Kommentar zum Rücktritt Christian Lindners

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Foto: F!XMBR

Ich persönlich bedaure den Rücktritt Christian Lindners als Generalsekretär der FDP. Er ist offensichtlich nicht nur sehr intelligent und kommt medial smart und intellektuell rüber, aus persönlicher Erfahrung weiß ich, er ist auch ein feiner und aufgeschlossener Kerl.

In meiner Timeline überwiegt die Häme über die FDP. Dabei sollte man Eines nicht vergessen: Der Kampf für Freiheit (im Internet), der Kampf gegen Vorratsdatenspeicherung, der Kampf gegen andere Maßnahmen, die Kontrolle über das Internet bringen sollen, sind liberale Themen, sind also in der FDP zu Hause. Sie sollten es zumindest sein.

Und Christian Lindner stand immer dafür, die FDP wieder breiter aufstellen zu wollen. Er wollte die FDP wieder zur Bürgerrechtspartei machen, ein Thema welches unter Guido Westerwelle in der Versenkung verschwand. Es ist schier unglaublich, dass die jüngere Generation die FDP nur noch als Büttel der Wirtschaft und der Union kennt.

Rösler scheint diesen Weg nicht gehen zu wollen. Zu dieser Einschätzung kommt im Übrigen auch Gerhart Baum. Auf Phoenix sagte dieser, Lindner sei nicht wegen dem Mitgliederentscheid zurückgetreten, sondern wegen Rösler. Linder wollte die Partei wieder breiter aufstellen, weg von der Ein-Themen-Partei, der Steuersenkungspartei, wieder zu einer liberalen Kraft. Dies sei ihm unter Rösler nicht möglich gewesen.

Die sogenannte Netzcommunity hat mit dem Rücktritt Lindners einen starken Partner verloren, der innerparteilich versucht hat, diverse, uns wichtige Themen, wieder auf die Agenda zu setzen. Allein das ist schon sehr schade — unabhängig von meiner persönlichen Sympathie.

Häme ist an diesem Punkt nicht angebracht.

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5 Antworten zu “Kommentar zum Rücktritt Christian Lindners”

  1. bloedbabbler sagt:

    Hi Chris,
    unterm Strich zählt für mich das er sicherlich mindestens genauso viel neoliberales Gift in seinen Adern fließen hat wie der Rest der FDP Granden. Ob man mit ihm schön ein Bierchen zischen kann-ich denke das geht mit Brüderle auch– steht auf einem anderen Papier.
    Und mal ehrlich, momentan sehe ich mehr Potenzial, selbst bei den Piraten, für liberales Tun und Handeln, als bei einer wie auch immer runderneuerten FDP.
    Wie gesagt, ich verstehe das Politiker anders sind, menschlicher vielleicht, wenn man persönlichen Kontakt mit ihnen hat — aber an der politischen Linie ändert das sicherlich nichts.

  2. Anonymous sagt:

    War Lindner nicht auch der, mit dem man auch mal gut nen Dübel durchziehen konnte?
    Sehe allerdings auch, dass er nicht der allererste in den Reihen der zurückzutretenden und denen, die zurücktreten sollten in der FDP ist.
    Aber Bonusdoppelpluspunkt: wie Schnarre damals ein freiwilliger Rücktritt in der FDP. Immer wieder schön.
    Soll er zu den Piraten oder Linken gehen.
    Wenn er gut ist, ist’s da gut.
    Die Selbstauflösung der FDP noch in dieser Legislaturperiode, mit Zusammenbruch der Regierung, damit wir schon morgen wieder sehen können, wie die SPD umfällt.

  3. MacPaul sagt:

    Die Einschätzung seiner Person kann ich aufgrund vieler Aussagen insbesondere zu Arbeitslosen, dem Dauerthema der FDP (Steuern und so) und seinem zum Teil extrem aggressiv-primitiven Auftreten nicht teilen.

  4. Hast Du da mal Belege oder möchtest Du hier nur trollen?

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