kleiner Exkurs für Hacker und solche die gar nichts von ihrem Glück wußten

Die Problematik mit jenen Zeitgenossen, welche mit Computern und Technik allgemein kreativ umgehen und u.U. auch ein gewisses Fehlen dieser Technik ans Tageslicht zerren, bewegt schon seit vielen Monden die Gemüter. Wie soll man jenen Habitus einordnen? Die helfende Hand oder der nervende bzw. gar desaströse Faktor? Im allgemeinen tut man gut daran von der helfenden Hand zu sprechen, Ausnahmen bestätigen da die Regel und jene Ausnahmen sind auch gewiß keine Hacker im eigentlichen Sinn. Aber letztendlich geht es auch gar nicht darum, sondern man versucht einzig und allein Dinge zu dämonisieren, die man nicht versteht und auch nicht verstehen möchte — denn Kreativität1 war schon immer ein beliebter Angriffsvektor für jene Masse, die sich linear vorwärts bewegt und nur äußerst selten in der Lage ist angemessen auf unvorhergesehene Ereignisse (aka Leben) zu reagieren.

Eben weil man dies nun nicht versteht, ein q.e.d. drängt sich da geradezu auf, dämonisierte man nun auch just Software per se. Software die in den meisten Fällen diversen Anwendungen dient, auf derlei Diversität innerhalb einer identischen Sache treffen wir recht oft in unserem Leben und nur die schwerfälligsten Denker überhaupt entscheiden sich flink für den einfachst gangbaren Weg. Problem hierzulande, ob des unsäglichen Hackerparagraphen, was ist nun ein Hacker, wann ist ein Tool als verwerflich einzuordnen?

Die Bitcom nun versucht hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, laut Heise mitunter jedoch auch nicht eben erfolgreich. Aber das dürfte auch weniger das Problem jener sein, sondern ist eher exemplarisch für den gesamten legislativen Zustand in diesem Lande zu sehen: Inkompetenz ist an der Macht und selbst in essentiellen Kernbereichen haben die schwerfälligsten Denker der Nation die Mehrheit. Ist es aber tatsächliche Inkompetenz oder aber ein geschickter Schachzug, um derlei Werkzeuge der Allgemeinheit zu entziehen? Denn eine unsichere Rechtslage ist immer ein probates Mittel zur Selbstzensur. Und wenn man sich das Selbstverständnis jener Zeitgenossen betrachtet, Mistrust authority — promote decentralization., dann ist diese Vermutung auch gar nicht mal so abwegig. Erst kommt die Dämonisierung, dann erfolgt die Abmahnung, je nach Wertigkeit des Werkzeugs mitunter quasi die Brandmarkung als Terrorist

  1. Romane im 18. Jahrhundert, Computerspiele heute … die Beispiele sind Legion []

3 Antworten zu “kleiner Exkurs für Hacker und solche die gar nichts von ihrem Glück wußten”

  1. marc sagt:

    Ich muß bei solchen Meldungen immer an Stallmans Dystopie «The Right to Read» denken. Man mag von ihm halten was man will, und der Essay ist auch schon über zehn Jahre alt, aber die Ähnlichkeit zur heutigen Zeit ist in Teilen durchaus gegeben, bzw. war es auch damals schon.

    Zur Frage ob es sich um Inkompetenz oder um einen geschickten Schachzug handelt, die Antwort ist einfach: Beides. 😉
    Geschickter Schachzug von Seiten derjenigen die davon profitieren, und Inkompetenz von denen, die diese Gesetze verabschieden.
    Wobei man Letzteren durchaus auch Absicht unterstellen könnte. Wenn man bei Fefe oder anderen im Netz nachliest, daß damals kompetente Beratung seitens der deutschen Hackerkultur gegeben war was den Hackerparagraphen betrifft, aber dann sämtliche Argumente unter anderem aufgrund des Fraktionszwangs ignoriert werden, dann läßt sich das nicht mehr mit Inkompetenz entschuldigen.

    Daß ausgerechnet Bitkom jetzt hier mit einem Leitfaden antanzt, ist nichts anderes als ein Schlag in’s Gesicht.

  2. jmf sagt:

    «Kreativität war schon immer ein beliebter Angriffsvektor für jene Masse, die sich linear vorwärts bewegt und nur äußerst selten in der Lage ist angemessen auf unvorhergesehene Ereignisse (aka Leben) zu reagieren.»

    Was ein Satz. Danke!

  3. […] genauso wie in anderen Religionen ebenfalls Kernaussagen des Islam sind und habe lediglich auf die rethorische Äußerung, dass im Islam “Bettler verprügeln” konform sei, geantwortet. Die USA ist […]

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