nicht mehr realisierbar. Unsere Gesellschaft wird ohne Wissen und Informationen ins Mittelalter zurückkatapultiert. Das darf und wird nicht geschehen. Informationen sind nicht kostenlos. Ohne angemessene Vergütung werden Autoren und Urheber in Deutschland aussterben. Eine aufgeklärte Gesellschaft ist nur durch unabhängigen Journalismus möglich. Dies gilt es — insbesondere heute – im digitalen Zeitalter zu sichern. F!XMBR wird sich ohne Wenn und Aber für diese Ziele einsetzen.

Hamburg im November 2009

So, und jetzt mal in aller Ernsthaftigkeit: Was würde passieren, wenn genau dieser Text irgendwann ohne Sarkasmus und Ironie auf F!XMBR oder anderen Publikationen erscheinen würde? F!XMBR und zahlreiche andere, kleinere Blogs und Magazine würden den Sekundentod sterben – wir hätten nicht einmal die Ressourcen um die knapp 7.000 Artikel rückwirkend zu bereinigen. Bei einer neuen Gesetzgebung müssen alle Inhalte, die öffentlich zugängig sind, selbstverständlich den neuen Gesetzen angepasst werden. Und wenn Ihr Euch fragt, warum ich so schwarz sehe, dann lest bitte folgende Artikel:

Hamburger Erklärung (PDF, 7,2 KB)
Vom Leistungsschutzrecht zur Abmahnwelle
Vom Leistungsschutz zum Link-Verbrechen
Die geplante Vernichtung der Blogger

Und wer meint, die Kollegen und meine Wenigkeit würden hier schwarz sehen, der möge doch bitte nachfolgende Artikel von Jakob Augstein ebenso lesen. Augstein, Herausgeber des neuen Freitag, ist einer der Medienmacher, die die Paid-Content-Diskussionen mit wachsener Begeisterung verfolgen. Seine Anbiederung an Springer-Chef Mathias Döpfner ist fast mit Händen zu greifen. Ihm zugute halten muss man allerdings, dass er sich der Diskussion stellt. Diese Diskussionen zeigen aber, wie schwarz man die mediale Zukunft wirklich sehen muss. Sie offenbaren die krude Denkweise alter Dinosaurier — ohne jetzt despektierlich klingen zu wollen, Augstein ist gerade mal 6 Jahre älter als der Autor dieser Zeilen. Sie geben Einblick in die fragwürdigen Visionen deutscher Verleger.

Zukunft / Freitag / Bezahltes Internet
Zukunft / Freitag / Bezahltes Internet 2. Teil
Zukunft / Freitag / Bezahltes Internet 3. Teil
Döpfner vs Huffington oder ein Streit, der keiner ist

Selbstverständlich ist es keine Schande, wenn man auf die Probleme, die aus der Sicht der Verleger das Internet mitgebracht hat, keine Antwort hat. Hätten wir sie, wäre F!XMBR schon längst ein Medienimperium. Doch muss man auch darauf hinweisen, dass Springer, FAZ, SPIEGEL & Co. Jahre lang die Zeichen der Zeit verschlafen haben – sie hatten Zeit, finanzielle Möglichkeiten und haben trotzdem zugesehen, wie der Meteorit auf sie alte Dinosaurier zugerast kam. Was hätte man in den letzten Jahrzehnten mit ein wenig finanziellen Background alles ausprobieren können? Mit Sicherheit hätte man einen Weg finden können, der Verlage und den Journalismus in eine entspannte Zukunft führen könnte.

Augstein beweist, wie schlimm es um den deutschen Journalismus wirklich bestellt ist: Man sieht keine andere Möglichkeit mehr, als den Menschen den freien Zugang zu den Informationen, zum Wissen zu versperren – in der Hoffnung, Opa Heinz und Oma Käthe würden dann für Online-Inhalte bezahlen. Das ist natürlich kompletter Unsinn. Wenn die Internetnutzer beim Freitag vor verschlossener Tür stehen, ziehen sie zur nächsten Publikation weiter. Selbst wenn alle Big Player ihre Türen zukünftig verschließen, wird irgendwo ein Angebot online stehen, auf dem die gewünschten Informationen zu finden sind.

