Lassen wir die «Digitale Gesellschaft» selbst zu Wort kommen

Der Hauptkritikpunkt an der «Digitalen Gesellschaft» war an vielen Stellen die Namensgebung. Der Name suggeriert, dass es eine digitale Gesellschaft gibt,1 und dass Markus Beckedahl und seine Mitstreiter in Zukunft alle Menschen, die am Internet partizipieren, vertreten. Anmaßung war dabei noch die gemäßigte Kritik. Doch sehen wir uns obiges Video an und hören, was die «Digitale Gesellschaft» selbst zu sagen hat.

Sandra Mamitzsch:

Bisher werden in den ganzen politischen Prozessen eher die großen Lobbyfirmen angehört, weil die einfach die Mittel haben. Die können die Leute kennenlernen und haben einfach 24 Stunden am Tag Zeit, mit den Leuten, die Politik machen, zu reden. Das wollen wir auch. Wir wollen das alle Internetnutzer da auch vertreten werden.

(Hervorhebung von mir)

Ich lasse die Ausrede, Nervosität, Tagesschau-Kamera im Übrigen nicht gelten. Mamitzsch ist bei der newthinking communications GmbH für Kommunikation zuständig. Es ist also ihr Job. Zudem ist es mein Eindruck, dass die Forderungen, die gestellt waren, «wir wollen» überlegt waren, vorher abgesprochen, sprich die offizielle Sprachregelung der «Digitalen Gesellschaft». Gerade an diesen Stellen machte sie auf mich einen sicheren Eindruck.

Die Politik ist geimpft und springt darauf an. Lars Klingbeil von der SPD:

Ich begrüße das definitiv, dass wir jetzt einen Ansprechpartner haben. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, welche Kraft auch die Nutzer des Internets haben, bei den Netzsperren, beim Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Und es ist ganz wichtig, dass sich die sogenannte Netzcommunity auch organisiert.

(Hervorhebung von mir)

Gerade wollte ich den Artikel abschicken, da spielte sich auf Twitter eine Soap Opera ab. Die «Digitale Gesellschaft» twitterte:

digiges_tweet

(Tweet mittlerweile gelöscht. Man kommt mit dem Facepalmen nicht mehr nach.)

Egal, wie man zu Jörg Tauss steht. Solche Äußerungen kann man in einen private Blogartikel oder Tweet packen, nicht aber offiziell als Vertretung der «Digitalen Gesellschaft» twittern. Wie sang Hape Kerkeling noch: «Peinlichkeit kennt keine Grenzen. Peinlichkeit kennt kein Pardon.» An diesem Punkt zeigt sich im Übrigen, wie amateurhaft bei der «Digitalen Gesellschaft» vorgegangen wird. Jedem Unternehmen, welches auf Twitter startet, sei es noch so groß oder verkrustet, wird zu Beginn die Lektion mit auf den Weg gegeben, dass die Nutzer wissen wollen, mit wem sie es zutun haben. Sprich: Hinter jedem Tweet wird ein Namenskürzel gepackt, so ist das Unternehmen nicht anonym, sondern hat ein Gesicht. Ein weiteres Indiz dafür, dass Transparenz und Offenheit nicht geplant sind, Intransparenz und Closed Shop Grundpfeiler des Vereins.

Bleibt zum Schluss der Hinweis auf LobbyControl und die Distanzierung.

Die «Digitale Gesellschaft» ist nicht die digitale Gesellschaft.

  1. Seit Jahren nun wird versucht, Medien und Politikern zu erklären, dass es nicht *die* Netizens oder *die* digitale Gesellschaft gibt. Und dann dieser Name… m( []

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26 Antworten zu “Lassen wir die «Digitale Gesellschaft» selbst zu Wort kommen”

  1. Latita sagt:

    Lächerlich.…
    Wieder mal ein paar Leute, die meinen die Weisheit mit Löffeln.. pardon… gefressen zu haben.
    Mal sehen, wie lange es dauert, bis die Fassade zu bröckeln beginnt und der einzige Grund der Selbstdarstellung zutage kommt. Juhu 5min Ruhm.

