Konrad Adams Aufruf zur Rebellion oder wie sich die Welt einen neo-liberalen rechten Chefkorrespondenten leistet

Wer sich mit dem Namen Konrad Adam beschäfigt, wird im Internet auf interessante Seiten stoßen — es verwundert z. B. schon, dass er bei einer Buchrezension offensichtlich das Buch nicht gelesen hat, sondern einfach sein Geseiere abgelassen hat. In seinem neuesen Pamphlet ruft der Chefkorrespondent der WELT zur Rebellion auf — zur Rebellion der Elite gegen Arbeitslose, Renter, Studenten, Behinderte:

Bisher funktionierte der Wohlfahrtsstaat deutscher Bauart nach dem Motto, mit dem naive Umweltschützer ihr Gewissen beruhigen: Der Strom kommt aus der Steckdose!

[…]

Diese Illusion bröckelt, und das ist gut so.

[…]

Nach der alten Sponti-Parole, die dazu einlädt, kaputtzumachen, was einen kaputtmacht, gehen Leute, die Hartz IV für eine normale Einkommensquelle halten, auf jene los, die Ernst machen mit dem Versuch, Förderung mit Forderungen zu verbinden.

[…]

Wie immer sind die Finanziers des Ganzen — gewöhnliche, rechts– und gesetzestreue Steuer– und Beitragszahler — die Dummen. Damit sie das nicht ewig bleiben, sollten sie sich ein Herz fassen und es genauso machen wie die Gegenseite

Quelle des rechtslastigen Pamphlets — Warum soll ich für Sie bezahlen?

Es ist mir unverständlich, warum eine Zeitung, wie die Welt, sich einen offensichtlich von Neid zerfressenden rechten Chefkorrespondenten leistet — aber vielleicht ist das ja der Grund, warum es der Welt offensichtlich nicht wirklich gut geht, die Quittung kommt, nicht immer sofort, aber sie kommt.

Es mag Herrn Adam nicht gefallen, vielleicht wünscht er sich in seinem neo-liberalen Hirnwindungen auch frühere deutsche Zeiten zurück, doch auch wenn er immer mehr abgebaut wird, so leben wir doch in einem Solzialstaat, ist ganz einfach mal so, wenn es ihm nicht gefällt, dann soll er aus unserem Land verschwinden, gerade in heutigen Zeiten brauchen wir solche Leute nicht.

Wer neben den üblichen Verdächtigen Arbeitslose, Studenten, Rentner auch Behinderte in seine Argumentation mit einbezieht, disqualifiziert sich meiner Meinung nach selbst — ich finde im Moment keine Worte, die diese Ungeheuerlichkeit gerecht beschreiben.

Sozialstaat bedeutet, dass die Stärkeren die Schwächeren unterstützen, denn im Regelfall sind die Stärkeren nicht ohne die Schwächeren stärker geworden. Zu einem Klassenkampf aufzurufen, hilft im Moment weder der einen, noch der anderen Seite. Es geht nur gemeinsam. Leider steht die neoliberale Politik der Union und der SPD eher auf der Seite Adams und nicht auf der Seite der Vernunft, so kann man nur hoffen, dass solche ***** Leute nicht der Untergang unseres Landes sind.

Zu Adam siehe auch:

Jungle World — Konrad Adam wider die Weichspüler

Auch ja, und wo gehen die Hartz IV-Empfänger auf die Straße? Tun sollten sie es, und jeder normal denkende Mensch sollte sich ihnen anschließen. :)

2 Antworten zu “Konrad Adams Aufruf zur Rebellion oder wie sich die Welt einen neo-liberalen rechten Chefkorrespondenten leistet”

  1. Oli sagt:

    Mache ich es mir jetzt arg einfach, wenn ich die Welt als dem Springer-Verlag zugehörig einfach abwatsche? 😀

    Der Begriff Sozialstaat wurde ohnehin noch nie richtig verstanden, sind auch alles relativ «neue» Begriffe für deutsche Hirnwindungen … marschieren, marschieren, wenn die Marschmusik erklingt zuckt es doch so manchem im Bein und dieser sehnt sich nach Zeiten zurück, in denen alles doch so «einfach» war. Hirn aus und im Gleichschritt, … aber okay ich wollte mir ja diese Polemik abgewöhnen.

    Marx bemerkte schon treffend zu dieser «Seite»,

    «Das Kapital ist verstorbne Arbeit, die sich nur vampirmäßig belebt durch Einsaugung lebendiger Arbeit und um so mehr lebt, je mehr sie davon einsaugt.»

    das Kapital, Band 1

  2. Falk sagt:

    Ich stelle mit Entzücken fest, das wohl mittlerweile «Das Kapital» und «Das Manifest» für Nicht-BILD-Zeitungs-Leser zur Pflichtlektüre wird. Vielleicht sollten unsere Politiker auch mal wieder was anderes als BILD und TV versuchen?

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