Das ist das Internet. Dafür muss man das Internet lieben. Das Internet ist groß. Das Internet ist unendlich. Das Internet ist eine der wichtigsten Erfindungen und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Das Internet lässt sich nicht von ein paar Herren in Nadelstreifen kontrollieren. Das Internet ist größer als alle Verleger dieser Welt zusammen.

Die Währung im Internet sind Verlinkungen. Es ist die Aufmerksamkeit, die Besucher und Leser nach sich zieht. Für Zeitungen und Zeitschriften ist es unabdingbar, allgegenwärtig zu sein. Warum zum Beispiel hat ein kleine private Publikation wie F!XMBR eine Fanseite auf Facebook, der Freitag aber nicht? Und dieser rühmt sich mit seiner Community. Warum twittert Augstein nicht selbst? Es ist bekannt, dass ich Twitter sehr kritisch sehe – aber der Impact ist nicht zu unterschätzen. Die Besucherzahlen auf F!XMBR waren in den letzten Monaten am höchsten, als unsere Artikel über die Piratenpartei durch das so genannte Social Web getragen wurden. Da sind selbst Verlinkungen beim SPIEGEL, Heise oder eines der deutschen Top-Blogs nur ein Tropen auf den heißen Stein. In heutiger Zeit muss der Leser dort abgeholt werden, wo er seine Online-Heimat gefunden hat. Nicht der Leser holt seine Zeitung am Kiosk ab, Verlage, Zeitungen und Zeitschriften holen den Leser zukünftig ab. Hier liegt ein stückweit die Zukunft des Journalismus.

Werden die Big Player ihre Forderungen weitestgehend durchsetzen, werden wie oben schon geschrieben, viele unabhängige Publikationen den Sekundentod sterben. Doch spätestens seit Flatliners wissen wir, dass dies nicht das Ende sein muss. Viele Angebote werden zurückkehren – unter dem Schutz der Anonymität. Dieses Szenario muss man sich einmal vorstellen: Da werden durch die Unfähigkeit und auch den Größenwahn deutscher Verleger (ohne in diesem Punkt jetzt Jakob Augstein zu meinen, bei allen Differenzen sind Ansätze des Verstehens zu beobachten) unabhängige Publikationen ins Ausland getrieben, in die Anonymität, um sich selbst und das eigene Leben zu schützen. Und vermutlich wird dann der eine oder andere Server in China stehen. Hatte ich nicht einmal irgendwo gelesen, dass wir eine aufgeklärte und fortschrittliche Demokratie sind?

Wollen wir wirklich tatenlos dabei zusehen, wie wenige unsere Gesellschaft zurück ins Mittelalter tragen? Ich denke nicht.

Ich vermute allerdings, dass all die Warnungen und Hinweise, und seien sie noch so seriös und sachlich vorgetragen, und damit sind nun nicht seichte und nichtssagende Internet-Manifeste gemeint, nicht helfen werden. Die mediale Aufklärung scheint an Verlegern und Politikern vorbeigegangen zu sein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gestern für ein Leistungsschutzrecht ausgesprochen, dieses könne gegen die im Internet überhand nehmende Gratismentalität helfen. Es geht in der Diskussion offensichtlich nicht um unsere Gesellschaft, die Aufklärung, den unabhängigen Journalismus oder gar unsere Demokratie – es gilt, die Einnahmen der Verlage zu sichern. Das ist der erschreckende Punkt an den Diskussionen – es geht ums liebe Geld, nicht ums freie Wissen, nicht um den Zugang zu Informationen. Mathias Döpfner hat vor wenigen Tagen gesagt, freier Zugang zu Informationen sei kommunistisch. Ich halte das — diplomatisch gesagt — für hanebüchenen Unsinn. Der freie Zugang zu Informationen und Wissen ist essentiell für unsere Gesellschaft und unverzichtbar für eine fortschrittliche Aufklärung im 21. Jahrhundert.

