Klimaschutz made in Germany

«Wer etwas für den Klimaschutz tun will, sollte Flugreisen vermeiden und in Deutschland Urlaub machen», empfahl der Tourismusexperte des Potsdam– Instituts für Klimafolgenforschung, Manfred Stock

tagesschau

Billiger Kurzschlußaktionismus, wie wir ihn von unseren Politprofis kennen und lieben. Würde sich tatsächlich das Gros der Urlauber nicht fliegend in fremde Gefilde verabschieden, wären diese hier auf deutschen Straßen unterwegs und würde sogleich auch deutsche Natur plätten und verpesten. Auf den Flugverkehr selbst in D hätte das wahrscheinlich kaum einen Einfluß, wird dieser doch in der Regel weniger von Urlaubern als denn Geschäftsreisenden bestritten. Und wieder mal etwas aus der Politik zum Thema, hallo, guck mal wer da spricht … 😀

22 Antworten zu “Klimaschutz made in Germany”

  1. sombunall sagt:

    Auf Kerosin gibts für gewerblich operierende Luftfahrtunternehmen aber keine Steuern — der Staat würde wohl ganz gut verdienen, wenn alle Auto fahren statt zu fliegen. Wenn in Deutschland Urlaub gemacht wird bleibt das Geld auch im Land … von wegen Umwelt 😀

  2. Oliver sagt:

    Frägt sich nur ob man am Sprit mehr verdient bei den Autos oder Mehrwertsteuer etc. bei den Flugreisenden 😉
    Dazu kommt noch der Vorteil der inländischen Arbeitsplätze …

  3. Tyrion sagt:

    Wie kommt ihr darauf, dass Manfred Storck Politiker ist? Seine kleine Empfehlung für Personen die «etwas für den Klimaschutz tun wollen» ist richtig und hat nichts von Aktionismus. Der Flugverkehr wird von Experten als klimaschädlicher als der Autoverkehr betrachtet. Wie kommst du darauf, dass Autoverkehr genau so schädlich sie wie Flugverkehr? Du solltest beim nächsten mal lieber sorgfältiger lesen als in reflexhaftiges Politikerbashing zu verfallen.

    Es ist ein Skandal, dass der Flugverkehr so gering besteuert ist und damit eine so klimaschädliche Branche gefördert wird.

  4. Oliver sagt:

    >Wie kommst du darauf, dass Autoverkehr genau so schädlich sie wie Flugverkehr?

    Feinstaub … kann man jetzt drüber streiten. Aber von genau schrieb ich auch nicht. Aber wenn du schon Korinthen kackst, ich tue es gerne auch.

    >Du solltest beim nächsten mal lieber sorgfältiger lesen als in reflexhaftiges Politikerbashing zu verfallen.

    –Politikerbashing ist korrekt

    Aber ich sehe viele als Politiker an, die eben ein Politikum veranstalten ohne selbst als Berufspolitiker geführt zu werden. Großer Unterschied, kann man im Blog auch herauslesen — over and out.

    >Du solltest beim nächsten mal lieber sorgfältiger lesen

    Geb ich also gerne zurück, das reflexartige Gutmenschentum ist hier fehl am Platz, wenn man denn nicht den Blog regelmäßig ließt.

    Btw. ich fahre aus Prinzip kein Auto mein Herr.

  5. Chris sagt:

    Oli, Du bist zu gut für diese Welt. 😀

    Ich hätte den Quatsch von Tyrion wahrscheinlich gelöscht.

    Wer immer noch nicht kapiert hat, dass ein Autor über jedem Artikel steht, das Ihr also an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist, der kapiert eh nichts. :)

    Wie oft hatten wir das schon? Zu oft, ich bins echt leid mittlerweile…

    Und nein Tyrion, Du brauchst darauf nicht mehr antworten.

    Du solltest beim nächsten mal lieber sorgfältiger lesen als in reflexhaftiges F!XMBR-Bashing zu verfallen. 😀

    Achja, @Oli: ACK… 😀

  6. Grainger sagt:

    Ich bin zwar auch der Meinung, das ein Großteil des tatsächlich vorhandenen Flugverkehrs schlicht und einfach überflüssig ist, z.B.

