Kurt Becks politisches Ende

Ich schrieb es gestern schon — es fängt an zu rumoren im deutschen Blätterwald. Man ist mit Kurt Beck nicht zufrieden und fängt an, ihn, wie einst Rudolf Scharping, nieder zu schreiben. Um Beck ist es nicht wirklich schade — interessant, dass der Problembär der SPD heute selbst dafür gesorgt hat, sein politisches Ende einzuleiten. Wenn auch bei einem offiziellem Nein unter Gerhard Schröder, so hat sich mittlerweile rausgestellt, dass die SPD zur Kriegspartei mutiert ist. Auch Kurt Beck macht da keinen Unterschied, die Tornados fliegen gen Hindukusch — und da ist es nicht verwunderlich, dass Kurt Beck nicht ausgeschlossen hat, dass neben den Kampfflugzeugen auch deutsche Soldaten direkt im Süden Afghanistans am Kriegspielen teilnehmen werden. Diese Ankündigung, deutsche Soldaten direkt am Kampfgeschehen teilnehmend, wird aber von einem anderen wahnwitzigen Vorschlag verdrängt: In einer Friedenskonferenz in unserem Lande sollen tatsächlich die Taliban teilnehmen.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Taliban eine mörderische Terroristengruppe sind. Es ist keine politische, gesellschaftliche oder auch ethnische Gruppierung innerhalb Afghanistans — es sind ganz einfach Massenmörder, die dementsprechend auch behandelt werden müssen. Es ist ganz einfach ein Eingeständnis des Versagens, wenn diese Menschen nun ein den — das ist einfach unglaublich — Friedenstisch geholt werden sollen.

Die internationale Politik hat ganz einfach versagt. Anstatt dass man dem Terror in Afghanistan den Nährboden entzogen hat, den Menschen dort also zumindest eine Perspektive geboten hat, ist genau das Gegenteil angetreten, die Taliban sind neu erstarkt — Terror ist wieder in, um es mal salopp zu sagen.

Wenn man die Taliban an den Verhandlungstisch holt, ist das nichts weiter als eine Aufwertung für die Terroristen — man macht sie zu Gleichberechtigten, man akzeptiert sie als eine der o. g. Gruppierungen des Landes.

Dass Beck nun Unterstützung aus der eigenen Partei erhält — und natürlich von solchen Vorzeigegrünen wie Jürgen Trittin — ist nicht verwunderlich, müssen die doch ihr Image als Kriegstreiber wieder ein wenig aufpolieren. Dass es dadurch geschehen soll, indem die Taliban zu Friedensgesprächen geladen werden, ist einfach nur aberwitzig, ein Eingeständnis des eigenen Versagens und eben auch das Eingeständnis, dass man keine Idee hat, wie es weitergehen soll — die bisherigen 3 Afghanistan-Konferenzen in unserem Land waren ja bisher auch von sensationellem Erfolg gekrönt, wenn man mal zum Hindukusch schaut.

Und solche Leute wie Kurt Beck sind maßgeblich für unser Land verantwortlich…

SPIEGEL Online — Becks Afghanistan-Vorstoß mischt Koalition auf

9 Antworten zu “Kurt Becks politisches Ende”

  1. nickpol sagt:

    Die gehören alle auf die Couch. Wenn ein Computer soviele interne Fehler bringt wird er abgeschaltet. Vor Wochen stimmen sie über den Tornadoeinsatz in Talibanistan ab und nun wollen sie ein roundtable. Sozialdemokratische Schizophrenie mit linksdrehenden, grünen bullshistic-Kulturen.
    Beck macht sich selbst zum Scharping.

  2. phoibos sagt:

    «Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Taliban eine mörderische Terroristengruppe sind.» naja, die geschichte zeigte, dass man auch mit der plo verhandeln kann. und mit dem israelischen staat. und mit der ira. sollte nicht durch afghanistan ne pipelinge gebaut werden? der zweck heiligt nun mal jeden gesprächspartner…

  3. Grainger sagt:

    Wenn man die Taliban und die Warlords in Afghanistan wirklich endgültig ausschalten wollte hätte man das sicher schon längst gemacht.

    So schwer kann das nun auch nicht wieder sein, immerhin haben unsere amerikanischen Freunde Satellitenaufklärung und Cruise Missiles, die nach einem Flug um die halbe Welt noch ein Ziel von der Größe eines Fuballtora treffen können.

    Außerdem hätte man die Bevölkerung systematisch entwaffnen müssen (so wie man es mit Deutschland nach der Kapitulation gemacht hat).

    Mit den Taliban und den Warlords zu verhandeln (imho sind die beiden Begriffe oft genug deckungsgleich) ist natürlich ein Eingeständnis des Versagens.

  4. Bernd sagt:

    Was ich nicht einsehe, wer hat uns den Auftrag gegeben das durch die USA verursachte Elend dieser Welt weg zu räumen? Sind wir eigentlich noch ganz dicht? :@

  5. Oliver sagt:

    >Was ich nicht einsehe, wer hat uns den Auftrag gegeben das durch die USA verursachte Elend dieser Welt weg zu räumen?

    Man könnte grob argumentieren, das der Beginn des ersten Weltkrieges zum Imperialismus der US führte — wir luden sie quasi dazu ein. Der Rest Europas und der Welt kann sich heute noch dafür bedanken. Im zweiten Weltkrieg bestärkten wir diese Stellen, Europa war vollkommen ausgeblutet und die USA noch relativ frisch. Die beiden Platzhirsche USA und UdSSR kämpften dann um die Vormachtsstellung weltweit, was man auch als kalten Krieg bezeichnete, der ja neuerdings wieder aufflammt.
    Zwar ist Deutschland wohl nicht am kalten Krieg schuld, jede andere Weltmacht würde wohl ebenso stupide handeln, aber wir gaben den Anlaß für diese Machtverteilung. Aber wirklich und tatsächlich, hätte wohl kein Mensch der seine Sinne noch beisammen hat, irgendwo Deutschland gerne als Weltmacht gesehen. Insofern hätte Volk den Scheiß hier wohl verhindern müssen, um eine Art status quo weltweit beizubehalten. So aber pushten wir gewisse Staaten in diese Stellung und singen heut ob dieser unser Klagelied — wohlwissen das wird zuvor auch die Geisel vieler Völker darstellten.

  6. phoibos sagt:

    «zum Imperialismus der US führte» ich würde eher den spanisch-us-amerikanischen krieg als beginn nennen 😉

  7. Oliver sagt:

    Aber wenn man mal ehrlich ist, haben sie da mit dem anfangs zögerlichen Einstieg in den ersten Weltkrieg doch Blut geleckt — man muß sich nur die Propaganda gen Deutschland damals anschauen oder auch die massive Unterstützung der Briten. Und nach der massiven Aufrüstung im 2.Weltkrieg, gings dann richtig los.

  8. phoibos sagt:

    stimmt auch wieder. seitdem regieren sie über umwege in .uk mit, als ob es deren protektorat ist (s. die auslieferung des einen hackers an die usa)

  9. Oliver sagt:

    Jupp der NASA Hacker ist ja das beste Beispiel für diese Stiefellecker Mentalität.

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