  2. In den USA kämpft Lessing gegen den Lobbyismus, die Wurzel allen Übels, hierzulande möchte man mit gleichen Waffen kämpfen. Ich frage mich nur was man dagegen aufbieten möchte? Heiße Luft gegen einen stetigen monetären Strom? Lobbyismus basiert nicht auf Vernunft, sondern auf Geld, Macht und dergleichen. Ein auf den ersten Blick naiver Anspruch, der jedoch tief Blicken läßt. Früh übt sich, auf jeden Fall wird man Kontakte knüpfen können, die den eigenen Unternehmungen gewiß nicht zum Nachteil gereichen.

    Das in der Politik übliche «cheaten», die «Hinterzimmerpolitik» als «Win-Win-Szenario» für die gemeinsame Sache zu deklarieren, daß hat schon eine recht unverschämte Note. Nun, nach mir die Sinnflut, ohnehin ist schon eine Balkanisierung zu beobachten, einmal Nonsense mehr, macht den Braten letztendlich auf nicht mehr fett.

    Bleibt die Frage, cui bono? Siehe oben …

  3. majestyx sagt:

    Nu, ich sach ja auch dit issen Grünes U-Boot.

    Hilfe, die «Oberlehrerpartei» will an die Bimbesregierung !! ;)

  4. majestyx sagt:

    PS: ich erinnere hier mal an den sogenannten AA Leak SPD-> FSFE ->netzoplitik.org.… dieser sogennate Leak war schon seit 48 Std. auf der Blogroll von den Linken. Und am Sonntag morgen ging mein Artikel dazu Online.

    Zensur ist machbar, durch die politische Hintertür
    (Vorratsdatenspeicherung 2.0 — Themenspezial Überwachung)
    Sonntag, den 10. April 2011 um 13:22 Uhr

  5. Elias sagt:

    Die «Digitale Gesellschaft» ist schon eine passend gewählte Selbstbezeichnung, geradezu bezeichnend. Einsen und Nullen sind erforderlich, man selbst gehört natürlich zu den Einsen. Jene, die für 200 Euro im Monat ein bis zum Rand der Sittenwidrigkeit ausbeuterisches Praktikum als technische und schreibende Allround-Kräfte machen sollen, wohl eher nicht.

    Gut, dass dieser grüne PR-Club, der so gern für andere sprechen will und der so genau weiß, was andere sagen wollen und was sie wirklich brauchen, keine besondere gesellschaftliche Wirkung entfalten wird. Denn von solchen Zeitgenossen gibt es schon genug mit schrecklicher gesellschaftlicher Wirkung.

  6. Matt sagt:

    Es gibt nur Menschen, die sich für ihre Ziele und Interessen per web zusammenfinden.

    Das Web selbst per auf Dauer selbsterhaltenden Lobbygruppe vertreten zu lassen ist lächerlich.

    Es geht um Projekte. Zum eigenen Guten. Der Protagonisten. Hauptsächlich.

    Nicht in meinem Namen.

  7. Joe sagt:

    Hey!
    Ob diese ganze Aktion ein «grünes U-Boot» ist, bezweifel ich persönlich. Menschen können ja auch unabhängig von ihrer Parteiarbeit Blödsinn verzapfen (außer natürlich, «grün» ist die Summe der Taten aller Parteimitglieder, aber das wäre schon eine sehr schwache Definition).
    Und das eigentlich schlimme an diesem ganzen Blödsinn ist meiner Meinung nach nicht der Verein, seine Namensgebung, sein Verhalten oder wer mitmischt bzw was erreicht werden soll — denn all das könnte man wie so oft geflissentlich ignorieren -, sondern dass diesem Verein eine mediale Aufmerksamkeit zuteil wird, die er meiner Meinung nach einfach nicht verdient hat. Der außerdem leider oft als das wahrgenommen wird, als das er wahrgenommen werden möchte, nämlich die Vertretung aller sogenannten «Netizens». Und da sind wir auch schon im klassischen Lobbyismus, der dann doch nur in Hinterzimmern die Interessen einiger weniger vertritt, dabei aber so tut, als wären es die Interessen vieler (vielleicht sogar, aller).

    Kann man noch etwas reißen, wenn man die Aktion ignoriert? Sollte man dagegen gehen (wie es hier dankenswerterweise geschieht)? Wie kann man am effektivsten verhindern, dass hier Einzelinteressen als diejenigen aller durchgesetzt werden?
    Die Tagesschau-Schreiber haben im Prinzip ja Recht. Eigentlich sind wir schon fast alle die eigentliche «Digitale Gesellschaft».