Am freien Zugang zu Wissen und Information entscheidet sich das Wohl und Weh sowie die Zukunft unserer Gesellschaft und unserer Demokratie — nicht mehr und nicht weniger. Hoffen wir, dass die Mächtigen den richtigen Weg einschlagen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

, , , , , , , , , ,

30 Antworten zu “Leistungsschutzrecht — Neue Nutzungsbedingungen auf F!XMBR”

  1. Christopher sagt:

    also für einen moment war ich schokiert und erbost und hatte euch in gedanken eigentlich schon aus meinem feed-reader geworfen…was für ein anfang! doch dann…klärte sich ja alles auf..und ich werd euch weiter bei mir verlinken. danke für den guten artikel — und ich verzeih euch den kurzen schreck…
    weiter so!

  2. Sehr treffend auf den Punkt gebracht.

  3. Markus sagt:

    Man man auch ich wollte schon den Feed kündigen und die Zornesröte stieg mir ins Gesicht. :-) Zum Rest denke ich schon ein wenig das zuarg schwarz gemalt wird.

  4. Thomas sagt:

    Wunderbarer Text. Ein sehr gutes Beispiel und berechtigte Kritik. Ich werde diesen Artikel verlinken!

  5. Daniel sagt:

    Hallo,
    wer erklärt mir bitte ganz sachlich, warum man mit viel Aufwand kostenlos Leistungen anbietet, die einen Erwerb des Produktes/der Leistung entgegenstehen könnten?
    (und das als Unternehmen= Gewinnmaximierer per Definition — private Steckenpferde in Form von Blogs etc sind nicht gemeint).

    viele Grüsse

  6. Thomas sagt:

    Ist doch recht einfach: Keiner würde bezahlen. Die Informationen würde man auch ohne diese Firmen finden. Es sei denn, man regelt das ganze durch Verbote, was ich aber Verbraucherfeindlich und grundsätzlich Falsch finde.

  7. daniel sagt:

    @Thomas
    Danke für deine Antwort.
    Wenn ein erheblicher Teil möglicher Konsumenten nicht bereit ist für so eine Leistung zu zahlen, fehlt zur Selbstregulierung nun eigentlich nur noch das konsequente Desinteresse der Nachfrage (von uns) an solchen Leistungen.

    😉

  8. Thomas sagt:

    @Daniel: Dann hast du meinen 2. Satz nicht gelesen: «Es sei denn, man regelt das ganze durch Verbote…»

    Selbstregulierung finde ich super. Doch dann darf dort kein Gesetz entstehen. Soll bild.de mal jetzt sofort Geld verlangen zum angucken. Das wird nicht funktionieren :-) Mit einem Gesetz sieht es anders aus und dann kann man wieder damit verdienen.

  9. Frau Klein sagt:

    Haha… klasse Artikel! Werde ich zitieren und verlinken! Aus reiner Neugier am Gedankenspiel: meine Empfehlungen in Google Reader werden in einen Lifestream aggregiert… da waere doch schon der erste Link, oder? *Seufz* Eines Tages wird es soweit kommen, dass ich zu aengstlich sein werde, auf einen Link zu klicken, um der Gefahr vorzubeugen den Schaeuble und ein paar Anwaelte der Wirtschaft kennenzulernen.

    Wenn dass das Internet der Zukunft ist, dann geh ich doch wieder zurueck zu den ‘wooden news’ und kauf mir eine Zeitung.

