Lauschattacke

Insgesamt aber taugen Depeche Mode mit ihrem seit je wuchtig zwischen euphorisierter Transzendenz und bedröppelter Introspektion mäandernden Synthie-Stil, den sie live mit tribalistisch rockender Perkussion aufpeppen[…]

taz

Es hat schon seine Gründe warum ich nie derartiges Versuche, um einen musikalischen Eindruck zu umschreiben … man macht sich damit einfach nur lächerlich. Geht gar nicht anders, wie sollen Worte auch nur ansatzweise einem möglich Hörgenuss gerecht werden? Während die einen Rezis oft mit hahnebüchenen Vergleichen aufwarten, versuchen es die anderen mit einer Art erzwungenen Sinnbefreitheit. Die Schönheit des Augenblicks, des ganz persönlichen Erlebens, kann keiner wiedergeben und wenn dieser noch so sehr an seinen Worten feilt. Ein Ding der Unmöglichkeit bei Lyrik, Prosa, Musik und auch Film. Man kann sich dem ganzen technisch nähern und zerstört dennoch ganz nebenbei jegliche innewohnende Schönheit. Es existieren Ausnahmen1, wenn ich beispielsweise die Werke eines Künstlers kenne und eine neuere Arbeit dem Gesamtschaffen gegenüberstellen möchte — Nachteil: dies nutzt wiederum nur dem Kenner etwas, eine derartig dargebotene Sinnbefreitheit versagt jedoch auch dort im Ansatz.

  1. Komparatisten verlieren sich beispielsweise gerne in Fachtermini und führen den Lesegenuß gleichsam ad absurdum, oftmals auch nebst der ureigenen Intention des Autors []

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4 Antworten zu “Lauschattacke”

  1. Foxxi sagt:

    «… um es vorweg zu nehmen, Depeche Mode sind die Größten. Ist einfach so, da muss man nicht diskutieren. …»

    So schrob ich und das reicht!

  2. Sebastian sagt:

    Um das mal mit …but alive zu sagen: «Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen». Fällt mir bei solchen Gelegenheiten immer wieder ein.

  3. chb sagt:

    Die tiefsten, persönlichsten Eindrücke kann man nicht in der Sprache wiedergeben, da stimme ich dir vollkommen zu. Ich denke aber trotzdem nicht, dass Versuche in dieser Hinsicht vollkommen sinnlos sind. Wenn die Rezension gut geschrieben ist, und der Rezensent gründlich nachgedacht hat, kann sie die Wertschätzung, die man für ein bestimmtes Werk empfindet, erhöhen.

    Ich finde es auch nicht schlecht, wenn man sich dem ganzen technisch nähert. Wenn man Sachen zerlegt, bringt man sie zwar um, aber das Sezieren eines interessanten Organismus kann äußerst spannend sein.

  4. Oliver sagt:

    >kann sie die Wertschätzung, die man für ein bestimmtes Werk empfindet, erhöhen.

    Sicher von einem Fan für einen Fan.

    >Wenn man Sachen zerlegt, bringt man sie zwar um, aber das Sezieren eines interessanten Organismus kann äußerst spannend sein.

    Mag bei einer technischen Sache (Code, ein biologischer Prozeß, eine Maschine etc. pp.) äußerst interessant sein, Lyrik aber beispielsweise gemaßregelt beraubt diese nicht nur ihres Zaubers, sondern führt diese und auch die Intention des Poeten völlig ad absurdum. Kurzum es gibt Leute die sezieren einen Frosch, um dieses Wunder der Natur zu analysieren und andere erfreuen sich an dem Lebewesen per se :-)

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