  8. Otzelotz sagt:

    Eigentlich wollte ich nach dem «dezenten» Apple Product Placement zu Beginn bereits weiterzappen, dann hätte ich aber den guten Hrn. Jarzombek von der CDU am Ende verpasst. Selten, dass man einen CDU-Mann wirklich loben muss. Er hat es sehr schön auf den Punkt gebracht: wir haben es hier mit einer Internetelite zu tun, die keine Legitimation hat die Mehrheit der Bevölkerung zu vertreten. Punkt!

    Die Amateurhaftigkeit des Ganzen zeigt sich u.a. auch in der technichen Umsetzung. Die Verantwortlichen konnten ja bereits beim Netzpolitik-Relaunch wenig überzeugen (z.B. CSS– und HTTPS-Fuckup). Ich hätte da ja keinen Praktikanten rangelassen, der noch nicht einmal die Vorgaben zum Thema Barrierefreiheit kennt. Aber dann für freien Zugang zum Netz werben wollen.

    Sandra Mamitzsch musste man bisher nicht kennen, oder? Und Lars Klingbeil wurde doch sicherlich vorab von Nico Lumma gebrieft.

  9. Andi sagt:

    Sehr viel schöner finde ich diesen Tweet von @netzpolitik:

    Liebe CDU/CSU: wenn ihr eine klügere nutzerzentrierte Netzpolitik machen würdet, bräuchten wir @digiges nicht und könnten computerspielen.

    Das ist gar keine Lobbyorganisation, das ist ein Nachhilfeangebot, exklusiv für zwei Parteien. Wenn die immer ihre Hausaufgaben gemacht hätten, würde man sich den ganzen Krempel einfach sparen, aber so ist man offenbar leider gezwungen. Also los, CDU/CSU: Ein paar Punkte mehr auf dem nächsten Zeugnis, und Herr B. kann endlich wieder an seinem Tetris-Highscore arbeiten! (Und schönen Gruß an die ganzen anderen Parteien, die auf Netzpolitik anscheinend so viel Einfluss haben wie mein Wellensittich auf das Bruttosozialprodukt von Nordkorea.)

  10. Andi sagt:

    @Otzelotz: Glaube ich nicht, dass Klingbeil von Lumma so gebrieft wurde, weil Lumma hat sich auf seinem Blog deutlich gegen die Neugründung positioniert.

    Überhaupt sind die neuen Gräben durch die Bloggerlandschaft der unterhaltsamste Teil des ganzen. Zum Glück ist morgen das Wochenende vorbei, denn ich muss dringend neues Popcorn kaufen! :-D

  11. Otzelotz sagt:

    @Andi:

    Oh, danke für die Info. Auf Lummaland war ich jetzt auch noch nicht. Es mag dem schönen Wetter geschuldet sein, dass ich da nicht auf dem aktuellsten Stand bin. ;)

    Die Kiste Karamalz zahl ich aber gerne. Für mich war Kollege Lumma ein heißer Tipp auf einen der Posten bei den 12 Namenlosen, die sich da ganz uneigennützig in den Dienst der Digitalen Gesellschaft stellen.

    Das ZDF-Interview von JoSchaefers gibt dem Ganzen aber auch wieder so ein extra Gschmäckle. Dazu dann noch sein «Rant» auf Netzpolitik. Manche scheinen da ja wirklich auf vielen Hochzeiten tanzen zu müssen.

  12. Nico sagt:

    danke, aber weder bin ich teil der 12 namenlosen, noch bin ich souffleur von lars klingbeil.

  13. Wolle sagt:

    Wer ist Markus Beckedahl?

  14. […] Und Falk Lüke, eines der Gründungsmitglieder, setzt noch ein paar Erklärungen dazu, u.a. zum Tauss-Tweet. Da war was:Internet, Verlage und Journalismus (3): Verraten Sie es nicht weiter, aber: Ich habe […]

  15. Mithos sagt:

    Wenn schon, dann müsste es eigentlich

    «Digitale Gesellschaften»

    heissen. Auch in der DG-FAQ heisst es:
    «Es ist dieser Pluralismus, der sie so besonders macht (…)»

    Hoffentlich ist das nur der Name und sie machen bei der Vertretung der Positionen klar, dass es bei bestimmten Fragen keine einheitliche Meinung gibt.