  10. Chat Atkins sagt:

    Kann ich diese Genehmigung auch per Post bekommen? So’n neumodischen Kram wie’n Fax habe ich nämlich noch nicht …

  11. Anonymous sagt:

    Ja…bei den Politikern geht es immer nur ums Geld. Es gibt nicht umsonst Milliardenschwere Lobbyisten und Lobbys, die sich mit «du weisst schon wem» doch immer ganz gütlich tun. Das ist seit jeher schon der Grundsatz wie diese Welt funktioniert. Wer Geld hat bekommt mehr und vor allem auch mehr Macht und wer keines hat, der sollte auch tunlichst keines bekommen und sich nicht in die «machenschaften der Mächtigen» einmischen.
    Meiner Meinung nach gehören die da oben alle irgendwo weit weit weggetragen…

  12. Sven E. sagt:

    Es gehört zu den elementaren Bedürfnissen des Menschen, sich aus möglichst vielen Quellen zu unterrichten, das eigene Wissen zu erweitern und sich so als Persönlichkeit zu entfalten. […] Das Grundrecht der Informationsfreiheit ist wie das Grundrecht der freien Meinungsäußerung eine der wichtigsten Voraussetzungen der freiheitlichen Demokratie […]. Erst mit seiner Hilfe wird der Bürger in den Stand gesetzt, sich selbst die notwendigen Voraussetzungen zur Ausübung seiner persönlichen und politischen Aufgaben zu verschaffen, um im demokratischen Sinne verantwortlich handeln zu können. Mit zunehmender Informiertheit erkennt der Bürger Wechselwirkungen in der Politik und ihre Bedeutung für seine Existenz und kann daraus Folgerungen ziehen; seine Freiheit zur Mitverantwortung und zur Kritik wächst. Nicht zuletzt können die Informationen den Einzelnen befähigen, die Meinungen anderer kennenzulernen, sie gegeneinander abzuwägen, damit Vorurteile zu beseitigen und Verständnis für Andersdenkende zu wecken.

    Leipziger Volkszeitung Entscheidung

    Das Bundesverfassungsgericht setzte sich hier bereits 1969 ausführlich mit der Rezipientenfreiheit auseinander. Diese sieht vor, dass der Bürger sich ungehindert aus allgemein zugänglichen Quellen informieren kann. Wenn es tatsächlich ein Leistungsschutzgesetz geben sollte, brechen allgemein zugängliche Quellen zusammen, denn allgemein zugängliche Quellen dürfen nicht ausschließlich Quellen für die man bezahlen muss. Wenn kostenfreie Informationen in Gefahr laufen gegen ein Leistungsschutzrecht zu verstoßen und eingestellt werden, wird es keinen ungehinderten Zugriff zu Informationen mehr geben. Womöglich wird letztendlich sogar aufgezeichnet, ob man diese Seiten aufruft, die gegen das Leistungsschutzgesetz verstoßen, der Staat überwacht, welche Informationen man konsumiert.

    Ich sehe es ähnlich schwarz wie Chris.

  13. redwolf2222 sagt:

    Sehr guter Artikel, allerdings kommt zum Schluss zu kurz, dass es sich auch um Machterhalt regierungsnaher Publizisten handeln könnte. Das du durch Negativkritik an der PPD deine Verlinkungszahlen erhöht hast, könnte man dir auch negativ auslegen, auch wenn es wohl dem Gesetz des Socialwebs entspricht.

  14. ich, wer sonst sagt:

    Hat Burda, Holtzbrinck oder wer, diesen Blog übernommen?!
    😉

  15. Thaniell sagt:

    @redwold2222: Yeah right, und jeder der was kritisches zu Schäuble schreibt ist auch nur auf die Links aus, gelle?

  16. Chris sagt:

    @Chat Atkins: Sind Brieftauben auch okay? 😀

  17. Robert B. sagt:

    @Chris: Alles kein Problem, TCP/IP per Brieftauben ist standardisiert und ausprobiert.

