Kurnaz

Kurnaz wurde Ende 2001 in Pakistan auf einer Pilgerreise1 festgesetzt, unter terroristischem Verdacht. 2006 kam er erst wieder frei, obwohl ihn die USA schon weitaus früher zurückschicken wollte — da eben keine terroristische Bedrohung vorlang.2

Im Oktober 2006 war Gerhard Schröder bei Beckmann zu Gast und sagte, er habe den Namen Murat Kurnaz bis 2005 nie gehört. Ein Vertrauter Schröders nennt zwei mögliche Erklärungen.

sueddeutsche.de

Neben seltsamen Geschichten, die die CIA widerlegt, wußte auch Ex-Kanzler Schröder nach eigenen Aussagen nichts von Kurnaz.

Was auf den ersten Blick eher unglaubwürdig erscheint, wird von früheren Mitarbeitern in seinem Apparat bestätigt. Für ?solche Details hat sich Schröder nicht interessiert?, sagt ein Vertrauter des früheren Regierungschefs.

sueddeutsche

Okay es gab wohl wichtigers im Lande. Das Parlamentarischen Kontrollgremium — PGR — informierte man damals erst gar nicht, insofern mußte man auch dort keine Fragen beantworten.

Ist im Fall Kurnaz schlichtweg von staatlichen Stellen missachtet worden, dass hier ein Mensch jahrlang unschuldig Folter und Schikanen ausgesetzt war?
Genau dies ist das Grundthema, das den BND-Untersuchungsausschuss derzeit beschäftigt.

stern

Auch der CIA-Ausschuss nennt vertrauliche Informationen deutscher Behörden als Quelle für sein Fazit. Die Abgeordneten kommen demnach zu dem Schluss, dass «alle Ermittlungen bereits Ende Oktober 2002 ergeben haben, dass Murat Kurnaz keine terroristische Bedrohung darstellt».

n24

Man kann nur erahnen was der deutsche Staat hier getrieben hat, man wird aber auch niemals wirklich alles erfahren, da würden zuviele Köpfe rollen, die nicht rollen dürfen im deutschen Machtapparat. Die Politik wird die Sache wie üblich aussitzen, mitunter tritt jemand zurück und die Sache ist gegessen. In Volkes Augen wird Kurnaz ohnehin immer seltsam beäugt werden, denn irgendwie ohne Grund wird doch niemand weggesperrt, irgendwas muß also gewesen sein. Ja irgendetwas war, die Mittel der Rasterfahndung wurden wieder einem der Absurdität preisgegeben, die ganze Sache vertuscht, da man keine Kausalität präsentieren konnte.

Viereinhalb Jahre war Murat Kurnaz im US-Gefangenenlager Guantánamo-Bay inhaftiert. Ohne Anklage oder Verfahren, zunächst ohne Kontakt zur Außenwelt.

amnesty international — kompletter Bericht

  1. unterwegs zu einer Koranschule []
  2. das Pro und Contra der Wikipedia sollte man mit Vorsicht genießen, da insgesamt zu wenig bekannte Fakten vorliegen, das selbst aber die USA ihn als keine Gefahr später einstufte, sollte jedoch im Prinzip langen []

10 Antworten zu “Kurnaz”

  1. Chris sagt:

    Du hast den Bart, die Haare vergessen — so einer

    Zur Zeit laufen da wieder Gladiatorenspiele, die Wahrheit wird eh nicht ans Licht kommen, nicht bei den Antidemokraten da in Berlin…

  2. maloXP sagt:

    Ich verlink mich mal selber:
    http://zitronengras.twoda.….3211706/

    Gab «interessante» Reaktionen darauf. :/

  3. Chris sagt:

    Autsch malo — aber auf das rechte Hetzblatt pi verlinken, sorry, das wäre mir zu viel. 😉

  4. maloXP sagt:

    Ist ja mit’m Anonymizer verlinkt gewesen.

    Die Reaktion kam eher von hier:
    www*dpetereit*de/?p=671

  5. Chris sagt:

    Ja, sorry, diese rechten Hetzblätter, die dann auch noch auf Abmahnseiten verlinken, sorry, hier bitte nicht mehr erwähnen, da ist mir meine Zeit zu schade — weil draufklicken tue ich deinetwegen dann doch. 😉

    Lass die ihre Parolen verbreiten, fertig. Die müssen nicht auch noch Aufmerksamkeit bekommen.

  6. Chris sagt:

    @Nightix: Kommentar gelöscht. Ein Satz aus der Wikipedia zu quoten um Stimmung zu machen, läuft hier nicht. Zumal im weiteren Verlauf des Artikels darauf eingegangen wird, warum die deutschen Behörden sich um Kurnaz kümmern — eben weil er z. B. eine gültige Aufenthaltsgenehmigung hat.

    Ich meine auch mich zu erinnern, dass er ausgesagt hat, von Deutschen gefoltert worden zu sein.

  7. Nightix sagt:

    Ok, ich mein halt das die türkische Regierung sich auch mit dem Fall beschäftigen hätte müssen, nicht erst nachdem die Mutter «intensiven Einsatz» geleistet hatte.
    Deswegen finde ich das momentane gehype und gebashe der Medien etwas übertrieben.

    Gruß

  8. Oli sagt:

    Die türkische Regierung tat auch später etwas, Anfangs sahen sie sich nicht zuständig — steht aber in den Texten, ich verlinke ja nicht umsonst und meine Zusammenfassung ersetzt nicht die Lektüre.
    Da wird auch nichts gehypet, wenn die Deutschen a)sich nicht dafür interessierten, b)die Unwahrheit erzählen.

  9. […] Murat Kurnaz, Opfer deutscher und amerikanischer totalitärer Politik, hat Oli hier schon gesprochen und ein paar Pressestimmen zusammengefasst. Die taz hat zum Thema den nun meiner Meinung nach besten Kommentar verfasst. Hinterfragt wird […]

  10. […] Über Murat Kurnaz haben wir schon gesprochen. Wie die rot-grüne Bundesregierung mit einem Menschen umgegangen ist, der in Deutschland geboren wurde spottet jeder Beschreibung, die Rechtfertigungen (sinngemäß: der komische Türke da z. B. von Otto Schily) sind nicht auszuhalten und offenbaren das antidemokratische Handeln und antisemitische Denken der Protogonisten. Nun gibt es wieder Neuigkeiten über Murat Kurnaz, besser diesen Türken da. Bei einem Umzug — das kennt vielleicht jeder von uns — gehen Dinge verloren. Und wie der Zufall so will, sind beim Umzug des BND von München nach Berlin Dokumente verloren gegangen. Ärgerlich für Kurnaz, dass es Unterlagen waren, die ihn entlastet hätten. […]

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