  16. […] Lassen wir die «Digitale Gesellschaft» selbst zu Wort kommen — fixmbr.com […]

  17. Anonymous sagt:

    «und haben einfach 24 Stunden am Tag Zeit, mit den Leuten, die Politik machen, zu reden. Das wollen wir auch.»

    Die wollen einfach nur leistungsloses Einkommen :)

  18. Walter Sobchak sagt:

    Die ard Azubis schaffen es ja noch nichtmal «Digitale» korrekt zu schreiben. Und dafuer haben manche GEZahlt?

  19. Richard sagt:

    Entweder bin ich zu blind oder es gibt keine Distanzierung mehr auf dem Blog von LobbyControl. Oder was hattest du da gelinkt? Ich bitte um Aufklärung. Ansonsten vielen Dank für die beiden guten Einträge zur «Digitalen Gesellschaft». (Vielleicht ab jetzt in Anführungszeichen zu verwenden?)

  20. John Dean sagt:

    Mit dem Konzept der Gegenlobby lässt sich, meiner Einschätzung nach, die Macht der Wirtschaftslobbyisten schon etwas schmälern. Gewiss, diese Methode hat auch Grenzen, aber es ist imho einen Versuch wert.

    Abgesehen von seinem Ego-Ding, seiner privaten Karriereplanung und dem wichtigtuerischen Gerede, für «die» digitale Gesellschaft zu sprechen, möchte ich Beckedahl aber keine sonderlich bösen Absichten unterstellen, und mehr noch, ich halte seine Intitiative für sinnvoll.

    Sinnvoll im Sinne einer (weiteren!) Gründung einer netzpolitischen Bürgerinitiative. Man weiß doch, wofür Beckedahl und seine Mitstreiter/innen netzpolitisch stehen. So übel ist das nicht. Insofern: Soll er doch machen, und es sei ihm hier auch etwas Erfolg zu gönnen. Vielleicht ist der Großsprech (von wegen «die» digitale Gesellschaft) im realen Politikbetrieb sogar eine Voraussetzung dafür, netzpolitischen Erfolge erzielen zu können.

    Ansonsten gebe ich euch mit eurer Kritik recht. Bei Beckedahls mitunter profilneurotisch aussehenden netzpolitischen Aktivitäten und Auftritten habe ich oft das Gefühl, dass es ihm stets — zu einem ungut zu groß geratenen Teil — um sein eigenes Vorwärtskommen geht. Nunja, ich mag ich auch irren, ist halt nur so ein Gefühl. Und wenn am Ende etwas netzpolitisch Gutes und Sinnvolles dabei rauskommen sollte:

    Dann zählt vor allem das Ergebnis.

  21. Oliver sagt:

    Ich finde wir haben hier eine große Chance vertan. Die Idee mag in den Grundzügen gut gewesen sein allerding war die Umsetzung so stümperhaft das damit mehr geschadet als geholfen wurde.

    Jeder der sich nur 10 Minuten mit der «Ditigalen Gesellschaft» auseinandersetzt sieht doch sofort das sie nicht representativ sein kann und auch überhaupt nicht darauf ausgelegt wurde.

    Wir haben da nun eine Form der Repräsentation die intransparent und losgelöst von all dem ist was wir gerne wollen. Kein einbeziehen der vermeintlichen Gruppe die hier vertreten werden soll etc.

    Wäre dies das Ergebniss einer breiten Öffentlichen Netz Diskussion mit einer breiten Basis und mehr oder weniger gewählten Vertretern würde ich sagen super und vielen dank.

    Doch nun haben wir hier eine Gruppe von Selbstdarstellern die ihre Meinung als Allheilmittel darstellen und versuchen eine Gruppe zu vertreten von der sie, wie ich finde, kaum ahnung haben. Gerade die Auftritte von Markus in der Enquete Kommision haben für mich ein deutliches Bild gezeichnet.

    So haben «wir» als Netzbewohner doch komplett die Glaubwürdigkeit verloren, vorallem durch diese selten dämlichen Tweets. Wer in den Anfängen schon so dermaßen unprofessionell und unseriös auftritt kann doch nicht wirklich erwtarten von «uns» ernstgenommen zu werden und erst recht nicht von der Politik.