    Aber was ich eigentlich schreiben wollte, als jemand, der gerade an seiner Diplomarbeit schreibt: Man muss diese Gedankenspiele mal weiterdenken, vor allem die Konsequenzen. Ein Leistungsschutzrecht wie oben beschrieben hieße doch für mich, dass ich in meiner Arbeit andere Arbeiten nicht mehr zitieren dürfte und die Autoren wissenschaftlicher Veröffentlichungen um Erlaubnis fragen müsste, wenn ich auf sie verweise. Und das ganze Spiel müsste ich nicht nur für die standardmäßigen 50 bis 150 Quellen einer Diplomarbeit machen, sondern für jedes zwei-seitige Paper, das ich bei einer Fachzeitschrift einreiche. Wissenschaft und Fortschritt sehen für mich anders aus. Das heißt doch im Grunde, dass es „geheimes Wissen“ gibt, das man (jeder) kennt, aber nicht öffentlich ansprechen darf (nichts raubkopieren, nur die Quelle nennen). Es scheint mir wirklich so, dass die Richtung unserer Gesellschaft „zurück ins Mittelalter“ heißen soll.

    Und warum das ganze? Zeichen der Zeit nicht erkannt, Werbemarkt im Internet verkannt und verloren, wie bei der M.A.F.I.A. der Meinung, dass wirtschaftliche Zyklen nicht für einen selbst gelten, bei der Qualität Sparen, Leser Verlieren, weiter bei der Qualität Sparen … Meine Damen und Herren, wie oft ist in den letzten Jahren propagiert und auch empirisch belegt worden, dass die Leser bereit sind, für Qualität zu bezahlen – und wie viel (oder eher wenig) Qualität ist tatsächlich in euren Publikationen angekommen? Bevor das nächste Mal gejammert oder Grundrechte eingeschränkt werden, probiert es doch einmal mit Qualität™ und fragt eure Leser, wofür sie bereit, was zu bezahlen.

    Ich habe es satt, mir von mehr oder weniger wirtschaftlichen „Versagern“ (Leserzahl, Auflage, …) und Politikern, die das Internet für böse halten, meine Grundrechte nachhaltig und überall (on– und offline) wegnehmen zu lassen!

  18. Andy sagt:

    Danke für den Artikel !
    Hier wird sich zeigen, ob die FDP wirklich nur noch eine Marktpartei ist.

  19. Paul sagt:

    Das man auch euch nicht mehr verlinken darf. (ganz normale Links, keine Backlinks, zB als Quelle) finde ich seltsam.

    Nunja, mir ist es recht. Ich hab euch noch nie zitiert oder kopiert. Ich lese gerne eure Artikel und habe selbstverständlich den Feed abonniert.

    Macht einfach weiter so.

  20. Chris sagt:

    @Paul:

    Entweder hast Du den Artikel nicht zu Ende gelesen oder ich war in Deinem Kommentar erfolglos auf Suche nach Ironie…

  21. Franse sagt:

    Diesmal war’s klar, dass der Anfang nur Ironie ist. Ich seh da weniger schwarz für die Blogs als für die Bezahl-Medien. Premiere/Sky usw. können sich hier nicht durchsetzen. Und das nichtmal auf dem engen Fernsehmarkt. Das Internet ist so groß, dass die Mainstream-Medien dann massiv an Reichweite verlieren, weil sich die Leute eben dann freier Quellen bedienen. Das Internet hört ja nicht an der deutschen Grenze auf (auch wenn manche das gern hätten). Dann lese ich halt bei der BBC oder bei Ria Novosti oder sonstwo die Ticker, wenn selbst die dpa sich komplett abschotten sollte. Artikel, die die Informationen aufbereiten, finden sich auch heute schon in hoher Qualität in Blogs (die auch ohne Mainstream zurechtkommen würden).

    Ich sag schonmal «Tschüss» und feile an der Todesanzeige. Viele Tränen werde ich aber nicht vergießen.

  22. Carlos sagt:

    Mal wieder ein echtes Highlight, das man hier zu lesen bekommt! Inklusive der paar Schrecksekunden beim lesen der Überschrift. Ich fürchte einfach mal, das du leider nur zu recht hast — es wird schlimm…
    Ein paar wirre und sehr pessimistische Gedanken, die mir beim Lesen durch den Kopf gingen, habe ich in meinem Blog mal notiert — sie passen wohl nicht so ganz als Kommentar zu deinen Text.