    ? Billigtrips nach Mallorca, Bumsbomber nach Thailand (keine Ahung, ob das noch aktuell ist, Sex-Tourismus war noch nie so mein Ding ;)), Shopping-Wochendende in London, usw.,
    ? Geschäftsreisen (seit Jahren werden diese tollen Video-Conferencing-Systeme beworben, verkaufen sich aber scheinbar noch schlechter als saures Bier).
    ? Frachtjumbos mit verderblichen Luxusgütern (alleine zwei Jumbos mit Schnittblumen täglich von Rotterdam nach New York)

    Ich schätze mal, der Flugverkehr ließe sich problemlos um 50% reduzieren, allerdings würde dann wohl auch kein nennenswerter Ferntourismus mehr stattfinden (zumindest nicht zu den heutigen Preisen).

    In gewissem Umfang trifft das aber auch auf den Autoverkehr zu, ich wohne hier mitten in einem Naherholungsgebiete (Einzugsbereich ca. Frankfurt, Offenbach, Mannheim, Heidelberg, prinzipiell also die Rhein-Main-Ebene) und was hier an einem Wochenende mit halbwegs schönem Wetter los ist spottet einfach jeder Beschreibung.

    Da fahren Leute tatsächlich 50–60 km, um dann hier einen «Handkäs mit Musik» zu essen.

    Natürlich leben hier im Odenwald ganze Dörfer davon, aber wenn ich mir das so ansehe habe ich immer die Gewissheit dass das Benzin offensichtlich doch nicht so teuer sein kann wie es mir persönlich immer so vorkommt.

    Ob der Flugverkehr nun ökologisch schädlicher ist als der Autoverkehr weiß ich nicht (und bei all den widersprüchlichen Aussagen aller möglichen Experten ist das imho unmöglich zu sagen), vielleicht wirkt die ökologische Belastung des Flugverkehrs nur «unmittelbarer», da die Schadstoffe ja in wesentlich größerer Höhe in die Atmosphäre gelangen (während die Kfz-Abgase ja erst mal einige Zeit — mitunter Jahre oder gar Jahrzehnte) in den unteren Atmosphäreschichten kreisen.

  7. Tyrion sagt:

    Mein ?Ihr? bezog sich auf Oliver, der von Politprofi sprach und sombunall, der nicht der Bezeichnung widersprochen hatte. Ich weiß durchaus, dass der Autor oben angegeben ist, deshalb habe ich ja später ?du? geschrieben. Ich habe noch bis vor kurzem euer Blog regelmäßig gelesen und daher kam ich auch auf das Politikerbashing, so etwas würde ich auch nicht schreiben, falls ich das Blog hier nicht kennen würde.

    Das ?genau? war unsinnig, da stimme ich zu. Falls ich das nächste Mal Korinthen kacken will, überlege ich es mir nochmal. 😉 Trotzdem verstehe ich immer noch nicht aus welchen Grund dieser Satz von Stork ?Aktionismus? oder ein ?Politikum? sein soll.

    Von mir aus könnt ihr auch meinen vorherigen Kommentar und diesen löschen, nach den Smilies zu urteilen habe ja genügend unterhalten 😉

  8. Oliver sagt:

    Warum wohl Politikum, Deutschland braucht Tourismus. Kann dir auch gerne Dinge aus dem kulturellen Bereich nennen, ist auch ein einziges Politikum, indem Pöstchen vergeben werden und jeder in die eigene Tasche oder pro des eigenen Landes arbeitet. Umwelt, Kultur etc. sind da gerne vorgeschobene Themen. Und da ich nicht der Ansicht bin, der Zweck heiligt die Mittel, watsche ich auch diesen Umstand ab. Die Leute die wirklich etwas bewirken sucht man in der Basis, nicht dort oben.

  9. Grainger sagt:

    Unstrittig würde es dem Binnenmarkt zu Gute kommen, wenn ein größerer Teil des Geldes, das die deutschen Touristen z.Z. im Ausland ausgeben stattdessen in den inländischen Tourismus fließen würde.

    Dazu muss man auch nicht studiert haben (oder Tourismusexperte bzw. Politiker sein ;)), das kann sich jeder an seinen zehn Fingern abzählen. 😀

    Andererseits kann ich in einer Demokratie (bzw. einer sozialen Marktwirtschaft) innerhalb gewisser Grenzen mit meinem Geld machen was ich will, das geht auch keinen Tourismusexperten bzw. Politiker was an.

    Aber (mehr oder weniger) gut gemeinte Ratschläge dürfen sie natürlich geben, auch das ist in einer Demokratie statthaft.