    Also danke dafür das ihr uns auch noch den letzten Funken Respekt den wir uns in den letzten Jahren hart erkämpft haben vernichtet habt.

  22. Yehuda sagt:

    Beckedahls Selbsternennung zum Vertreter einer «Digitalen Gesellschaft» verleitet in der Tat zum Schmunzeln, zudem nicht alle «Gesellschaftsmiglieder» Gehör finden (sollen). Insofern wäre der Begriff «Digitale Teilgesellschaft» besser gewesen, weil dem tatsächlichen Sachverhalt entspechend.

    Zu den (insbesondere in Deinem ersten Artikel) kritisierten mangelnden demokratischen Strukturen, wäre allerdings zu sagen, dass eine Einbeziehung ALLER «Gesellschaftsmitglieder» in Diskussions– und Entscheidungsprozessen erstens kaum machbar — weil sich viele schlicht und ergreifend nicht dafür interessieren — und zweitens — zumindest im Bereich Internet — oftmals kontraproduktiv ist.
    Ein besonders trauriges Beispiel: Die Entscheidungsprozesse beim W3C, wo man sich bemüht, Jeden zum Thema Standards anzuhören. Das Ergebnis: Endlose Diskussionen über Jahre und keine dringend benötigten Entscheidungen. Sich mit tausenden Nutzern totzureden und ewig zu keinem Ergebnis zu kommen, ist keine Lösung. Noch schlimmer: Die Ergebnisse dieser über Jahre durchgekauten Prozesse sind bekanntermaßen mehr als dürftig, zum Leid der Webgemeinde, Programmierer, Browser– und Gerätehersteller. Es gibt keinen 100-prozentigen gesellschaftlichen Konsens, das sollte man gleich verinnerlichen.

    Dies alles kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Beckedahl keinesfalls eine Mehrheit vertritt, zumindest so wie es derzeit aussieht. Man sollte ihm die Selbstinszenierung lassen, es gibt durchaus noch etliche andere Gruppierungen, die sich entsprechenden Gehör verschaffen können und wollen.
    Dass «die Medien» und die Politik dankbar auf jeden Zug nach Nirgendwo aufspringen und nun in ihm DEN Vertreter von was auch immer sehen wollen, dürfte kaum verwundern, sondern ist vielmehr fester Bestandteil der täglich abgespulten Verblödungsschleife, mit der wir alle seit geraumer Zeit konfrontiert werden. Das kann man ihm auch nicht unbedingt vorwerfen. Das berühmte Murmeltier grüßt eben immer noch täglich…;-)

  23. John Dean sagt:

    Ich bin übrigens nur sehr wenig beeindruckt von der Art und Weise, mit der Beckedahl mit Kritk umgeht. Damit steht er imo in einer Liga mit Koch-Mehrin & Co.l

    Das sollte er ändern.

  24. John Dean sagt:

    Lustig finde ich ja die Selbstbeschreibung des Beckedahl-Vereins.

    Wir wollen auf Erfahrungen aus anderen sozialen Bewegungen wie der Umweltbewegung aufbauen und diese digital weiterdenken. (…) Und wir wollen die Menschen dort abholen, wo sie sind.

    Jedoch, beim leisesten Gedanken an Transparenz in eigener Sache und — ach wie furchtbar! — demokratischer Beteiligung im Verein, faselt M. Beckedahl von angeblich «einigen Jahren» dafür notwendiger mühseligster Aufbauarbeit, für die er nun einmal keine Zeit habe. Sein Motto: Demokratie vermeiden! Unbedingt! Die Unterstützer seines Vereins dürfen ihm natürlich gerne unter die Arme greifen («Beteiligung»), aber bitte nur, wenn sie im Gegenzug die Fresse halten.

    Das also sind offenbar seine Lehren, die er aus den «Erfahrungen anderen sozialen Bewegungen» zieht.

    Na, dann…

  25. Querulator sagt:

    @Elias

    «Die «Digitale Gesellschaft» ist schon eine passend gewählte Selbstbezeichnung, geradezu bezeichnend. Einsen und Nullen sind erforderlich, man selbst gehört natürlich zu den Einsen.»

    Schönes Bild; kommt in meine Metaphern-Sammlung.


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