Lanu watches the Watchers

LanuWir haben schon vor längerer Zeit aufgegeben, .get privacy ist gescheitert an der Gleichgültigkeit der Gesellschaft. Ich schrieb es letzte Woche in einer Mail an Lanu: Die Leute wollen überwacht werden. Und auch wenn Blogcensus nur das Fass zum Überlaufen gebracht hat, möchte ich im Nachhinein noch auf einen Satz dort von der Homepage hinweisen: Sämtliche von uns zu einem Blog gespeicherten Daten werden nur in anonymer Form veröffentlicht. Sie werden _anonym veröffentlicht_. Aha — den Umkehrschluss, was so im Hintergrund läuft, überlasse ich nun der kritischen Blogschaft da draußen. Die Herren, die Blogcensus betreiben, sollen ja wohl zwei Leuchttürme der deutschen Blogosphäre sein. Na dann. Darum soll es aber nicht gehen — Lanu ruft zum einzig legitimen Nachfolger von Filmst Du mich, fotografier ich Dich auf. Unter dem Dach der Boocompany soll eine Datenbank mit Standorten von Überwachungskameras in Deutschland entstehen:

Überwacht die Überwacher!

Auch wenn ich Befürchtungen habe, dass es niemanden interessiert, man hat ja nichts zu verbergen, so möchte ich trotzdem drauf hinweisen. Viele Netzpolitikaktivisten da draußen sind so glaubwürdig wie so mancher SPD-Politiker — doch bei Lanu habe ich keine Bedenken, sie zu verlinken und zu unterstützen. Im Mailwechsel hat Lanu im Übrigen angedeutet, dass sie noch jede Menge Fotos von Überwachungskameras sucht. Ich habe ihr meine zur Verfügung gestellt und natürlich auch jede Menge CC-Links geschickt. Aber wie das mit Frauen so ist, was sie nicht kennen, wollen sie nicht. Ich kann es ja auch ein stückweit verstehen, darf ich, darf ich nicht. In Deutschland ist die Rechtssicherheit nicht wirklich vorhanden. Also hier ein kleiner Aufruf:

Wer eigene Fotos von Überwachungskameras geschossen hat, kein Problem damit hat, diese dem neuen Projekt frei zur Verfügung zu stellen, der sollte sich an lanu wenden. lanu watches the Watchers and need your pictures!

BooCompany startet mit «1984» Initiative gegen Überwachungswahn

Hanoi, 04.06.2008 Lanu, CEO des führenden Anbieters für exitorientierte Unternehmensmeldungen, ist die Schirmherrin eines neuen Webangebotes, das sich gegen die flächendeckende Überwachung zur Wehr setzen soll. Unter dem Motto «Überwacht die Überwacher!» ging die BooCompany-Gründerin mit einer Datenbank für Standorte von Überwachungskameras online.

[…]

Lanu erläutert: «Wir haben bewusst auf Usernamen oder Kommentare verzichtet. Inzwischen weiß ich ja, wie die Unternehmen reagieren, wenn sie erwischt werden. Den Ärger will ich uns allen ersparen. Ich würde mir wünschen, dass vielen ein Licht aufgeht, wenn sie sich auf dem Weg zur Arbeit oder im nächsten Drogeriemarkt etwas genauer umschauen. 1984 ist eine Seite für die, die sich der Gefahren der Überwachung bewusst sind, für die, die Kameras am liebsten ignorieren würden und vor allem für die, die glauben, alles sei in Ordnung, weil sie nicht vorhaben, kriminell zu werden.»

Haut rein — und wenn es nur ein paar Fotos sind, die Ihr Lanu zur Verfügung stellt.

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2 Antworten zu “Lanu watches the Watchers”

  1. Robert B. sagt:

    Vielen Dank, da werde ich doch gleich mal vorbeischauen. Wäre doch gelacht, wenn nicht nur Nordhessen besonders sicher wäre, sondern auch andere Teile der Erde. Und wie ich sehe, hat sind Bilder von Kameras in Stadtbahnen oder Bussen noch rar 😉

  2. […] Auch wenn Chris von F!XMBR der Meinung ist, dass Die Leute überwacht werden [wollen] und dabei auf das Ende seines Projekts […]

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