    Und ich wiederum kann, darf und will diese Ratschläge ignorieren … denn an Leuten, die meinen, mir gute Ratschläge geben zu müssen, herrscht nun wahrlich kein Mangel. 😀

  10. Oliver sagt:

    >Unstrittig würde es dem Binnenmarkt zu Gute kommen, wenn ein größerer Teil des Geldes, das die deutschen Touristen z.Z. im Ausland ausgeben stattdessen in den inländischen Tourismus fließen würde.

    Es ist das heute noch tatsächlich? Mitunter ist doch das erhöhte Flugaufkommen den Billigfliegern zu verdanken und die Leute geben wahrlich nirgends viel Geld aus.
    Und ob das Geld das man im Ausland ausgegeben hätte, man denke mal an hey nun sind wir mal in Ägypten, da können wir uns auch was gönnen, auch im Oberammergau ausgegeben wird bezweifle ich wirklich 😀
    In der Fremde findet man eher eine Ausrede, wenn man denn kann, sich mal etwas zu gönnen 😉

    Und mal etwas anderes, wieviel Deutsche von diesen 80 Mio Menschen machen sich denn auf ins Ausland? Wohl im Verhältnis ein recht kleiner Teil. Was macht der Rest hierzulande in seinem Urlaub? Da gibt keiner mehr Geld aus …

  11. «2004 unternahmen Deutsche 274 Millionen Reisen, von denen 73 % ins Inland führten. Dabei buchten sie 1,4 Milliarden Übernachtungen und gaben 120 Milliarden Euro aus, von denen 61,4 Milliarden Euro auf Auslandsreisen entfielen.» (Öffentlich zugängliche Zahlen zum Tourismus in Deutschland)

    Ob die 27% Auslandsreisen jetzt ein kleiner Teil sind, ist Beurteilungssache. Nennenswert wüdre ich es jedenfalls bezeichnen.

  12. Oliver sagt:

    Die kursive Schreibweise ist nicht jedem ein Begriff *ächz* wie macht man denn im Netz Leuten begreiflich außer dümmliche Gänsefüßchen zu verwenden?
    Und nebenbei den Rest nimmer weiterlesen? Wieviel Geld wurde bei den Auslandsreisen ausgegeben und hätten diese es auch im Inland gemacht und wieviel der Auslandsreisen wurden von denselben Leuten getätigt? Viele machen mal nen Kurztripp.

    Die Erläuterung oben sollte eines zeigen, wenns mehr sein soll als eine Milchmädchenrechnung für grüne Körnerfresser, muß man mehrere Komponenten im System beachten und dafür langt keine Rohe Zahl.

    Deutsche 274 Millionen Reisen

    Was gehört dazu, jede Fahrt wird als Reise bezeichnet?

    Zählt da nun auch dazu wenn ich nach HH fahre und mir es da einen Tag gut gehen lasse?

    Die Fragen sind nicht wirklich ernst gemeint, da ich die Arbeit der Tourismusvereine kenne und deren Berechnungen. Da klafft auch oft Wunsch und Realität weit auseinander.

  13. Irgendwo gabs mal ein Rechenbeispiel mit dem Fazit, dass ein Langstreckenflug pro Person so viel C02 erzeugt, dass sie mit diesem Kontingent mindestens ein Jahr lang täglich Autofahren könnte.
    Sollte das stimmen, was ich mir durchaus vorstellen kann, dann wäre es sicherlich sinnvoll auf Flüge möglichst zu verzichten.

  14. Oliver sagt:

    >Sollte das stimmen, was ich mir durchaus vorstellen kann, dann wäre es sicherlich sinnvoll auf Flüge möglichst zu verzichten.

    Wird wohl nie der Fall sein, weil [bitte passendes einsetzen]. Reduzierung ja.

    Allerdings wäre dies dann auch wieder «Umweltschutz» auf Kosten des kleinen Mannes — Stichwort Billigflieger. Denn diejenigen die es sich leisten können, werden auch weiterhin überall hin fliegen.

  15. Grainger sagt:

    Umweltschutz in diesem Sinne ist immer auf Kosten des kleinen Mannes, schließlich ist es grundlegendes Konzept unserer Regierung(en) Umweltschutz durch Kostensteigerungen zu erzwingen.

    Somit dürfen die, die es sich leisten können, weiterhin die Umwelt verschmutzen.

    Und nebenbei nimmt der Staat auch noch mehr ein, schließlich ist es doch für einen guten Zweck, da kann der kleine Mann halt nicht protestieren (und falls er es doch tut wird ihm gleich ein schlechtes Gewissen eingeredet).