    Gott Mammon

    Die Rechnung für den Link zu F!XMBR kannst du mir gern per Brieftaube schicken, meinen Kater wird es freuen 😀

  23. Chat Atkins sagt:

    @ Chris: Die Brieftäubchen bitte fett und vorgemästet.

  24. Klabauter sagt:

    HI Chris,

    ich finde, dass du eine erschreckende Tendenz ansprichst. Die etablierten Medien stecken bis zum Hals im Mist. Ihnen geht langsam die Kohle für Experimente aus (siehe Freitag). Das Modell der Bloggerzeitung ist mMn. eben auch nicht mehr gewesen, als der Versuch günstig Content zu generieren und er ist gescheitert, weil Informationen eben anders verkauft werden müssen als CDs. Manch Idealist ist sogar davon überzeugt, dass sie kostenlos seien;)
    Ich rede hier bewusst von Tendenz, denn sollten die alten Zeitungen ihre wirtschaftlichen Probleme nicht in den Griff bekommen, dann möchte ich prophezeien, dass die schöne heile Welt der Bloggosphäre zunehmend mit Einschränkungen zu tun haben wird — das hier hat keine Lobby, außer dem Unmut.
    Vielleicht sollte man daher über eine Assoziation unabhängiger Schreiberlinge nachdenken, wenn es soetwas nicht schon gibt.

    Beste Grüße
    Der Klabauter

  25. RIO sagt:

    oh mann… welche schreckenssekunden! ausgezeichneter artikel. ist schon absurd, wohin die diskussionen in letzter zeit so gehen in deutschland (ich sage das nicht ohne gewisse distanz, befinde mich derzeit bis auf weiteres ausser landes). ich denke, der freie zugang zu informationen ist das utopische optimum einer informationsgesellschaft. das ganze bekommt aber einen sehr faden beigeschmack, wenn man sich die jüngsten diskussionen zu den «relevanzkriterien» in der wikipedia anschaut. entweder ich will jede information für alle zur verfügung stellen, oder ich überlasse einer selbsternannten elite die entscheidung darüber, welche info relevant ist und welche nicht. ähnliches tun auch die angeblich so seriösen journalisten. was in den nachrichten kommuniziert wird bildet doch die basis für die spätere geschichtsschreibung, und die unterliegt eben klassischerweise einem filter dergestalt, dass «irrelevantes» von «relevantem» geschieden wird. d.h. evtl. sind für mich relevante informationen unter den potentiellen bezahlmedien gar nicht auszumachen, da sie von vorneherein aussortiert werden. jetzt will der staat mit interventionen und zahlungsaufforderungen die aufklärung der angeblich «mündigen» bürger lenken? absurd. entweder ist es mal wieder zeit für eine revolution oder die ganzen visionen von 1985 werden allmählich realität…

  26. Chris sagt:

    @superguppi: Den BILDblogger braucht hier kein Mensch — zumal die Erwiderung, das Internet-Manifest, genauso peinlich war, wie die Hamburger Erklärung…

  27. superguppi sagt:

    Stefan Niggemeier hat nachgehakt und keine zufriedenstellende Antwort bekommen. Ich halte deshalb diesen Artikel für wichtig. Wie man über Stefan Niggemeier hier beurteilt, ist eine andere Sache.

  28. luttz sagt:

    Oh, herrlich — wird die Tage verlinkt :)

  29. vehtoh sagt:

    kann vllt. jmd. mal so nen css schnipsel schreiben, mit dem man auf seiner seite oben eine «dieser blog darf zitiert und verlinkt werden!»-grafik einbinden kann? und vielelicht wäre es ja auch sinnvoll sich auf einen xml tag zu einigen der die verlinkungs– und zitierwilligkeit einer seite maschinenlesbar ausweist.

  30. […] wird weiter fröhlich von Verlagen und Managern über das so genannte Leistungsschutzrecht diskutiert und aktiv Lobbyismus in Berlin betrieben. Nachfolgenden Kommentar (Wordle oben) habe ich […]

RSS-Feed abonnieren