    Denn wenn Deutschland politisch wirklich etwas am Umweltschutz gelegen wäre gäbe es eine Reihe von Maßnahmen:

    ? Verbrauchsbeschränkung bei Autos, also keine Strafsteuer für Spritschlucker, sondern diese gleich ganz verbieten.

    Einfach ab Stichtag X für alle Neuzulassungen einen maximalen Verbrauch von z.B. 10 l/100 km nach einer standardisierten Meßnorm zulassen, eine Übergangsfrist für vor dem Stichtag zugelassene Kfz von 10 Jahren.

    Den erlaubten Verbrauch könnte man dann über mehrere Jahre gestaffelt weiter absenken.

    ? statt umständliche und teuere Müllentsorgungs– und Wiederverwertungsketten aufzubauen wäre doch Müllvermeidung der erste und logischste Schritt.

    Allein durch eine restriktive Verpackungsverordnung ließe sich imho die Menge an Haushaltsmüll drastisch reduzieren.

    Für die verbleibende Restmenge wäre es sinnvoll, für alle Kunststoffverpackungen und –folien nur noch eine einzige Kunststoffart zuzulassen (evtl. ND-PE, ist gut recycelbar und auch jetzt schon weit verbreitet).

    ? beim Energieverbrauch dasselbe: Energiesparen müßte hier die oberste Priorität haben, jede kW-Stunde die nicht gebraucht wird muss man auch gar nicht erst erzeugen.

    Keine Großabnehmerrabatte mehr für die Industrie, im Gegenteil wären mit dem Verbracu progressiv steigende Preise sinnvoll und würden das Energiesparen lukrativer machen.

    OT: und statt Anführungszeichen habe ich Kursivschrift verwendet. 😉

  16. Grainger sagt:

    Verzicht generiert keine Kosten.

    Nicht verzichten zu können aber schon.

    Wer etwas außerhalb wohnt muss nun mal irgendwie zur Arbeit kommen, nicht notwendigerweise mit dem eigenen Auto, aber außerhalb der Ballungszentren sieht es mit dem öffentlichen Nahverkehr nicht so prickelnd aus.

    Und ich habe es auch im Winter ganz gerne einigermaßen warm in meiner Wohnung (bin halt ein verweichlichter Konsument).

    Fernreisen sind sicherlich nicht unverzichtbar, wenn man es ganz genau nimmt könnte man auf Urlaubsreisen überhaupt verzichten (auf dem Balkon oder der Terrasse kann es ja auch schön sein).

    [_] Hier bitte gedanklich ein passendes Zynismus-Smilie dazu denken.

  17. Chris sagt:

    Zwischen Grainger und Grainger fehlt ein Kommentar — sorry, gegen Sarkasmus und Ironie ist nichts einzuwenden — aber ein derart pervertierten Zynismus will ich hier nicht lesen.

  18. Hoppala, das war ganz und gar nicht zynisch gemeint.
    Billigflüge sind reine Marketinginstrumente, sie müssen quersubventioniert werden, was bereits ökonomisch gesehen schon ziemlich ungesund ist. Sozialökonomisch gesehen, ist es pervers.
    Pervers sind auch die Menschen, die bei anderen Menschen Bedürfnisse erzeugen, die sie ohne diese Einflussnahme nicht hätten.

  19. Chris sagt:

    Sorry, dann habe ich das völlig falsch verstanden. Ich werde den Kommentar heute Abend recovern können.

    Bin zur Zeit ein wenig dünnhäutig, gebe ich ja zu.

  20. Ist schon in Ordnung, ich gebe zu, dass insbesondere das «arme» leicht als Zynismus mißverstanden werden kann. Entferne das ruhig, wenn Du den Kommentar recoverst…wenn ich drüber nachdenke war es unnötig und polemisch. 😉

  21. Ben sagt:

    Flugreisen sollten zunächst erstmal unsere Europapolitiker vermeiden, die 3 Tage die Woche von Straßbourg nach Brüssel umziehen!!! nur weil Straßbourg seinen Standort nicht aufgeben will — alles per Flugzeug, einige Tausend Abgeordnete, jede Woche plus Mitarbeiter…

  22. Oliver sagt:

    Das ist ja nicht nur bei Politikern so, sondern ganz massiv bei vielen Konzernen — anstatt Videokonferenzen etc. zu nutzen, schifft man die Herren Ingenieure in einen Billigflieger, spart ne Menge Geld und verheizt zugleich massiv die Umwelt.

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